VW ID. Buzz-Special – TechnikZero Emission Van

Markus Olejniczak

 · 28.10.2022

VW ID. Buzz-Special – Technik: Zero Emission VanFoto: Volkswagen
| Fotografie: Volkswagen AG

Gelungenes Design ist das eine, doch die wahre Besonderheit des ID. Buzz findet sich unter dem kunstvoll geformten Blech: der voll-elektrische Antrieb auf Basis des MEB

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Foto: Volkswagen

V-förmige Front und großes Markenemblem, kurze Überhänge und langer Radstand – der ID. Buzz nimmt in Sachen Karosseriedesign bewusst Anleihen am Urbulli aus der Wirtschaftswunderzeit. Auch bei der Technik gibt es Parallelen, wurde doch das Konzept von Heckmotor und Hinterradantrieb übernommen.

Hier enden die technischen Gemeinsamkeiten abrupt: Wurde der Senior von einem charismatisch schnatternden, luftgekühlten Boxermotor angetrieben, so nutzt der ID. Buzz den MEB, den Modularen E-Antriebs-Baukasten des Volkswagen-Konzerns, auf dem derzeit alle elektrischen Volumenmodelle basieren. Durch Skaleneffekte senkt er die Kosten, macht so die E-Mobilität preislich attraktiver. VW-Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich sagt dazu: „Der Elektro-Baukasten MEB ist das wohl wichtigste Projekt in der Geschichte von Volkswagen – ähnlich wie der Übergang vom Käfer zum Golf.“ Im Prinzip verkörpert der Baukasten eine Art „Skateboard-Konzept“ mit einem stabilen Rahmen mit der Antriebsbatterie im Boden mittig zwischen den Achsen, einer E-Maschine mit zugehöriger Leistungselektronik an der Hinterachse, gegebenenfalls zusätzlich auch an der Vorderachse. Ein entsprechendes Dual-Motor-Allradmodell (GTX) ist derzeit noch Zukunftsmusik, der ID. Buzz und die Cargo-Version werden aktuell ausschließlich mit einem Motor an der Hinterhand ausgestattet.

Verlagssonderveröffentlichung

Die permanenterregte Synchronmaschine (PSM) ist mit einem Einganggetriebe als kompakte Einheit in der Hinterachse eingebaut. Sie leistet 150 kW/204 PS. Das Drehmoment liegt bei 310 Newtonmetern – ab der ersten Umdrehung. Andere Leistungsklassen werden folgen, genauso wie weitere Batteriekapazitäten. Der aktuelle Akku mit einem Energiegehalt von 82 kWh brutto und 77 kWh netto misst 14 Zentimeter in der Höhe, 145 Zentimeter in der Breite und ist 182 Zentimeter lang. Die Einheit ist fest mit der Karosserie verschraubt, versteift diese zusätzlich. Die Einbaulage der etwa 495 Kilogramm wiegenden Batterie sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine perfekte Achslastverteilung.

Das Gehäuse beherbergt zwölf Zellmodule, die von robusten Aluminiumprofilen, einem massiven Unterfahrschutz und einem soliden Rahmen geschützt werden. Jedes Modul besteht aus 24 Pouch-Zellen. Kühlkanäle in der Aluminium-Bodenplatte temperieren diese auf 25 Grad Celsius – die ideale Voraussetzung für optimale Leistungsabgabe, flottes DC-Laden und eine lange Lebensdauer des Speichers. Der Klimakompressor und ein elektrischer Heizer sorgen für Wohlfühltemperatur.

Volkswagen garantiert eine lange Lebensdauer des Energiespeichers: So soll die Batterie nach acht Jahren Betriebszeit oder 160.000 gefahrenen Kilometern immer noch eine Mindestkapazität von 70 Prozent bieten. Übrigens: Gefertigt wird die Batterie von Volkswagen Group Components in Braunschweig, der ID. Buzz in Hannover – nach Aussagen von Volkswagen bilanziell klimaneutral.

Bilanziell CO2-neutral gefertigt

Geladen wird der ID. Buzz an der Schuko-Steckdose (2,3 kW; das Ladegerät kostet extra) oder an einer Wallbox mit bis zu 11 kW. Einmal Vollladen dauert siebeneinhalb Stunden. Die Hardware gibt’s von Volkswagens Tochter Elli, den passenden Ökostrom ebenfalls. Für das Laden unterwegs liegt dem E-Bulli das passende Mode-3-Kabel bei. Flotter klappt´s natürlich an einer DC-Schnellladesäule. Hier kann der Bus mit bis zu 170 kW laden. Das bedeutet: In 30 Minuten lädt der Akku von 5 auf 80 Prozent. Zugang verschafft das „We Charge“-Ladenetz mit europaweit mehr als 340.000 Ladepunkten, darunter über 10.000 Schnelllader. Auch das Ladeprozedere selbst beschleunigt der ID. Buzz: Dank „Plug & Charge“ identifiziert er sich per „ISO 15118“- Standard an einer kompatiblen Ladesäule, die den Ladevorgang freischaltet. Ein umständliches Anmelden via RFID-Karte, App oder ähnlichem entfällt.

Und in einem weiteren Punkt unterscheidet sich der Antrieb des ID.Buzz von seinem Urahn: Er ist viel wartungsfreundlicher konzipiert, spart damit auch Servicekosten.