Rennsport

Motorsport DTM 2020: Traum-Finale für Audi

Eberhard Straehle

 · 28.12.2020

Motorsport DTM 2020: Traum-Finale für Audi

René Rast schrieb mit dem Gewinn des letzten Meistertitels der zu Ende gegangenen DTM-Ära Motorsport-Geschichte. In einem Audi RS 5 DTM sicherte er sich im Finale in Hockenheim den dritten Titel und schaffte so nach nur vier Jahren den DTM-Hattrick

Faire Gratulation unter Audi-Kollegen: Nico Müller (links) gratuliert René Rast nach einem harten Final-Fight zum TitelgewinnFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Faire Gratulation unter Audi-Kollegen: Nico Müller (links) gratuliert René Rast nach einem harten Final-Fight zum Titelgewinn
Bild 1Foto: E. Strähle, Audi, ITR
Aufstellung fürs Qualifying. Die imposanten Heckflügel der DTMClass- One-Boliden wird man ganz sicher vermissen, ebenso den giftigen Sound der restlos ausgereizten Turbo-TriebwerkeFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Aufstellung fürs Qualifying. Die imposanten Heckflügel der DTMClass- One-Boliden wird man ganz sicher vermissen, ebenso den giftigen Sound der restlos ausgereizten Turbo-Triebwerke
René Rast mit der Startnummer 33 am Lausitzring, dicht verfolgt von Marco Wittmann in seinem BMWFoto: E. Strähle, Audi, ITR
René Rast mit der Startnummer 33 am Lausitzring, dicht verfolgt von Marco Wittmann in seinem BMW
Nico Müller küsst seinen Audi-Boliden. Insgesamt konnte er bis zum Finale sechs Siege einfahrenFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Nico Müller küsst seinen Audi-Boliden. Insgesamt konnte er bis zum Finale sechs Siege einfahren
Bis die Pandemie um sich griff, war die DTM auch für ihre Fan- und Zuschauernähe bekanntFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Bis die Pandemie um sich griff, war die DTM auch für ihre Fan- und Zuschauernähe bekannt
Champagnerdusche zum AbschiedFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Champagnerdusche zum Abschied
Da passt kaum eine Visitenkarte dazwischen – Champion René Rast (rechts) und der am Ende zweitplatzierte Schweizer Nico Müller lieferten sich bis ins Finale packende DuelleFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Da passt kaum eine Visitenkarte dazwischen – Champion René Rast (rechts) und der am Ende zweitplatzierte Schweizer Nico Müller lieferten sich bis ins Finale packende Duelle
Drei Buchstaben, die immer für packenden Motorsport standen – DTM. Auch ein Markenzeichen: die Grid-Girls im Outfit der Deutschen PostFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Drei Buchstaben, die immer für packenden Motorsport standen – DTM. Auch ein Markenzeichen: die Grid-Girls im Outfit der Deutschen Post
Die spektakulären DTM-Prototypen der deutschen Premium- Hersteller begeisterten die Motorsport- Fans jedes Jahr aufs NeueFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Die spektakulären DTM-Prototypen der deutschen Premium- Hersteller begeisterten die Motorsport- Fans jedes Jahr aufs Neue
René Rast sicherte sich mit seinem dritten Fahrer-Titel einen Platz unter den ganz Großen des Tourenwagen-MotorsportsFoto: E. Strähle, Audi, ITR
René Rast sicherte sich mit seinem dritten Fahrer-Titel einen Platz unter den ganz Großen des Tourenwagen-Motorsports
Das Audi Sport Team Rosberg sicherte sich Platz 2 in der Team- Wertung und stellt mit René Rast den Meister-FahrerFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Das Audi Sport Team Rosberg sicherte sich Platz 2 in der Team- Wertung und stellt mit René Rast den Meister-Fahrer
Faire Gratulation unter Audi-Kollegen: Nico Müller (links) gratuliert René Rast nach einem harten Final-Fight zum TitelgewinnFoto: E. Strähle, Audi, ITR
Faire Gratulation unter Audi-Kollegen: Nico Müller (links) gratuliert René Rast nach einem harten Final-Fight zum Titelgewinn
Bild 1Foto: E. Strähle, Audi, ITR
Bild 1
Aufstellung fürs Qualifying. Die imposanten Heckflügel der DTMClass- One-Boliden wird man ganz sicher vermissen, ebenso den giftigen Sound der restlos ausgereizten Turbo-Triebwerke
René Rast mit der Startnummer 33 am Lausitzring, dicht verfolgt von Marco Wittmann in seinem BMW
Nico Müller küsst seinen Audi-Boliden. Insgesamt konnte er bis zum Finale sechs Siege einfahren
Bis die Pandemie um sich griff, war die DTM auch für ihre Fan- und Zuschauernähe bekannt
Champagnerdusche zum Abschied
Da passt kaum eine Visitenkarte dazwischen – Champion René Rast (rechts) und der am Ende zweitplatzierte Schweizer Nico Müller lieferten sich bis ins Finale packende Duelle
Drei Buchstaben, die immer für packenden Motorsport standen – DTM. Auch ein Markenzeichen: die Grid-Girls im Outfit der Deutschen Post
Die spektakulären DTM-Prototypen der deutschen Premium- Hersteller begeisterten die Motorsport- Fans jedes Jahr aufs Neue
René Rast sicherte sich mit seinem dritten Fahrer-Titel einen Platz unter den ganz Großen des Tourenwagen-Motorsports
Das Audi Sport Team Rosberg sicherte sich Platz 2 in der Team- Wertung und stellt mit René Rast den Meister-Fahrer
Faire Gratulation unter Audi-Kollegen: Nico Müller (links) gratuliert René Rast nach einem harten Final-Fight zum Titelgewinn

