VW ID. Buzz Langer RadstandID. Buzz XXL

Heiko P. Wacker

 · 24.07.2023

VW ID. Buzz Langer Radstand: ID. Buzz XXLFoto: Volkswagen
Der ID. Buzz geht in die Verlängerung, er bekommt eine dritte Sitzreihe – und er meldet sich in Nordamerika zurück. Und schneller, stärker sowie allradiger wird er obendrein. Wow!

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Es ist absolut kein Zufall, die Langversion des ID. Buzz in Huntington Beach zu enthüllen. Immerhin hat die Küstenstadt im kalifornischen Süden ihren Ruf als „Surf City“ vollauf zu Recht. Im mediterranen Klima sind auch noch erstaunlich viele klassische Bullis unterwegs: Ikonen voller Nutzwert, beliebt nicht nur bei den Surfern. Zudem ist hier auch eines der größten VW Bus-Treffen der USA zu Hause. Die Premiere Anfang Juni an diesem Ort ist somit auch eine Hommage an die Fans und das Land. Sein Europa-Debüt wird der lange ID. Buzz in nicht minder prominentem Rahmen feiern. Auch hier passen Datum und Location perfekt, steigt doch vom 23. bis 25. Juni das internationale VW Bus Festival in Hannover. Es wird Europas größtes VW Bus Treffen sein. Welch eine Bühne!

Jetzt haben wir so lange über die Premierenorte des Buzz geredet – da können wir auch mal über seine Länge reden. Denn mit 4.962 Millimetern übertrifft der Neue den Normalbruder um exakt 25 Zentimeter. Das entspricht knapp der Höhe unseres Hefts: Würden Sie, also rein theoretisch, das „gute“ über der „Fahrt“ abschneiden, hätten sie besagte 250 Millimeter. Für den Lesegenuss wäre dies ein Verlust, für den ID. Buzz ist es ein Zugewinn, der allerhand neue Möglichkeiten eröffnet. Denn jetzt wird der große Stromer zum Siebensitzer, der lange Radstand erlaubt eine dritte Sitzreihe im großzügig bemessenen Innenraum. Der Buzz profitiert enorm von der Verlängerung der Karosse. Er gewinnt aber auch durch das neu konzipierte Hightech-Panoramadach, das durchaus gewollt die Erin- nerungen an den legendären „Samba Bus“ der 1950er-Jahre wach werden lässt. Es ist mit seiner Fläche von 1,5 Quadratmetern das größte jemals von Volkswagen gebaute Glasdach. Zwar kann man hier nicht aus dem Auto winken, wie weiland die hübschen Mädels, die so gerne im Samba mitfuhren. Dafür aber lässt sich das „Smart Glas“ elektrisch von transparent auf blickdicht und umgekehrt schalten. Und zwar per Touch-Slider oder per Sprachassistent – beim legendären Samba wurde hier noch ein verchromter Griff umgelegt, um das Faltverdeck zu öffnen.

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Premiere in der „Surf City“

Auch in Sachen Leistung hat sich ein klein bisschen was getan: Die ersten Samba gingen mit strammen 24,5 PS auf die Piste, im langen Buzz werden es ein paar mehr sein. Denn das Plus an Länge durch den um ebenfalls 250 Millimeter verlängerten Radstand schafft Platz nicht nur für eine dritte Sitzreihe oder bis zu 2.469 Liter Kofferraum, sondern auch für mehr Potenzial im Maschinendeck. So wird künftig eine neue, größere 85-kWh-Batterie an Bord sein, zudem erhöht eine neue Wärmepumpe die Heizeffizienz an kalten Tagen. Außerdem wird der große ID. Buzz mit einer ebenfalls neuen 286-PS-E-Maschine auf den Markt kommen. Zudem steigt die Höchstgeschwindigkeit: Bislang wurde elektronisch bei Tempo 145 abgeregelt, künftig sind 160 Stundenkilometer drin.

