Reinhard Haas
· 28.10.2024
Wissen Sie, in welchem Abstand die Leitpfosten an Landstraßen und Autobahnen aufgestellt sind? Damals, als Sie Ihre Führerscheinprüfung bestanden haben, hätten Sie bestimmt, ohne zu zögern, die richtige Antwort parat gehabt. Richtig! Es sind bundesweit 50 Meter von Pfosten zu Pfosten. Und daraus ergibt sich die einfache Formel: Wenn Sie jetzt in den trüben und dunklen Herbsttagen nicht mehr von einem zum nächsten Pfosten sehen können, dann – aber nur dann – dürfen Sie die Nebelschlussleuchte an Ihrem Fahrzeug einschalten.
Außerdem gilt damit automatisch eine Maximalgeschwindigkeit von 50 km/h. Das ist gut zu wissen, denn wer eine Nebelschlussleuchte falsch einsetzt, muss mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro rechnen. Kommt es gar zu einem Unfall, weil Sie andere Verkehrsteilnehmer dadurch geblendet haben, sind bis zu 35 Euro fällig.
Verlassen Sie sich nicht auf den Lichtsensor im Auto, denn der hat mit schwierigen Lichtverhältnissen oftmals Probleme. Schalten Sie die Automatik lieber aus und bedienen Sie die Beleuchtung per Hand.
Das Licht am Fahrzeug ist besonders in der dunklen Jahreszeit sehr wichtig. Das heißt: richtig eingestelltes und korrekt funktionierendes Licht! Machen Sie zum Ende des Sommers deshalb unbedingt einen Licht-Test. Der kostenlose Check wird jedes Jahr im Oktober von den Meisterbetrieben der Kfz-Innung angeboten – natürlich nur, wenn keine Teile an Ihren Scheinwerfern beschädigt sind. Für etwaige Reparaturen muss der Kunde aufkommen. Der Kfz-Mechaniker prüft die ganze Palette: zunächst Fern- und Abblendlicht, außerdem die Nebel- und Suchscheinwerfer und schließlich noch Bremslichter, Warnblinkanlage, Blinker und die Nebelschlussleuchte.
Wer glaubt, dass viele Werkstätten diesen Test nur als Mittel zum Zweck ansehen, um Kundschaft anzulocken, irrt sich. Bereits 1956 wurde die Lichtwoche von der Deutschen Verkehrswacht ins Leben gerufen. Eine offensichtlich notwendige Entscheidung: 2021 wiesen 27,5 Prozent der untersuchten Fahrzeuge deutliche Mängel an der Lichtanlage auf – in etwa genauso viele wie 65 Jahre zuvor. Denken Sie auch an die Windschutzscheibe: Wenn diese verschmutzt ist oder die Wischerblätter nur noch schmierige Schlieren hinterlassen, ist es höchste Zeit für einen Satz neuer Blätter. Manche Hersteller bieten auch nur die Gummilippen der Scheibenwischer an. Das ist zwar wesentlich günstiger, bedarf aber eines gewissen technischen Geschicks, um sie auf das Gestänge zu montieren.
Sobald Sie Ihren technischen Licht-Check absolviert haben, sollten Sie auch mit dem Gaspedal etwas gefühlvoller umgehen. Das gilt besonders, wenn Sie bei Dämmerung in ein Waldstück einfahren. Die meisten Wildunfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen. Hier müssen Sie mit regelmäßigem Wildwechsel rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. Zur Paarungszeit der Hirsche und Wildschweine im Herbst und im Winter sind die Reaktionen unvorhersehbar und deshalb für Sie als Kraftfahrerin oder Kraftfahrer noch gefährlicher. Die wichtigsten Regeln:
Wenn der Gegenverkehr, der Wagen hinter Ihnen, die tief stehende Sonne oder andere Lichter Sie blenden, helfen folgende Tipps:
In Sachen Fahrsicherheit ist außerdem Herbstlaub einer Ihrer größten Gegner. Wenn Sie durch eine Allee oder ein Waldstück fahren, dann ist höchste Achtsamkeit beim Bremsen, Beschleunigen und Einlenken gefragt. Die feuchten Blätter bieten mitunter so viel Haftung wie Schmierseife. Und bitte beachten Sie, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt so vorausschauend und umsichtig fahren wie Sie.