Audi Urbansphere ConceptVon innen nach außen

Joachim Fischer

 · 12.07.2022

Audi Urbansphere Concept: Von innen nach außenFoto: Audi

Der Urbansphere Concept vervollständigt die automobile Zukunfts-Trilogie von Audi. Als selbstfahrende First-Class-Lounge ist er für die Mega-Citys dieser Erde konzipiert

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Foto: Audi

Rollende Lounge, Wohlfühloase, Kinosaal, Shoppingmall, Rückzugsraum und Arbeitszimmer – das alles soll der Audi Urban-sphere Concept sein. Ergänzend zu den Studien Skysphere und Grandsphere veranschaulicht er Audis Vision eines nach Level 4 selbstfahrenden, natürlich rein elektrisch angetriebenen Premium-Automobils für Mega-Citys. Entwickelt in den Audi Design-Studios in Peking sowie Ingol­stadt hat man erstmals auch Anregungen und Wünsche von potentiellen Kunden in China einfließen lassen, grundsätzlich ist der Urbansphere aber in allen Ballungsräumen der Erde einsetzbar.

Verlagssonderveröffentlichung

Überraschend sind zunächst die Dimensionen: Mit 5,51 Metern Länge, 2,01 Metern Breite und 1,78 Me­ter Höhe ist der Urbansphere Concept eine sehr repräsentative Erscheinung. Sein gewaltiger Radstand von 3,40 Metern Länge resultiert aus einer Umkehrung der bislang üblichen Entwicklung eines Automobils: Der Urbansphere wurde quasi von innen nach außen konzipiert, gedacht als dritter Lebensraum zwischen City und Zuhause. Der profane, oft nur zeitraubende Transport von A nach B, etwa während der Rushhour, spielt nur noch eine unter­ge­ordnete Rolle.

Öffnet man die gegenläufig angeschlagenen Türen, erschließt sich die ganze Weite des Innenraums: Vier drehba­re Einzel-Sessel, die hinteren in bis zu 60-Grad-Ruheposition verstellbar und mit selbstaus­fahrenden Beinauflagen versehen, möblieren die mobile, lichte First-Class-Lounge. Wohin man auch schaut und fasst: Feinste Materialien und Stoffe – natürlich allesamt nachhaltig produziert, verarbeitet und vollstän­dig recycelbar. Lenkrad, Pedalerie, Armaturen und Schalter sucht man verge­bens, der Urbansphere erledigt das Pilotieren, Abholen der Passagiere, Parken sowie das Strom-Tanken selbsttätig. Auf Befehl werden die zum Selbstfahren nötigen Utensilien jedoch hervorgezaubert.

MMI Touchless Response

Ein neben das Fahrzeug projizierter „Roter Teppich“ geleitet die Passagiere hinein. Jeder Sitz verfügt über eine eigene Soundzone in der Kopfstütze. In die Rücklehnen der Vordersitze sind Monitore inte­griert. Für gemeinsame Nutzung des Infotainments gibt es einen großformati­gen, transparenten OLED-Screen, der vom Dachbe­reich vertikal in die Zone zwi­schen den Sitzreihen schwenkt. Hier können die Fond- Passagiere videokonferieren oder einen Film schauen, auch Split-Screen-Nutzung ist möglich.

Auf Fingertipp erwacht der Urbansphere zum Leben: Auf die Holzflächen unterhalb der Frontscheibe werden nun je nach Fahrzustand Anzeigen projiziert. In hochfeiner Auflösung finden sich alle Infos. Für das schnelle Umschal­ten von Inhalten – etwa von Musik zur Navigation – ist unterhalb der Projektionsfläche eine Sensor Bar integriert. Sie zeigt alle aktiven Funktionen und Apps des Stromers an.

Innovativ: das MMI touchless response in den Ausschnitten der Türverkleidungen. Hier kann man haptisch per Drehring und Tasten diverse Funktions­menüs anwählen – einfach und intuitiv. Neigt man die Sitzlehne weit nach hinten, kommt eine Kombi­nation aus Eye-Tracking und Gestensteuerung zum Einsatz. Ein Sensor erkennt die Blickrichtung für die Bedieneinheit. Jetzt kann der Passagier ohne Vorbeugen analog zum haptischen Betrieb Hand­be­we­­gung­en ausführen und so das System steuern, ganz ohne Berührung. Für alle Bedienmodi – Blickdetek­tion, Gesten- oder Sprachsteuerung und Touchen – gilt: Der Urbansphere stellt sich auf seine Nutzer ein und lernt deren Präferenzen.

Im Exterieur ist klar die Audi-DNA zu erkennen, hinzu kommen neue, auffällige, multifunktionale Lichtflächen an Front und Heck, die auch zur Kommunikation genutzt werden. Der stattliche Wagen steht auf beeindruckenden 24-Zoll-Alus, eine Luftfederung bügelt Fahrbahnun­ebenheiten aus.

Das gesamte Fahrzeug basiert auf der sogenannten PPE-Plattform (Premium Platform Electric) des VW-Konzerns und wird von zwei Elektromotoren – einer vorne, einer hinten – mit einer Systemleis­tung von 295 kW (401 PS) und 690 Nm Drehmoment per Quattro-Allradantrieb beschleunigt. Gespeist werden diese aus einem 120-kWh-Akku im Unterboden des Urbansphere, der dank 800-Volt-Ladetechnik in nur 10 Minuten Antriebsenergie für mehr als 300 Kilometer aufnehmen kann und eine WLTP-Reichweite von rund 750 Kilometern bieten soll. Das dürfte dann selbst für die größten un­ter den weltweiten Mega-Citys ausreichen.