Renault Trafic E-Tech elektrisch feiert Premiere

Gute Fahrt

 · 11.05.2026

Renault Trafic E-Tech
Foto: Renault
Der neue Renault Trafic E-Tech elektrisch debütiert auf der Solutrans 2025 als erstes Renault-Modell mit SDV-Architektur und 800-Volt-Ladetechnik. Der vollelektrische Kastenwagen bietet bis zu 450 Kilometer Reichweite.

Elektrischer Transporter mit innovativer Architektur

Renault präsentiert auf der Solutrans 2025 in Lyon die Serienversion des neuen Trafic E-Tech elektrisch. Der vollelektrische Kastenwagen markiert einen technologischen Meilenstein für die Marke: Als erstes Renault-Fahrzeug basiert er auf der flexiblen SDV-Architektur (Software Defined Vehicle) von Ampere. Diese zentralisierte Software-Plattform ermöglicht Over-the-Air-Updates während der gesamten Fahrzeuglebensdauer, ähnlich wie bei Smartphones oder Laptops.

Die neue Architektur bringt fundamentale Veränderungen mit sich. Software prägt nicht mehr nur einzelne Funktionen, sondern das gesamte Fahrzeug. Das Betriebssystem CAR OS läuft mit Android Automotive OS und bietet Zugang zu zahlreichen aktuellen und künftigen Anwendungen. Nutzer können ihr Fahrzeug kontinuierlich um neue oder verbesserte Funktionen erweitern.

Erstmals setzt Renault bei einem Serienmodell auf 800-Volt-Technologie. An DC-Schnellladestationen lässt sich die Batterie in rund 20 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufladen. Dies entspricht einer zusätzlichen Reichweite von 260 Kilometern. Die Schnellladefähigkeit soll den elektrischen Arbeitsalltag deutlich vereinfachen und Standzeiten minimieren.

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Der Trafic E-Tech elektrisch ist das erste Modell einer neuen Familie vollelektrischer Nutzfahrzeuge. Nach dem Marktstart Ende 2026 folgen weitere Versionen als Plattformfahrgestell, Pritsche oder Cargo Box. Die Produktion erfolgt im Renault-Werk Sandouville in Frankreich, wo auch die Batterien montiert werden.

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Kompakte Abmessungen mit optimiertem Raumkonzept

Die neue vollelektrische Skateboard-Plattform ermöglicht ein optimales Verhältnis von Ladekapazität zu Platzbedarf. Der minimale vordere Überhang und der hinten eingebaute Antrieb resultieren in einem Wendekreis von 10,3 Metern – identisch mit dem des Clio. Diese Wendigkeit erleichtert das Manövrieren in engen Innenstädten erheblich.

Der Kastenwagen ist in zwei Längen erhältlich. Die Version L1 misst 4,87 Meter und bietet ein Ladevolumen von 5,1 Kubikmetern. Die L2-Variante erreicht bei 5,27 Metern Länge und einem um 40 Zentimeter verlängerten Radstand ein Ladevolumen von 5,8 Kubikmetern. Beide Versionen teilen sich eine Breite von 1,92 Metern.

Die auf 1,90 Meter reduzierte Gesamthöhe erlaubt problemlose Einfahrten in Tiefgaragen. Große seitliche und hintere Türen ermöglichen das einfache Beladen mit Europaletten. Die Nutzlast erreicht bis zu 1,25 Tonnen, die Anhängelast liegt bei zwei Tonnen. Diese Werte basieren auf einer noch ausstehenden Homologation.

Renault strebt beim Trafic E-Tech electric einen Anteil recycelter Materialien von über 23 Prozent an, einschließlich der Batterie. Bei Kunststoffen soll der Anteil über 15 Prozent liegen, was mehr als 40 Kilogramm entspricht. Die Polsterung besteht zu 50 Prozent aus recyceltem Twi-Jeans-Stoff. Diese Werte positionieren Renault deutlich über dem Marktdurchschnitt von neun Prozent.

Zwei Batterieoptionen für unterschiedliche Einsatzprofile

Renault bietet den Trafic mit zwei Batterievarianten an. Die große Batterie nutzt NMC-Technologie (Nickel-Mangan-Kobalt) und ermöglicht dank hoher Energiedichte eine maximale Reichweite von bis zu 450 Kilometern nach WLTP. Diese Batterie richtet sich an Kunden mit Langstreckeneinsätzen und steht ab Markteinführung zur Verfügung.

Für hauptsächlich städtische Einsätze entwickelte Renault eine Batterieversion mit LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat). Diese kommt ohne seltene Metalle wie Kobalt und Nickel aus und ermöglicht eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern nach WLTP. Die LFP-Variante wird zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt und soll zu einem besonders wettbewerbsfähigen Preis angeboten werden.

