Gute Fahrt
· 03.09.2025
Früher war alles besser? Wer das behauptet, hat vermutlich die Qualität des Radioempfangs in älteren Fahrzeugen vergessen. Während moderne Autos längst mit kristallklarem Digitalradio ausgestattet sind, müssen Besitzer älterer Fahrzeuge oft noch mit verrauschtem UKW-Empfang und ständigem Sendersuchlauf vorlieb nehmen. Doch die gute Nachricht: Mit DAB+-Adaptern lässt sich dieser Komfortunterschied schnell und unkompliziert ausgleichen. Die kleinen Zusatzgeräte bringen digitalen Radioempfang in jedes Fahrzeug – ganz ohne aufwendigen Umbau oder den Austausch des originalen Radios.
In unserem Vergleichstest traten acht aktuelle DAB+-Adapter gegeneinander an. Alle Kandidaten verfolgen dasselbe Grundprinzip: Sie empfangen das digitale Radiosignal über eine separate Antenne und leiten es entweder per UKW-Übertragung (FM-Transmitter) oder direkt über einen Klinkenstecker (AUX) an das bestehende Autoradio weiter. Die Stromversorgung erfolgt in allen Fällen über den Zigarettenanzünder beziehungsweise die 12V-Bordspannungssteckdose. Die Montage gelingt in der Regel in wenigen Minuten und erfordert keine tiefgreifenden Eingriffe in die Fahrzeugelektrik.
Doch trotz des identischen Grundprinzips zeigten sich im Test erhebliche Unterschiede bei Empfangsqualität, Bedienkomfort und Zusatzfunktionen. Besonders auffällig: Nicht alle Adapter können das zentrale Versprechen von DAB+ – nämlich rauschfreien, klaren Klang – tatsächlich einlösen. Einige Kandidaten lieferten trotz digitalem Empfang ein störendes Grundrauschen, das an die Schwächen alter UKW-Radios erinnert und damit den Hauptvorteil von DAB+ zunichtemacht.
Als klarer Testsieger setzte sich der DeeprBetter DAB008 durch. Der Adapter überzeugte mit sehr gutem Klang, einfacher Senderwahl und einer flexiblen Anbringung dank Kombination von Saugnapfhalter und Magnetbefestigung. Besonders bemerkenswert: Der Testsieger war gleichzeitig das günstigste Gerät im Vergleich – eine seltene Kombination, die ihm auch den Preis-Leistungs-Sieg einbrachte.
Beim Empfang zeigte sich der DeeprBetter stabil und zuverlässig. Wie alle Kandidaten im Test verstummte er zwar bei Tunneldurchfahrten kurzzeitig, in Randgebieten mit schwächerem Signal blieb er jedoch vergleichsweise lange empfangsbereit. Die Bedienung erfolgt über einen zentralen Multifunktions-Drehregler und zusätzliche Tasten. Der Regler selbst ist zwar etwas fummelig und wenig griffig – die einzige nennenswerte Schwäche im Handling – doch die Senderauswahl gelingt dennoch intuitiv und schnell.
Das 2,4-Zoll-Farbdisplay des Testsiegers überzeugt mit guter Ablesbarkeit, starkem Kontrast in der Dunkelheit und ausreichender Sichtbarkeit auch bei Sonneneinstrahlung. Damit setzt es einen Maßstab für diese Gerätekategorie, denn viele Konkurrenten schwächeln gerade bei der Displayqualität. Die Zusatzausstattung mit AUX-In/Out, Micro-SD-Slot und Bluetooth-Streaming macht den Adapter neben dem FM-Transmitter zu einem vielseitigen Alleskönner, der weit mehr kann als nur DAB+-Empfang.
Knapp hinter dem Testsieger platzierte sich der Albrecht DR57, der ebenfalls mit sehr gutem Klang, einem großen, griffigen Drehregler für die Senderwahl und einem klar ablesbaren Display punktete. Einzig der fehlende Kartenslot kostete ihm im Ausstattungsvergleich den Testsieg.
