Die Zukunft des LichtsMehr als nur Licht

Joshua Hildebrand

 · 21.10.2022

Die Zukunft des Lichts: Mehr als nur LichtFoto: Audi

Das Thema Licht wird immer wichtiger. Neue Technologien ermöglichen eine große Bandbreite an Möglichkeiten und Perspektiven: vom Sicherheitsgewinn bis hin zur Außenkommunikation und Individualisierung. Gemeinsam mit Audi beleuchten wir das Heute und Morgen …

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Foto: Audi

Die Geschichte des Lichts ist so alt wie die Menschheit selbst. Von der Sonne, über Feuer bis hin zur Erfindung der heute allgegenwärtigen LED-Technologie als Hellig- keitsspender war es ein langer Weg, der mit einer Reihe technischer Fortschritte einherging. Kamen damals bei den ersten Autos noch Petroleumlampen zum Einsatz, ist Licht am Auto mehr als 100 Jahre später zum Hightech-Element geworden. Licht von morgen ist volldigital. Vor allem Audi hat bei dieser Technologie längst eine Vorreiterrolle eingenommen und gibt uns einen Ausblick darauf, wo die Reise hingehen soll.

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Scheinwerfer werden immer mehr zu Beamern

LED-Scheinwerfer gehören bei vielen neuen Autos des VW-Konzerns inzwischen zum Serien-Standard. In der Oberklasse steht die Luxuslimousine A8 sinnbildlich für den aktuellen Stand der Technik. Der unter anderem hier zum Einsatz kommende digitale DMD-Matrix-LED-Scheinwerfer kann das Kurven-, Stadt- und Autobahnlicht als Ausprägungen des Abblendlichts mit höchster Präzision darstellen. Er ergänzt das Fernlicht durch eine noch exaktere Ausblendung anderer Verkehrsteilnehmer. „DMD“ steht für Digital Micromirror Device, einem Chip aus 1,3 Millionen Mikro- spiegeln, der Projektionen aus dem Scheinwerfer erst möglich macht. Mithilfe elektrostatischer Felder lässt sich jeder einzelne von ihnen pro Sekunde bis zu 5.000-mal kippen. So wird das Licht in winzige Pixel „zerlegt“ und bildet die Basis für neuartige Funktionen wie das Spurlicht, das Orientierungslicht und die erweiterte Verkehrs-
information, wie etwa einem auf die Fahrbahn projizierten Warndreieck. Durch die neue Technologie ist das Licht kein statischer Strahl mehr, sondern gleicht einem permanent neu berechneten Videobild. Das ermöglicht neue Funktionen: etwa die erweiterte dynamische Lichtinszenierung, die einen zuvor über das MMI ausgewählten Clip auf eine Wand vor dem Fahrzeug projizieren kann – sehr spektakulär! Wer glaubt, dass sei schon alles, der irrt allerdings gewaltig. Audis Konzeptfahrzeug A6 E-Tron Concept hat bereits einen Ausblick gegeben, was mit Sicherheit kommen wird: spielerische Unterhaltung mit sogenannter „Light-based Gamification“, um etwa die Wartezeit beim Ladevorgang überbrücken zu können. Damit werden die Fahrzeugscheinwerfer zum Beamer für das Videospiel auf dem Smartphone und das Fahrzeug im wahrsten Sinne des Wortes zur „Daddelkiste“.

Nächster Schritt: Flexible und digitale OLEDs

2016 – Sie erinnern sich? In diesem Jahr läuteten organische LEDs, kurz OLEDs, den Beginn einer neuen Ära der Lichttechnologie ein. Sie kamen erstmals beim Sportcoupé TT RS zum Einsatz. Nur vier Jahre später wurden die Lichtkörper um den Aspekt der Digitalisierung erweitert. Dadurch ergab sich im SUV Q5 erstmals die Möglichkeit, die Heckleuchtensignatur zu verändern. Wie das geht? Basis hierfür sind die Kerneigenschaften der OLEDs: Als halbleiterbasierte Flächenlichtquellen erzeugen sie einen hohen Kontrast, eine mögliche Segmentierung und eine hohe Homogenität des Lichts bei möglichst geringem Segmentabstand. Künftig wird die digitale OLED mit mehr als 60 Segmenten pro Panel eine in etwa verzehnfachte Anzahl einzeln ansteuerbarer Bereiche aufweisen. Neben der Personalisierung von Lichtdesigns kann die digitale OLED als Anzeigeelement in der Heckbeleuchtung und somit für die „Car2X“-Nahfeldkommunikation genutzt werden. Mit Erlaubnis der Zulassungsbehörden könnte so zum Beispiel der nachfolgende Verkehr frühzeitig auf lokale Gefahren wie Glätte oder ein Stauende aufmerksam gemacht werden. Wie es weitergeht? Der nächste Schritt sind bei Audi flexible digitale OLED-Heckleuchten. Durch ein biegsames Substrat geht es vom zwei- in den dreidimensionalen Aufbau. Dank stetig steigender Präzision, hohem Kontrast und großer Variabilität entwickeln sich die Heckleuchten sukzessive zu einem Display.

Licht versteht jeder

Für die Zukunft ist neben der reinen Personalisierung vor allem der Aspekt der unmittelbaren Kommunikation denkbar – sobald es der Gesetzgeber erlaubt. Die Funktionalität der digitalen OLED-Heckleuchten soll interaktiv gestaltet werden. Durch eine umfangreiche Vernetzung weiß der Audi etwa um bevorstehendes Glatteis und kann über die Heckleuchten den nachfolgenden Verkehr warnen. Kommunikation ist in vielen Bereichen der Schlüssel zum Erfolg. Audi möchte sie deshalb in Zukunft zwischen dem Fahrzeug und seiner Umgebung auch über digitale Bodenprojektionen intensivieren. Einen ersten Ausblick gibt hier die Darstellung des Blinkers auf dem Boden. Jeweils drei auf die Straße projizierte Symbole an der Front und am Heck weisen beispielsweise Fahrradfahrer auf den Spurwechsel hin oder warnen Passanten vor einem Abbiegevorgang. Angedacht sind auch auf die Straße projizierte Warnungen, etwa vor dem Öffnen der Tür.

Da der Mensch Informationen mit den Augen besonders schnell erfassen kann, ist und bleibt Licht die wohl einfachste Art, kulturübergreifend und weltweit ohne Wörter zu kommunizieren. Kurzum: Es geht mit Lichtgeschwindigkeit in Richtung Zukunft …