Volvo EX60 elektrisiert das Mittelklasse-SUV-Segment

Gute Fahrt

 · 08.05.2026

Volvo EX60
Foto: Volvo
Der Volvo EX60 markiert den Einstieg in die vollelektrische Mittelklasse mit bis zu 810 Kilometern Reichweite, Mega-Casting-Fertigung und Google Gemini KI-Integration. Drei Antriebsvarianten ab Sommer 2026.

Elektrische Mittelklasse aus Torslanda

Mit dem EX60 komplettiert Volvo sein Portfolio vollelektrischer SUV und besetzt erstmals das Mittelklasse-Segment mit einem rein batterieelektrischen Modell. Das neue Premium-SUV basiert auf der skalierbaren SPA3-Architektur und wird im schwedischen Stammwerk Torslanda bei Göteborg gefertigt. Volvo positioniert das Fahrzeug als direkten elektrischen Nachfolger des erfolgreichen XC60 und verspricht dabei eine Kombination aus Alltagstauglichkeit, fortschrittlicher Technik und skandinavischem Design.

Die Bedeutung des EX60 für die Elektrifizierungsstrategie des Herstellers sei erheblich, betont Volvo. Das Modell vervollständige die Palette elektrischer SUV über alle relevanten Segmente hinweg – von der 30er über die 40er und 60er bis zur 90er Baureihe. Damit unterstreiche der schwedische Hersteller seine Ambitionen, sich zu einem vollständig elektrifizierten Automobilhersteller zu entwickeln. Der EX60 solle dabei Familien ansprechen, die ein unkompliziertes Fahrzeug für den Alltag suchen, dessen Betriebskosten mit denen eines Verbrenners vergleichbar seien.

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Als erstes Volvo-Modell kommt beim EX60 die Mega-Casting-Technologie zum Einsatz. Bei diesem Fertigungsverfahren ersetzen große Gussteile aus recyceltem Aluminium Hunderte kleinerer Einzelkomponenten. Laut Hersteller reduziere dies nicht nur Material, Zeit und Kosten, sondern maximiere auch die Reichweite und senke die Umweltbelastung. Zusätzlich nutzt Volvo die Cell-to-Body-Technik, bei der die Batteriezellen direkt in die Karosseriestruktur integriert werden. Diese Bauweise optimiere die Energiedichte um 20 Prozent, reduziere das Gewicht und den Platzbedarf. Im Vergleich zu konventionellen Batteriekonzepten sei der EX60 dadurch 31 Prozent schneller aufgeladen und verursache 37 Prozent weniger CO2-Emissionen über den Lebenszyklus.

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Drei Antriebe für unterschiedliche Anforderungen

Volvo bietet den EX60 in drei Antriebsvarianten an, die sich in Leistung, Antriebskonzept und Reichweite unterscheiden. Der Einstieg erfolgt mit dem P6, der ausschließlich die Hinterachse antreibt und ein Reichweitenpotenzial von 620 Kilometern nach WLTP bietet. Laut Hersteller sorge der Hinterradantrieb für ein leichteres, agileres Fahrgefühl und eine natürlichere Verbindung zur Straße.

Die beiden Allradversionen P10 AWD und P12 AWD verteilen das Drehmoment je nach Bedarf zwischen Vorder- und Hinterachse. Der P10 AWD erreiche eine Reichweite von 660 Kilometern, während das Topmodell P12 AWD mit bis zu 810 Kilometern Reichweite aufwarte. Damit fahre der EX60 weiter als jedes andere Volvo-Elektrofahrzeug zuvor und setze neue Maßstäbe in der Klasse, so der Hersteller.

Alle Antriebsvarianten lassen sich in den Ausstattungslinien Plus oder Ultra bestellen. Eine Einstiegsversion namens Core werde zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Die Auslieferung der Varianten P6 und P10 beginne bereits im Sommer 2026, der P12 AWD folge später im Jahr. An kompatiblen Schnellladesäulen sollen innerhalb von zehn Minuten bis zu 340 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können. Eine Aufladung von 10 auf 80 Prozent Batteriekapazität dauere lediglich 19 Minuten.

