KurztestVW Arteon R Shooting Brake – Schöner Laden – und Spass dabei

Martin Santoro

 · 18.03.2022

Kurztest: VW Arteon R Shooting Brake – Schöner Laden – und Spass dabei

Klar, der Arteon Shooting Brake R zielt eher auf die Geschmacksnerven als auf trockene Nutzwertrechner. Dennoch geht er als vollwertiger Kombi durch – der mit seiner Power enorm viel Freude bereitet

Das R-Abzeichen trägt bei Volkswagen immer schon die potenteste Antriebsvariante einer Baureihe. Als erstes eigenständiges R-Modell debütierte der längst als Klassiker gefeierte Golf R32 – die Initialzündung für hochkarätig motorisierte Autos vom Mittellandkanal. Aktuell wird ein „R“ bei Golf, T-Roc, Tiguan und dem luxuriösen Touareg angeboten. Ihr gemeinsamer Nenner: permanenter Allradantrieb, exklusive Ausstattung und kompromisslos gute Alltagseigenschaften. Der R-Tradition folgend, ergänzen seit Ende 2020 die eleganten Arteon-Twins das Portfolio der hauseigenen Heißsporne von Volkswagen R. Arteon R und Arteon R Shooting Brake laden zum lustvollen Fahrerlebnis ein.

Verlagssonderveröffentlichung
Als R hat der Arteon eine eigenständige, vierflutige Abgasanlage mit trapezförmigen Endrohren sowie einen speziellen Diffusor
Foto: Santoro, VW (3)

Der adrett gestylte Designer-Kombi ist eine Wucht und der schönste Variant, den VW je aufgelegt hat. Doch erfordert er keine Kompromisse: 565 bis 1.632 Liter Transportvolumen decken alle Ansprüche ab.

Mit dem 320 PS starken Zweiliter-Turbo (EA888 Evo 4) ködert Volkswagen R auch besonders emotionale Außendienstmitarbeiter. Deren unerfüllte Sehnsüchte nach einem Sportwagen werden am Steuer des Arteon R Shooting Brake erfüllt.

Ein echtes R-lebnis

Das Entern des großzügig geschnittenen Innenraums erfolgt über rahmenlose Türen. Fragen nach Kofferraumvolumen, Kniefreiheit und Verbrauch verflüchtigen sich umgehend nach Drücken der R-Taste, dem damit verbundenen Einlegen des Modus „Sport“ oder „Race“ und dem Tritt aufs Gaspedal. Mit wie viel Drehmoment wird der Oberkörper maximal in die optionalen Integral-Sitze gepresst? 420 Nm ab 2.100/min. Ein gewaltiges Potenzial. Der auf Wunsch basslastig grummelnde Vierzylinder absolviert den Sprint von null auf 100 km/h in nur 4,9 Sekunden. Der Vortrieb endet mit aufpreispflichtiger Topspeed-Entsperrung bei 270 statt 250 km/h. Am Limit bewegt, vermittelt der Kombi stets entspannte Gelassenheit und beste Spurtreue.

Das gilt auch beim forcierten Ritt auf kurvigen Landstraßen. Lässig stemmt sich der potente Praktiker in Kurven gegen die Fliehkräfte und krallt sich beim Herausbeschleunigen sicher in den Asphalt, um der nächsten Geraden entgegenzustürmen. Das Geheimnis liegt im serienmäßigen 4Motion-Allradantrieb mit Torque Vectoring. Es kann die Momente an der Hinterhand voll variabel verteilen, sorgt so für noch mehr Agilität beim Einlenken und maximale Neutralität am Scheitelpunkt. Optionale 20-Zoll-Räder bringen die Kraft schlupffrei auf die Straße, die serienmäßige Progressiv-Lenkung setzt Befehle am Volant meisterhaft um. Auch das Siebenstufen-DSG überzeugt, legt es doch flott die stets passende Übersetzungsstufe ein. Die Nutzung der Schaltpaddles freilich verzahnt Mensch und Maschine noch enger, sorgt für noch mehr Fahrfreude.

Der Sportwagen unter den Kombis beherrscht aber auch lässiges Cruisen. Der Comfort-Modus serviert einen erstaunlich hohen Federungskomfort, der Sound des Antriebs tritt zurück. Im gemischten Betrieb stellte sich ein durchschnittlicher Testverbrauch von 9,6 Litern ein. Unter acht Liter bekommt man nur bei zahmer Handhabung hin. Nutzt man aber das gebotene Fahrspaßpotential, so ist mit weit über zehn Litern zu rechnen.

Auch der Preis setzt Solvenz voraus, ist in Anbetracht von Ausstattung und Fahrerlebnis aber fair. In den Arteon R steigt man bei 61.585 Euro ein, der R als Shooting Brake startet mit 63.515 Euro.


Test kompakt:

Das R-folgsrezept dieses Lustlasters lautet: Zum bärenstarken Motor samt dem variablen Allradantrieb gesellen sich feines Handling, guter Federungskomfort sowie eine Serienausstattung, der es an wenig mangelt. Ein wunderschöner Designer-Kombi – der allerdings seinen Preis hat.