Test: Flowcamper Casper T6.1 - RumCaspern

VW Multivan T6.1Test: Flowcamper Casper T6.1 - RumCaspern

Heiko P. Wacker

 8/23/2021, Lesezeit: 5 Minuten

Einen echten Kasper sollte man nie so ganz ernst nehmen, er selbst tut das ja auch nicht. Aber man muss immer mit ihm rechnen. So ist es auch beim jüngsten Spross aus dem Hause Flowcamper. Wir waren mal so frei, ein wenig rum zu caspern

Schaltzentrale: Alle Infos zu Ladeströmen wie auch die Steuerungen von Licht oder Kühlbox finden sich links in der SchiebetürFoto: Jan Bürgermeister
Schaltzentrale: Alle Infos zu Ladeströmen wie auch die Steuerungen von Licht oder Kühlbox finden sich links in der Schiebetür
Bild 1Foto: Jan Bürgermeister
Eine ganze Menge Holz in der Hütte. Vor allem die optionale Zirbe aus Italien ist ein HinguckerFoto: Jan Bürgermeister
Eine ganze Menge Holz in der Hütte. Vor allem die optionale Zirbe aus Italien ist ein Hingucker
Die Kühlbox wird über die Schaltzentrale gesteuert. Sie fasst 30 LiterFoto: Jan Bürgermeister
Die Kühlbox wird über die Schaltzentrale gesteuert. Sie fasst 30 Liter
Die Außendusche im Heck wird per Saugnapf positioniert – ganz nach Lust und LauneFoto: Jan Bürgermeister
Die Außendusche im Heck wird per Saugnapf positioniert – ganz nach Lust und Laune
Sympathisch einfach: Die Campingmöbel hängen samt Kopfteil an variablen Kletterhaken. So lässt sich der Kofferraum ideal nutzenFoto: Jan Bürgermeister
Sympathisch einfach: Die Campingmöbel hängen samt Kopfteil an variablen Kletterhaken. So lässt sich der Kofferraum ideal nutzen
Die Leuchten in der Heckklappe sind separat zuschaltbarFoto: Jan Bürgermeister
Die Leuchten in der Heckklappe sind separat zuschaltbar
Die Staufächer in den beiden Flanken ragen nicht übers Bett hinaus. Das sorgt für zusätzlichen „Schlafraum“Foto: Jan Bürgermeister
Die Staufächer in den beiden Flanken ragen nicht übers Bett hinaus. Das sorgt für zusätzlichen „Schlafraum“
VW T6.1 Flowcamper Casper 2.0 TDI BMT mit Reimo-Klappdach KRFoto: Jan Bürgermeister
VW T6.1 Flowcamper Casper 2.0 TDI BMT mit Reimo-Klappdach KR
Das Design macht was her: Die halbhohe Metallic- Folierung zu 2.500 Euro wird richtig schick durch das „Berge-Motiv“ zu derer 500Foto: Jan Bürgermeister
Das Design macht was her: Die halbhohe Metallic- Folierung zu 2.500 Euro wird richtig schick durch das „Berge-Motiv“ zu derer 500
Bild 10Foto: Jan Bürgermeister
Im Abenteuerpaket zu 290 Euro sind Axt, Säge, Feuerschale oder der schicke Teppich enthaltenFoto: Jan Bürgermeister
Im Abenteuerpaket zu 290 Euro sind Axt, Säge, Feuerschale oder der schicke Teppich enthalten
Landstrom? Der CEE-Anschluss sitzt im MotorraumFoto: Jan Bürgermeister
Landstrom? Der CEE-Anschluss sitzt im Motorraum
Das Bett funktioniert auch ohne das verschiebbare Gestühl. Wer zu zweit reist, der kann die Sitze gleich ganz zu Hause lassen und den Stauraum nutzenFoto: Jan Bürgermeister
Das Bett funktioniert auch ohne das verschiebbare Gestühl. Wer zu zweit reist, der kann die Sitze gleich ganz zu Hause lassen und den Stauraum nutzen
Der Alu-Systemträger wiegt nur sechs Kilo, das Rad hat derer 40. Der Preis samt Reserverad- und Fahrradhalter: 3.770 EuroFoto: Jan Bürgermeister
Der Alu-Systemträger wiegt nur sechs Kilo, das Rad hat derer 40. Der Preis samt Reserverad- und Fahrradhalter: 3.770 Euro
Eine kleine Kaffeepause? Schublade raus, Brett rein! Die Tischplatte verschwindet während der Fahrt hinterm FahrergestühlFoto: Jan Bürgermeister
Eine kleine Kaffeepause? Schublade raus, Brett rein! Die Tischplatte verschwindet während der Fahrt hinterm Fahrergestühl
Schaltzentrale: Alle Infos zu Ladeströmen wie auch die Steuerungen von Licht oder Kühlbox finden sich links in der SchiebetürFoto: Jan Bürgermeister
Schaltzentrale: Alle Infos zu Ladeströmen wie auch die Steuerungen von Licht oder Kühlbox finden sich links in der Schiebetür
Bild 1Foto: Jan Bürgermeister
Bild 1
Eine ganze Menge Holz in der Hütte. Vor allem die optionale Zirbe aus Italien ist ein Hingucker
Die Kühlbox wird über die Schaltzentrale gesteuert. Sie fasst 30 Liter
Die Außendusche im Heck wird per Saugnapf positioniert – ganz nach Lust und Laune
Sympathisch einfach: Die Campingmöbel hängen samt Kopfteil an variablen Kletterhaken. So lässt sich der Kofferraum ideal nutzen
Die Leuchten in der Heckklappe sind separat zuschaltbar
Die Staufächer in den beiden Flanken ragen nicht übers Bett hinaus. Das sorgt für zusätzlichen „Schlafraum“
VW T6.1 Flowcamper Casper 2.0 TDI BMT mit Reimo-Klappdach KR
Das Design macht was her: Die halbhohe Metallic- Folierung zu 2.500 Euro wird richtig schick durch das „Berge-Motiv“ zu derer 500
Bild 10
Im Abenteuerpaket zu 290 Euro sind Axt, Säge, Feuerschale oder der schicke Teppich enthalten
Landstrom? Der CEE-Anschluss sitzt im Motorraum
Das Bett funktioniert auch ohne das verschiebbare Gestühl. Wer zu zweit reist, der kann die Sitze gleich ganz zu Hause lassen und den Stauraum nutzen
Der Alu-Systemträger wiegt nur sechs Kilo, das Rad hat derer 40. Der Preis samt Reserverad- und Fahrradhalter: 3.770 Euro
Eine kleine Kaffeepause? Schublade raus, Brett rein! Die Tischplatte verschwindet während der Fahrt hinterm Fahrergestühl
Schaltzentrale: Alle Infos zu Ladeströmen wie auch die Steuerungen von Licht oder Kühlbox finden sich links in der Schiebetür