Software-definierte Architektur mit KI-Integration

Der EX60 basiert auf dem sogenannten Superset Tech Stack, einer Kombination verschiedener Hardware- und Software-Module, die als Basis für alle neuen Volvo-Elektrofahrzeuge dient. Das Fahrzeug sei vollständig Software-definiert und könne über die gesamte Nutzungsdauer kontinuierlich weiterentwickelt werden, erklärt der Hersteller. Ausgestattet mit der NVIDIA DRIVE AGX Orin Plattform lassen sich Sicherheit, Konnektivität und Gesamtleistung durch Over-the-Air-Updates verbessern.

Für die Rechenleistung sorgt die Qualcomm 8255 CPU, die eine ultraschnelle Verarbeitung garantiere. Erstmals in der Automobilbranche kommt laut Volvo eine dialogorientierte KI auf Basis von Google Gemini zum Einsatz. Das System reagiere direkt auf Sprachbefehle und ermögliche eine natürliche Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug.

Beim assistierten Fahren setzt Volvo auf das neue System Pilot Assist Plus. Auf Autobahnen übernehme es bei Geschwindigkeiten bis 130 km/h die Lenkbewegungen und unterstütze beim Spurwechsel. Der EX60 zeige damit eindrucksvoll den technischen Ansatz von Volvo, ein Gleichgewicht zwischen interner Entwicklungsarbeit und der Zusammenarbeit mit führenden Technikpartnern zu schaffen, betont der Hersteller.

Zur Sicherheitsausstattung gehört der erste multi-adaptive Sicherheitsgurt, der die Sicherheit für alle Insassen in realen Verkehrssituationen verbessern soll. Branchenführende Sensorik und Software erfassen sowohl die Umgebung außerhalb des Fahrzeugs als auch den Fahrer im Inneren.

Aerodynamik trifft skandinavisches Design

Bei der Gestaltung des EX60 spielte die Aerodynamik eine zentrale Rolle. Der kurze Überhang von 899 Millimetern an der Front verbessere den Luftwiderstand spürbar. Auch am Heck hätten die Designer besonderen Wert auf aerodynamische Effizienz gelegt. Die sanft abfallende Dachlinie und die sich verjüngenden seitlichen Flanken steigerten die Reichweite, ohne die Platzverhältnisse im Innenraum zu beeinträchtigen, so Volvo.

Das Ergebnis sei eine Reichweite von bis zu 810 Kilometern, ohne Kompromisse bei Ästhetik oder Komfort eingehen zu müssen. Im Innenraum setze Volvo auf natürliche Materialien, einen beruhigenden Raumcharakter und clevere Stauraumlösungen. Das progressive skandinavische Design werde damit konsequent in das Zeitalter der Elektromobilität übertragen.

Der EX60 baue auf den charakteristischen Merkmalen des aktuellen Bestsellers XC60 auf, biete die gleiche Vielseitigkeit im Alltag und bleibe dabei elegant und souverän. Gleichzeitig sei er effizienter und technisch fortschrittlicher als sein Vorgänger mit Verbrennungsmotor.

Cross Country für Offroad-Ambitionen

Als besondere Modellvariante bietet Volvo den EX60 Cross Country an. Diese Version verbinde ein markantes Design mit der Fähigkeit, auch abseits befestigter Straßen zu fahren. Lackiert in der neuen Farbe Frost Green, wecke das Modell mit robusten Akzenten maximale Abenteuerlust, wirbt der Hersteller.

Der EX60 Cross Country weise eine um 20 Millimeter höhere Bodenfreiheit auf als die Standardversion. Mit der optionalen Luftfederung kämen bei Bedarf weitere 20 Millimeter hinzu, um den Komfort zu erhöhen. Bei höheren Geschwindigkeiten werde das Fahrzeug wiederum abgesenkt, um den Luftwiderstand zu verringern und die Energieeffizienz zu verbessern.

