Mercedes-Benz Baureihe 123 feiert 50 Jahre

Gute Fahrt

 · 18.02.2026

Mercedes-Benz 230 der Baureihe 123
Foto: Mercedes-Benz AG - Mercedes-Benz Classic Communications
Die Mercedes-Benz Baureihe 123 feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Zwischen 1976 und 1986 entstanden fast 2,7 Millionen Fahrzeuge. Heute zählt der Vorgänger der E-Klasse zu den beliebtesten Klassikern Deutschlands.

Pressepremiere in Südfrankreich markiert Meilenstein

Im Januar 1976 präsentierte Mercedes-Benz in Bandol an der südfranzösischen Küste die neue Baureihe 123. Die Resonanz der Fachpresse fiel überwältigend aus. Noch vor dem offiziellen Verkaufsstart sei die komplette Jahresproduktion bereits vergriffen gewesen, berichtet der Hersteller. Die Journalisten hätten vor allem die sachlichen Qualitäten hervorgehoben: maximale aktive und passive Sicherheit in einem ausgewogenen, unaufgeregten Design. Das Fachmagazin „auto motor und sport" titelte in seiner Ausgabe 3/1976 mit „Evolution nach Maß" und vergab das Urteil „überdurchschnittlich gut". Als entscheidende Faktoren nannte das Blatt „wohldosierten Fortschritt, gezielte Weiterentwicklung und die kompromisslose Bereitschaft zur Qualität".

Die neue obere Mittelklasse orientierte sich konzeptionell stark an der damaligen S-Klasse der Baureihe W 116. Mercedes-Benz übertrug deren hochwertiges Finish ebenso wie die exzellente Fahrwerksabstimmung auf den kleineren Bruder. Das großzügige Raumgefühl im Inneren, eine neu entwickelte Sicherheitslenksäule und direkt an den Sitzbeschlägen montierte Gurtschlösser zählten zur Serienausstattung. Ab 1980 bot der Hersteller bereits das Antiblockiersystem ABS für die Baureihe 123 an. Zwei Jahre später folgte der Fahrerairbag als weitere Sicherheitsinnovation. Diese konsequente Ausrichtung auf Sicherheit und Zuverlässigkeit prägte das Image der Baureihe nachhaltig.

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Vielfältige Karosserieformen für unterschiedliche Bedürfnisse

Rund ein Jahr nach der Limousinen-Premiere erweiterte Mercedes-Benz im Frühjahr 1977 das Angebot um das Coupé mit der internen Bezeichnung C 123. Im September desselben Jahres folgte eine für die Marke völlig neue Karosserieform: das T-Modell (S 123). Mit diesem Kombi definierte Mercedes-Benz die Fahrzeuggattung grundlegend neu. Der Schwerpunkt lag auf Freizeit und Sport, was sich in der praktischen Raumaufteilung und der variablen Ladekapazität widerspiegelte. Ergänzt wurde das Portfolio durch lange Limousinen der Baureihe V 123 sowie teilkarossierte Fahrgestelle (F 123) für Sonderaufbauten.

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Die Motorenpalette reichte vom sparsamen 200 D, der besonders als Taxi große Verbreitung fand, über den innovativen 300 D Turbodiesel bis zum sportlichen 280 E mit seinem kraftvollen Reihensechszylinder. Unabhängig von der gewählten Motorisierung vermittelte jeder W 123 eine klare Botschaft: diskret zur Schau gestellter Wohlstand ohne kurzlebige Effekthascherei. Leistung ohne Prunk, Komfort ohne Pomp – diese Philosophie machte die Baureihe zum Symbol deutscher Automobilkultur. Bis 1986 verließen fast 2,7 Millionen Fahrzeuge die Produktionsstätten. Damit wurde die Baureihe 123 zur bis dahin erfolgreichsten in der Geschichte von Mercedes-Benz.

Rallyeerfolg beweist außergewöhnliche Robustheit

Im Jahr 1977 stellte die Baureihe 123 ihre Zuverlässigkeit extremen Bedingungen Beweis. Bei der Langstreckenrallye London–Sydney mussten die Teilnehmer sechseinhalb Wochen lang und über 30.000 Kilometer durch Europa, Asien und Australien navigieren. Zwei Mercedes-Benz 280 E setzten sich gegen eine starke internationale Konkurrenz durch. Das Siegerfahrzeug des Teams Andrew Cowan, Colin Malkin und Mike Broad sei heute im Mercedes-Benz Museum ausgestellt, teilt der Hersteller mit. Dieser Triumph habe die kompromisslose Zähigkeit und Zuverlässigkeit der Baureihe eindrucksvoll demonstriert.