Alle Zellen werden in Europa hergestellt. Die Batterien entstehen im Werk Sandouville in Frankreich. Der neue Elektromotor wurde ebenfalls in Europa entwickelt, produziert 150 Kilowatt und 345 Newtonmeter. Die Kombination aus leistungsfähigem Motor und robuster Plattform ermöglicht die genannten Anhänge- und Nutzlasten.

Die 800-Volt-Technologie stellt eine wesentliche Innovation dar. Sie ermöglicht deutlich kürzere Ladezeiten als konventionelle 400-Volt-Systeme und erhöht die Flexibilität im gewerblichen Einsatz. Die Schnellladefähigkeit minimiert Standzeiten und maximiert die Verfügbarkeit der Fahrzeuge.

Modernes Design mit funktionalen Akzenten

Der Trafic E-Tech elektrisch zeigt ein modernes Design mit sehr kurzem vorderen Überhang, langem Radstand und aerodynamischer Karosserie im One-Box-Design. Ein Leuchtenband an der Front, das hinterleuchtete Logo und die Tagfahrleuchten erzeugen eine hochmoderne Lichtsignatur. Das Lichtband lässt die Frontpartie breiter erscheinen, während die Scheinwerfer darunter dezenter gestaltet sind.

Die Farbgebung unterstreicht die Ausgewogenheit des Designs. Einige Karosseriebereiche sind in Wagenfarbe gehalten, andere in Schwarz, um die robuste Stärke eines Nutzfahrzeugs zu betonen. Der vordere Stoßfänger besteht aus einem großen Teil mit schwarzer körniger Oberfläche, die ein Lasermuster aufweist – ein Markenzeichen des neuen Renault-Designs.

An den Seiten zeugen die unteren Schutzvorrichtungen aus schwarzem, genarbtem Kunststoff von der Robustheit angesichts starker Beanspruchungen im gewerblichen Einsatz. Die Lasermuster verbinden Funktionalität mit Ästhetik. Die Gürtellinie verleiht den Fahrzeugseiten einen dynamischen Touch und vermittelt mit ihren scheinbar zufälligen Unterbrechungen den Eindruck von Bewegung und Energie.

Der Trafic ist der erste Renault-Transporter mit einer Lichtsignatur am Heck. Sie ist dreidimensional geformt und besteht aus einer doppelten vertikalen Linie zu beiden Seiten der asymmetrischen Flügeltüren. Das Logo befindet sich direkt auf der Karosserie auf der rechten hinteren Tür. Der Trafic-Schriftzug auf der linken Seite ist in der neuen Schrift für die leichten Nutzfahrzeuge der Marke gehalten.

Cockpit mit digitaler Ausstattung

Im Cockpit erstreckt sich die zeitlose und robuste Röhrenform der Armaturentafel von einer Seite zur anderen. Zwei moderne Bildschirme prägen das Interieur: ein 10-Zoll-Kombiinstrument und ein 12-Zoll-Bildschirm in der Mitte, der klar auf den Fahrer ausgerichtet ist. Die Sitze sind mit einem Mix aus grauem Stoff und Jeansstoff bezogen, mit gelben Steppnähten auf dem grauen Stoff und weißen Nähten auf dem blauen Jeansstoff.

Der Stauraum erfüllt die anspruchsvollen Anforderungen von Gewerbekunden. Neben einem geschlossenen Handschuhfach gibt es im Cockpit eine Reihe offener unterteilter Fächer: drei Getränkehalter und ein Dokumentenhalter dem zentralen Bildschirm, drei Ablageflächen hinter dem Kombiinstrument, zwei kleine Fächer auf beiden Seiten des Lenkrads, ein tiefes Fach auf der Beifahrerseite sowie zwei Ablageebenen in den Türen.

Zwischen Armaturenbrett und Windschutzscheibe befindet sich ein großer Bereich für Notebooks, Jacken oder Blöcke. Dieser von außen und innen sichtbare Bereich besteht aus Naturfaser-Polypropylen-Verbundwerkstoff und spiegelt den nachhaltigen Charakter des Fahrzeugs wider.

Das neue OpenR-Multimediasystem wurde für den Einsatz in leichten Nutzfahrzeugen optimiert. Es verfügt über den größten Bildschirm innerhalb der LCV-Modellpalette von Renault und bietet eine speziell für Nutzfahrzeuge entwickelte Navigation. Diese berücksichtigt Abmessungen und Beladung des Fahrzeugs, um ungeeignete Routen zu vermeiden. Dank verbesserter Genauigkeit der Verbrauchsdaten schlägt das System optimierte Ladestopps vor.

