VW Touareg - Höher, weiter, heller

Joshua Hildebrand

 · 25.07.2023

VW Touareg - Höher, weiter, hellerFoto: Volkswagen
VW Touareg
Volkswagen verpasst dem großen SUV Touareg ein Update mit neuen Technologien, modernisiertem Look sowie neuen Ausstattungen. Zu den besonderen Highlights zählen nicht nur das neue HD-LED-Matrixlicht, sondern auch das erstmals rot beleuchtete VW-Logo am Heck

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Über die Autobahn, den Boulevard oder Stock und Stein … Ganz egal, ob alleine, mit Kind und Kegel, einem Wohnwagen oder einer Boeing 747 am Haken. Wie bitte? Sie haben schon richtig gelesen: 2006 zog ein Touareg V10 TDI in einem Experiment statt der zulässigen 3,5 Tonnen Anhängelast eine über 150 Tonnen schwere Boeing 747 übers Rollfeld. Auch wenn es sich um einen Marketinggag handelte, dürfte spätestens hier klar geworden sein: Der VW Touareg ist ein echter Tausendsassa! Diese Eigenschaft weckt bereits seit Tag eins der Modellreihe im Jahr 2002 besondere Begehrlichkeiten. Mit seiner Mischung aus überaus hochkarätigem Langstrecken-, Zug- und Offroad-Fahrzeug hat er sich bis heute als feste Größe im Segment der Luxus-SUVs etabliert. Einen Beweis liefert Imelda Labbé, VW-Markenvorständin für Vertrieb, Marketing und After Sales: „Mehr als 1,13 Millionen Exemplare des Touareg wurden bislang verkauft.“ Diese Verkäufe teilen sich auf insgesamt drei Generationen auf. Nummer zwei folgte 2010, der dritte Touareg schließlich im Jahr 2018.

„Passt eigentlich so“, dachte sich Volkswagen wohl beim schicken Interieur, das nur in Details verfeinert wurde
Foto: Volkswagen

Auch wenn Volkswagen nun beim neuen Touareg von einer neuen Generation spricht, handelt es sich viel- Leichtmetallräder mehr um ein recht umfangreiches Technik- und Design-Facelift. Das Wolfsburger Flaggschiff galt schon immer als Innovationsträger, der neue Technologien in Serie brachte – beispielsweise das bildschirmreiche „Innovision Cockpit“, das schließlich auch in den Golf 8 einzog. „Der Touareg war für uns immer ein Technologieleuchtturm, der neue Entwicklungen in die Marke trug“, erklärt Kai Grünitz, Markenvorstand für Technische Entwicklung. Fast schon selbstredend, dass auch der Neue an diese Tradition anknüpft.

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Neues HD-Matrixlicht mit 38.000 LEDs

So beinhaltet die Produktaufwertung eine neue Frontpartie mit neuem Kühlergrill- und Frontschürzen-Design, was das SUV optisch breiter wirken lässt. Hinzu kommt eine komplett neue Ausbaustufe des IQ.Lights: das HD-LED-Matrixlicht mit drei LED-Modulen und drei L-förmigen LEDs für das Tagfahrlicht sowie die ebenfalls neue, beleuchtete Mittelquerspange links und rechts des VW-Logos sind die Highlights der Produktaufwertung. Mit insgesamt über 38.000 Mikro-LEDs verfügen die Scheinwerfer nun über eine noch höhere Auflösung.

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Auf Wunsch projiziert das Matrix-System unter anderem einen interaktiven Lichtteppich in die Fahrspur, das sogenannte „Lane Light“. Weiter bringt es eine noch akribischere Ausleuchtung der Straße sowie blendfreieres Fernlicht ins SUV. Im Zusammenspiel mit den LED-Rückleuchten kann der Fahrer zudem drei verschieden animierte Coming- und Leaving-Home-Lichtinszenierungen einstellen. Neu ist fortan auch ein Lichtband über die gesamte Breite des Hecks sowie neu gestaltete Rückleuchten samt Touareg-typischen LEDs in L-Form.

Reisen wie ein Kaiser: Der großzügige Fond bietet viele Komfortfeatures wie USB-Ports, 220-Volt-Steckdose, Cup-Holder, 4-Zonen-Klimaautomatik (optional) und
Foto: Volkswagen

