Kompaktes Elektro-SUV Kia EV2 wird bezahlbar

Gute Fahrt

 · 08.04.2026

Kia EV2
Foto: Kia
Der neue Kia EV2 kommt ab April zu einem Startpreis von 26.600 Euro auf den Markt. Das kompakte Elektro-SUV wurde speziell für Europa entwickelt und wird in der Slowakei gefertigt.

Bezahlbare Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Die Diskussion um zu teure Elektrofahrzeuge verliert zunehmend an Substanz. Während Kritiker der batterieelektrischen Mobilität lange Zeit die hohen Anschaffungskosten als Hauptargument ins Feld führten, ändert sich die Marktsituation nun grundlegend. Verschiedene Hersteller bringen erschwingliche Modelle auf den Markt, darunter mehrere Angebote aus dem Volkswagen-Konzern sowie koreanische Fabrikate. Die Zeiten, in denen emissionsfreie Fahrzeuge ausschließlich im Premiumsegment angesiedelt waren, neigen sich ihrem Ende zu.

Ein besonders anschauliches Beispiel für diese Entwicklung liefert der ab April verfügbare EV2 der koreanischen Marke. Mit einem Basispreis von 26.600 Euro positioniert sich das Fahrzeug deutlich unterhalb vieler Wettbewerber. Umgerechnet in die frühere deutsche Währung entspricht dies zwar über 50.000 Mark – doch dieser Vergleich hinkt erheblich. Während Automobile in den Zeiten der D-Mark häufig mit spartanischer Grundausstattung ausgeliefert wurden, die eher an einen Planwagen erinnerte, bieten heutige Basisversionen bereits ein deutlich höheres Ausstattungsniveau. Elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, umfangreiche Sicherheitssysteme und moderne Infotainment-Lösungen gehören mittlerweile zum Standard.

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Die Entwicklung des kompakten Stromers erfolgte gezielt für den europäischen Markt. Anders als viele asiatische Fahrzeuge, die ursprünglich für den Heimatmarkt konzipiert und später für Europa adaptiert wurden, berücksichtigte die Konstruktion von Anfang an die Anforderungen und Vorlieben europäischer Kunden. Diese Strategie spiegelt sich in Dimensionierung, Fahrwerksabstimmung und Ausstattungskonzept wider. Die Produktion findet im slowakischen Zilina statt, was logistische Vorteile und kürzere Transportwege für den europäischen Absatzmarkt bedeutet. Die Fertigung in der Slowakei unterstreicht zudem die Bedeutung Europas als Produktionsstandort für batteriebetriebene Fahrzeuge.

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Kompakte Abmessungen mit durchdachtem Raumkonzept

Auf einer Länge von exakt 4,06 Metern präsentiert sich der neue Stromer als typischer Vertreter des kompakten SUV-Segments. Die markante Gestaltung folgt dem aktuellen Trend zu kantig gezeichneten Stadtgeländewagen, die sich bewusst von der weicheren Formensprache klassischer Kompaktwagen absetzen. Die Proportionen wirken stimmig und vermitteln einen robusten Charakter, der die Positionierung als urbanes Nutzfahrzeug unterstreicht.

Der Radstand misst 2,66 Meter und bildet die Grundlage für ein überraschend großzügiges Platzangebot. Bis zu fünf Insassen finden im Innenraum Platz, wobei die Sitzpositionen auf typische Nutzungsszenarien im Stadtverkehr und auf Überlandfahrten ausgelegt sind. Die zweite Sitzreihe bietet in der Serienausstattung eine durchgehende Bank, die ausreichend Raum für drei Personen bereitstellt. Für Kunden mit höheren Komfortansprüchen steht gegen Aufpreis eine alternative Bestuhlung zur Verfügung: Zwei Einzelsessel ersetzen dann die feste Bank und ermöglichen eine individuelle Anpassung an unterschiedliche Bedürfnisse.

Diese optionalen Sitze lassen sich um rund eine Handbreit in Längsrichtung verschieben, wodurch Passagiere die Balance zwischen Beinfreiheit und Kofferraumvolumen nach ihren Wünschen justieren können. Zusätzlich erlaubt eine Verstellung der Rückenlehnenneigung eine entspanntere Sitzposition auf längeren Strecken. Diese Flexibilität stellt einen deutlichen Mehrwert gegenüber der starren Standardbank dar und erhöht die Alltagstauglichkeit des kompakten Elektrofahrzeugs erheblich.

Das Ladevolumen variiert je nach Sitzposition zwischen 362 und 1.201 Litern. Im Grundzustand mit aufrechten Rücksitzen stehen 362 Liter zur Verfügung – ein Wert, der für die Fahrzeugklasse durchaus üblich ist und den Wocheneinkauf oder kleineres Reisegepäck problemlos aufnimmt. Werden die Rücksitze umgeklappt, erweitert sich das Volumen auf maximal 1.201 Liter, was auch den Transport sperriger Gegenstände ermöglicht. Diese Wandlungsfähigkeit macht den Stromer zu einem vielseitigen Begleiter für unterschiedlichste Transportaufgaben.

