Gute Fahrt
· 09.03.2026
Maren Springmann verantwortet als Chief Information Officer das digitale Rückgrat von Porsche. Gemeinsam mit rund 700 Mitarbeitenden steuert sie Systeme für Fahrzeugentwicklung, Vertriebsplattformen, Cybersicherheit und künstliche Intelligenz. Ihr Verantwortungsbereich erstreckt sich über nahezu alle digitalen Prozesse des Sportwagenherstellers.
Der Weg in die IT-Branche begann für Springmann mit einer deutlichen Minderheitenerfahrung. Zu Beginn ihres Informatikstudiums gehörte sie zu etwa drei Frauen in einem Hörsaal mit 200 männlichen Kommilitonen. Diese Situation habe sie nie ausgebremst, sei aber der erste Moment gewesen, in dem ihr die Unterrepräsentation von Frauen in ihrem Berufsfeld bewusst geworden sei.
Über verschiedene Automarken und internationale Märkte führte ihre Karriere die zweifache Mutter schließlich zu Porsche. Persönliche Diskriminierung habe sie nie erlebt, jedoch beobachtet, wie qualifizierte Frauen ohne ihre Beteiligung möglicherweise nicht eingestellt worden wären. Genau deshalb sei Diversität so wichtig – um solche Situationen von vornherein zu verhindern.
Mentoring ist für Springmann zur natürlichen Erweiterung dieser Überzeugung geworden. Lange habe sie gedacht, sich anpassen und männlicher werden zu müssen, um dazuzugehören. Diese Annahme sei jedoch falsch gewesen. Heute ermutigt sie Frauen in der Tech-Welt, emotionale Intelligenz als treibende Kraft zu begreifen, die Türen öffne, Wandel ermögliche und echte Führung auszeichne. Viel von diesem Selbstbewusstsein führt sie auf ihre Mutter zurück, die nie in Klischees gedacht und sie in allen Vorhaben unterstützt habe.
Anna Zahlava gehörte als Tennisspielerin zu den besten der Welt. Sie trat bei allen Grand-Slam-Turnieren der WTA an und erreichte Platz 145 in der Doppel- sowie Platz 184 in der Einzel-Weltrangliste. Mehrmals spielte sie beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart, wo erstmals die Idee einer Karriere jenseits des Sports konkrete Form annahm.
Nach ihrer Rückkehr aus der Elternzeit bringt sie heute eine neue Perspektive in ihre Arbeit ein. Als Product Ownerin der My Porsche App verantwortet Zahlava die Integration von Ladelösungen. An der Schnittstelle von digitaler Innovation und Alltagstauglichkeit vernetzt sie Entwickler, Designer und Manager. Ihre Aufgabe besteht darin, komplexe Systeme in intuitive Kundenerlebnisse zu übersetzen.
In Meetings ist sie häufig eine der wenigen Frauen – ein Spiegelbild der noch immer stark männlich geprägten Tech- und IT-Landschaft. Ausgebremst habe sie sich dadurch nie gefühlt. Im Gegenteil: Sie fühle sich für das anerkannt, was sie einbringe. Der Tennissport habe sie gelehrt, dass sich Momentum schnell verändern könne. Man lerne, sich neu zu fokussieren und weiterzugehen.
Diese Haltung prägt ihre Arbeit in einem der sich am schnellsten entwickelnden Bereiche bei Porsche. Fokussierung und Disziplin, die sie in der Weltrangliste nach oben führten, sowie die Erfahrungen als Mutter eines kleinen Sohnes haben ihre Geduld, Resilienz und die Fähigkeit gestärkt, Druck neu zu priorisieren. Beide Rollen – Profisportlerin und Product Ownerin – erfordern die Bereitschaft, agil zu bleiben und für den nächsten Aufschlag bereit zu sein.
Samantha Balzano erinnert sich daran, wie sie als Kind auf der Straße einen Porsche sah und sich automatisch umdrehte. Die Leiterin der Innenkarosserie-Entwicklung kam vor 28 Jahren zu Porsche – zu einer Zeit, in der nur sehr wenige Frauen in der Produktion arbeiteten. Ihr Geschlecht habe sie jedoch nie als Hindernis empfunden – weder als Kind in der Werkstatt ihres Großvaters noch später während ihrer Ingenieurkarriere.
