Gute Fahrt
· 19.05.2026
Auf der Messe „Motability Scheme Live" in Birmingham präsentiert Kia eine neue Variante seines Elektro-Kleinbusses PV5 Passenger. Der PV5 WAV (Wheelchair Accessible Vehicle) richtet sich gezielt an Rollstuhlfahrer und deren Mobilitätsbedürfnisse. Die Markteinführung erfolgt nach dem geplanten Produktionsstart Mitte Juli 2026, ein konkreter Verkaufstermin steht noch aus.
Das Fahrzeug entsteht im Rahmen der Kia-Umbaustrategie „Made-In-Plant" (MIP). Dabei handelt es sich um einen Ansatz, bei dem Fahrzeugvarianten entweder direkt auf den regulären Fertigungslinien oder in einem speziellen Umbauzentrum des Herstellers entstehen. Diese Vorgehensweise soll einheitliche Qualitätsstandards gewährleisten und eine skalierbare Produktion für die europäischen Märkte ermöglichen.
Die Basis bildet der Ende 2025 eingeführte PV5 Passenger mit 2-0-3-Sitzanordnung, der bei den „What Car? Van and Commercial Vehicle Awards 2026" als „Best Van-Based MPV" ausgezeichnet wurde. Das Fahrzeug basiert auf der Kia-Plattform E-GMP.S (Electric Global Modular Platform for Service), die laut Hersteller Langlebigkeit, Modularität und fortschrittliche Konnektivität biete. Die Integration in Flottenmanagementsysteme sei ebenfalls vorgesehen.
Das zentrale Merkmal des PV5 WAV stellt die seitlich angebrachte Rampe dar. Nach Angaben des Herstellers handele es sich dabei um eine im S-Van-Segment bisher einzigartige Konfiguration. Die Konstruktion ermöglicht Rollstuhlfahrern einen direkten Zugang vom Straßenrand aus, ohne dass das Fahrzeug umständlich positioniert werden muss.
Ein zweiteiliges, teleskopartig ausziehbares Rampensystem passt sich unterschiedlichen Straßen- und Gehwegbedingungen an. Die maximale Steigung beträgt 13,1 Grad. Bei einer 15 Zentimeter hohen Bordsteinkante reduziert sich die Neigung auf 11 Grad. Diese Werte sollen einen sicheren und komfortablen Ein- und Ausstieg gewährleisten.
Die räumliche Anordnung sei für innerstädtische Mobilitätsanwendungen optimiert worden. Dazu zählen laut Kia Privattransporte, Taxidienste und Shuttle-Betrieb. Der zentral positionierte Rollstuhlplatz schaffe eine integrierende Kabinenumgebung für alle Insassen. Eine asymmetrisch geteilte, hochklappbare Sitzbank im Fond ermöglicht es einer Begleitperson mitzufahren. Die 40:60-Teilung bietet dabei verschiedene Nutzungsmöglichkeiten.
Der PV5 WAV bietet zwei grundlegende Sitzkonfigurationen. In der 2-0-1-Anordnung steht der zentrale Bereich für einen Rollstuhl zur Verfügung, während zwei Personen vorne und eine Person auf der Rückbank Platz finden. Alternativ lässt sich das Fahrzeug in einer 2-0-3-Konfiguration für den Standard-Personentransport nutzen, wenn kein Rollstuhl transportiert werden muss.
Der Innenraum verfügt über verstärkte Bodenstrukturen, die eine hohe Strapazierfähigkeit gewährleisten sollen. Ein integriertes Verankerungssystem dient der sicheren Positionierung des Rollstuhls während der Fahrt. Diese Konstruktion entspricht den Anforderungen für den gewerblichen und privaten Einsatz.
Ergänzend zum PV5 WAV mit seitlichem Zugang bietet Kia eine weitere rollstuhlgerechte Variante an. Der in Zusammenarbeit mit AMF-Bruns entwickelte PV5 ermöglicht den Zugang über eine Heckrampe. Dieses seit März erhältliche Modell bietet flexible Sitzkonfigurationen für bis zu sieben Passagiere ohne Rollstuhl oder fünf Passagiere plus einen Rollstuhlfahrer. Beide Lösungen richten sich an unterschiedliche Anwendungsfälle und gesetzliche Anforderungen in den europäischen Märkten.
| Basis | Kia PV5 Passenger |
| Bauart | Elektro-Kleinbus |
| Plattform | E-GMP.S (Electric Global Modular Platform for Service) |
| Zugangsart | Seitliche Teleskoprampe |
| Rampenneigung | maximal 13,1 Grad (11 Grad bei 15 cm Bordstein) |
| Sitzkonfiguration 1 | 2-0-1 (mit Rollstuhlplatz) |
| Sitzkonfiguration 2 | 2-0-3 (Standard-Personentransport) |
| Fondsitzbank | asymmetrisch geteilt 40:60, hochklappbar |
| Produktionsstart | Mitte Juli 2026 |