Test Skoda Superb Combi Scout 2.0 TDI DSG 4x4 – Freizeit-Abenteurer

Joachim Fischer

 · 02.11.2021

Test Skoda Superb Combi Scout 2.0 TDI DSG 4x4 – Freizeit-Abenteurer

Der Skoda Superb Combi ist bekanntermaßen ein sehr bequemer Reisewagen. Als Scout- Modell mit dem 200 PS starken 2.0 TDI sowie 7-Gang-DSG- Getriebe plus 4x4- Antrieb gewinnt er noch ein paar Tugenden hinzu

Skoda Superb Combi Scout 2.0 TDI DSG 4x4
Foto: Stefan Bau

Nein echter Geländewagen ist der Skoda Superb Combi Scout natürlich nicht. Er ist ein mildes Crossover-Modell. Doch die wirklich schicken, alufarbenen Unterfahrschutz-Applikationen an Front und Heck, seine robuste Beplankung, der Triebwerksunterschutz und die um 1,5 Zentimeter hochgelegte Karosserie erlauben ihm durchaus auch Ausflüge abseits asphaltierter Strecken. Noch größerem Freiheitsdrang setzt allerdings die Straßen-Bereifung Grenzen. Doch seine Accessoires machen den Scout letztlich zum vielleicht optisch attraktivsten Vertreter der Superb Combi-Baureihe.

Zwei Motorisierungen sind für den Scout vorgesehen. Im Test bewegte GUTE FAHRT das 200 PS und 400 Nm starke Basis-Modell 2.0 TDI DSG 4x4 für 49.350 Euro Listenpreis. Darüber rangiert noch der 280 PS starke TSI (50.240 Euro) mit ebenfalls zwei Litern Hubraum und gleicher Grundausstattung.

Ein pralles Ausstattungspaket

Und die kann sich wahrlich sehen lassen: Matrix-LED- Scheinwerfer, LED-Heckleuchten mit dynamischen Blinkern, Zwei-Zonen-Climatronic, 18-Zoll-Aluräder, das schlüssellose Zugangssystem „Kessy“, Digital-Cockpit, die elektrische Heckklappe, ein beheizter, elektrisch einstellbarer Fahrersitz mit Memoryfunk­tion, ein beheizbares Leder-MF-Lenkrad, Akustik-Verglasung vorne und abgedunkelte Scheiben hinten, der Offroad-Assistent sowie die Fahrprofile plus das Infotainmentsystem „Bolero“ mit Smartphone-Anbindung und kabellosem Apple CarPlay/Android Auto. Hinzu kommen noch viele andere Serien-Goodies, die das Autofahrerleben versüßen. Nicht vergessen darf man zudem das 7-Gang- DSG-Doppelkupplungsgetriebe und den elektronisch geregelten 4x4-Allradantrieb nach Haldex- Prinzip, die bei den Superb Scout-Modellen immer ab Werk an Bord sind. Das haben die tschechischen Pfadfinder sogar so manchem reinen SUVs voraus, die inzwischen so zahlreich unsere Straßen befahren. Ein wirklich sattes Paket also, das sich natürlich noch um aufpreispflichtige Extras wie etwa modernste Assistenzsysteme und Navigation ergänzen lässt.

Also hinein ins Vergnügen! Die Sitzposition passt, die Sitze selbst sind bequem sowie straff gepolstert, bieten guten Seitenhalt und sind somit bestens für lange Touren geeignet. Das Platzangebot ist wie in allen Skoda Superb Combi vorne wie hinten für die Mittelklasse außergewöhnlich großzügig. Der Kofferraum bietet mit seinen 660 bis 1.950 Litern Volumen Platz für nahezu alles, was man nicht ohnehin einer Spedition anvertrauen muss.

Die Bedienung gibt keine Rätsel auf, die wichtigsten Funktionen sind nach wie vor blickfrei über Taster oder im Fall der Climatronic über Drehregler zu erreichen. Das Digital-Cockpit verfügt über verschiedene Ansichten, die je nach Vorliebe gewählt werden können. Was will man mehr? Zudem passen die Verarbeitung und die Materialwahl, hier gibt es gar nichts zu Meckern.

