MG baut erstes Werk auf europäischem Festland

Gute Fahrt

 · 04.07.2026

In Galicien, Spanien, entsteht das erste Produktionswerk der Marke auf dem europäischen Festland.
Foto: MG
MG investiert 200 Millionen Euro in ein neues Produktionswerk in Galicien. Ab 2028 sollen dort jährlich bis zu 120.000 Fahrzeuge vom Band laufen und über 2.000 Arbeitsplätze entstehen.

Strategischer Schritt für lokale Fertigung

Die chinesisch-britische Marke MG setzt mit dem Bau eines eigenen Produktionswerks in Spanien einen markanten Akzent in ihrer europäischen Expansionsstrategie. In der Region Galicien entsteht für rund 200 Millionen Euro die erste Fertigungsstätte der Marke auf dem europäischen Festland. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2028 vorgesehen, wenn die Anlagen ihre volle Betriebsbereitschaft erreichen. Die jährliche Kapazität soll sich auf bis zu 120.000 Fahrzeuge belaufen, womit MG seine Position im europäischen Markt deutlich stärken will.

Der neue Standort folgt dem Konzept eines integrierten Industrie-Hubs, der verschiedene Bereiche der automobilen Wertschöpfungskette einem Dach vereint. Neben der eigentlichen Fahrzeugfertigung werden dort auch Forschungs- und Entwicklungsabteilungen angesiedelt. Die Komponentenversorgung wird direkt vor Ort koordiniert, während intelligente Logistikprozesse für einen effizienten Materialfluss sorgen sollen. Diese Bündelung verschiedener Funktionen an einem Standort entspricht modernen Produktionskonzepten, bei denen kurze Wege und schnelle Abstimmungsprozesse im Vordergrund stehen.

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Für die Region bedeutet das Werk einen erheblichen wirtschaftlichen Impuls. Mehr als 2.000 Arbeitsplätze sollen direkt am Standort entstehen, hinzu kommen Beschäftigungseffekte bei Zulieferern und Dienstleistern in der Umgebung. Die Ansiedlung eines internationalen Automobilherstellers bringt nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Know-how-Transfer und Investitionen in die lokale Infrastruktur mit sich. Galicien verfügt über eine etablierte Industriestruktur und gute Verkehrsanbindungen, was die Logistik sowohl für den Materialbezug als auch für den Fahrzeugversand erleichtert.

Fokus auf europäische Wertschöpfung

Mit dem Werk in Spanien verfolgt MG das Ziel, die lokale Fertigung und Beschaffung substanziell auszubauen. Die Strategie trägt den Titel „in Europa, für Europa" und zielt darauf ab, die Marke näher an ihre Absatzmärkte zu bringen. Kürzere Transportwege reduzieren nicht nur Kosten und Emissionen, sondern erhöhen auch die Flexibilität bei der Reaktion auf Marktveränderungen. Die lokale Produktion ermöglicht es zudem, spezifische Anforderungen europäischer Kunden schneller in die Fahrzeugentwicklung einfließen zu lassen.

Ein wesentlicher Aspekt der Werksstrategie liegt in der engeren Zusammenarbeit mit europäischen Partnern. MG plant, verstärkt mit Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Zulieferern aus Europa zu kooperieren. Im Zentrum dieser Kooperationen stehen drei Schwerpunktthemen: Batterietechnologie, intelligente Mobilitätssysteme und saubere Energielösungen. Diese Themenbereiche entsprechen den aktuellen Entwicklungsschwerpunkten der Automobilindustrie und den regulatorischen Vorgaben der Europäischen Union.

Die Batterietechnologie gilt als Schlüsselkomponente für Elektrofahrzeuge, bei der Europa seine Abhängigkeit von asiatischen Lieferanten reduzieren möchte. Durch die Einbindung europäischer Partner in diesem Bereich könnte MG von lokaler Expertise profitieren und gleichzeitig zur Stärkung der europäischen Batterieproduktion beitragen. Intelligente Mobilitätssysteme umfassen Vernetzungstechnologien, Assistenzsysteme und digitale Services, bei denen europäische Unternehmen und Forschungseinrichtungen international führende Positionen innehaben. Saubere Energielösungen beziehen sich nicht nur auf die Fahrzeuge selbst, sondern auch auf die Produktionsprozesse und die Integration erneuerbarer Energien in die Fertigung.

Elektrifizierung als Produktionsschwerpunkt

Die Ausrichtung des neuen Werks folgt den europäischen Vorgaben zur Elektrifizierung des Verkehrs. Die EU treibt den Wandel in Richtung emissionsfreier Mobilität mit strengen Flottengrenzwerten und dem geplanten Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 konsequent voran. MG reagiert auf diese Rahmenbedingungen mit Investitionen in lokale Produktion und der Fokussierung auf moderne Elektro- und Hybridtechnologien. Das Werk in Spanien soll nach Angaben des Herstellers primär für die Fertigung elektrisch angetriebener Fahrzeuge ausgelegt werden.

William Wang, Managing Director von MG Europe, formuliert die strategische Ausrichtung folgendermaßen: „Durch Investitionen in lokale Kompetenzen, eine stärkere europäische Präsenz und ein wettbewerbsfähigeres automobiles Ökosystem beschleunigen wir Europas Weg in eine, intelligentere und nachhaltigere Mobilitätszukunft." Diese Aussage unterstreicht den Anspruch, nicht nur als Fahrzeughersteller aufzutreten, sondern aktiv zur Entwicklung der europäischen Automobilindustrie beizutragen.

Die Investition in ein eigenes Werk markiert für MG einen bedeutenden Schritt von einem reinen Importeur zu einem in Europa produzierenden Hersteller. Dieser Wandel könnte auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Marke haben, die bislang vor allem durch wettbewerbsfähige Preise bei importierten Fahrzeugen aufgefallen ist. Mit lokaler Produktion, europäischen Partnerschaften und dem Fokus auf Elektromobilität positioniert sich MG als ernstzunehmender Akteur im europäischen Automobilmarkt, der langfristig in der Region investiert und zur Stärkung der lokalen Lieferkette beiträgt.


Technische Daten im Überblick

MerkmalWert
StandortGalicien, Spanien
Investitionssumme200 Millionen Euro
Produktionsstart2028
Jährliche Kapazitätbis zu 120.000 Fahrzeuge
Arbeitsplätzemehr als 2.000
ProduktionsschwerpunktElektro- und Hybridfahrzeuge
FunktionenProduktion, Forschung und Entwicklung, Komponentenversorgung, Logistik

Auf einen Blick

  • MG errichtet für 200 Millionen Euro sein erstes Produktionswerk auf dem europäischen Festland in Galicien, Spanien
  • Ab 2028 sollen dort jährlich bis zu 120.000 Fahrzeuge gefertigt werden, mehr als 2.000 Arbeitsplätze entstehen
  • Das Werk vereint Produktion, Forschung und Entwicklung, Komponentenversorgung sowie intelligente Logistikprozesse
  • Schwerpunkt liegt auf Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie der Zusammenarbeit mit europäischen Technologiepartnern
  • Die Investition folgt der Strategie „in Europa, für Europa" und soll die lokale Wertschöpfung stärken

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