Skoda Auto feiert 35 Jahre Volkswagen Konzern

Gute Fahrt

 · 31.03.2026

Die am 28. März 1991 unterzeichnete Vereinbarung, durch die Škoda Auto in den Volkswagen Konzern eintrat, markierte den Beginn einer neuen Ära für den in Mladá Boleslav ansässigen Automobilhersteller. Dank umfangreicher Investitionen, gemeinsamer Technologien und koordinierter Entwicklung hat sich Škoda zu einem erfolgreichen Global Player entwickelt, der weltweit in rund 100 Märkten tätig ist.
Foto: Skoda
Seit dem Eintritt in den Volkswagen Konzern 1991 hat sich Škoda Auto vom regionalen Hersteller mit zwei Modellen zur drittgrößten Marke Europas entwickelt. Heute liefert das Unternehmen über eine Million Fahrzeuge jährlich aus.

Vom Favorit zur Millionenmarke

Am 28. März 1991 unterzeichneten Industrieminister Jan Vrba und Volkswagen-Chef Carl Hahn eine Vereinbarung, die den tschechischen Automobilhersteller grundlegend verändern sollte. Damals verfügte Škoda über eine Produktionskapazität von 200.000 Einheiten pro Jahr und bot lediglich zwei Modelle an: den Favorit und dessen Kombi-Variante Forman. Die Ausgangslage war bescheiden, doch die Entwicklung der folgenden Jahrzehnte übertraf alle Erwartungen.

Der Volkswagen Konzern erwarb zunächst 31 Prozent der Anteile am 16. April 1991 und stockte diese bis zum 30. Mai 2000 auf hundert Prozent auf. Diese schrittweise Integration ermöglichte eine behutsame Transformation des traditionsreichen Unternehmens aus Mladá Boleslav. Die Basis für die spätere Zusammenarbeit war bereits in den 1970er Jahren gelegt worden, als erste Kontakte zwischen beiden Herstellern entstanden. Der entscheidende Impuls kam jedoch 1987 mit der Vorstellung des Škoda Favorit. In Wolfsburg testete man einen Prototypen und zeigte sich beeindruckt von der Flexibilität und dem Know-how der tschechischen Ingenieure bei der Lösung komplexer Entwicklungsaufgaben.

Nach dem Fall des kommunistischen Regimes im November 1989 wurde klar, dass Škoda einen starken Partner benötigte, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Von 24 potenziellen Kandidaten setzte sich Volkswagen durch und begründete damit eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Die Auslieferungen haben sich seit 1991 mehr als versechsfacht. Im Jahr 2025 erreichte Škoda den dritten Platz den meistverkauften Marken in Europa und lieferte weltweit mehr als 1.040.000 Fahrzeuge aus. In Deutschland wurden 226.472 Neuzulassungen registriert, was einem Marktanteil von 7,9 Prozent entspricht. Damit führt Škoda seit siebzehn Jahren in Folge die Statistik der Importmarken an.

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Investitionen schaffen globale Präsenz

Die Transformation von Škoda Auto basiert auf umfangreichen Investitionen im Wert von mehreren hundert Milliarden tschechischen Kronen sowie auf der engen Zusammenarbeit mit anderen Konzernmarken. Diese Mittel flossen in die Entwicklung neuer Modelle, den Ausbau der Produktionskapazitäten und die Erschließung internationaler Märkte. Heute bietet das Unternehmen zwölf Pkw-Modellreihen an: Fabia, Scala, Octavia, Superb, Kamiq, Karoq, Kodiaq, Elroq, Enyaq, Slavia, Kylaq und Kushaq.

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Neben den drei Werken in der Tschechischen Republik betreibt Škoda Produktionsstätten in der Slowakei, Kasachstan und Indien. In Vietnam und der Ukraine entstehen Fahrzeuge in Kooperation mit lokalen Partnern. Besonders Indien entwickelt sich zur zweiten tragenden Säule neben Europa. Im Jahr 2025 erzielte Škoda dort Rekordauslieferungen, getrieben durch die speziell für den Subkontinent entwickelten Modelle Kushaq, Slavia und den kompakten Kylaq. Parallel dazu startete die Produktion in Vietnam, während im Nahen Osten neue Märkte in Oman und Saudi-Arabien erschlossen wurden.

Die Internationalisierung zeigt sich auch in der Präsenz auf rund hundert Märkten weltweit. Klaus Zellmer, Vorstandsvorsitzender von Škoda Auto, betont: "Vor 35 Jahren markierte der Eintritt in den Volkswagen Konzern den Beginn einer bemerkenswerten tschechisch-deutschen Erfolgsgeschichte. Škoda Auto hat sich zu einer starken, globalen Marke entwickelt – verwurzelt in seiner Identität, angetrieben von Einfallsreichtum und geprägt von einer klaren ‚Can-do'-Einstellung." Die Zugehörigkeit zur Brand Group Core des Volkswagen Konzerns biete Skaleneffekte und mache das Unternehmen schneller sowie effizienter.