Den Namen Casper hat das Modell vom Opa, erklärt Yannic Scholz, während er das Aufstelldach öffnet. Allerdings wird hier nicht Bezug auf des Großvaters Passion genommen, sondern auf seinen Bulli der zweiten Generation – und dessen drolliger Neigung, in engen Kehren ein wenig rumzukaspern. Das blieb in Erinnerung: Yannic mag Werkstattleiter der Hagener Vanufaktur sein – allzu ernst ist er freilich nicht. Womit wir schon direkt beim jüngsten Camper auf Basis des VW T6.1 wären, an Idee, Entwurf und Entwicklung war Yannic zentral beteiligt.

Als Basis dient ein VW Transporter Kombi, wobei auch aus Gründen der Stromgewinnung auf die hinteren Seitenscheiben verzichtet wurde. Wir werden noch darauf zurückkommen. „Im Normalfall ist der Wagen dann komplett verglast, und auch den drehbaren Beifahrersitz sowie die Zweitbatterie und die optionale Standheizung werden schon ab Werk verbaut“, erklärt Yannic. Damit ist beispielsweise die Heizung über die VW-Werksgarantie gedeckt. Auch nicht schlecht.

Doch auch die Vanufaktur steuert noch Bauteile bei – und zwar eine ganze Menge. Freilich erst nach einer grundlegenden Isolierung der Innenwände mit Armaflex, während der Boden mit verklebten Kunststofflagen eine Isolierung erfährt. Hier sind auch die bekannten „Schnierle-Schienen“ eingebettet. Auf den in den Boden eingelassen Schienen lassen sich die beiden Einzelsitze verschieben und dennoch crashsicher einrasten, wobei die Sitze auch komplett entnehmbar sind. Das ist pfiffig: Wer zu zweit verreist, der wirft das je 34 Kilo wiegende Gestühl in die heimische Garage, und hat unterm Bett eine Ladefläche bis zwischen die Vordersitze. Das Bett, es misst 110 auf 195 Zentimeter, kümmert das eh nicht: Es schwebt auf den beiden Seitenschienen und ist zusätzlich an einer der an den Dachholmen verbauten Schienen gesichert.

