VorstellungVW Amarok – Nummer zwei lebt

Martin Santoro

 · 18.02.2022

Vorstellung: VW Amarok – Nummer zwei lebtFoto: VW

Nach 800.000 verkauften Amarok und zwei Jahren Pause plant Volkswagen Nutzfahrzeuge für Ende 2022 die Einführung der Neuauflage des beliebten Pickups. Frische Skizzen machen Appetit auf Genration zwei des robusten Offroaders

Wenn es um große Lasten, schwierige Wege oder unwegsames Gelände geht, dann war der von 2010 an gebaute Amarok das dafür bestens geeignete Großgerät, mit dem sich auch prima auf dem Boulevard flanieren ließ. Fans des Midsize-Pickup von Volkswagen Nutzfahrzeuge, die sein Produktionsende im Mai 2020 bis heute bedauern, dürfen bald aufatmen. Denn die Hannoveraner arbeiten derzeit mit Hochdruck an einer Neuauflage des robusten Alleskönners mit großer Ladefläche.

Einen Ausblick auf den kommenden Amarok gewährte Volkswagen bereits mit einem Teaser aus dem Frühjahr 2021
Foto: VW
Verlagssonderveröffentlichung

Einen ersten Appetithappen der zweiten Amarok-Generation präsentierte der Autobauer bereits im März 2020. Ein Jahr darauf folgte ein zweiter Teaser im Schnee, der kaum vom ersten abwich und gleichfalls dramatisch ausgestellte Radläufe, viel Bodenfreiheit und eine Doppelkabine zeigte. Eine mit viel Chrom gespickte, breit gezogene Front ließ Design-Anleihen bei aktuellen SUV-Modellen von Volkswagen erkennen.

Zum Jahreswechsel veröffentlichte VWN nun zwei neue Design-Skizzen, die noch mehr Aufschluss über das kommende Modell bringen, mit recht konkreten Aussichten hinsichtlich der zu erwartenden Gestaltung des Interieurs sowie seiner äußeren Formgebung.

Der Trend zur Kante ist bereits von Touareg, Tiguan und T-Roc bekannt, dieser stringenten Linie wird wohl auch der künftige Amarok folgen. Plane Flächen mit scharfen Kanten statt rundlichen Wölbungen definieren die gesamte Karosserie, die fast ein bisschen wie das Design des Online-Games Minecraft daher kommt. Die kaum verhüllte Front trägt ebenfalls klar die aktuelle Volkswagen-DNA. Eine große Querspange in der Kühlermitte zieht sich über das gesamte Gesicht. Außerdem lässt die Skizze eine durchgehende LED-Lichtleiste unterhalb der Motorhaube erkennen, welche die charakteristischen Tagfahrleuchten entlang der Scheinwerfer optisch miteinander verbindet. Die insgesamt kraftvolle Gestaltung verleiht dem Amarok ein unverkennbares Gesicht in der Menge.

Mit bulligem Offroad-Look in die Zukunft

Sehr aufschlussreich ist der Blick in den Innenraum mit vielen interessanten Details. Der Amarok erhält einen komplett neuen Armaturenträger mit klassisch gerippten Lüftungsdüsen. Türverkleidungen, Griffe und Ablagen zeigen sich gleichfalls deutlich verändert. Das Lenkrad stammt eindeutig aus dem Regal der VW-PKW-Brüder. Ein hochkant stehender großer Monitor für das Multimedia-Erlebnis zeugt wie die volldigitalen Instrumente von einer hochmodernen Bedienungswelt, die künftig wohl auch aktuelle Konnektivität und Fahrassistenz berücksichtigt.

Wie bereits seit 2019 bekannt resultiert der künftige Amarok aus einer umfangreichen Zusammenarbeit mit Ford, die ihren neuen Ranger kürzlich vorgestellt haben. Anhand der gezeigten Designentwürfe stellt Volkswagen aber die Eigenständigkeit seines Offroaders gegenüber dem Ford Ranger bereits optisch sicher. Inwieweit sich beide Pickups im Detail die gleiche Plattform teilen, werden wir vermutlich frühestens im Frühjahr erfahren, wenn Volkswagen seine ersten getarnten Amarok der Öffentlichkeit vorstellt. Spätestens zur Weltpremiere im Juli dürfte dann auch klar sein, welche Vier- und Sechszylinder-Motoren als Diesel und/oder Benziner zur Markteinführung vor dem nächsten Jahreswechsel kommen. Doch eines ist bereits gewiss: Der Amarok-Nachfolger wird im südafrikanischen Ford-Werk nahe Pretoria montiert. Damit wäre dann auch die savannenartige Szenerie erklärt, von der sich die Designer für ihren Ausblick auf den neuen Amarok inspirieren ließen.