Software-definierte Funktionen und Services

Die SDV-Architektur ermöglicht automatische und personalisierte Aktualisierungen. Die zentrale Software ist mit der Cloud verbunden und kann aus der Ferne und in Echtzeit aktualisiert werden. Kunden können ihr Fahrzeug während der gesamten Nutzungsdauer um neue oder verbesserte Funktionen erweitern. Zudem lassen sich personalisierte Angebote bereitstellen, die auf die tatsächliche Nutzung, die Fahrgewohnheiten und die Anforderungen der einzelnen Nutzer zugeschnitten sind.

Für Fahrzeuge mit spezifischen Funktionen wie Krankenwagen, Feuerwehrfahrzeuge, Polizeifahrzeuge oder Kühlfahrzeuge lassen sich spezielle Apps bereitstellen, die den Betrieb der einzelnen Komponenten steuern. Diese Lösung erweitert das bereits beim OpenR link System für den Renault Master verfügbare Konzept um die zusätzliche Intelligenz der SDV-Architektur. nehmen können ihr eigenes Betriebssystem in das bordeigene Multimediasystem integrieren, um in Echtzeit Informationen zu Auslieferungen an die Fahrer zu übermitteln. Fuhrparknutzer können sich in ihr Profil einloggen und auf eine personalisierte Schnittstelle mit ihren bevorzugten Fahrzeugeinstellungen und Apps zugreifen.

Die vorausschauende Wartung wird durch die unendlich größere Rechenkapazität und Intelligenz der SDV-Architektur noch präziser. Die Abnutzung bestimmter Teile lässt sich in Echtzeit verfolgen und eine Ferndiagnose einleiten, um Reparaturen zu planen oder, wenn möglich, Fehler direkt zu beheben. Diese Funktion ist besonders für Flottenmanager nützlich, die damit Kosten, Betriebszeit und Fahrzeugverfügbarkeit optimieren können.

Google-Integration und KI-Assistent

Das System verfügt über integrierte Google Services wie Google Assistant und den Google Play Store. Über Google Assistant können Fahrer auf intuitive Weise die Temperatur regeln, Notizen machen, das Radio steuern oder die neuesten Nachrichten oder das Wetter abfragen – ohne den Blick von der Straße zu nehmen. Der Google Play Store bietet einen stetig wachsenden Katalog von Anwendungen, die das Fahrerlebnis bereichern und auf dem 12-Zoll-Bildschirm dargestellt werden.

Je nach Markt sind bereits mehr als 100 Apps verfügbar, darunter der Internet-Browser Vivaldi, das Park-Bezahlsystem EasyPark, Amazon Music, Spotify und Deezer. Der Google KI-Assistent Gemini wird im Rahmen eines zukünftigen Updates die Sprachsteuerung Google Assistant ersetzen. Gemini ist ein dialogorientierter KI-Assistent: Nutzer müssen sich nicht mehr die genaue Formulierung merken, sondern können ganz natürlich mit Gemini sprechen, eine Unterhaltung führen und komplexere Aufgaben erledigen lassen.

Nutzer können Gemini auch mitten im Satz unterbrechen oder während eines Gesprächs nahtlos die Sprache wechseln. Gemini wird in allen Renault-Fahrzeugen mit OpenR link und integriertem Google verfügbar sein. Bereits auf der Straße befindliche Fahrzeuge erhalten die neue Funktion über ein Over-the-Air-Update.

Die My Renault App erleichtert die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Alltag. Sie ermöglicht das Planen von Ladevorgängen und Vorkonditionierung sowie das Überwachen der Reichweite. Nutzer können mit der App das Fahrzeug orten, überprüfen, ob die Türen verriegelt sind, oder den Wartungsplan nachverfolgen.

Sicherheit und digitale Personalisierung

Der Safety Coach nutzt die Daten der Sensoren und die künstliche Intelligenz des Fahrzeugs, um Gefahren und Risiken zu bewerten. Berücksichtigt werden die gefahrene Geschwindigkeit, der Sicherheitsabstand, das Fahren in der Spur, das Verhalten bei Spurwechseln sowie die Wachsamkeit. Auf der Grundlage der gesammelten Daten bewertet das System am Ende der Fahrt das Fahrverhalten mit maximal 100 Punkten (Safety Score) und gibt je nach Ergebnis Empfehlungen für eine sicherere Fahrweise.

Die Funktion Safety Monitor zeigt Informationen zum Fahrverhalten in Echtzeit direkt auf der Armaturentafel an. Dank des offenen Systemdesigns können Unternehmen ihr eigenes System in das Multimediasystem des Fahrzeugs integrieren. Lieferdienste können ihren Fahrern alle Informationen übermitteln, die sie auf ihren Touren benötigen (Uhrzeit, Route, Kontakte, Kommentare).

