Alissa Selge
· 06.05.2024
Seit dem Launch der digitalen Plattform Classic Driver 1998 öffnen Auto-Enthusiasten weltweit gespannt ihre Browser, um nach neuen Inseraten von Händlern und Auktionshäusern zu suchen. Den meisten Besuchern geht es hier weniger darum, einen möglichst günstigen Gebrauchtwagen zu erstehen, sondern mehr um die Leidenschaft für besondere Modelle – und um das Bewahren von Automobil-Kultur für kommende Generationen.
Dass Classic Driver mehr ist als ein digitaler Marktplatz für Fahrzeug-Fans merkt man an den Reportagen, die sich auf der Website finden. Klickt man sich durch die Geschichten, wird man schnell in ein Kaleidoskop aus Berichten und Fotostrecken gezogen, die die Leidenschaft von Automobil-Liebhabern auf der ganzen Welt zum Leben erwecken. Die aufregendsten Reportagen der letzten 25 Jahre finden sich jetzt gesammelt im Bildband „Best of Classic Driver – 25 Jahre Edition“.
1998 wird Classic Driver gelauncht. Wenige Monate zuvor hatten zwei Informatiker an der Stanford University eine Suchmaschine namens Google in Betrieb genommen – das Internet steckt in den Kinderschuhen. Und schafft es trotzdem, Firmengründer Alexander Knapp Voith zu faszinieren. Voith hatte bereits seit 1983 besondere Automobile für Kunden und Kundinnen auf der ganzen Welt individualisiert. Als das Interesse an maßgefertigten Autos nachließ, schuf er 1991 zusammen mit dem Hamburger Architekten Hedi Teherani einen modernen Palast aus Glas, in dem Luxusautomobile erstmals als exklusive Güter präsentiert und gehandelt wurden. Kurz nachdem ihn das Internetfieber gepackt hatte, gründete er Classic Driver.
Die Fotografen und Fotografinnen, die für die Reportagen von Classic Driver auf der ganzen Welt unterwegs sind, fangen die Schönheit von Fahrzeugen vieler Hersteller ein – und die Emotionen, die sie wecken. Mit Namen wie Rémi Dargegen, Amy Shore, Tom Shaxson, Rob Cooper, Alex Lawrence und Mathieu Bonnevie trat eine neue Generation von kreativen und äußerst talentierten Künstlern ins Scheinwerferlicht.
Als Meister ihres Handwerks verstehen sie es, Geschichten zu erzählen. Sie setzen nicht nur Autos in Szene, sondern schaffen Verbindungen zwischen den Fahrzeugen und den Menschen, die sie fahren. So vermitteln sie auf besondere Art und Weise die Liebe zu Design und den Enthusiasmus anderer Autonarren. Ihre Bilder sind mehr als nur Aufnahmen von Autos; sie erzählen von Abenteuern, der Freude am Fahren und dem Lebensstil ihrer Besitzer.
Zum Beispiel vom schwedischen Industriedesigner und Erfinder Carl Gustav Magnusson, der seinen ganz eigenen Porsche 912 gestaltete und unterwegs mit Classic Driver seine Ansichten über zeitloses Design teilt. Er hat im Wagen eine Hupe für Beifahrer eingebaut und auch dem Äußeren des Fahrzeugs mit gelb eingefärbten Scheinwerfern, einem Kreis auf der Motorhaube und einer schiefergrauen Lackierung seine ganz individuelle Note gegeben.
Wir verfolgen aber auch die renommierten Automobil-Fotografen bei ihren Abenteuern – zum Beispiel Rémi Dargegen, der für Classic Driver das geheime Schaudepot des Porsche Museums in Zuffenhausen besuchte. Hier fotografierte er die beeindruckenden Hallen, in denen sich alle Porsche Modelle wiederfinden, die zwischen 1948 und 2015 gebaut wurden.
Mit neuen Blickwinkeln, innovativen Techniken und einer kreativen Herangehensweise trug er als „Hausfotograf“ von Classic Driver dazu bei, das Portal zu einer der ersten automobilen Hochglanzpublikationen des Internets zu machen, das nicht nur typische Autofans begeisterte.
Durch seine Arbeit und die seiner Kollegen und Kolleginnen gelang es, die Magie und Faszination der klassischen Automobile einzufangen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Die Fotoreportagen transportieren nicht nur die ästhetische Schönheit der Autos, sondern auch die Emotionen und die Lebensfreude, die mit ihnen verbunden sind. Das in seiner Essenz beim Durchblättern des Bildbands zu erleben, ist ein wahrer Genuss.