Elektrischer Ford Ranger PHEV meistert alpine Bergrettung

Gute Fahrt

 · 22.02.2026

Alpine Herausforderung_Till Gudelius (re.) und Oliver Nußbaum von der Bergwacht Bayern testen den Ford Ranger Plug-in-Hybrid unter extremen Bedingungen
Foto: Ford
Die Bergwacht Bayern testet den Ford Ranger Plug-in-Hybrid sechs Monate lang unter extremen alpinen Bedingungen. Der elektrische Pick-up überzeugt mit 697 Nm Drehmoment und dient als mobile Powerbank.

Elektrischer Boost trifft auf 3.500 Kilogramm Anhängelast

Der Ford Ranger Plug-in-Hybrid absolviert derzeit einen außergewöhnlichen Härtetest. Die Bergwacht Bayern nutzt den elektrifizierten Pick-up für ein halbes Jahr als Erprobungsfahrzeug im alpinen Gelände. Dabei zeigt sich der Ranger PHEV als erster Pick-up mit Plug-in-Technologie in Europa von seiner kraftvollen Seite. Das Antriebssystem kombiniert einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und erreicht ein maximales Drehmoment von 697 Newtonmetern. Dieser Wert übertrifft alle anderen Varianten der Ranger-Baureihe und macht den PHEV zur stärksten Version im Programm.

Die ehrenamtlichen Bergretter setzen das Fahrzeug hauptsächlich für Materialtransporte und Rettungsübungen ein. Besonders in den Wintermonaten profitieren sie von der elektrischen Reichweite von bis zu 43 Kilometern. Diese ermöglicht leises Fahren auf verschneiten Waldwegen, ohne die Tierwelt zu stören oder Anwohner zu belästigen. Gleichzeitig bleibt die volle Anhängelast von 3.500 Kilogramm erhalten. Der Ranger zieht problemlos einen Anhänger mit ATV durch steile Bergpassagen zum Einsatzort. Die Kombination aus elektrischem Antrieb und konventionellem Motor sorgt für ausreichend Zugkraft auch bei extremen Steigungen und schwierigen Bodenverhältnissen.

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Ford Pro hat das Fahrzeug speziell für die Anforderungen der Bergwacht umgebaut. Die Pritsche erhielt ein Hardtop mit Auszug und Kunststoff-Boxen für die schnelle Verstauung der Rettungsausrüstung. Eine mobile Blaulichtanlage und ein Funksystem komplettieren die Spezialausstattung. Die Umbauten erfolgten in Zusammenarbeit mit einem der 39 lizenzierten Auf- und Umbaupartner von Ford Pro. Diese Kooperation ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche und Branchen.

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Mobile Stromversorgung im Rettungseinsatz

Ein besonderes Feature des Ranger PHEV erweist sich im Bergrettungsdienst als praktischer Helfer. Das Pro Power Onboard-System stellt über zwei Steckdosen im Laderaum bis zu 6,9 Kilowatt Leistung bereit. Diese mobile Powerbank versorgt elektrische Geräte direkt mit Strom, ohne zusätzliche Generatoren oder Batterien. Die Bergwacht nutzt diese Funktion anderem zum Laden von Akkubohrern. Diese Werkzeuge sind unverzichtbar, um Standplätze für Seile in Felswände zu bohren. Auch andere elektrische Geräte wie Scheinwerfer, Heizgeräte oder medizinische Ausrüstung lassen sich so im Gelände betreiben.

Tobias Vogl, Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, äußerte sich zur Erprobung. Für die Bergrettung in Bayern brauche es Fahrzeuge, die nicht nur gut aussähen, sondern auch zuverlässig funktionierten. Der Ranger Plug-in-Hybrid überzeuge durch seine Kraft im Anhängerbetrieb und diene gleichzeitig als mobile Stromquelle im Gelände. Akku-betriebenes Equipment direkt am Fahrzeug laden zu können und auf Kurzstrecken im Dienstgebiet rein elektrisch unterwegs sein zu können, biete neue Möglichkeiten. Diese würden im Rahmen des aktuellen Tests genauer verifiziert.

