Skoda Epiq startet als kompakter Elektro-Einstieg

Gute Fahrt

 · 09.02.2026

Skoda Epiq
Foto: Skoda
Der neue Škoda Epiq erweitert das Elektro-Portfolio nach unten. Mit 4,17 Metern Länge, drei Leistungsstufen und Preisen auf Kamiq-Niveau soll der Stromer Mitte 2026 starten.

Kompakter Stromer mit praktischem Raumkonzept

Die tschechische VW-Tochter erweitert ihr Portfolio um ein kompaktes Elektrofahrzeug unterhalb des Elroq. Der 4,17 Meter lange Epiq positioniert sich als elektrisches Pendant zum Kamiq und nutzt erstmals die neue MEB+-Plattform mit Frontantrieb. Diese Architektur ermöglicht eine optimierte Raumausnutzung, da sämtliche Antriebskomponenten im vorderen Fahrzeugbereich untergebracht sind. Die Hinterachse bleibt frei von technischen Bauteilen, was sich positiv auf das Platzangebot auswirkt.

Der Radstand misst 2,60 Meter – identisch mit den anderen Kleinwagen-Stromern des Konzerns. Trotz der kompakten Außenmaße bietet das Fahrzeug ausreichend Raum für vier Personen, wobei sehr große Passagiere im Fond an ihre Grenzen stoßen können. Die Kopffreiheit fällt hingegen in beiden Sitzreihen großzügig aus. Besonders bemerkenswert: Der Gepäckraum fasst 475 Liter und übertrifft damit den deutlich längeren Kamiq um 75 Liter. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen erweitert sich das Volumen auf 1.344 Liter. Ein variabler doppelter Ladeboden, Kabeltaschen und Klett-Fixierungen für Gepäck gehören zur Serienausstattung – typische Simply-clever-Details der Marke.

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Die Abmessungen komplettieren sich mit 1,80 Metern Breite und 1,62 Metern Höhe. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei cw 0,275, was durch ausgeklügelte Aerodynamik erreicht wird. Das Leergewicht beträgt je nach Version zwischen 1.542 und 1.544 Kilogramm, wobei die LFP-Variante mit 1.542 Kilogramm sogar zwei Kilo leichter ausfällt als das NMC-Modell. Der Wendekreis misst 10,15 Meter und liegt damit etwa einen Meter über dem des heckgetriebenen Elroq.

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Drei Antriebsvarianten mit unterschiedlichen Batterien

Zum Marktstart bietet der Hersteller drei Konfigurationen an, die auf zwei verschiedene Akkugrößen zurückgreifen. Die Basisversion Epiq 35 leistet 85 kW (116 PS) bei einem Drehmoment von 267 Newtonmetern. Der Epiq 40 steigert die Leistung auf 99 kW (135 PS) bei gleichem Drehmoment. Beide Varianten nutzen eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 38,5 kWh Bruttokapazität, was einer Nettokapazität von 37 kWh entspricht. Die WLTP-Reichweite beträgt jeweils 315 Kilometer. Der Verbrauch wird mit mindestens 13,0 kWh pro 100 Kilometer angegeben.

Das Topmodell Epiq 55 verfügt über 155 kW (211 PS) und 290 Newtonmeter Drehmoment. Hier kommt ein NMC-Akku (Nickel-Mangan-Kobalt) mit 55 kWh Bruttokapazität zum Einsatz, was 52 kWh Nettoenergie entspricht. Die größere Energiedichte der NMC-Chemie ermöglicht trotz identischer Abmessungen und ähnlich geringem Gewicht eine WLTP-Reichweite von 430 Kilometern. Alle Versionen nutzen den neu entwickelten E-Motor APP290, dessen Bezeichnung auf die achsparallele Position hinweist.

Die Beschleunigung von null auf 100 km/h variiert je nach Motorisierung: Der Epiq 35 benötigt 11,0 Sekunden, der Epiq 40 schafft es in 9,8 Sekunden, während die stärkste Version nur 7,4 Sekunden braucht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei den LFP-Modellen bei 150 km/h, das Topmodell erreicht 160 km/h. Beim Wechselstromladen sind alle drei Varianten auf 11 kW limitiert. Die DC-Ladeleistung unterscheidet sich deutlich: Der Epiq 35 lädt mit maximal 50 kW, der Epiq 40 mit 90 kW und der Epiq 55 mit 133 kW.

Für den Epiq 40 gibt die Marke eine Ladezeit von 28 Minuten für den Bereich von 10 bis 80 Prozent an, was einer durchschnittlichen Netto-Ladeleistung von 55,5 kW entspricht. Das Spitzenmodell benötigt für denselben Ladevorgang 23 Minuten, was im Schnitt 94 kW Netto-Ladeleistung bedeutet. Die LFP-Technologie gilt als robust und kostengünstig, weist jedoch eine geringere Energiedichte auf. Zudem liegt die Betriebstemperatur höher, was bei winterlichen Bedingungen mehr Energie für die Vorkonditionierung erfordert.

