Gute Fahrt
· 16.01.2026
Am 5. April 1959 beginnt die Erfolgsgeschichte von Porsche in Daytona. Keine zwei Monate nach der offiziellen Eröffnung des Daytona International Speedway findet das erste Sportwagenrennen statt. Die Veranstaltung dem Dach des United States Auto Club wird bereits damals auf einer Kombination aus NASCAR-Oval und Infield-Strecke ausgetragen. Das ursprünglich auf 1.000 Kilometer angesetzte Rennen endet nach sechs Stunden wegen einbrechender Dunkelheit vorzeitig. Die Sieger kommen aus Argentinien und pilotieren einen Porsche 718 RSK: Roberto Mieres und Antonio von Döry gewinnen vor dem Porsche der beiden Amerikaner Bob Said und Art Bunker. Aufgrund des anderen Veranstalters taucht dieses Rennen nicht in den offiziellen IMSA-Statistiken auf.
Die IMSA setzt in ihrer Geschichtsschreibung im Jahr 1962 an. Der damalige Meisterschaftslauf ist noch kein 24-Stunden-Rennen. In jenem Jahr sowie in der Folgesaison geht das Sportwagenrennen jeweils über drei Stunden, in den beiden Folgejahren über eine Distanz von 2.000 Kilometern. Zweimal rund um die Uhr fahren die Rennautos in Daytona erstmals in der Saison 1966. Bis zum ersten Gesamttriumph eines Porsche dauert es nur bis zum 4. Februar 1968. der Nennung des Werksteams Porsche System Engineering überquert ein 907 LH mit großem Abstand als Gewinner den Zielstrich, gefolgt von zwei baugleichen Autos.
Eine Kuriosität prägt den Sieg: Auf Anweisung des damaligen Porsche-Rennleiters Huschke von Hanstein springen in der Schlussphase auch die Werkspiloten Jo Siffert, Rolf Stommelen und Hans Herrmann für jeweils fünf Runden in die führende Startnummer 54 von Vic Elford und Jochen Neerpasch. Damit gilt das Trio ebenfalls als Sieger des Rennens. Siffert und Herrmann steigen zudem als Zweitplatzierte ein weiteres Mal auf das Podest. Diese ungewöhnliche Vorgehensweise zeigt die besondere Herangehensweise von Porsche an den Motorsport in dieser Ära.
Zum Start in die 1970er-Jahre setzt der Porsche 917 KH der Nennung von John Wyer Engineering das Maß der Dinge. Die pfeilschnellen Rennwagen aus Weissach gewinnen die 24 Stunden von Daytona 1970 und 1971 in der legendären Gulf-Lackierung. Pedro Rodriguez, Leo Kinnunen und Brian Redman triumphieren 1970, gefolgt vom Erfolg 1971. Beide Male liefern sich die Porsche einen begeisternden Kampf mit Ferrari. Auf ein nur sechsstündiges Rennen 1972 folgt im Jahr darauf der nächste Porsche-Triumph mit einem völlig anderen Fahrzeugkonzept.
Der Porsche 911 Carrera RSR des Daytona-Rekordsiegers Hurley Haywood und seines kongenialen Partners und Brumos-Chefs Peter Gregg bezwingt 1973 die große Konkurrenz. Es sei der erste Sieg des legendären Teams Brumos Porsche, das die Geschichte von Daytona wie kein zweites präge. 1975 und 1977 folgen weitere Erfolge des 911 Carrera RSR. Es schließt sich eine unvergleichliche Siegesserie an, die bis ins Jahr 1987 anhält: zunächst mit Derivaten des 935, dann mit dem 962. Einzig unterbrochen werde diese Serie von einem Triumph eines March im Jahr 1984, allerdings angetrieben von einem Porsche-Motor.
Von 1985 bis 1991 fahren die Sieger einen Porsche 962 mit dem Beinamen IMSA. „Die Porsche-Ingenieure hatten damals auf jede Problemstellung eine innovative Antwort", erinnert sich Hurley Haywood, fünfmaliger Gesamtsieger der 24 Stunden von Daytona. Er nennt den 962 als Beispiel: „Das Auto war die Antwort auf die Tatsache, dass die IMSA den Porsche 956 in Nordamerika nicht zuließ, weil dort die Füße des Fahrers vor der Vorderachse lagen. Porsche verlegte die Sitzposition kurzerhand nach hinten, verlängerte den Radstand – so war mit dem 962 eines der erfolgreichsten Rennautos aller Zeiten geboren."
