Gute Fahrt
· 18.02.2026
Die Bayerischen Motoren Werke stehen erneut vor einem umfangreichen Rückruf: In Deutschland müssen 28.580 Fahrzeuge in die Werkstätten. Weltweit erreicht die Zahl der betroffenen Automobile sogar den mittleren sechsstelligen Bereich. Der Grund für diese Maßnahme liegt in technischen Problemen am Starter, die bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit für Ärger sorgen. Schon im Herbst des vergangenen Jahres musste der Münchner Konzern rund 1,15 Millionen Autos wegen ähnlicher Schwierigkeiten zurückrufen.
Die aktuelle Aktion betrifft ausschließlich Fahrzeuge, bei denen zwischen Juli 2020 und Juli 2022 ein Starter-Relais nachgerüstet wurde. Diese Nachrüstung sollte ursprünglich Probleme beheben, führt nun jedoch selbst zu Komplikationen. Die Identifikation der betroffenen Automobile erfolgt über die individuelle Fahrzeugidentifikationsnummer, kurz VIN genannt. Halterinnen und Halter können auf einer speziellen Internetseite des Herstellers prüfen, ob ihr Wagen zur Rückrufaktion gehört.
Das technische Problem ist ernst zu nehmen: Durch Metallabrieb kann es zu einem Kurzschluss im Magnetschalter kommen. Diese Fehlfunktion führt zu einer Überhitzung am Starter, die im schlimmsten Fall einen Brand auslösen kann. Besonders kritisch ist dabei, dass sich das Feuer während der Fahrt entwickeln kann. Der Automobilhersteller empfiehlt daher dringend, das Fahrzeug nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen zu lassen, bis die Reparatur durchgeführt wurde.
Die Aktionsnummern für diesen Rückruf lauten 0012650600, 0012660600, 0012670600 und 0012680600. Mit diesen Nummern können Besitzer ebenfalls überprüfen, ob ihr Wagen betroffen ist. Die Werkstätten sind bereits informiert und auf die Reparaturarbeiten vorbereitet.
Die Liste der betroffenen Baureihen ist beeindruckend lang und umfasst nahezu das gesamte Produktportfolio der Marke. Vom kompakten Coupé bis zur luxuriösen Limousine müssen zahlreiche Modellvarianten überprüft werden. Die Baujahre erstrecken sich von 2020 bis 2022, wobei ausschließlich Fahrzeuge mit der erwähnten Nachrüstung des Starter-Relais betroffen sind.
Bei den Limousinen sind die 3er-Baureihe mit dem Modellcode G20, die Touring-Variante G21 sowie die speziell für den chinesischen Markt entwickelte Langversion G28 Teil der Aktion. Auch die größere 5er-Limousine (G30) samt Touring-Version (G31) sowie die 7er-Baureihe (G11 und G12) müssen in die Werkstätten. Das 6er-Gran-Tourismo mit der Bezeichnung G32 rundet das Limousinen-Segment ab.
Die Coupé- und Cabrio-Modelle sind ebenfalls stark vertreten: Das 2er-Coupé (G42) bildet den Einstieg, gefolgt vom 4er-Coupé (G22), dem 4er-Cabrio (G23) und dem 4er-Gran-Coupé (G26). Besonders interessant ist die Einbeziehung des Z4 (G29), denn dieser Roadster teilt seine technische Basis mit dem Toyota Supra. Somit ist auch das japanische Sportcoupé von der Rückrufaktion betroffen, obwohl es einer anderen Marke vertrieben wird.
Die SUV-Palette des Konzerns ist vollständig in die Aktion einbezogen: Der X3 (G01) als kompaktes Sports Activity Vehicle, das coupéhafte X4 (G02), der große X5 (G05) sowie das X6 (G06) mit seiner markanten Linienführung müssen allesamt überprüft werden. Diese Modelle erfreuen sich besonders großer Beliebtheit und machen einen erheblichen Teil der Verkaufszahlen aus, was die Dimension des Rückrufs verdeutlicht.
Die erforderlichen Arbeiten an den betroffenen Automobilen gehen über einen einfachen Austausch hinaus. Bei allen Fahrzeugen muss der komplette Starter erneuert werden. Diese Komponente ist für das Anlassen des Motors verantwortlich und spielt eine zentrale Rolle im elektrischen System des Wagens. Der Austausch erfordert Fachkenntnis und spezielles Werkzeug, weshalb die Reparatur ausschließlich in autorisierten Werkstätten durchgeführt werden sollte.
Bei einem Teil der betroffenen Automobile geht die Reparatur noch weiter: Hier muss zusätzlich die Batterie ausgetauscht werden. Diese Maßnahme ist notwendig, wenn die Überhitzung bereits zu Schäden an der Stromversorgung geführt haben könnte oder wenn die Batterie durch die fehlerhafte Komponente in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Batteriewechsel stellt sicher, dass das gesamte elektrische System wieder einwandfrei funktioniert und keine Folgeschäden auftreten.