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Zu den Neuheiten zählen ein Head-up-Display, ein weiterentwickeltes Infotainmentsystem der nächsten Generation und das ferngesteuerte Einparken per Smartphone
Foto: Volkswagen

GTX mit 339 PS

Weitere Zahlen gefällig? Gern! Den Spurt auf Landstraßentempo wischt der große ID. Buzz in 7,9 Sekunden weg. Zudem ist fürs kommende Jahr eine Allradversion namens „GTX“ mit einer Leistung von 339 PS angekündigt. Den Spurt auf Tempo 100 absolviert der 4Motion in 6,4 Sekunden. Das soll auch für „zügiges Einfädeln auf die Autobahn“ sorgen, wie offiziell sehr zurückhaltend verkündet wird. Finale Details zu den Verbrauchswerten oder Reichweiten stehen zwar noch aus, doch bieten die bisherigen Werte des ab 65.890 Euro startenden ID. Buzz mit der 77er-Batterie gute Anhaltspunkte. Für ihn liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 20,8 kWh/100 km, die Reichweite wird kombiniert mit 418 Kilometern angegeben. Das Plus an Speicherkapazität dürfte die Reichweite wohl in den Bereich von 450 Kilometern bringen, je nachdem, wie sehr sich das zusätzliche Gewicht durch die längere Karosserie, die dritte Sitzreihe und die größere Batterie in die Rechnung einbringen.

Bis zu sieben Sitzplätze sind möglich, zu sechst reist es sich aber mondäner. Schon jetzt ist klar: In Kanada und in den USA wird man den neuen Buzz lieben!Foto: VolkswagenBis zu sieben Sitzplätze sind möglich, zu sechst reist es sich aber mondäner. Schon jetzt ist klar: In Kanada und in den USA wird man den neuen Buzz lieben!

In die Automobilgeschichte Nordamerikas integriert hat sich in der Vergangenheit natürlich auch der VW Bus, keine Frage. Denn auch nach dem Abschied aus den USA und aus Kanada vor 20 Jahren, mit der Generation T4 zog sich VW Nutzfahrzeuge zurück, war und ist der Bulli ein rollendes Denkmal. Besonders die Heckmotor-Generationen T1, T2 und T3 gehören in Kalifornien, Florida oder Long Island auch 2023 noch zum vertrauten Bild der Strandparkplätze. Hier wird natürlich mit schelmischem Blick beobachtet, dass Volkswagen mit dem ID. Buzz den Kreis schließt und den Antrieb wieder ins Heck packt, wo er für Enthusiasten nun mal einfach hingehört – elektrisch freilich. Thomas Schäfer, Mitglied des Konzernvorstands der Volkswagen AG, Markengruppe Volumen, meinte hierzu im Juni im Rahmen der Premiere in der Surf City: „Volkswagen ist eine superstarke Weltmarke mit großer Geschichte, Millionen treuen Fans und legendären Produkten. Das wird gerade hier beim größten VW Bus Treffen der USA deutlich. Ich freue mich deshalb sehr, dass das Team von Volkswagen Group of America in diesem Rahmen die Premiere des ID. Buzz mit langem Radstand feiert. Mit diesem Modell machen wir einen großen Schritt auf dem Weg, wieder eine echte Love Brand zu werden.“

Länge läuft! Die gestreckten Proportionen wirken überraschend harmonisch
Foto: Volkswagen

Auch Pablo Di Si, Präsident und CEO der Volkswagen Group of America, unterstreicht die Bedeutung des elektrischen VW Bus für den US-Markt: „Der ID. Buzz und die USA – das passt perfekt zusammen! Der VW Bus hat in den USA eine lange Geschichte und genießt echten Kultstatus. Unser Anspruch heute ist es, die Marke Volkswagen in Amerika weiter zu stärken. Genau dafür ist der große ID. Buzz das richtige Modell.“

Das US-Debüt des ID. Buzz sei zudem das Comeback eines automobilen Lebensgefühls, skizziert Lars Krause, Vorstand für Vertrieb und Marketing, Volkswagen Nutzfahrzeuge: „Der VW Bus verkörpert – in den USA und Kanada ebenso wie in Europa – seit Jahrzehnten ein einzigartiges Lebensgefühl. Unvergessen ist das Bild vom legendären Lightbus T1 in Woodstock. Die DNA dieses Symbols der Freiheit lebt in unserem ID. Buzz fort. Es ist für uns von größter Bedeutung, dass wir den Menschen in Nordamerika mit dem ikonisch designten ID. Buzz nun eine moderne, vollelektrische Neufassung anbieten können.“

Europa-Debüt: 23. bis 25. Juni

Die Auslieferung der ersten ID. Buzz in Amerika wird 2024 starten. Nahezu parallel zum Marktstart in Nordamerika wird der ID. Buzz mit langem Radstand auch in Europa in den Handel kommen und nicht nur bei den verschiedenen Aufbauherstellern von Campingfahrzeugen anlanden. Produziert werden übrigens alle ID. Buzz – ebenso wie der Multivan und der Bulli T6.1 – im Stammwerk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Genau dort also, wo auch seit 1957 der VW Bulli der ersten Generation entstand. Was für ein ErVolkswagen!