Zunächst hielt die ITR an ihrem zu Saisonbeginn ausgegebenen DTM-Zeitplan fest. Als aber im Frühjahr in ganz Europa die Corona-Zahlen stiegen und die Bevölkerung in ihrem Tun und Handeln eingeschränkt wurde, war der erste Schritt der DTM-Macher, die in Monza – Italien war besonders hart von der Pandemie betroffen – geplanten Testfahrten in Hockenheim über die Bühne gehen zu lassen. Letztendlich wurden die Probeläufe final an den Nürburgring verlegt und dort unter strengsten Hygieneauflagen verspätet vom 8. bis 11. Juni veranstaltet. In diesen Tagen beherrschten die Turbo-Triebwerke der DTM-Boliden von Audi und BMW die Sound-Kulisse an der legendären Eifel-Rennstrecke.

Insgesamt absolvierte die Mannschaft im Zeichen der vier Ringe sehr erfolgreich 2.592 Runden oder 9.406 Kilometern bei den Testfahrten. Neben den Audi- Werksteams nahm auch das Kundenteam WRT Audi Sport mit seinem dritten und neuen Fahrer Ferdinand von Habsburg am ersten offiziellen Test der neuen DTM- Saison teil. „Der Audi RS 5 DTM war im vergangenen Jahr wirklich beeindruckend“, sagte von Habsburg. „Ich kann es kaum abwarten, ihn zum ersten Mal zu fahren. In einem so renommierten und respektierten Team wie WRT könnte dies meine beste Saison werden.“

Die große Tournee musste ausfallen

ITR-Boss Gerhard Berger hatte derweil alle Hände voll zu tun. Der ehemalige Formel-1-Pilot wollte die DTM in dieser Saison so gut wie in ganz Europa präsentieren. Aufgrund der globalen Gesundheitssituation musste der Kalender allerdings der Corona-Pandemie angepasst werden.

Die Saison sollte am ersten Juli-Wochenende auf dem Nürnberger Norisring starten. Versammlungen sowie viele Veranstaltungen wurden in dieser Zeit verboten oder vorsorglich abgesagt. Um eine Wertung zu garantieren, gastierte die DTM letztlich noch mit insgesamt 18 Rennen auf sechs Rennstrecken: im belgischen Spa-Franchorchamps und Zolder, am Lausitzring, in Assen (Holland), auf dem Nürburgring und final in Hockenheim. In der Lausitz, der Eifel sowie in Zolder fanden jeweils zwei Veranstaltungen statt.