Balzano wurde stets von Kollegen unterstützt, die Kompetenz und Engagement höher schätzten als Klischees. Sie habe ausschließlich eine starke Kultur des Respekts, der Zusammenarbeit und eines echten Interesses an unterschiedlichen Perspektiven erlebt. Als erste Frau überhaupt wurde sie zur Teamleiterin in der Produktion von Porsche ernannt. Je vielfältiger Teams würden, desto mehr profitierten alle – und sie sei stolz darauf, zu dieser Entwicklung beizutragen.
Die Begeisterung für das Automobil begann bei ihrem Großvater – einem Techniker, der Motorradrennen fuhr. Sie habe alles an diesem technischen Umfeld geliebt. Heute ist dieser frühe Funke sowohl Beruf als auch Leidenschaft: Balzanos Team entwickelt vom Gepäckraum über Teppiche bis zur Akustik alles für den Innenraum – immer mit Blick auf die Kundenbedürfnisse. In dieser Branche sei kein Platz für Schwäche. Man müsse stets auf höchstem Niveau arbeiten.
Auch heute noch dreht sie sich nach dem 911 um – besonders, wenn es ein GTS sei. Wenn sie einen neuen Porsche auf der Straße sehe, in dem Wissen, dass sie ihn mitgestaltet habe, sei diese kindliche Magie immer noch da.
Bei Porsche Cars North America gestaltet Ayesha Coker, wie die Marke erlebt wird. Als Marketingchefin verantwortet sie Kundenbeziehungsmanagement, Marketingkommunikation, Händlermarketing, die Porsche Track Experience sowie die Porsche Experience Center in Atlanta und Los Angeles. Hinzu kommen nationale Erlebnis- und Motorsportprogramme. Ihr Ziel besteht darin sicherzustellen, dass jeder Kundenkontakt die Performance und Emotion widerspiegelt, die Porsche ausmachen.
Coker begann ihre Karriere 2010 in einer Einstiegsposition im Eventbereich und arbeitete sich in den folgenden zwölf Jahren kontinuierlich durch die Führungsebenen. 2022 wurde sie Mitglied des US-Vorstands – als erste afroamerikanische Frau in der Geschichte des Unternehmens. Ein Meilenstein, der weit über ihre Familie und ihr Kollegium hinaus Wirkung zeigte und auch die Community berührte, die sie repräsentiert.
Geprägt wurde sie von den Frauen in ihrer Familie. Sie hätten Karriere, Haushalt und ehrenamtliches Engagement miteinander vereint, ohne jemals ihre Ansprüche zu senken. Sie hätten nicht viel über Resilienz gesprochen – sie hätten sie gelebt. Schon früh habe sie verstanden: Exzellenz sei keine Option, sondern Erwartung gewesen.
Diese Überzeugung prägt bis heute ihren Führungsstil. Für Coker bedeutet echter Fortschritt, vielfältige Perspektiven bewusst zu stärken und Räume zu schaffen, in denen Menschen ihr volles Potenzial einbringen können. Innovation entstehe nicht im Alleingang, sondern durch Neugier, den Mut, anders zu denken, und durch Teams, in die man investiere und an die man glaube. Ihr Fokus liegt auf dem Vermächtnis, das sie aufbaut – einem, in dem kulturelle Kompetenz und strategische Konsequenz Türen für die nächste Generation öffnen.
Jede Person, die in einem neuen Cayenne oder Macan Platz nimmt, erlebt Carolina Maags Arbeit unmittelbar. Als sie 2019 als Event-Praktikantin bei Porsche begann, war sie sich nicht einmal sicher, ob sie eingestellt werden würde. Sieben Jahre später ist Maag als Gesamt-Projektleiterin HMI verantwortlich für alles, was Fahrer auf den Bildschirmen im Fahrzeug sehen und bedienen – vom Instrumentencluster bis zum Zentraldisplay.
Ihr Weg sei keine gerade Linie gewesen, sondern ständiger Wandel und Weiterentwicklung. Der Schritt in komplexe Softwareprojekte erforderte technisches Wachstum und Selbstvertrauen. Alles, woran sie arbeitet, soll intuitiv und immersiv sein – ob es sich um 3D-Visualisierungen des eigenen Fahrzeugs handelt, das auf dem Bildschirm zum Leben erwacht, oder Widgets, die direkten und ablenkungsfreien Zugriff auf Lieblings-Apps ermöglichen.
