Die Vorstellung des Mission S fand auf einem Pier im New Yorker Stadtteil Queens statt – im Hintergrund die Silhouette Manhattans. Die Locationwahl erfolgte nicht zufällig: An diesem Ort wurden 1953 die ersten Aufnahmen des 550 Spyder gemacht, Porsches erstem Supersportwagen mit zentral platziertem Motor. Durch die Wahl dieses Präsentationsortes verdeutlicht Porsche die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, die der Mission S symbolisieren soll.
„Auf den ersten Blick muss ein Porsche als solcher identifizierbar sein", erklärt Dr. Michael Leiters, CEO der Porsche AG. „Der Mission S bietet einen Vorgeschmack auf die Konzepte und Designelemente, die unsere Marke in den nächsten Jahren charakterisieren werden." Die Studie ist Bestandteil der Strategieausrichtung „Sportwagenschmiede '35" und präsentiert die fortentwickelte Designidentität des Unternehmens. Leiters fügt hinzu: „Zugleich repräsentiert der Mission S eine Supersportwagenplattform mit Mittelmotor über dem 911 – keine limitierte Hypercar-Edition, sondern ein permanentes und in verschiedenen Varianten verfügbares, zusätzliches Produkt für unsere Kundschaft."
Die Studie nutzt eine Mittelmotor-Konstruktion. Der Antrieb befindet sich zentral im Wagen, wodurch die typische Flyline realisiert werden kann. Zur technischen Ausstattung zählt eine Kühlungslösung, die Reminiszenzen an den Lüfter des Porsche 917 weckt, sowie ein vollintegrierter aktiver Heckflügel. Präzise Informationen zu Motor, Leistungsdaten oder Fahrwerten nennt Porsche nicht.
Die gestalterische Ausrichtung des Mission S basiert auf drei Leitsätzen: authentisch, konsequent und zeitlos. „Der Mission S entstand aus einer zukunftsorientierten, ganzheitlich konzipierten Designstrategie", erklärt Tobias Sühlmann, Leiter Style Porsche. „Die Studie demonstriert eine fundamentale strategische Richtung, die wir kurzfristig in unserem kommenden Produktangebot umsetzen werden."
Die Außengestaltung vereint klassische Porsche-Stilelemente mit innovativen Komponenten. Die typischen Torpedo-Kotflügel, die legendäre Dachlinie und das ausgeprägte Verhältnis von Breite zu Höhe konstituieren die Basis der Sportwagenarchitektur. Porsche beschreibt „floating volumes" – fließende, schwebende Volumen und Oberflächen, die eine kraftvolle Skulptur formen. Eine durchgehende Hauptlinie verknüpft die Lichtsignaturen vorn und hinten. Über dieser Linie unterstreichen die Flächen Kraft und Bewegung, während die darunter liegenden Bereiche technische Funktionalität visualisieren.
Klassische Porsche-Fahrzeuge fungieren als Inspirationsquellen. Die kreisrunden Leuchten und die ausgeprägten Kotflügel referenzieren den 911. Die in die Lichtgrafik überführten Fugen zitieren das G-Modell. Die niedrige Frontpartie nimmt Anleihen beim GT1, die schwungvolle Dachlinie am Heckflügel erinnert an den 959. Beim Mission S wurde sie durchgängig bis ins Hecksegment fortgeführt. Das Car-in-Car-Konzept am Heck stammt vom GT1. Die Räder orientieren sich am „Wählscheiben-Design" des 928, wurden jedoch neu auf Leichtbau ausgerichtet.
Das Cockpit fokussiert auf Reduktion und Fahrerorientierung. Die Innenraumarchitektur nimmt Bezug auf historische Porsche-Sportwagen wie 550 Spyder und 356. Zwei dominierende Linien durchziehen Armaturenbrett und Türverkleidungen und erzeugen das Gefühl, tief im Wagen zu sitzen. Konventionelle Schalter und Tasten werden mit zeitgemäßen Displays kombiniert. Die Sitze besitzen einen integrierten Gurtverschluss in der Mittelwange sowie neu angeordnete, elektrische Verstelloptionen.
Farblich greift die Studie mit Weiß-, Grau- und Rottönen erfolgreiche Porsche-Rennwagen auf. Die speziell kreierten Farbtöne firnweißmetallic, lichtrotmetallic, black chrome sowie special black im Interieur interpretieren die traditionellen Porsche-Motorsportfarben modern.
Den Kern des Bedienkonzepts bildet die Fahrerachse. Hinter dem Lenkrad sind fünf charakteristische Rundinstrumente angeordnet. Zentral platziert ist der Drehzahlmesser mit analoger Nadel und einem dahinter positionierten Display. Der Drehzahlmesser bewegt sich abhängig vom Fahrmodus auf den Fahrer zu. Die Anordnung der Rundinstrumente adaptiert sich ebenfalls an den gewählten Drivemode und ordnet sich nebeneinander oder hintereinander an.
Links vom Lenkrad findet sich die Aufnahme für den speziell designten Schlüssel. Innovative Bedienelemente im Armaturenbrett mit Push-Pull-Funktion erlauben direkten Zugriff auf unterschiedliche Komfort- und Fahrfunktionen. Das neu interpretierte Sport-Chrono-Element vereint analoge Emotionalität mit digitaler Präzision.
Porsche verzichtet auf ein permanent integriertes Center-Display und ein fix montiertes Beifahrer-Display. Stattdessen existiert ein bei Bedarf ausfahrbares Smartphone-System, das mit MagSafe-Technologie funktioniert. Das persönliche Smartphone fungiert als Navigations- oder Informationsdisplay. Eine reduzierte MyPorsche-App ermöglicht Zugriff auf sämtliche Funktionen und bietet die Option, digital von historischen Vorbildern inspirierte Styles für die Rundinstrumente zu wählen.
Über dem 911 plant Porsche erstmalig ein permanent verfügbares Supersportwagen-Angebot. Die Grundlage bilden jahrzehntelange Motorsport-Expertise und das mit dem Mission S präsentierte Design. Präzise Angaben zu Motor, Antriebskonzept oder Marktstart nennt Porsche nicht. Auch zur Frage, ob die Plattform ausschließlich mit Verbrenner, als Hybrid oder elektrisch verfügbar wird, existieren keine Informationen.
Die neue Supersportwagenplattform mit Mittelmotor soll nicht als limitiertes Hypercar konzipiert werden, sondern als permanentes Angebot mit unterschiedlichen Varianten. Der Mission S demonstriert die Designrichtung für diese Fahrzeugklasse und bietet zugleich einen Vorgeschmack auf die kommende Formensprache der gesamten Marke.