Modellbau Käfer Cabrio 1303 in 1:8Montage-Werk

Martin Santoro

 · 24.10.2022

Modellbau Käfer Cabrio 1303 in 1:8: Montage-WerkFoto: Martin Santoro
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Wer es noch nicht getan hat, kann jetzt selbst ein Käfer Cabrio zusammenbauen – anhand eines tollen Fünf-Kilo-Modells. VW CLASSIC hat für Sie zum Schraubendreher gegriffen.

Am fertigen Modell sind die meisten Teile miteinander verschraubt, einiges ist nur gesteckt.
Foto: Martin Santoro

Je nach Talent und handwerklicher Begabung legen Liebhaber von Oldtimern selbst Hand an ihren Klassiker – mal mehr, mal weniger. Von der Komplett-Restaurierung bis zur Pflege ist die Bandbreite an Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung ausgesprochen groß. Aber was geschieht, wenn der lieb gewonnene Oldie fertig ist, gerade keine Wartung ansteht und es bei einer Ausfahrt zu Entzugserscheinungen kommt? Vor allem wenn einem das Schrauben, Schweißen, Lackieren oder das Konzipieren neuer Projekte fehlt?

Verlagssonderveröffentlichung

Der Drang, aus eigener Hand etwas zu schaffen, lässt sich einfach und darüber hinaus günstig stillen. Beispielsweise im Modellbau, wo tatsächlich jedes einzelne vorgefertigte Teil eines Fahrzeugs von Hand verbaut wird. Angefangen beim Plastik-Modellbausatz, bei dem die Teile am Spritzguss- ast zu lösen, eventuell zu entgraten sowie zu lackieren und zu kleben sind. Das ergibt ein vorzeigbares Resultat, auf das der geneigte Bastler sichtlich stolz sein kann.

Selbstständig mit Bauanleitung ein Modell zu verwirklichen, hat eine Tradition, die weit ins letzte Jahrhundert zurück reicht. Neben preiswerten Plastik-Bausätzen gibt es Anbieter, die hochwertige Miniatur-Sets mit Metall-Bauteilen versehen. Bekanntester Hersteller war die italienische Firma Pocher (1952 bis 1998), deren Automobil-Bausätze im Maßstab 1:8 als legendär gelten. Modell-Profi Tobias Lemke aus Haan hat Pocher 2013 mit einem Lamborghini wieder erweckt und 2019 mit der Eigenmarke Legrand eine exklusive Serie herausragender Bausätze begründet – wahre Leckerbissen für anspruchsvolle Modellbauer.

In limitierter Auflage von 1.000 Exemplaren startete Legrand mit einen echten Klassiker. Das Käfer Cabrio 1303 von 1976 ist im Maßstab 1:8 in zwei Farbvarianten für knapp 700 Euro erhältlich. Sicher ein stolzer Preis, der allerdings berechtigt erscheint. Die mehr als 500 Bauteile, von denen sämtliche Karosserie-Elemente aus vorlackiertem Zinkdruckguss bestehen, ergeben zusammengebaut ein Modell von 50 Zentimetern Länge. Mit rund fünf Kilogramm Gewicht ein mächtiger Brocken, dessen höchst filigrane Detail-Elemente mit Engelsgeduld fast ausschließlich verschraubt oder gesteckt werden.

Einen solchen Bausatz hat Tobias Lemke VW CLASSIC zur Verfügung gestellt. Nur um eine winzige Vorgabe haben wir gebeten: Die Karosserieteile mögen uns bitte unlackiert erreichen. Bodenstücke, Hauben, Seitenteile und Felgen gelangten vor der eigentlichen Montage in die Hände von Markus Steger, der beim Lackierbetrieb Blach in Ansbach seit bald 20 Jahren als des Verfahrenstechniker sämtliche Oberflächen zu »verspiegeln« weiß. Obwohl die behandelten Flächen den Anschein einer galvanischen Verchromung aufweisen, handelt es sich in Wirklichkeit um ein von der Firma Blach entwickeltes Lackierverfahren mit einer enormen optischen Wirkung. In der Vergangenheit wurden bereits einige exklusive Fahrzeuge aus dem Supersportwagen-Segment bei Blach veredelt. Die Karosserieteile unserer Miniatur stellten daher kein Problem für Markus dar.

Erschwert erwies sich hingegen der Zusammenbau des modifizierten Legrand-Käfers. Nach dem Lackieren der Käfer-Bauteile galt es, an Verbindungsstellen die Verspiegelung vorsichtig punktuell mit dem Dremel oder Proxxon abzuschleifen, um die ursprüngliche Passform oder Lochbohrung für die vorgesehenen Schrauben wieder herzustellen. Danach war die Montage mit dem passenden Feinwerkzeug zwar ein Geduldsspiel, aber nicht wirklich schwer. Alle Kunststoffteile sind farblich bereits vorbereitet und sorgfältig in Plastiktüten verpackt. Der Aufbau ist auf sechs, je in einem Karton verpackte Baugruppen verteilt, die verständlich gezeichnete Anleitung in 80 Bauabschnitte gegliedert. Beeindruckend, wie detailliert das Modell konzipiert ist. Die vorderen Federbeine und die Schräglenker-Hinterachse sind ebenso funktional wie Lenkung, Türen und Fenster, so dass Kenner des 1303 ihre helle Freude mit der verkleinerten Technik haben werden.

Letztlich montierten wir den Bausatz aber nicht zum Selbstzweck. Das fertige Unikat ist eine wirklich sehenswerte Alternative zu den originalen Bausätzen und daher auch der Hauptpreis unserer Verlosung auf Seite 76. Der dort angegebene Wert von 2.700 Euro ergibt sich aus dem Bausatz-Preis sowie dem kostspieligen Verspiegeln. Viel Glück beim Mitmachen!


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Telefon: 02129-93690