Das gilt auch für den neuen Dieselantrieb aus der Baureihe EA288 Evo2. Der direkt einspritzende Zweiliter-Vierzylinder-Turbo leistet wie bereits erwähnt 200 PS und stemmt auf einem breiten Drehzahlplateau zwischen 1.750 und 3.500 Kurbelwellen-Rotationen durchgehend 400 Nm maxima­les Drehmoment. Dazu verfügt er über eine besonders effektive Abgasreinigung, bestehend aus Diesel-Partikelfilter und dem sogenannten TwinDosing-System, das zwei SCR-Kats nebst AdBlue-Einspritzung hintereinander ansteuert und Stickoxide fast vollständig eliminiert. Der Tank für die wässrige Harnstofflösung fasst übrigens üppige 16,3 Liter.

Der Motor läuft angenehm leise und vibrationsarm, hängt schon aus niedrigen Drehzahlen druckvoll sowie für einen Diesel drehfreudig am Gas. Das befähigt den immerhin mindestens 1.735 Kilo schweren Combi zu ansprechenden Fahrleistungen. Er beschleunigte im Test aus dem Stand auf 100 km/h in 7,4 Sekunden und erreicht nach 19,6 Sekunden Tempo 160. Endgültig Schluss ist erst bei 230 km/h, die er mit etwas Anlauf erklimmt. Damit ist er übrigens deutlich flotter als das Vorgängermodell mit noch 190 PS.

Traktionsprobleme kennt der Scout dank seines elektronisch geregelten Allradantriebs keine, denn die Kraft wird stets dahin geleitet, wo sie auch verwertet werden kann – das gilt natürlich insbesondere auch bei Nässe oder auf Schnee. Wintersportler wird das besonders freuen. Alle anderen können das Goodie einfach mitnehmen, denn die Kraftverteilung geschieht für die Insassen komplett unmerklich.

Von Vorteil ist der 4x4-Antrieb natürlich auch beim Trocken-Handling. In Verbindung mit der sehr präzise agierenden, elektromechanischen Servolenkung verleiht er dem Superb Scout eine für seine Größe unerwartete Agilität – Kurve anbremsen, einlenken und am Scheitelpunkt wieder drauf aufs Gas, der Scout schluckt das klaglos und geht wieselflink um die Ecke.

Das S-Fahrprofil für Sportliche

Behilflich ist dabei auch das im besten Wortsinn völlig unauffällig agierende 7-Gang-DSG-Getriebe. Der Doppelkupplungsautomat arbeitet ultraschnell und absolut ruckfrei. Je nach eingestelltem Fahrprofil (D) schaltet er frühzeitig und damit spritsparend hoch, nutzt dabei das hohe Dreh­moment des Motors. Auf S wie Sport wird später hoch- und früher herun­ter­geschaltet, was einer sportlichen Fahrweise entgegenkommt und nahezu in jeder Fahrsituation ein unmittelbares Ansprechen auf Gasbefehle garantiert. Wer es richtig Brennen lassen will, nutzt die Serien-Schaltpaddles am Lenkrad und aktiviert so vorübergehend den Manual-Modus des Automaten.

Nicht nur dazu passt auch wunderbar das sehr empfehlenswerte, adaptive und damit verstellbare Fahrwerk DCC für 850 Euro extra. Es bietet eine weite Spreizung zwischen angenehmer Komfort- und straffer Sport-Abstimmung, ist sogar noch individuell justierbar.

Aber auch die Serien-Dämpfung des Superb Combi Scout ist absolut gelun­gen, dabei aber deutlich auf Komfort getrimmt. So rollt der große Kombi sehr laufruhig ab, schluckt auch unbeladen die meisten Fahrbahnunebenheiten weg – ideal für Langstrecken, aber auch eine Wohltat in der Stadt.

Und der Verbrauch? Der hält sich dieseltypisch in engen Grenzen. Wir ermittelten im Testschnitt 6,8 Liter pro 100 Kilometer, im Minimum waren es 5,1 Liter, im Maximum bei Autobahnbolzerei und im reinen Stadtverkehr 8,4 Liter pro 100 Kilometer – sehr moderate Werte für ein Fahrzeug dieser Größe und Gewichtsklasse.

Insgesamt betrachtet ist der Skoda Superb Combi Scout DSG 4x4 ein idealer Gefährte für alle Alltagsaufgaben, die Langstrecke und kleine Abenteuer abseits der Straßen – wenn man die möchte.