Die Empfangsqualität stellte sich als entscheidender Faktor im Test heraus. Während einige Adapter wie der DeeprBetter, der Albrecht DR57 und der Auvisio FMX-610 mit rauschfreiem, klarem Klang überzeugten, lieferten andere Kandidaten trotz Digitalempfang ein störendes Grundrauschen. Besonders enttäuschend zeigte sich in dieser Hinsicht der optisch ansprechende EZoneTronics DAB Adapter X1, der trotz seines edlen, reduzierten Designs mit einem permanenten Rauschen im Klangbild auffiel – ein Manko, das den Hauptvorteil von DAB+ zunichtemacht.
Bei der Bedienung setzten sich Modelle mit Drehreglern für die Senderwahl durch. Der große Drehknopf des Albrecht DR57 erwies sich als besonders komfortabel, während die winzigen Regler des Fuluku DAB Adapters und des Auvisio FMX-610 eher für Frustration sorgten. Als einziger Kandidat im Testfeld bot der Fuluku praktische Skip-Tasten für die direkte Senderauswahl – ein sinnvolles Feature, das bei anderen Herstellern vermisst wurde.
Die Displayqualität variierte erheblich: Während der Testsieger DeeprBetter und der Albrecht DR57 mit gut ablesbaren, kontrastreichen Displays punkteten, enttäuschten andere Modelle mit schlechter Ablesbarkeit bei Sonneneinstrahlung oder zu kleiner Schrift. Das nur ein Zoll kleine Display des Auvisio FMX-610 erwies sich im Praxistest als kaum nutzbar – trotz des ansonsten guten Klangs ein erheblicher Nachteil.
Bei den Halterungssystemen setzte sich die Kombination aus Saugnapf und Magnetbefestigung durch, wie sie der Testsieger und mehrere andere Modelle boten. Diese flexible Lösung ermöglicht eine schnelle Montage und einfache Anpassung der Position. Der Härtetest auf Kopfsteinpflaster zeigte, welche Halterungen wirklich stabil sind – und welche bei der ersten Erschütterung versagen.
Neben dem reinen DAB+-Empfang bieten die meisten Adapter zusätzliche Funktionen, die den Alltagsnutzen erhöhen. Bluetooth-Streaming für Musik vom Smartphone gehört bei vielen Modellen zum Standard, ebenso wie AUX-Anschlüsse für externe Geräte. Einige Adapter wie der DeeprBetter und der Fuluku verfügen zudem über einen Micro-SD-Kartenslot für die direkte Musikwiedergabe – ein praktisches Feature für lange Fahrten in empfangsschwachen Gebieten.
Die Freisprecheinrichtung, die bei mehreren Modellen beworben wird, erwies sich im Test durchweg als Schwachpunkt. Die Mikrofonqualität reichte bei keinem der getesteten Adapter für eine wirklich komfortable Telefonie aus – hier sollten Nutzer besser auf dedizierte Bluetooth-Freisprecheinrichtungen zurückgreifen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt im Praxistest war das sogenannte Service-Following – also die automatische Umschaltung auf alternative Frequenzen bei Empfangsverlust. Diese Funktion, die bei modernen Autoradios mit integriertem DAB+-Empfang zum Standard gehört, fehlte bei mehreren Adaptern oder funktionierte nur unzureichend. In der Praxis bedeutet das: Bei Empfangsproblemen muss der Nutzer manuell nach Alternativen suchen, statt automatisch auf einen stärkeren Sender umgeleitet zu werden.
Die Montage der mitgelieferten Antennen erwies sich als weiterer kritischer Punkt. Alle Adapter nutzen Folienantennen, die an der Windschutzscheibe befestigt werden müssen. Je nach Fahrzeug und Scheibendesign kann die optimale Positionierung eine Herausforderung darstellen – besonders bei älteren Fahrzeugen mit stark geneigten Scheiben oder bei Cabrios. Im Test wurden alle Antennen auf identischen Glasplatten montiert, um vergleichbare Bedingungen zu schaffen.