Volkswagen startet den Vorverkauf für einen neuen Vollhybridantrieb in den Modellen Golf und T-Roc. Die Wolfsburger positionieren das System zwischen dem bereits erhältlichen Mild-Hybrid eTSI und den Plug-in-Hybriden eHybrid beziehungsweise GTE. Der zentrale Unterschied zu den aufladbaren Varianten: Die neue Hybridtechnik kommt ohne externe Ladeinfrastruktur aus und gewinnt die benötigte Energie ausschließlich während der Fahrt.
Das Herzstück bildet ein 1.5 TSI evo2 Turbobenziner, der mit zwei Elektromaschinen und einer Hochvoltbatterie zusammenarbeitet. Die im Heckbereich integrierte NMC-Batterie verfügt über eine Bruttokapazität von 1,6 kWh. Diese vergleichsweise geringe Kapazität reicht aus, um im Stadtverkehr häufig rein elektrisch zu fahren. Die Energie wird per Rekuperation beim Bremsen sowie durch den Turbomotor in Verbindung mit einem Generator gewonnen.
Die Systemleistung beträgt 125 kW, was 170 PS entspricht. Das maximale Systemdrehmoment liegt bei 309 Nm. Damit beschleunigt der Golf Hybrid in 7,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Gegenüber dem vergleichbar ausgestatteten Golf 1.5 eTSI mit 110 kW steigt die Leistung spürbar, während gleichzeitig der Verbrauch sinkt.
Der Golf Hybrid verbraucht nach WLTP-Norm kombiniert zwischen 4,6 und 5,1 Liter auf 100 Kilometer. Die CO₂-Emissionen liegen zwischen 104 und 117 Gramm pro Kilometer, was der CO₂-Klasse C bis D entspricht. Der T-Roc Hybrid gibt sich mit 5,0 bis 5,6 Litern zufrieden und emittiert 115 bis 127 Gramm CO₂ pro Kilometer.
Der Vollhybrid arbeitet mit drei automatisch aktivierten Betriebsmodi. Im ersten Modus übernimmt die E-Maschine allein den Antrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten, während der Turbobenziner abgeschaltet bleibt. Diese Betriebsart kommt vor allem im Stadtverkehr und beim Anfahren zum Einsatz.
Der zweite Modus arbeitet seriell: Die E-Maschine treibt das Fahrzeug an, während der TSI läuft, aber mechanisch abgekoppelt ist. In diesem Betriebsfenster erzeugt der Turbomotor über einen Generator Energie für die E-Maschine und verlängert damit die elektrische Reichweite. Der Verbrenner arbeitet dabei in einem optimalen Wirkungsgradbereich.
Ab etwa 60 km/h wechselt das System in den parallelen Antrieb. Hier übernimmt der TSI die primäre Antriebsaufgabe auf Landstraßen und Autobahnen. Die E-Maschine unterstützt den Turbomotor als Booster, etwa beim Beschleunigen oder bei höherem Leistungsbedarf. Dieser Modus sorgt für die beste Effizienz bei höheren Geschwindigkeiten.
Die Fahrer können zwischen drei Profilen wählen: Eco, Comfort und Sport. Im Eco-Modus begrenzt das System die Leistung auf 70 Prozent und deaktiviert die Boost-Funktion, um den Energieverbrauch zu minimieren. Das Comfort-Profil verzichtet auf Leistungsbegrenzungen und erlaubt das Boosten. Sport wechselt früher in den seriellen Betrieb, damit die volle Leistung schneller zur Verfügung steht.
Die Stärken des Vollhybrids zeigen sich besonders im Stadtverkehr. Laut Volkswagen liegt der Effizienzvorteil gegenüber dem Mild-Hybrid hier bei bis zu 35 Prozent. Im kombinierten WLTP-Zyklus reduziert sich der Verbrauch um 10 bis 15 Prozent im Vergleich zum Golf 1.5 eTSI mit 110 kW. Diese Werte beziehen sich auf vergleichbar ausgestattete Fahrzeuge.
Die elektrische Unterstützung beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten sorgt für ein leises Fahrgefühl im Alltag. Die E-Maschine ersetzt den Turbobenziner in diesen Situationen komplett oder unterstützt ihn. Dadurch bleibt der Antrieb durchzugsstark, während gleichzeitig die Kraftstoffkosten sinken.
Der Golf Hybrid startet in der Ausstattungslinie R-Line bei 41.400 Euro. Der T-Roc Hybrid in der Variante Style kostet ab 44.470 Euro. Beide Modelle sind ab sofort bestellbar. Die Hybridvarianten lassen sich an der Bezeichnung "Hybrid" am Heck erkennen.
Volkswagen kündigt eine weitere Leistungsstufe der Technologie an, die das Portfolio in Kürze ergänzen soll. Details zu dieser Variante nannte der Hersteller noch nicht. Mit dem neuen Vollhybrid schließt Volkswagen die Lücke zwischen Mild-Hybrid und Plug-in-Hybrid im volumenstarken Kompakt- und SUV-Segment. Die Plug-in-Hybride bleiben weiterhin als eHybrid oder als sportlicher GTE für den Golf bestellbar.
| Motor | 1.5 TSI evo2 Turbobenziner |
| Systemleistung | 125 kW (170 PS) |
| Systemdrehmoment | 309 Nm |
| Elektromaschinen | 2 |
| Hochvoltbatterie | NMC, 1,6 kWh (brutto) |
| Batterieposition | Heckbereich, im Fahrzeugboden integriert |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 7,5 s |
| Verbrauch kombiniert | 4,6-5,1 l/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 104-117 g/km |
| CO₂-Klasse | C-D |
| Betriebsmodi | 3 (elektrisch, seriell, parallel) |
| Fahrprofile | Eco, Comfort, Sport |
| Preis ab | 41.400 Euro (R-Line) |
| Motor | 1.5 TSI evo2 Turbobenziner |
| Systemleistung | 125 kW (170 PS) |
| Systemdrehmoment | 309 Nm |
| Elektromaschinen | 2 |
| Hochvoltbatterie | NMC, 1,6 kWh (brutto) |
| Batterieposition | Heckbereich, im Fahrzeugboden integriert |
| Verbrauch kombiniert | 5,0-5,6 l/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert | 115-127 g/km |
| CO₂-Klasse | C-D |
| Betriebsmodi | 3 (elektrisch, seriell, parallel) |
| Fahrprofile | Eco, Comfort, Sport |
| Preis ab | 44.470 Euro (Style) |