Die Plug-in-Technologie ermöglicht verschiedene Fahrmodi. Im rein elektrischen Betrieb gleitet der Ranger nahezu geräuschlos durch die Landschaft. Bei Bedarf schaltet sich der Verbrennungsmotor automatisch hinzu und liefert zusätzliche Leistung. Der Elektro-Boost steht auch im kombinierten Betrieb zur Verfügung und sorgt für spontane Kraftentfaltung. Diese Flexibilität macht den Ranger PHEV zu einem vielseitigen Einsatzfahrzeug für unterschiedliche Anforderungen.

Spezialfahrzeuge als wachsendes Geschäftsfeld

Ford Pro hat den Absatz von Spezialfahrzeugen im Jahr 2025 um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Diese Fahrzeuge machen etwa 30 Prozent der Ford Pro Neuzulassungen in Deutschland aus. Rechnet man kleinere Umbauten wie Trittstufen oder Handgriffe hinzu, steigt der Anteil auf circa 70 Prozent. Die Zusammenarbeit mit 39 lizenzierten Auf- und Umbaupartnern ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen für nahezu jeden Einsatzbereich.

Claudia Vogt, Direktorin Ford Pro für Deutschland, Österreich und Schweiz, betonte die Bedeutung solcher Praxistests. Für Ford Pro seien diese essenziell, um die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge auch Extrembedingungen zu beweisen. Wer im alpinen Rettungsdienst bestehe, sei für jede Herausforderung im gewerblichen Einsatz bereit. Zusammen mit den Umbaupartnern könne man maßgeschneiderte Nutzfahrzeuge für nahezu jeden Einsatzbereich anbieten. Der Test mit der Bergwacht belege dies eindrucksvoll.

Der Ranger PHEV demonstriert die Möglichkeiten elektrifizierter Nutzfahrzeuge im anspruchsvollen Gelände. Die Kombination aus elektrischem Antrieb und konventionellem Motor bietet Vorteile gegenüber rein elektrischen oder konventionellen Fahrzeugen. Die elektrische Reichweite reicht für viele Einsätze im Nahbereich aus, während der Verbrennungsmotor bei längeren Strecken oder hoher Last zur Verfügung steht. Die Anhängelast bleibt dabei uneingeschränkt erhalten, was für Nutzfahrzeuge ein entscheidendes Kriterium darstellt.

Die Bergwacht Bayern dokumentiert ihre Erfahrungen mit dem Ranger PHEV über den gesamten Testzeitraum von sechs Monaten. Dabei werden verschiedene Einsatzszenarien durchgespielt und die Leistungsfähigkeit unterschiedlichen Bedingungen geprüft. Die Erkenntnisse fließen in die Bewertung ein, ob elektrifizierte Pick-ups eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu konventionellen Fahrzeugen im Rettungsdienst darstellen. Besonders die Wintermonate mit Schnee, Eis und tiefen Temperaturen stellen hohe Anforderungen an Fahrzeug und Technik.


Technische Daten im Überblick

ModellFord Ranger Plug-in-Hybrid
AntriebPlug-in-Hybrid (PHEV)
Maximales Drehmoment697 Nm
Elektrische Reichweitebis zu 43 km (WLTP)
Anhängelastbis zu 3.500 kg
Pro Power Onboard6,9 kW (zwei Steckdosen)
BesonderheitErster Pick-up mit PHEV-Technologie in Europa
Testdauer6 Monate
EinsatzgebietAlpine Bergrettung Bayern

Auf einen Blick

  • Ford Ranger PHEV als erster elektrischer Pick-up Europas im Härtetest bei der Bergwacht Bayern
  • Höchstes Drehmoment der Ranger-Familie mit 697 Newtonmetern für extreme Zugkraft
  • Elektrische Reichweite von 43 Kilometern ermöglicht leises Fahren im Gelände
  • Pro Power Onboard-System mit 6,9 Kilowatt dient als mobile Stromversorgung
  • Ford Pro steigert Absatz von Spezialfahrzeugen um zehn Prozent auf 30 Prozent Anteil

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