Bereits 1982 bot Mercedes-Benz einen bivalenten Motor an, der sowohl Flüssiggas als auch Benzin nutzen konnte. In Versuchsfahrzeugen erprobte das Unternehmen zudem Wasserstoffantriebe sowie batterieelektrische Systeme. Die Baureihe 123 verwies damit schon vor einem halben Jahrhundert auf künftige Entwicklungen in der Antriebstechnik. Diese Innovationsfreude bei gleichzeitiger Konzentration auf bewährte Qualität machte den W 123 zu einem Fahrzeug, das Tradition und Fortschritt vereinte.

Umfassendes Ersatzteilprogramm sichert Weiterbetrieb

Von Beginn an konstruierte Mercedes-Benz den W 123 auf Wartungs- und Servicefreundlichkeit, Dauerhaftigkeit und Qualität. Diese Auslegung führte zu hohen Wiederverkaufswerten und dazu, dass bis heute zahlreiche Fahrzeuge der Baureihe als gepflegte Klassiker im Straßenverkehr anzutreffen seien. Mercedes-Benz Classic Original-Teile biete ein umfassendes Programm von Ersatz- und Verschleißteilen für die Baureihe 123 an, erklärt der Hersteller. Die Teile seien nach Herstellerspezifikationen gefertigt und über das weltweite Vertriebsnetz in der Regel innerhalb von 24 Stunden verfügbar.

Das Teileprogramm reiche von Details wie dem Sicherungsknopf der Türverriegelung (Teilenummer A 110 760 05 65 9051) bis zu sicherheitsrelevanten Komponenten wie den vorderen Bremssätteln (links: A 123 420 05 83, rechts: A 123 420 06 83). Ebenso erhältlich seien die Frontscheibe des Coupés (A 123 671 05 10) und die für alle drei Karosserieformen passenden vorderen Kotflügel (links: A 123 880 05 18, rechts: A 123 880 06 18). Zu den motorspezifischen Teilen für den M 102 gehörten die Kurbelwelle (A 102 030 21 01) und die Nockenwelle (A 102 050 02 01). Nach längerer Zeit seien die Zündkerzen (A 003 159 10 03 26) für den Motor M 110 in den Topmodellen 280 und 280 E wieder lieferbar. Ebenso wieder verfügbar sei der Ersatzschlüssel (A 000 760 08 06), der nach Vorlage des Fahrzeugscheins in der Niederlassung passend zur Schließanlage gefertigt werde.

Attraktive Fahrzeuge im Classic-Handel verfügbar

Der Mercedes-Benz Classic Fahrzeughandel biete regelmäßig attraktive, von Hand verlesene Exemplare der Baureihe 123 an. Aktuell sei ein 1984 gebauter 230 TE in Eibengrün gelistet, ein außergewöhnlich originales Fahrzeug mit nur 52.000 Kilometern Gesamtlaufleistung. Interessenten fänden weitere Informationen www.mercedes-benz.com/oldtimer.

Die Baureihe 123 habe sich ab den späten 1980er-Jahren sukzessive vom Gebrauchtwagen zum beliebten Youngtimer und schließlich zum vielseitigen Klassiker entwickelt. Heute zähle der W 123 zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Klassikern in Deutschland und darüber hinaus. Die leidenschaftliche Zuneigung der Fans speise sich aus der zeitlosen Substanz und selbstverständlichen Solidität, die der Vorgänger der E-Klasse verkörpere. Diese Werte hätten die Baureihe 123 zu einem automobilen Kulturgut gemacht, das auch nach fünf Jahrzehnten nichts von seiner Faszination verloren habe.


Im Überblick

BaureiheMercedes-Benz W 123
Bauzeit1976-1986
KarosserieformenLimousine (W 123), Coupé (C 123), T-Modell (S 123), Langversion (V 123), Fahrgestell (F 123)
Gesamtproduktion2.696.915 Fahrzeuge
Limousinen-Produktion2.375.440 Stück
Häufigster Typ240 D mit 448.986 Fahrzeugen
Seltenster Typ280 C Coupé mit 3.704 Fahrzeugen
Motorenpalette200 D bis 280 E
SicherheitsausstattungABS ab 1980, Fahrerairbag ab 1982

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