Diese Erfolge und der Triumph des Kremer-K8 mit Porsche-Power im Heck führen die grandiose Geschichte von Porsche in Daytona in den späten 1980ern und in den 1990er-Jahren fort. Ein bis heute kaum fassbares Glanzlicht folgt 2003: Gegen die nominell übermächtigen Daytona-Prototypen der Topklasse fährt der Porsche 911 GT3 RS zum Gesamtsieg. Die beiden Amerikaner Kevin Buckler und Michael Schrom teilen sich den Elfer der Racer's Group mit den heutigen Porsche-Markenbotschaftern Timo Bernhard und Jörg Bergmeister.
„Wir hatten bereits früh im Rennen einige Runden Vorsprung – aber keinesfalls so, dass wir uns ausruhen und das Auto nur noch ins Ziel hätten tragen können. Im Gegenteil: Wir waren in einer Situation, die wir uns niemals vorgestellt hatten. Mit einem GT-Auto auf Kurs zum Gesamtsieg? Eigentlich undenkbar", erinnert sich Bergmeister. „In der Nacht hatten wir an der Box ein Gespräch nach dem Motto: ‚Unglaublich, aber hier geht was!' Erst da reifte anfängliche Verwunderung zu einem konkreten und letztlich erfolgreichen Plan", ergänzt Bernhard.
Von 2000 bis 2020 trage sich Porsche während der lang andauernden Geschichte der Daytona-Prototypen zwei weitere Male als Motorenpartner in die Siegerliste ein. Nach einem Intermezzo mit DPi-Fahrzeugen gebe es endlich ein gemeinsames technisches Reglement mit der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC. Porsche entwickle gemeinsam mit Partnern den Hybridprototypen 963 und setze diesen ab 2023 dem Banner von Porsche Penske Motorsport sowohl in der WM als auch in der IMSA-Serie ein.
Vor allem in Nordamerika gelinge dies mit riesigem Erfolg: Daytona-Siege in 2024 und 2025, in beiden Jahren Gewinn aller GTP-Meistertitel. Felipe Nasr, Nick Tandy und Laurens Vanthoor triumphieren 2025 mit dem Porsche 963. Die Erfolgsbilanz des Hybridprototypen in der IMSA-Serie sei beeindruckend. Das Fahrzeug kombiniere einen Verbrennungsmotor mit elektrischer Unterstützung und erfülle die aktuellen LMDh-Regularien.
„Wir wollen mehr", stellt Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport, mit Blick auf die neue Saison klar. „Im Jubiläumsjahr von Porsche Motorsport und zum 60. Geburtstag von Team Penske haben wir klare Ziele: Dritter Daytona-Sieg in Folge mit dem Porsche 963 und wir wollen auch in 2026 um Titel in der IMSA-Serie kämpfen." Die Ambitionen seien eindeutig formuliert. Porsche Penske Motorsport gehe als Titelverteidiger in die neue Saison und wolle die Dominanz fortsetzen.
Die Geschichte von Porsche in Daytona umspanne mittlerweile 67 Jahre. Von den frühen Erfolgen mit dem 718 RSK über die Dominanz des 917 und 935 bis hin zu den modernen Hybridprototypen habe sich die Marke aus Weissach als Rekordsieger etabliert. Mit 27 Gesamtsiegen und unzähligen Klassensiegen sei Porsche der erfolgreichste Hersteller in der Geschichte der 24 Stunden von Daytona. Die Kombination aus technischer Innovation, strategischer Weitsicht und herausragenden Fahrern habe diese Erfolgsgeschichte ermöglicht. Der Porsche 963 solle diese Tradition 2026 fortschreiben.
| Erster Sieg | 1959 (718 RSK) |
| Erster 24h-Gesamtsieg | 1968 (907 LH) |
| Gesamtsiege 1970er | 917 KH (1970, 1971), 911 Carrera RSR (1973, 1975, 1977) |
| Gesamtsiege 1980er | 935 und 962 (1978-1987, 1989, 1991) |
| Gesamtsiege 2000er | 911 GT3 RS (2003) |
| Gesamtsiege 2020er | 963 (2024, 2025) |
| Rekordsieger | Hurley Haywood (5 Gesamtsiege) |