Schon von Saisonbeginn an schienen die Audi-Teams gegenüber dem letzten verbliebenen Konkurrenten BMW in Sachen Performance etwas vorteilhafter aufgestellt zu sein. Die Audi-Leute unter Sportchef Dieter Gass meldeten sich mit zwei Fünffach-Siegen auf der Ardennen-Achterbahn in Spa-Franchorchamps recht eindrucksvoll aus der zwangsweise verlängerten Winterpause zurück.

Aufgrund der seitens der deutschen Bundesregierung auferlegten Abstands- und Hygiene-Regeln, musste eine Vielzahl der Rennen ohne Publikum, quasi als Geisterrennen durchgeführt werden. Dadurch kam bei den fast handverlesenen Zuschauern und DTM-Fans, die sich auf den Tribünen des Nürburgrings und in Assen aufhalten durften, keine rechte Stimmung auf. Der Trend zur Überlegenheit der Audis hielt auch beim ersten Rennwochenende in der Lausitz an. René Rast gewann und verkürzte seinen Punkteabstand zu Nico Müller. Beim zweiten Weekend auf dem Eurospeedway mussten sich Robin Frijns, Jamie Green und Nico Müller dem Sieger Lucas Auer und dem zweitplatzierten Timo Glock (beide BMW) geschlagen geben.

In Assen (Niederlande) gelang am Samstag ein Ingolstädter Fünffach-Sieg, am Sonntag siegte Sheldon v. d. Linde mit seinem BMW vor vier Audis.

Audi beherrschte die Saison fast nach Belieben

Die beiden Veranstaltungen in der Eifel beherrschten wiederum die Piloten mit den vier Ringen an ihren Boliden. BMW verbuchte lediglich einen Anschlusserfolg. Belgien schien speziell für Rene Rast ein gutes Pflaster zu sein. Der Champion siegte bei allen Zolder-Läufen souverän und klettert an die Tabellenspitze. Dramaturgisch verlief die DTM-Saison bis dahin besonders wertvoll.

Den ersten Schlagabtausch beim DTM-Finale in Hockenheim gewann Nico Müller vor Rene Rast. Damit war die Grundlage für einen perfekten Showdown am Sonntag gelegt. Nach 17 Rennläufen des Jahres 2020 konnten Rast und Müller je sechs Siege aufweisen und standen zwölf Mal auf dem Podium. Es trennten sie nur dreizehn Punkte.

Nach einem aufregenden Rennen am Sonntag, in dem die Führung sehr oft zwischen den beiden Meisterschaftsführenden wechselte, ließ René Rast, der mit insgesamt 24 Siegen erfolgreichste Audi-Werkspilot der DTM-Geschichte wurde, nichts mehr anbrennen und schaffte den Zieleinlauf als frischgebackener DTM-Champion der Saison 2020.

„Mir fehlen die Worte“ – funkte der dreifache Champion aus dem Cockpit seines Audi RS 5 DTM nach dem Zieleinlauf unter Tränen an seine Crew und fügte hinzu: „ ….vielen, vielen Dank für die vergangenen vier Jahre“. Mit seinem dritten Titel in der nun zu Ende gegangenen Ära der spektakulären DTM zog der in Minden geborene René Rast in der Zahl der gewonnenen Meisterschaften mit dem Tourenwagen-Urgestein Klaus Ludwig gleich. Nur Bernd Schneider holte in seiner DTM-Karriere sogar fünf Titel.

Abschied von den „Class-One-Boliden“

Ein großes Kapitel deutscher Rennsport-Geschichte wird nun geschlossen. „Quo Vadis DTM“ – werden sich die Fans der Class-One-Boliden zu Recht fragen. Gerhard Berger setzt in der neuen Saison auf die etwas kostengünstigeren GT3-Sportwagen, deren Fahrer sich Unterstützung von den jeweiligen Herstellern erhoffen – obwohl sich mit dem ADAC GT Masters seit vierzehn Jahren eine starke Serie mit Potenzial nach oben entwickelt hat. Der Buchstabe „T“ im Logo der einst härtesten Rennserie mit reinrassigen Prototypen hat demnach wohl ausgedient.

Adieu DTM, wir hatten viel Spaß mit dir. Mach’s gut!