Die Werkstätten sind vom Hersteller bereits mit den notwendigen Ersatzteilen versorgt worden. Die Reparatur erfolgt für die Besitzer kostenlos, da es sich um einen vom Konzern veranlassten Rückruf handelt. Die Dauer der Arbeiten hängt vom jeweiligen Modell und dem Umfang der notwendigen Maßnahmen ab. In der Regel sollte die Reparatur jedoch innerhalb eines Arbeitstages abgeschlossen sein.
Besitzer betroffener Fahrzeuge sollten zeitnah einen Termin in einer Vertragswerkstatt vereinbaren. Bis zur Durchführung der Reparatur gilt die Empfehlung, das Auto nach dem Start nicht unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Diese Vorsichtsmaßnahme minimiert das Risiko eines Brandes, sollte es tatsächlich zu einer Überhitzung kommen. Längere Standzeiten mit laufendem Motor, etwa beim Warmlaufen im Winter, sollten vermieden werden.
Der aktuelle Rückruf reiht sich in eine Serie von Qualitätsproblemen ein, die den Münchner Automobilhersteller in jüngster Zeit beschäftigen. Die Tatsache, dass bereits im Herbst des Vorjahres 1,15 Millionen Fahrzeuge wegen ähnlicher Starter-Probleme in die Werkstätten mussten, zeigt die Dimension der technischen Herausforderung. Die damalige Aktion war eine der größten in der Geschichte der Marke und betraf Modelle verschiedener Baureihen.
Die erneute Rückrufaktion konzentriert sich nun auf jene Automobile, die im Rahmen der ersten Aktion eine Nachrüstung erhalten hatten. Dies deutet darauf hin, dass die damals implementierte Lösung nicht vollständig zufriedenstellend war. Der Metallabrieb, der nun zu Kurzschlüssen führen kann, entsteht offenbar auch bei den nachgerüsteten Komponenten. Diese Erkenntnis zeigt, wie komplex die Fehlersuche und -behebung in modernen Fahrzeugen sein kann.
Für den Konzern bedeutet dieser erneute Rückruf nicht nur finanzielle Belastungen durch die Kosten für Ersatzteile und Arbeitszeit, sondern auch einen Imageschaden. Die Marke steht traditionell für Qualität und Zuverlässigkeit, weshalb solche Aktionen das Vertrauen der Kundschaft beeinträchtigen können. Gleichzeitig zeigt die schnelle Reaktion und die umfassende Information der Besitzer, dass Sicherheit oberste Priorität hat.
Die Brandgefahr macht diesen Rückruf besonders dringlich. Anders als bei Komfortproblemen oder kleineren technischen Mängeln geht es hier um die Sicherheit von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern. Ein Brand während der Fahrt kann schwerwiegende Folgen haben und stellt ein erhebliches Risiko dar. Die klare Kommunikation seitens des Herstellers und die Bereitstellung einer Online-Prüfmöglichkeit sind daher wichtige Schritte, um alle betroffenen Fahrzeughalter zu erreichen.
Die Einbeziehung des Toyota Supra in die Aktion unterstreicht die weitreichenden Verflechtungen in der modernen Automobilindustrie. Plattform-Sharing und gemeinsame Entwicklungen sind heute üblich, bedeuten aber auch, dass technische Probleme mehrere Marken gleichzeitig betreffen können. In diesem Fall teilen sich der Z4 und der Supra nicht nur die Basis, sondern auch die technischen Komponenten, die nun ausgetauscht werden müssen.
Da es sich um einen Rückruf handelt, der keine spezifischen technischen Fahrzeugdaten erfordert, hier die relevanten Informationen zur Aktion:
| Betroffene Fahrzeuge Deutschland | 28.580 Stück |
| Betroffene Fahrzeuge weltweit | Mittlerer sechsstelliger Bereich |
| Zeitraum der Nachrüstung | Juli 2020 bis Juli 2022 |
| Baujahre | 2020 bis 2022 |
| Anzahl betroffener Modellreihen | 15 verschiedene Baureihen |
| Aktionsnummern | 0012650600, 0012660600, 0012670600, 0012680600 |
| Technisches Problem | Kurzschluss im Magnetschalter durch Metallabrieb |
| Folge des Problems | Überhitzung am Starter, mögliche Brandgefahr |
| Erforderliche Maßnahme | Austausch des Starters, teilweise auch der Batterie |
| Vorheriger Rückruf | Herbst des Vorjahres mit 1,15 Millionen Fahrzeugen |
| Identifikation | Über Fahrzeugidentifikationsnummer (VIN/FIN) |
| Kostenträger | Hersteller (kostenlose Reparatur) |