VW ID.-SpecialZukunfstweisende Technologie

Markus Olejniczak

 · 18.01.2023

VW ID.-Special: Zukunfstweisende TechnologieFoto: Volkswagen

ID. gibt es nicht ohne MEB: Die komplette ID.-Familie basiert auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten. Er ermöglicht Hochtechnologie zu attraktiven Preisen

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Foto: Volkswagen

Zylinderzahl, Hubraum und Verdichtung haben für die ID.-Familie keinerlei Bedeutung. Ihr herausragendes Merkmal ist der elektrische Antrieb, logisch. Im Vergleich zu den Motoren aus der Verbrenner-Welt ist dieser mechanisch einfacher und wartungsfreundlicher konzipiert. Damit haben auch Begriffe wie Zahnriemen-Lebensdauer oder Motoröl-Wechselintervall ihren Schrecken verloren. Der Volkswagen-Konzern beschreitet im Rahmen der groß angelegten E-Mobilitätsoffensive mit dem Modularen E-Antriebsbaukasten MEB einen cleveren Weg, um die Kosten zu reduzieren und die E-Mobilität so einer möglichst breiten Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen: Volkswagen transferiert mit dem MEB eine kosteneffiziente Baukasten-Strategie ähnlich dem standardisierten Baukasten MQB für Verbrenner mit quer eingebautem Motor in die E-Ära. Volkswagen-Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich ordnet den MEB ein: „Der Elektro-Baukasten MEB ist das wohl wichtigste Projekt in der Geschichte von Volkswagen – ähnlich wie der Übergang vom Käfer zum Golf.“ Alle ID.-Modelle profitieren von seinen Vorteilen – vom kompakten ID.3 bis hin zum großen ID. Buzz.

Zentrales Element ist die mittig zwischen den Achsen platzierte Hochvolt-Batterie. Der Energiespeicher ist in skalierbarer Fachwerkbauweise konzipiert, wird für alle Modelle mit einem nutzbaren Energiegehalt von 77 kWh (82 kWh brutto) angeboten. Den ID.3 gibt es zusätzlich auch mit einem kleineren 58 kWh-Akku (62 kWh brutto). Der Energieriegel misst 14 Zentimeter in der Höhe, 145 Zentimeter in der Breite und ist im Falle der 77-kWh-Version 182 Zentimeter lang. Volkswagen verschraubt die Einheit fest mit der Karosserie, was zu einer hohen Steifheit führt. Die Einbaulage der umprofilen, einem massiven Unterfahrschutz und einem soliden Rahmen geschützt werden. Jedes Modul birgt 24 Pouch-Zellen. In die Aluminium-Bodenplatte integrierte Kühlkanäle temperieren diese automatisch auf 25 Grad Celsius – perfekt für Leistungsabgabe, flottes DC-Laden und eine lange Lebensdauer. Dazu wird der Klimakompressor sowie ein elektrischer Heizer genutzt.

Volkswagen garantiert eine lange Lebensdauer: So soll die Batterie nach acht Jahren Betriebszeit oder 160.000 gefahrenen Kilometern immer noch eine Mindestkapazität von 70 Prozent bieten. Übrigens: Volkswagen verspricht eine bilanziell klimaneutrale Fertigung der Batterie durch Volkswagen Group Components in Braunschweig.

Wallboxen und Ökostrom-Tarife aus einer Hand

Geladen wird an der Schuko-Steckdose (2,3 kW) oder an einer Wallbox mit bis zu 11 kW. Die Hardware gibt’s von Volkswagens Tochter Elli, den passenden Ökostrom ebenfalls. Für das Laden unterwegs liegt das passende Mode-3-Kabel dem Auto bei. Flotter geht’s natürlich an einer DC-Schnellladesäule. Hier kann der ID.3 (58 kWh) mit bis zu 120 kW laden, alle ID.4 und ID.5 nebst GTX-Derivaten sogar mit bis zu 135 kW. Noch schneller kann das der ID.3 mit großer Batterie sowie der ID. Buzz: Maximal 170 kW sorgen für kurze Standzeiten beim Laden. Der E-Bulli kann den Ladestand der Batterie von 5 auf 80 Prozent in gerade einmal 30 Minuten erhöhen. So macht E-Mobilität Spaß.

Zugang verschafft das „We Charge“-Ladenetz mit europaweit mehr als 340.000 Ladepunkten, darunter über 10.000 Schnellladesäulen. Sogar das Ladeprozedere selbst beschleunigen die ID., ein umständliches Anmelden via RFID-Karte oder ähnlichem entfällt. Dank „Plug & Charge“ nämlich identifizieren sie sich per „ISO 15118“-Standard an einer kompatiblen Säule, die den Ladevorgang automatisch freischaltet.

Die ID.-Modelle werden von einer permanenterregten Synchronmaschine (PSM) angetrieben, die mit einem Eingang-Getriebe als kompakte Einheit in der Hinterachse eingebaut ist und die Kraft an die Hinterräder weiterleitet. Sie leistet 174 PS (nur ID.5, wahlweise) oder 204 PS. Das Drehmoment liegt bei 235 oder 310 Newtonmetern – ab der ersten Ankerumdrehung.

Die GTX-Versionen von ID.4 und ID. 5 sowie das schwächere 4Motion-Modell des ID.4 kommen mit einer zusätzlichen Asynchronmaschine (ASM) samt 109 PS und 162 Nm an der Vorderhand, die einen traktionsüberlegenen Allradantrieb sichert. Ihr Magnetfeld wird nicht wie beim PSM mit Neodym-Permanentmagneten erzeugt, sondern durch bestromte Spulen. Unbestromt glänzt der ASM mit geringen Schleppverlusten, was der Reichweite zu Gute kommt. Im Verbund liefern ASM und PSM 265 beziehungsweise 299 PS bei 425 und 460 Newtonmeter System-Drehmoment.