Weiterentwickeltes Interieur

Ein weiteres eigenständiges Merkmal dürfte polarisieren: Das erstmals rot leuchtende VW-Logo am Heck, das bis auf die Basisausführung jeder Touareg tragen wird. Es leuchtet bei eingeschaltetem Abblendlicht. Seitlich fallen je nach Ausstattung die neuen Felgen in den Designs „Coventry“ (19 Zoll, Serie R-Line), „Braga“ (20 Zoll, Serie R), „Napoli“ (21 Zoll) und „Leeds“ (21 Zoll) auf. Darüber hinaus projizieren die Außenspiegel künftig das VW-Logo oder das „R“-Symbol (je nach Ausstattung) auf den Boden. Einst kostete es 3.500 Euro Aufpreis, nun ist jeder Touareg serienmäßig mit dem „Innovision Cockpit“ ausgestattet. Im Klartext bedeutet das eine weitreichend digitale Bedienlandschaft bestehend aus dem Digital Cockpit (30,5 cm Diagonale) und dem Infotainment „Discover Pro Max“ (Diagonale 38,1 cm). Beides vereint sich im Luxus-SUV zum bekannten „One-Screen-Design“. Die digitale Landschaft ist nun voll auf Höhe der Zeit, hochauflösende HD-Kartendaten, eine überarbeitete Sprachbedienung und die nun auch kabellose Smartphone-Einbindung via App Connect (Apple CarPlay, Android Auto) bedeuten die sprichwörtliche Kirsche auf der Torte. Optisch bleibt der Innenraum vertraut; nur Details haben die Niedersachsen verändert: etwa die Taster und die Drehwalze für die Lautstärkenregelung, die jetzt in glänzendem Schwarz ausgeführt sind. Neu gestaltet und mit dem Schriftzug „Touareg“ versehen hat VW zudem die von der Ambientebeleuchtung durchleuchteten Dekore im Armaturenträger.

Neben „Chilli Red Metallic“ (hier) gibt’s auch noch „Silicon Gray Matt“ als neuen FarbtonFoto: VolkswagenNeben „Chilli Red Metallic“ (hier) gibt’s auch noch „Silicon Gray Matt“ als neuen Farbton

Die innenseitigen Türbrüstungen werden durch Doppelziernähte veredelt. In einem geschäumten Material sind jetzt auch die Seitenverkleidungen der Mittelkonsole ausgeführt; die Kontaktflächen für die Knie sind somit weicher. Die USB-C-Anschlüsse liefern nun bis zu 45 Watt (zuvor 15 Watt), um ein schnelleres Laden elektronischer Geräte zu ermöglichen. Natürlich bleibt es weiterhin bei einer ganzen Armada von Assistenz- und Komfortsystemen, welche teilweise serienmäßig, teilweise optional erhältlich sind. So ließe sich der Touareg auf Wunsch mit einem 730 Watt starken Dynaudio-Soundsystem und einem Head-up-Display ausstatten. Der teilautonome Travel Assist, ein Parkassistent mit Fernbedienung, ein Trailer Assist für unterstützte Anhängerfahrten sowie der Nachtsichtassistent namens Nightvision dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Der Touareg steht seit jeher für viel Komfort, wurde nun aber in Details verbessert – etwa mit weicherer Mittelkonsolen-Seitenverkleidung
Foto: Volkswagen

Dachlastsensor pro Agilität

Technisch modifiziert wurden sowohl das serienmäßige Stahlfederfahrwerk als auch das optionale Luftfahrwerk mithilfe neuer Fahrwerkskomponenten sowie einer überarbeiteten Abstimmung der Regelsysteme. Eine neue 21-Zoll-Performance-Bereifung soll als Option für verbesserte Handling- und Bremseigenschaften sorgen. Technisch bedeutender ist sicherlich der neue Dachlastsensor, der mit der Fahrwerkselektronik vernetzt ist. Ist eine Dachbox montiert, erkennt das der Sensor und gibt diese Information an Assistenzsysteme wie das ESC weiter. Jenes greift dann früher ein, um die Fahrstabilität zu erhöhen. Wird hingegen keine Dachlast erkannt, erlauben die Systeme eine sportlichere Performance. Je nach Version gibt es den Touareg erneut mit Fahrwerkssystemen wie einem aktiven Wankausgleich und Allradlenkung.

Entscheidend für die Art des Fahrens ist zweifelsohne die Wahl des „richtigen“ Antriebs. Insgesamt stehen weiterhin fünf verschiedene Motorisierungen zur Wahl: ein Dreiliter-V6-Turbobenziner mit 340 PS, zwei Dreiliter-V6-Turbodiesel mit 231 und 286 PS sowie zwei Plugin-Hybride (V6-Benziner plus E-Maschine). Als eHybrid leistet der Touareg 381 PS. Der auf gleicher Technik basierende R markiert das Topmodell, dessen Leistung mit 462 PS unverändert bleibt. Auch zur Größe der Batterie, der Ladeleistung sowie der rein elektrischen Reichweite gibt VW keine Änderungen bekannt.

Allen genannten Modellen gemein ist zudem die 8-Gang-Wandlerautomatik und der permanente Allradantrieb 4Motion.

Ausstattungsseitig wird der neue Touareg als Grundversion (ab 69.200 Euro) sowie in den Ausstattungen Elegance (ab 75.070 Euro) und R-Line (ab 79.660 Euro) angeboten. Für den Touareg R werden mindestens rund 94.000 Euro fällig. Der Vorverkauf des Facelifts hat bereits begonnen.