Eine breitere Spur, markanter ausgestellte Radhäuser und schwarze obere Türleisten sorgen für einen robusten, leistungsstarken Look. Die D-Säulenverkleidung aus Edelstahl trägt den geprägten Cross Country-Schriftzug, der auch in den vorderen und hinteren Stoßfänger integriert ist. An Front und Heck findet sich ein Unterfahrschutz aus gebürstetem Aluminium.

Niedrigster CO2-Fußabdruck der Marke

Der EX60 habe den niedrigsten CO2-Fußabdruck aller Volvo-Modelle und erreiche damit das gleiche Niveau wie das kleinste Elektroauto der Marke, der EX30, teilt der Hersteller mit. Dies sei das Ergebnis konsequenter Optimierung bei Aerodynamik, thermischer Effizienz und Antriebstechnik sowie der Verwendung recycelter Materialien beim Mega-Casting-Verfahren.

Die SPA3-Architektur sei als kompromisslose, dedizierte Plattform für Elektroautos entwickelt worden. Sie ermögliche kontinuierliche Hardware- und Software-Verbesserungen über die gesamte Produktlebensdauer. Volvo Cars verfolge damit das Ziel, den CO2-Fußabdruck kontinuierlich zu reduzieren und bis 2040 klimaneutral zu werden.

Im Jahr 2024 verzeichnete die Volvo Car Group ein weiteres Rekordjahr mit einem Betriebsergebnis von 27,0 Milliarden SEK und einem Umsatz von 400,2 Milliarden SEK. Der weltweite Absatz erreichte mit 763.389 Fahrzeugen ein neues Allzeithoch. In Deutschland wurden mehr als 62.300 Neuzulassungen registriert, was einem Marktanteil von 2,2 Prozent entspricht.


Technische Daten im Überblick

BasisVolvo EX60
PlattformSPA3 (Scalable Product Architecture 3)
BauartVollelektrisches Premium-SUV
FertigungsstandortTorslanda, Schweden
FertigungstechnikMega-Casting mit recyceltem Aluminium
BatterietechnikCell-to-Body-Integration
AntriebsvariantenP6 (Hinterradantrieb), P10 AWD, P12 AWD
Reichweite P6620 km (WLTP)
Reichweite P10 AWD660 km (WLTP)
Reichweite P12 AWD810 km (WLTP)
Schnellladung340 km in 10 Minuten
Ladezeit 10-80%19 Minuten
RechenplattformNVIDIA DRIVE AGX Orin
ProzessorQualcomm 8255 CPU
KI-SystemGoogle Gemini
AssistenzsystemPilot Assist Plus (bis 130 km/h)
SicherheitMulti-adaptiver Sicherheitsgurt
Überhang vorne899 mm
AusstattungslinienCore, Plus, Ultra
MarktstartSommer 2026 (P6, P10), später P12 AWD

Technische Daten: Volvo EX60 Cross Country

BasisVolvo EX60 Cross Country
Bodenfreiheit+20 mm gegenüber Standard-EX60
LuftfederungOptional, zusätzlich +20 mm
SpurVerbreitert
LackierungFrost Green (neu)
D-SäulenverkleidungEdelstahl mit Cross Country-Prägung
UnterfahrschutzGebürstetes Aluminium (Front/Heck)
RadhäuserMarkant ausgestellt
Türleisten obenSchwarz

Auf einen Blick

  • Erstes vollelektrisches Volvo-SUV im Mittelklasse-Segment mit bis zu 810 Kilometern Reichweite
  • Drei Antriebsvarianten: P6 Hinterradantrieb (620 km), P10 AWD (660 km), P12 AWD (810 km)
  • Erste Volvo-Produktion mit Mega-Casting-Technologie und Cell-to-Body-Batterieintegration
  • Dialogorientierte KI auf Basis von Google Gemini als Branchenpremiere
  • Marktstart im Sommer 2026, Cross Country-Variante mit 20 Millimeter höherer Bodenfreiheit

GUTE FAHRT Video-Empfehlungen zum Volvo EX60