Strom und Linie

Heiko P. Wacker

 · 25.08.2023

Strom und LinieFoto: Volkswagen
700 Kilometer! Die Ansage hat es in sich, der ID.7 soll mit ausgeklügelter Aerodynamik zum Effizienzchampion werden. Doch wie gelingt das überhaupt?
Lohn der Mühe im Windkanal: Der ID.7 hat nun den besten Luftwiderstandsbeiwert der gesamten ID.-Familie. Glückwunsch!
Foto: Volkswagen

Mitdem ID.7 tritt VW erstmals mit einem E-Modell in der gehobenen Mittelklasse an, eine ordentliche Reichweite ist hier Pflicht. Immerhin muss sich die Limousine auf der Langstrecke bewähren, wobei Reichweiten von bis zu 700 Kilometern nach WLTP aufhorchen lassen. Alleine mit einer neuen Antriebsgeneration, die gibt es natürlich auch, lässt sich das nicht stemmen. Ganz wesentlich ist deshalb die Aerodynamik, und hier setzt der ID.7 Maßstäbe: Die strömungsgünstige Grundform, der niedrige cW-Wert von 0,23 und die Stirnfläche von nur 2,46 Quadratmetern sind das Ergebnis einer engen Verzahnung von Design und Entwicklung. Bei Limousinen wie dem ID.7 hängen rund 50 Prozent des cW-Werts von der Karosserie ab, Räder und Reifen steuern rund ein Drittel bei. Die restlichen 20 Prozent verteilen sich hälftig auf den Unterboden und die Funktionsöffnungen, durch die beispielsweise Luft zu den Kühlern im Vorderwagen strömt. Die Silhouette möglichst strömungsgünstig zu gestalten, war folglich die zentrale Entwicklungsaufgabe, wie VW-Designer Daniel Scharfschwerdt ausführt: „Der ID.7 wurde aerodynamisch entworfen wie kaum ein anderes Modell: Mit tiefer Front, fließendem Übergang in die Haube und schneller Front-

GUTE FAHRT 09 2023 41 scheibe. Auch seine coupéhafte Dachform und das sich verjüngende Heck sind auf eine ideale Aerodynamik ausgelegt.“ Parallel wurde schon in der frühen Phase der Produktentstehung am Unterboden gefeilt. Und auch zu Rädern oder weiteren kleinen Details fand ein enger Austausch zwischen Entwicklern und Designern statt. Stephan Lansmann, Projektingenieur Aerodynamik ID.7, spricht hier von einem „iterativen Prozess“, in dem Entwicklung und Design immer wieder zusammenkamen, um nach dem Optimum zu suchen: „Das sind viele kleine Schritte, die sich am Ende auszahlen. Zahlreiche Computersimulationen zur Strömungsberechnung und Tests im Windkanal ergänzen sich dabei.“

Die einzelnen Maßnahmen summieren sich zu einem beeindruckenden Ganzen: Der ID.7 verfügt über einen nahezu geschlossenen Unterboden und neue Radspoiler an den Vorderrädern. Überhaupt, die Räder! „Bei Elektrofahrzeugen haben die Räder einen höheren Beitrag für eine gute Aerodynamik und standen deshalb auch beim ID.7 besonders im Fokus“, meint Lansmann.

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Erst Computer, dann Windkanal

„Beim Design der Felgen ging es vorrangig um die Aerodynamik, die wir mit der Kühlung der Bremsen in Einklang bringen mussten“, erklärt er beispielhaft den ganzheitlichen Entwicklungsprozess, der den neuen ID.7 zum Effizienzchampion macht. Und zum künftigen Meister der Langstrecke.