HOW TO BAUMTRANSPORTOh, Tannenbaum ...!

Andreas Leicht

 · 03.12.2024

HOW TO BAUMTRANSPORT: Oh, Tannenbaum ...!
Seinen Wunschweihnachtsbaum zu finden, ist gar nicht so leicht – und ihn mit dem Auto nach Hause zu transportieren, auch nicht. Unsere Tipps, wie Ihre Traumtanne sicher im Wohnzimmer landet

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Vor ein paar Minuten war er von Papa noch zufrieden auf die Dachreling gepackt worden. Jetzt saust der glücklich ergatterte Weihnachtsbaum wie eine Rakete über Windschutzscheibe und Motorhaube auf die Straße. Gut, dass der Vordermann weit entfernt ist und keine Passanten in der Nähe sind. Denn wenn sich so ein Baum, weil schlecht gesichert, bei einer starken Bremsung oder einem abrupten Ausweichmanöver löst, wird er zu einem gefährlichen Geschoss. Und bei einer Kollision mit Tempo 50 entwickelt eine 25 bis 30 Kilogramm schwere Tanne eine Wucht von bis zu 750 Kilogramm. Das sollten Sie wissen, bevor Sie Ihren Weihnachtsbaum mal eben schnell nach Hause schaffen wollen, ohne groß an das Sichern des grünen Frachtguts zu denken. So sind die Regeln des Gesetzgebers auch eindeutig. „Wer seine Ladung nicht ordnungsgemäß gegen Verrutschen und Herunterfallen sichert, kann im schlimmsten Fall der fahrlässigen Körperverletzung oder sogar Tötung schuldig gemacht werden“, erläutert Maximilian Bauer vom ADAC. „Auch versicherungstechnisch ist es problematisch, weil die Kaskoversicherung für dadurch entstandene Schäden nicht aufkommen muss.

AUF DEM AUTODACH

Entscheiden Sie sich also am besten vor dem Kauf, wie Sie das nadelige, idealerweise in einem Netz verpackte Gewächs transportieren – auf dem Autodach, im Kofferraum oder auch mit dem Fahrrad. Wenn der Baum nicht in den Wagen passt, packen Sie ihn am besten, falls vorhanden, auf den Dachständer. Eine untergelegte Decke schützt den Lack vor Kratzern. Der Stumpf des Christbaums sollte nach vorn zeigen. „Sichern Sie den Baum anschließend mit einem oder mehreren stufenlos verstellbaren Spanngurten“, sagt ADAC-Experte Bauer. „Gummi-Expander reichen dafür nicht aus.“

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Bei der Fixierung gehen Sie folgendermaßen vor: Spanngurt ein- bis zweimal um eine Seite des Dachträgers herumwickeln und ihn dann nach vorn zum Baumstumpf ziehen, den er ebenfalls ein- bis zweimal umschlingt. Anschließend spannen Sie ihn entsprechend auf der anderen Seite der Reling und führen am Ende das Ganze oben in der Mitte zusammen. „Ziel ist es“, so Bauer, „mit den Spanngurten ein Kräftedreieck zu schaffen.“ Und nicht vergessen: Hinten muss der Baum natürlich auch befestigt werden.

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IM KOFFERRAUM

Soll lieber der Kofferraum genutzt werden, legen Sie zuerst einmal die Sitze um und dann den Lichterbaum mit Stumpf nach vorn unmittelbar an die Rückenlehne. „Um diese zu schützen und damit bei einer Vollbremsung oder einem Crash die Last besser verteilt ist, platzieren Sie ein Holzbrett hinter dem Sitz“, so Bauer. In dieser Position wird die Fracht dann mit Spanngurten fixiert.

Ragt der Baum über die Ladefläche hinaus, darf er nicht die Rückleuchte und das Kennzeichen verdecken. Bei einem Überstand von mehr als einem Meter muss die Ladung mit einer roten Fahne versehen werden, bei Dunkelheit mit einer roten Lampe. Wer das vergisst und kontrolliert wird, zahlt eine Strafgebühr von 25 Euro. 60 Euro werden fällig, wenn die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert ist. Und bei Gefährdung und Beschädigung drohen noch höhere Bußgelder und dazu Punkte in Flensburg. Zurren Sie also alles gut fest – damit Ihr schönes Bäumchen nicht wild durch die Gegend fliegt, sondern zu Weihnachten festlich geschmückt im Wohnzimmer steht.

TRANSPORT PER FAHRRAD

Wer seinen Weihnachtsbaum mit dem Fahrrad nach Hause bringen möchte, sollte Folgendes bedenken:

  1. Es gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie beim Transport per Auto: Der Baum ist Ladung und muss gegen Verrutschen und Herunterfallen gesichert sein – selbst bei Vollbremsung oder Ausweichmanöver.
  2. Bäume, die höher als 80 Zentimeter sind, müssen der Länge nach transportiert werden. An den Seiten darf die Ladung nur jeweils 40 Zentimeter ohne zusätzliche Beleuchtung überstehen.
  3. Am besten legen Sie den Baum über Lenker und Sattel, fixieren ihn und schieben das Rad. Ihn einfach unter den Arm zu klemmen und loszuradeln, ist keine gute Idee. Die Sturzgefahr ist deutlich erhöht.
  4. Besser geeignet sind Lastenräder. Für die rutschfeste Sicherung sollten Sie verstellbare Spanngurte nutzen. Der Baum darf die Sicht in alle Richtungen nicht beeinträchtigen. Ragt er über einen Meter nach hinten raus, muss er mit einer roten Fahne gekennzeichnet sein. Nach vorn darf er gar nicht überstehen.