Komponenten-Hub und elektrische Transformation

Škoda hat sich innerhalb des Volkswagen Konzerns eine wichtige Rolle als Zulieferer erarbeitet. Das Unternehmen produziert Motoren und Getriebe für verschiedene Konzernmarken und ist zum größten Hersteller von BEV-Batteriesystemen im gesamten Konzernverbund geworden. Die kürzlich eröffnete Batterieproduktionsstätte in Mladá Boleslav entstand mit einer Investition von 205 Millionen Euro und ist Teil der übergeordneten Batteriestrategie. Die enge Zusammenarbeit mit dem Center of Excellence Battery von Volkswagen Group Technology soll die schnellere Einführung neuer Technologien unterstützen.

Bis Ende 2026 wird Škoda sein vollelektrisches Modellangebot verdoppeln. Der Siebensitzer Peaq und der City-Crossover Epiq erweitern die Palette und sollen Elektromobilität zugänglicher machen. Der Epiq gehört zur Electric Urban Car Family des Volkswagen Konzerns und nutzt Synergien innerhalb der Markengruppe. Als Teil der Brand Group Core verfolgt Škoda das Ziel, gemeinsam mit den anderen Volumenmarken zu wachsen und die Gesamteffizienz deutlich zu steigern.

Die Next Level Škoda Strategy sieht vor, bis zum Ende des Jahrzehnts zu den drei absatzstärksten Marken in Europa zu gehören. Das Angebot soll BEV- und Hybrid-Fahrzeuge sowie Modelle mit Verbrennungsmotor umfassen und Kunden das Beste aus beiden Welten bieten. Gezielt erschließt das Unternehmen Potenziale auf wichtigen Wachstumsmärkten wie Indien, Vietnam und in der ASEAN-Region. Mit circa 40.000 Mitarbeitern weltweit entwickelt und fertigt Škoda selbstständig Komponenten wie MEB-Batteriesysteme, Motoren und Getriebe für andere Marken des Volkswagen Konzerns.

Zellmer dankt den Mitarbeitern und dem Gewerkschaftspartner KOVO für die konstruktive Zusammenarbeit über viele Jahre. Die Kombination aus Größe und Identifikation, Effizienz und Kreativität sowie Tradition und Innovation gebe Zuversicht für die Zukunft. In Deutschland trat die Škoda Auto Deutschland GmbH im September 1991 in den Markt ein und repräsentiert zusammen mit rund 1.100 Vertriebs- und Service-Partnern die Marke.


Im Überblick

MerkmalWert
Vertragsunterzeichnung28. März 1991
Erste Anteilsübernahme16. April 1991 (31 Prozent)
Vollständige Übernahme30. Mai 2000 (100 Prozent)
Produktionskapazität 1991200.000 Fahrzeuge pro Jahr
Modellpalette 1991Zwei Modelle (Favorit, Forman)
Auslieferungen 2025Über 1.040.000 Fahrzeuge
Marktposition Europa 2025Drittbestverkaufte Marke
Neuzulassungen Deutschland 2025226.472 Fahrzeuge
Marktanteil Deutschland 20257,9 Prozent
Aktuelle ModellreihenZwölf Pkw-Modelle
Produktionsstandorte TschechienDrei Werke
Weitere ProduktionsstandorteSlowakei, Kasachstan, Indien, Vietnam, Ukraine
Mitarbeiter weltweitCirca 40.000
Märkte weltweitRund 100
Investition Batterieproduktion205 Millionen Euro
Vertriebspartner DeutschlandRund 1.100

Auf einen Blick

  • Škoda Auto gehört seit 35 Jahren zum Volkswagen Konzern und hat sich vom regionalen Hersteller mit zwei Modellen zur drittgrößten Marke Europas entwickelt
  • Die Auslieferungen haben sich seit 1991 mehr als versechsfacht auf über 1.040.000 Fahrzeuge im Jahr 2025
  • Das Unternehmen ist in rund hundert Märkten aktiv, wobei sich Indien zur zweiten starken Säule neben Europa entwickelt
  • Škoda ist größter Hersteller von BEV-Batteriesystemen im Volkswagen Konzern und liefert Motoren sowie Getriebe an andere Konzernmarken
  • Bis Ende 2026 verdoppelt sich das vollelektrische Modellangebot durch die Modelle Epiq und Peaq