Dritte Modelvariante von Flowcamper

Die sind ohnedies für alles zu gebrauchen. Im Casper, er startet in der Grundausstattung bei 52.900 Euro, hängen hier Kleinutensilien ebenso wie die hintere Bettfläche. So lassen sich bei hochgeklapptem Kopfteil auch größere Kisten im Kofferraum transportieren, und auch eine Sofa-Funktion ist gegeben. Selbst die Neigung der Lehne ist nun leicht verstellbar, man muss die Kletterhaken einfach nur in den Schienen verrücken. In denen hängen weiterhin die vier „Leuchtbeutel“, die LED-Bänder haben jeweils eigene Anschlüsse mit Schaltern. Zudem finden sich im Wohnbereich diverse USB-Dosen, alleine vier sind am Himmel verbaut. Auch die neueste Evolutionsstufe „USB-C“, wie sie der VW-Konzern inzwischen ebenfalls nutzt, ist vorhanden.

Verwaltet wird der Energiehaushalt über das Zentralpaneel neben der Schiebetür. Hier finden sich auch die Hauptschalter für Wasser, Kühlbox und Licht, zudem informiert eine Digitalanzeige über die Spannung im System. Alleine die Liebe, mit der die Symbole an diesem Paneel gestaltet sind, beweist, wie sehr bei Flowcamper ins Detail gedacht wird. Pfiffige Lösungen ohne Schnickschnack zeichnen den Casper aus. Der mit einer Knebelschnur fixierte Bajonettverschluss der Außendusche, die wiederum an der Heckklappe oder am flankenseitig angedockten Saugkopf eingeclipst wird, ist hier ein gutes Beispiel.

Ganz großes Kino wiederum offeriert das von Reimo bezogene Aufstelldach. Hier besticht vor allem die Open-Sky-Funktion: Die gesamte Bespannung lässt sich öffnen. Das obere Bett wird so zur Lounge, neidische Blicke aus „normalen“ Wohnmobilen sind garantiert. Dass zusätzlich zwei seitliche Moskitonetze im Balg verbaut sind – diese lassen sich im Gegensatz zur frontseitig eingenähten Kunststoffscheibe auch noch öffnen – das sei nur nebenbei erwähnt. Auch erwähnt sei, dass dieses stets in weiß lackierte GFK-Dach 6.200 Euro Aufpreis kostet. Trotzdem wird man kaum je einen Casper ohne dieses grandiose Feature in freier Natur sehen.

Die Felgen? In Wunschdekor!

Und damit einem dort der Saft nicht ausgeht, wurden gleich drei Solarpaneele verbaut: Auf dem Deckel werden 150 Watt erzeugt, der Aufpreis beträgt 1.290 Euro, an den Flanken – aha, deshalb die fehlenden Seitenscheiben – noch zusätzlich zwei Mal derer 55. Indes sind hier im Rahmen einer Machbarkeitsstudie nicht eben günstige Solara-Module montiert, wie man sie aus dem Yachtbau kennt. Für die beiden Seitenmodule müsste man mit jeweils 1.690 Euro rechnen. Allerdings tauchen diese Module in der Aufpreisliste noch nicht auf. Uns wurde der Prototyp als Fotomodell zur Verfügung gestellt, danke nochmals!

LED-„Lichtbeutel“ fürs Ambiente

Der Serienbau läuft natürlich auch schon in Hagen. Der erste Casper soll im November in die Schweiz ausgeliefert werden. „Wir bekamen sogar schon Anfragen aus Großbritannien oder Nordamerika“, freut sich Inhaber Martin Hemp. Die Mischung aus sinnvollen Detaillösungen und charmantem Innenausbau scheint die Menschen international anzusprechen, so manch einer hat wohl einfach keine Lust mehr auf kühle Sachlichkeit oder steril-nüchterne Oberflächen.

Apropos Oberflächen: Für den Möbelbau kommt im Normalfall Fichtenholz zum Einsatz. Unser Fotostar hingegen wurde bereits mit dem deutlich edleren Zirbenholz aufgewertet, das just in die Liste der Optionen aufgenommen wurde. Das Holz, die in den Alpen und in den Karpaten heimischen Kiefergewächse werden bis zu tausend Jahre alt, ist dank Maserung und Haptik besonders anmutig. Doch auch das passt zum Auto: Bei einem Kasper muss man eben immer auf alles gefasst sein.