Praktische Details für den Elektroalltag

Ein besonderes Detail findet sich der vorderen Haube: Die koreanischen Entwickler haben dort einen zusätzlichen Stauraum integriert, der im Fachjargon als Frunk bezeichnet wird. Diese Kombination aus den englischen Begriffen "front" und "trunk" beschreibt einen Kofferraum an der Fahrzeugfront, der bei Elektrofahrzeugen möglich wird, weil der Platz eines konventionellen Verbrennungsmotors entfällt. Zwar fällt dieser vordere Stauraum bei den meisten Stromern eher kompakt aus, doch für die Unterbringung des Ladekabels eignet er sich hervorragend.

Die Platzierung des Ladekabels im vorderen Bereich bietet mehrere Vorteile: Das Kabel verschmutzt den eigentlichen Gepäckraum nicht und bleibt jederzeit griffbereit, ohne dass dafür Gepäckstücke umgeräumt werden müssen. Zudem wird verhindert, dass Schmutz oder Feuchtigkeit vom Kabel in den Hauptladeraum gelangen. Bei schlechtem Wetter oder nach dem Laden an öffentlichen Stationen, wo Kabel häufig auf nassem oder verschmutztem Untergrund liegen, erweist sich diese separate Unterbringungsmöglichkeit als äußerst praktisch.

Die Konzeption als Stadtgeländewagen spiegelt sich auch in der erhöhten Sitzposition wider, die einen besseren Überblick im dichten Verkehr ermöglicht. Gerade in urbanen Umgebungen, wo Übersichtlichkeit und Wendigkeit entscheidende Faktoren darstellen, spielen kompakte Außenmaße kombiniert mit guter Rundumsicht ihre Stärken aus. Die Länge von knapp über vier Metern erleichtert die Parkplatzsuche erheblich und macht das Rangieren in engen Parkhäusern deutlich entspannter als mit größeren SUV-Modellen.

Marktpositionierung und Verfügbarkeit

Der Marktstart ist für April terminiert – ein Zeitpunkt, der bewusst gewählt scheint, um vom beginnenden Frühjahr und der damit einhergehenden erhöhten Kaufbereitschaft zu profitieren. Die Verfügbarkeit eines bezahlbaren Elektrofahrzeugs zu diesem Zeitpunkt könnte sich als strategisch klug erweisen, da viele potenzielle Käufer den Winter abwarten, bevor sie größere Anschaffungen tätigen.

Mit dem Startpreis von 26.600 Euro unterbietet der koreanische Stromer zahlreiche Konkurrenten deutlich und macht batteriebetriebene Mobilität für eine breitere Käuferschicht zugänglich. Während viele Elektrofahrzeuge nach wie vor jenseits der 30.000-Euro-Marke angesiedelt sind, durchbricht dieses Angebot diese psychologisch wichtige Schwelle klar nach unten. Für diesen Betrag erhalten Kunden ein vollwertiges Fahrzeug mit fünf Sitzplätzen, ausreichendem Stauraum und einer Ausstattung, die sich nicht hinter teureren Modellen verstecken muss.

Die Produktion in Zilina sichert zudem kurze Lieferzeiten für europäische Kunden, da keine langen Schiffstransporte aus Asien notwendig sind. Dies könnte sich als weiterer Vorteil erweisen, insbesondere in Zeiten, in denen Lieferketten immer wieder durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden. Die lokale Fertigung ermöglicht zudem eine flexiblere Reaktion auf Nachfrageschwankungen und spezifische Ausstattungswünsche europäischer Märkte.


Technische Daten im Überblick

ModellKia EV2
Länge4,06 Meter
Radstand2,66 Meter
Sitzplätze5
Kofferraumvolumen minimal362 Liter
Kofferraumvolumen maximal1.201 Liter
Sitzbank hinten (Serie)fest, durchgehend
Sitzbank hinten (Option)2 Einzelsessel, verschiebbar und neigungsverstellbar
Frunkvorhanden (für Ladekabel)
ProduktionZilina, Slowakei
MarktstartApril
Preis ab26.600 Euro

Auf einen Blick

  • Kompakter Elektro-SUV mit 4,06 Metern Länge ab 26.600 Euro verfügbar
  • Speziell für Europa entwickelt und in der Slowakei gefertigt
  • Variabler Kofferraum zwischen 362 und 1.201 Litern Volumen
  • Optional verschiebbare Einzelsessel in zweiter Reihe gegen Aufpreis
  • Marktstart ab April 2026 mit zusätzlichem Frunk für Ladekabel

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