Maxxcamp California 6.1 BeachKatz & Maus

Heiko P. Wacker

 · 29.08.2022

Maxxcamp California 6.1 Beach: Katz & MausFoto: J. Bürgermeister
Fotos J. Bürgermeister

Der California Beach markiert den Einstieg in die Cali-Welt auf Transporterbasis, die seitliche Mini­küche hat Charme. Doch auch char­mante Lösungen lassen sich noch „maxximieren“!

Bild NaN
Foto: J. Bürgermeister

Seit zwölf Jahren bereichern die Campingmodule aus dem Hause Maxxcamp die Szene, nicht ohne Grund werden diese als „genial modular“ bezeichnet. Jetzt haben sich die pfiffigen Leute aus Riedlingen den California 6.1 Beach vorgenommen, wobei man sich Zeit ließ: „Gut Ding will halt Weile haben“, meint denn auch Gerhard Kraus in diesem Zusammenhang. Nicht ohne Stolz verweist der Geschäftsführer des Autohauses Steinhart & Kraus, hier ist die Marke Maxxcamp heute verankert, auf die sprichwörtliche „schwäbische Gründlichkeit“. Die machte es indes auch nötig, anfangs zahlreiche Interessenten vertrösten zu müssen. Inzwischen ist das Schnee von gestern, das Modul „Tom“ ist ebenso am Start wie die Sidebox „Jerry“. Also denn, spielen wir ein bisschen Katz & Maus.

Verlagssonderveröffentlichung

Ganz wie die klassischen Comic-Vorbilder können sich auch Tom und Jerry der Marke Maxxcamp nicht so recht leiden. „Und doch kann der eine nicht ohne den anderen“, meint Gerhard Kraus, „die beiden flankieren die in der Seitenwand verstaute Miniküche des California Beach.“ Küche? Ja, Küche! Das muss man wissen – denn im Fahrmodus ist diese so dezent versteckt, dass man sie nur dann findet, wenn man von ihr weiß. Der hinterm Fahrersitz an die Außenwand geschmiegte Gaskasten gibt einen Hinweis, von hier aus wird die Kochstelle mit Energie versorgt. Was freilich von Haus aus fehlt, das ist eine Spülstelle.

Aktuell geht der VW California Beach Camper ab 54.460 Euro ins Rennen, zudem offeriert VW noch den California Beach Tour zu 56.525 Euro und die verfeinerte „Camper Edition“ zu derer 61.222 Euro. Die Miniküche hat den Einstiegs-Cali unter den Transportern, den Caddy California lassen wir jetzt mal außen vor, massiv aufgewertet. Doch so fein das VW-Feature ist, so sehr profitiert es von den Talenten, die Tom beizusteuern vermag. Er erweitert die klappbare Mini-Küche um sämtliche wichtigen Komponenten wie eine unabhängige Wasseranlage, ordentlich Stauraum, eine stabile Arbeitsfläche und eine variable Stromversorgung. Dass an der Front eine dimmbare LED-Beleuchtung verbaut ist, das rundet die Sache noch richtig ab, so geht Ambiente!

Hamburg–Riedlingen: 740 Kilometer

Weil es aber mitunter auch ein nettes Kaltgetränk sein darf, bietet Jerry die notwendigen Kühltalente, die von Dometic bezogene Kompressor-Kühlbox hat ein Volumen von 30 Litern. Sie ist als Auszug-Variante hinter die Vordersitze verbaut, man kommt also auch während der Fahrt an die Box. Auf dem Stellplatz wird sie ganz zur Schiebetür hin ausgefahren, auf dass man im Falle einer spontanen Durst-Attacke nicht mit sandigen Füßen ins Auto steigen muss. Zudem ist das Fundament der Box so konstruiert, dass man sie als Beinauflage nutzen kann, der Schuber stützt sich stabil ab. Da das Vordergestühl drehbar gestaltet ist, kann man auf dem gewendeten Beifahrersitz auch mal so richtig rumlümmeln.