In einem Umfeld, das sie selbst als noch immer stark männlich geprägt beschreibt, hat sie ihre Stärke in der Kommunikation gefunden. Sie koordiniert die Beiträge von mehr als 100 Kollegen. Ihre größte Fähigkeit sei es, eine Übersetzerin zu sein – unterschiedliche Persönlichkeiten und Hierarchieebenen zusammenzubringen, um das beste Produkt für die Kunden zu liefern.
Maag schreibt ihren Führungsstil ihren Eltern zu: Ihr Feingefühl komme von ihrer Mutter, ihr ausgeprägter Business-Fokus von ihrem Vater. Zuhause hat ihr diese Mischung einen Spitznamen eingebracht: Ihr Mann nennt sie liebevoll das menschliche Bedienhandbuch – die Person, die nicht nur erklären kann, wie etwas funktioniert, sondern auch warum.
Leistungssport stand für Nina Braack schon immer im Mittelpunkt. Zehn Jahre lang spielte sie professionell Volleyball in der ersten und zweiten Bundesliga – parallel dazu absolvierte sie einen Master in Unternehmenskommunikation. Diese Kombination aus sportlichem Ehrgeiz und strategischem Denken prägte sie lange bevor sie 2022 zu Porsche kam.
Heute verantwortet Braack als Managerin Esports bei Porsche Motorsport das Porsche Coanda Esports Racing Team – ein Werksteam, das in der höchsten Liga des Simracing antritt. Für sie ist Esports weit mehr als Gaming: Es sei eine ernstzunehmende Motorsportdisziplin, die Porsche mit einer technikaffinen, globalen Zielgruppe verbinde und das traditionsreiche Rennsportengagement der Marke sinnvoll ergänze.
Zwar sei die Branche nach wie vor stark männlich geprägt, doch Geschlechterrollen hätten für Braack keine Bedeutung. Im Wettkampf müsse man die beste Version seiner selbst sein. Es zähle nicht, mit wem man spiele oder gegen wen – und genau so sei es heute in ihrer Rolle. Auch wenn sie bei internationalen Veranstaltungen oft eine von nur wenigen Frauen sei, sehe sie darin kein Hindernis. Entscheidend sei der Einsatz.
Tatsächlich gilt Esports als Bereich, der den Zugang zum Motorsport erweitert und Menschen neue Chancen eröffnet, die sich dort zuvor vielleicht nicht gesehen haben. Ihr Rat an junge Frauen ist klar: Man solle Ja sagen und die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten. Wenn etwas nicht passe, könne man den Weg später immer noch anpassen – aber zuerst müsse man den Schritt nach vorne wagen.
Porsche setzt sich konsequent für Chancengleichheit und eine Unternehmenskultur ein, in der Vielfalt als zentraler Erfolgsfaktor verstanden und strategisch verankert ist. Der Weltfrauentag bedeutet bei Porsche nicht, einfach nur einen Tag im Kalender hervorzuheben. Er steht für die Anerkennung von Talent, Leidenschaft und Expertise – an 365 Tagen im Jahr.
Ein diverses Arbeitsumfeld stärke Innovationskraft, Leistungsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. In der gesamten Porsche-Welt – von Entwicklung und IT über Marketing bis hin zum Motorsport – gestalten Frauen auf vielen Ebenen die Zukunft des Sportwagenherstellers mit. Ob sie globale Teams führen und Kundenerlebnisse neu definieren oder Innenräume und digitale Ökosysteme der nächsten Generation entwickeln: Ihr Einfluss reicht in alle Bereiche des Unternehmens und ist für alle Kunden spürbar.
Die vorgestellten Frauen sind nur eine kleine Auswahl der starken Persönlichkeiten, die Porsche heute prägen – und Generationen von Frauen inspirieren, die folgen werden. Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedliche Werdegänge und Perspektiven zu Innovation und Exzellenz beitragen. Von der Werkstatt des Großvaters über den Tenniscourt bis zum Volleyball-Bundesliga-Parkett führten verschiedene Wege zu Porsche.
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Für Porsche ist dies Anlass, die Leistungen von Frauen im Unternehmen sichtbar zu machen und gleichzeitig das Engagement für Geschlechtergleichstellung zu unterstreichen. Die strategische Verankerung von Diversität zeigt sich in konkreten Karrierewegen und Führungspositionen, die Frauen heute bei Porsche innehaben.