Fahrzeuge mit besonderen Funktionen wie Kühlfahrzeuge, Krankenwagen oder andere Sonderumbauten können die intelligente SDV-Architektur in vollem Umfang nutzen. Bei Kühlfahrzeugen wird zum Aufrechterhalten der Kühlkette ein vorausschauender Ansatz verfolgt, der sehr detaillierte Echtzeitinformationen wie die Außentemperatur und den tatsächlichen Stromverbrauch des Fahrzeugs berücksichtigt. Falls erforderlich, wird ein zusätzlicher Ladevorgang eingeplant, um die Kühlkette aufrechtzuerhalten.

Renault bietet für den neuen Trafic E-Tech elektrisch die Funktion Vehicle-to-Load (V2L) an. Dank V2L können externe Geräte wie Werkzeuge oder Computer mit Strom aus der Fahrzeugbatterie versorgt werden. Dafür gibt es Steckdosen im Fahrerhaus und im Laderaum; mithilfe eines Adapters kann dafür auch der Ladeanschluss des Fahrzeugs genutzt werden.

Produktion und Individualisierung

Der Trafic wird im Renault-Werk in Sandouville in Frankreich neben der Montagelinie des aktuellen Trafic mit Verbrennungsmotor produziert, der weiterhin im Angebot bleibt. In einem Gebäude in der Nähe des Hauptwerks werden auch Karosserien für Qstomize gebaut, die Renault-Tochter, die sich auf die Anpassung und den Umbau von leichten Nutzfahrzeugen spezialisiert hat.

Die neuen Renault Trafic E-Tech elektrisch mit Plattformfahrgestell, Pritsche, Kipper oder Cargo Box profitieren von kurzen Produktionszeiten, kontrollierten Kosten und einer vom Hersteller garantierten Qualität. Für kundenspezifische Umbauten steht ein europäisches Netzwerk von mehr als 300 zertifizierten Aufbauherstellern zur Verfügung, die eine nahezu unendliche Anzahl von Umbaulösungen anbieten können.

Die Möglichkeit, Software-definierte Fahrzeuge über die Cloud zu aktualisieren, bringt Vorteile in Bezug auf das Fahr- und Nutzererlebnis an Bord und steigert auch den Fahrzeugwert. Ein drei oder vier Jahre altes Fahrzeug, das kontinuierlich aktualisiert und um neue Funktionen erweitert wird, verliert weniger an Wert als ein konventionelles Fahrzeug. Dieser "Anti-Falten-Effekt" ist bei leichten Nutzfahrzeugen besonders nützlich, denn diese haben eine viel längere Lebensdauer als Pkw und werden intensiver genutzt.

Neue vernetzte Dienste werden den Trafic während seiner gesamten Lebensdauer bereichern und dazu beitragen, das Fahrerlebnis oder die Fahrzeugverwaltung kontinuierlich zu verbessern. Der neue Trafic wird voraussichtlich ab Ende 2026 auf die Straßen rollen.


Technische Daten im Überblick

BasisRenault Trafic, vierte Generation
BauartKastenwagen
PlattformSDV-Architektur (Software Defined Vehicle) von Ampere
AntriebElektromotor, 150 kW (204 PS), 345 Nm
BatterietechnologieNMC (Nickel-Mangan-Kobalt) oder LFP (Lithium-Eisenphosphat)
ReichweiteBis zu 450 km (WLTP, NMC) / bis zu 350 km (WLTP, LFP)
Ladetechnologie800-Volt-System
Schnellladung15-80% in ca. 20 Minuten (260 km Reichweite)
Länge L14,87 m
Länge L25,27 m
Breite1,92 m
Höhe1,90 m
Ladevolumen L15,1 m³
Ladevolumen L25,8 m³
Wendekreis10,3 m
NutzlastBis zu 1,25 t
Anhängelast2 t
Recycelte MaterialienÜber 23% (inkl. Batterie)
Recycelte KunststoffeÜber 15% (über 40 kg)
BetriebssystemCAR OS mit Android Automotive OS
Display Kombiinstrument10 Zoll
Display Multimedia12 Zoll
ProduktionRenault-Werk Sandouville, Frankreich
BatterieproduktionWerk Sandouville, Frankreich
MarktstartEnde 2026

Auf einen Blick

  • Erstes Renault-Modell mit SDV-Architektur und 800-Volt-Ladetechnik
  • Reichweite bis zu 450 Kilometer nach WLTP mit NMC-Batterie
  • Schnellladung in 20 Minuten von 15 auf 80 Prozent
  • Zwei Längen mit 5,1 oder 5,8 Kubikmetern Ladevolumen
  • Marktstart Ende 2026, Produktion in Frankreich

GUTE FAHRT Video-Empfehlungen zum Renault Trafic E-Tech elektrisch