Stabil konstruiert ist natürlich auch Tom: Deckel abnehmen, obere Schublade herausziehen, Deckel wieder drauf – so entsteht eine 32 auf 67,5 Zentimeter messende Arbeitsfläche vor dem Kocher des California, der auf den Millimeter in den Möbelkorpus einsinkt. Das schafft Platz für die Küchenarbeit, auch ein zweiter Kocher lässt sich hier positionieren, soll es Soße zur Pasta geben. Und damit die Zwiebeldüfte auch schön abziehen, wird das serienmäßige Schiebefenster geöffnet. Gegen Plagegeister gesichert wird es mit dem hauseigenen Moskitonetz, das es bei Maxxcamp auch separat für alle anderen VW Transporter gibt. Das Netz bleibt während der Fahrt im Fenster: Wird dieses geöffnet, kann man es einfach nach rechts in die Öffnung schieben – auf dass nervige Summer draußen bleiben.

Nach dem Menü, man ahnt es bereits, geht es an den Abwasch: Serienmäßig sind 13 Liter Frischwasser an Bord, optional lässt sich dieses Volumen verdreifachen, der Tank fürs Grauwasser misst generell 13 Liter. Allerdings muss man ihn zwingend zuerst in die Flossen nehmen, will man die Tauchpumpe in den nächsten Frischwasser-Kanister verpflanzen, er steht nämlich im Weg. Und das macht absolut Sinn, verhindert diese Lösung doch ein unbemerktes Überlaufen des Grauwassers in den Möbelkorpus. Das würde der mit einer HPL-Beschichtung versehenen Konstruktion zwar kaum schaden, vermeiden sollte man es dennoch.

Viele Kunden reisen zur Brutstätte

Tom hat zudem noch Stromquellen zu bieten. Meist wählt die Kundschaft zumindest einen USB-Anschluss, finden sich im Cockpit des VW doch inzwischen nur noch USB-C-Versionen. Unser Fotomodell hatte einen solchen „C“ nun auch am Möbelblock, „das bleibt aber ganz dem Kunden überlassen, manche wählen hier auch einen normalen Zigarettenanzünder.“ Geliefert wird die Energie von einer im eigenen Haus gebauten Schaltzentrale, das optionale Solarmodul auf dem Aufstelldach leistet 150 Watt, es ist auch als Nachrüstlösung erhältlich. Interessant: Es kommen rund 60 Prozent der Kunden persönlich nach Riedlingen, um einen Umbau oder eine Erweiterung vornehmen zu lassen. „Manche wollen einfach die Brutstätte sehen“, schmunzelt Gerhard, und erzählt von einem tapferen Hanseaten, der Mitte Oktober für genau den Einbau eines solchen Solarmoduls auf die Schwäbische Alb fuhr. 740 Kilometer hin und 740 zurück? Einmal Camper, immer Camper! Dass er ein wenig mit dem hiesigen Mittelschwäbisch haderte, das störte nur marginal, er durfte in „Riadlenga“ sogar mithelfen. Aha, Bildungsurlaub im Ländle, gell?

Vielleicht hat er sich auf dem Rückweg auch einfach eine Übernachtung gegönnt, zumindest im Maxxcamp-Beach stehen gleich vier Schlafplätze zur Verfügung. Derer zwei finden sich im klassischen California-Aufstelldach, zwei offeriert das Modell im Parterre. Fahrerseitig wohnen hier die beiden „Moritz“-Module im Heckbereich. Sie harmonieren bestens mit Jerry und Tom. Genauso sind die beiden Neuzugänge im Portfolio von Maxxcamp auch mit der serienmäßigen Bettverlängerung und der hinteren Staubox im T6.1 kombinierbar, neu ist zudem die extrem lang ausziehbare Heckschublade links im Schrank. Auf einen klassischen Heckbutler indes verzichtet man. Allerdings würde dieser auch ein wenig stören, denn die herausnehmbare Bettverlängerung gestattet die Nutzung des Kofferraums bis zur Decke. Für ganz gewaltige Umzüge lässt sich die VW-Doppelsitzbank zudem verschieben oder ganz herausnehmen. Und auch Tom und Jerry sind selbst von Einzeldarstellern ohne Werkzeug demontierbar, in wenigen Minuten lassen sich die beiden vor die Schiebetür setzen. Wie gesagt: genial modular!


Test kompakt

Leichte Module erlauben flexible Camper! Die Elemente von Maxxcamp wiegen meist um die 25 Kilo, gefertigt werden sie aus leichten Alu-PE-Verbundmaterialien. Unter der Woche spielt der Bulli den Alltagshelden, am Samstag hilft er beim Umzug und am Wochenende drauf wird er zum Reisemobil. So flexibel kann ein Transporter sein – und plötzlich braucht es kein zweites Auto mehr.