Moderne Assistenzsysteme und Fahrwerksabstimmung

Das Fahrwerk zeigt sich auf schlechten Straßen komfortabel abgestimmt. Trotz fehlender adaptiver Dämpfer bügelt die Abstimmung Schlaglöcher, Risse und Kopfsteinpflaster souverän glatt. Die Lenkung arbeitet ruhig und unauffällig. An der Hinterachse kommt eine Verbundlenker-Konstruktion zum Einsatz, die vor dem Hintergrund der Kostenoptimierung gewählt wurde. Bemerkenswert ist die Entscheidung, auch hinten Scheibenbremsen zu verbauen, obwohl dies in der Produktion teurer ausfällt und bei häufiger Rekuperation zu Rostbildung führen kann.

Das Bremsgefühl wirkt verbindlicher als bei früheren Modellen. Verantwortlich dafür ist eine neue mechatronische Einheit, bei der Bremskraftverstärker und Stabilitätsprogramm zusammengelegt wurden. Die stärkste Version mit 211 PS zeigt ein quirliges Fahrverhalten, wobei die Vorderräder bei Leistungsabruf mit Lenkwinkel auch auf trockenem Asphalt Schlupf erzeugen können – Reminiszenzen an sportliche GTI- oder RS-Modelle.

Bei den Assistenzsystemen setzt der Hersteller auf den Travel Assist 3.0, der einen adaptiven Spurhalteassistenten sowie eine aktive Reaktion auf erkannte Verkehrszeichen und Ampeln umfasst. Tägliche Online-Aktualisierungen der Verkehrszeichendaten sollen eine optimale Fahrzeugreaktion im dichten Verkehr gewährleisten. Neu ist der Cross Assist 2.0, der mit Radarsensoren in den Stoßfängern das Einfahren in unübersichtliche Kreuzungen unterstützt und vor herannahenden Fahrzeugen oder Radfahrern warnt. Der aktive Tempomat verfügt über eine Stoppfunktion an roten Ampeln.

Marktpositionierung und Verfügbarkeit

Der Epiq ist das erste Serienmodell der Marke, das alle Elemente der neuen Gestaltungssprache Modern Solid trägt. Er gehört zur Electric Urban Car Familie des Volkswagen-Konzerns und teilt sich die technische Basis mit dem Cupra Raval, dem VW ID. Polo und dem VW ID. Cross. Diese markenübergreifende Produktkampagne innerhalb der Volkswagen Brand Group Core zielt darauf ab, Einstiegsmodelle für die Elektromobilität auf den Markt zu bringen.

Als kleinstes batterieelektrisches Fahrzeug im Portfolio stellt der Epiq den Einstieg in die Elektro-Palette dar, während der kommende Siebensitzer Peaq das Angebot im oberen Segment stärken wird. Die Strategie sieht vor, das rein elektrische Portfolio in diesem Jahr zu verdoppeln. CEO Klaus Zellmer erklärt: „Mit dem Epiq macht die Marke die Elektromobilität noch zugänglicher, da er das dritte Modell in unserem wachsenden vollelektrischen Portfolio ist. Dieser smarte SUV-Crossover stellt eine bedeutende Erweiterung unserer Produktpalette dar und kombiniert attraktives Design, großzügiges Platzangebot und Erschwinglichkeit, um ganz neue Kundengruppen anzusprechen."

Konkrete Preise nennt der Hersteller noch nicht, deutet jedoch an, dass diese in vielen Märkten mit denen eines Kamiq mit Verbrennungsmotor vergleichbar sein werden. Der Einstieg liegt damit voraussichtlich bei etwa 25.000 Euro. Die offizielle Präsentation des Serienmodells erfolgt Mitte 2026, wobei zunächst die Top-Version mit 211 PS auf den Markt kommt. Die schwächeren Varianten mit 116 und 135 PS folgen später. Ob es analog zum VW ID. Polo GTI mit 166 kW auch eine RS-Version geben wird, ist derzeit nicht bestätigt, erscheint aber angesichts der RS-Modelle bei Elroq und Enyaq durchaus möglich.


Technische Daten im Überblick

MerkmalEpiq 35
AntriebFrontantrieb
MotorAPP290
Leistung85 kW (116 PS)
Drehmoment267 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h11,0 s
Höchstgeschwindigkeit150 km/h
Batteriekapazität brutto/netto38,5/37 kWh
BatterietypLFP
WLTP-Reichweite315 km
Verbrauchab 13,0 kWh/100 km
Ladeleistung AC11 kW
Ladeleistung DC50 kW
Ladezeit DC 10-80%k.A.
Länge4,17 m
Breite1,80 m
Höhe1,62 m
Radstand2,60 m
Kofferraumvolumen475-1.344 l
Leergewicht (inkl. Fahrer)1.542 kg
Luftwiderstandsbeiwert0,275
Wendekreis10,15 m

Auf einen Blick

  • Kompakter Elektro-Stromer mit 4,17 Metern Länge und 475 Litern Kofferraumvolumen auf neuer MEB+-Plattform mit Frontantrieb
  • Drei Leistungsstufen: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS) mit zwei Batterievarianten (38,5 kWh LFP oder 55 kWh NMC)
  • WLTP-Reichweiten von 315 Kilometern (LFP-Versionen) und 430 Kilometern (NMC-Version)
  • DC-Ladeleistungen zwischen 50 und 133 kW, Ladezeiten von 10 bis 80 Prozent in 23 bis 28 Minuten
  • Marktstart Mitte 2026 mit Preisen auf Kamiq-Niveau (ab ca. 25.000 Euro), zunächst nur Topmodell verfügbar

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