Gute Fahrt
· 08.04.2026
Die FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2026 tritt vom 9. bis 12. April in eine entscheidende Phase ein. Mit der Kroatien-Rallye startet eine Serie von drei Asphalt-Events innerhalb von zwei Monaten, die über den weiteren Verlauf der Saison mitentscheiden dürfte. Toyota Gazoo Racing World Rally Team reist als Tabellenführer sowohl in der Fahrer- als auch in der Hersteller-Wertung an die kroatische Küste. Der GR Yaris Rally1 hat alle vier bisherigen WRC-Austragungen in Kroatien gewonnen – eine Bilanz, die das Team verteidigen möchte.
Nach der Safari-Rallye Kenya, wo Takamoto Katsuta seinen ersten WRC-Sieg feierte, wechselt das Terrain komplett. Statt afrikanischer Schotterpisten erwarten die Crews nun technisch anspruchsvolle Asphaltstraßen mit ständig wechselnden Grip-Verhältnissen. Die Kroatien-Rallye markiert zudem den Auftakt einer intensiven Phase: Innerhalb von fünf Wochen stehen drei Rallyes auf dem Programm. Nur zwei Wochen nach Kroatien folgt die Rallye Islas Canarias, nach einem kurzen Schotter-Intermezzo bei der Portugal-Rallye geht es Ende Mai erneut auf Asphalt bei der Rallye Japan.
Die Verlagerung des Rallye-Zentrums von Zagreb nach Rijeka bringt erhebliche Änderungen mit sich. Der Servicepark befindet sich auf dem Grobnik-Rennkurs an der Küste, rund 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt. Von den insgesamt zehn verschiedenen Wertungsprüfungen sind lediglich drei bereits aus früheren WRC-Jahren bekannt. Die Teams müssen sich auf weitgehend unbekanntes Terrain einstellen. Die kroatischen Asphaltstraßen kombinieren verwinkelte, technische Passagen mit schnellen, flüssigen Abschnitten inklusive Sprüngen und Kuppen. Unterschiedliche Beläge und die Möglichkeit wechselhafter Wetterbedingungen erhöhen die Anforderungen zusätzlich.
Elfyn Evans führt die Fahrer-Weltmeisterschaft mit acht Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Oliver Solberg an. Der Waliser kennt die kroatischen Straßen bestens – 2023 gewann er die Rallye, zweimal stand er als Zweiter auf dem Podium. Evans bildet zusammen mit Solberg und Katsuta das nominierte Trio für die Hersteller-Wertung, in der Toyota Gazoo Racing einen komfortablen Vorsprung von 43 Punkten verteidigt. Katsuta liegt in der Fahrerwertung nur drei Punkte hinter der Spitze und reist mit frischem Selbstvertrauen nach seinem Premierensieg in Kenya an.
Teamchef Jari-Matti Latvala betont die Bedeutung der anstehenden Asphalt-Phase: Die Safari-Rallye sei extrem anspruchsvoll gewesen, nun freue sich das Team auf eine völlig andere Herausforderung. Die gute Erfolgsbilanz in Kroatien stimme zuversichtlich, gleichzeitig stelle der neue Standort mit überwiegend unbekannten Strecken eine zusätzliche Herausforderung dar. Das Wetter spiele in Kroatien normalerweise eine große Rolle, bei den Tests vor der Rallye hätten die Fahrer eine große Bandbreite an Bedingungen erlebt. Wenn sich die Grip-Verhältnisse ständig änderten, könne ein selbstbewusster Fahrer den entscheidenden Unterschied machen.
Sami Pajari startet für TGR-WRT2 nach zwei aufeinanderfolgenden Podestplätzen in Schweden und Kenia. Im Rahmen des TGR WRC Challenge Programms kehrt Yuki Yamamoto in den Wettbewerb zurück und setzt seine Saison im GR Yaris Rally2 fort. Yamamoto und sein Beifahrer James Fulton haben sich vollständig von einem Testunfall vor der Schweden-Rallye erholt. Weitere sechs Fahrer im GR Yaris Rally2 treten in Kroatien im Kampf um WRC2-Erfolge an: Roope Korhonen, Taylor Gill, Alejandro Cachón, Kajetan Kajetanowicz, Bernhard ten Brinke und Johannes Keferböck.
Der feierliche Start im Zentrum von Rijeka am Donnerstagabend eröffnet die Rallye. Am Freitag beginnt der Wettbewerb mit einer Schleife aus vier Wertungsprüfungen westlich der Stadt auf der Halbinsel Istrien. Jede Prüfung wird zweimal gefahren, dazwischen liegt ein Service zur Mittagszeit. Der Samstag bringt weitere vier Prüfungen östlich von Rijeka, ebenfalls zweimal absolviert, mit einer Reifenwechselzone in Karlovac. Das Finale findet am Sonntag mit zwei erneut gefahrenen Prüfungen statt, die oberhalb des Kvarner Golfs und der Adria verlaufen.
Die Mischung aus unterschiedlichen Asphaltbelägen erfordert präzise Abstimmung und Reifenwahl. Schnelle, flüssige Passagen wechseln sich mit engen, technischen Kurven ab. Sprünge und Kuppen verlangen nach einem robusten Setup, während gleichzeitig die Traktion auf verschiedenen Oberflächen optimiert werden muss. Die Teams müssen ihre Fahrzeuge so abstimmen, dass sie sowohl auf griffigen als auch auf rutschigen Belägen funktionieren. Wechselnde Wetterbedingungen können die Herausforderung zusätzlich verschärfen.
Toyota Gazoo Racing setzt auf die bewährte Stärke des GR Yaris Rally1 auf Asphalt. Das Auto habe eine starke Performance auf diesem Untergrund gezeigt, betont Latvala. Alle Fahrer wirkten derzeit sehr zuversichtlich. Das Ziel sei es, diese Zuversicht in ein starkes Ergebnis umzusetzen. Die kommenden Wochen würden zeigen, wie gut sich Team und Material auf die verschiedenen Asphalt-Charakteristiken einstellen können. Nach Kroatien folgt bereits zwei Wochen später die nächste Bewährungsprobe auf den Kanaren.
| Fahrzeug | GR Yaris Rally1 |
| Einsatz | FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2026 |
| Event | Kroatien-Rallye |
| Datum | 9. bis 12. April 2026 |
| Standort | Rijeka, Kroatien |
| Servicepark | Grobnik-Rennkurs |
| Untergrund | Asphalt |
| Wertungsprüfungen | 10 verschiedene Prüfungen |
| Neue Prüfungen | 7 von 10 |
| Bekannte Prüfungen | 3 von 10 |
| Fahrer Toyota | Elfyn Evans, Oliver Solberg, Takamoto Katsuta |
| Fahrer TGR-WRT2 | Sami Pajari |
| WM-Stand Fahrer | Evans führt mit 8 Punkten Vorsprung |
| WM-Stand Hersteller | Toyota führt mit 43 Punkten Vorsprung |
| Bisherige Siege Kroatien | 4 von 4 Austragungen |