Ford Puma, Kuga und RangerExpansion des teilautomatisierten Fahrens

Autobahn-Fahrten ohne Hände am Lenkrad – jetzt auch für Puma, Kuga und Ranger
Foto: Ford
Ford erweitert die Verfügbarkeit seines BlueCruise-Systems auf Puma, Puma Gen-E, Kuga und Ranger Plug-in Hybrid. Ab Frühjahr 2026 können Fahrer auf Autobahnen die Hände vom Lenkrad nehmen, während das System Lenkung und Geschwindigkeit regelt.

Expansion des teilautomatisierten Fahrens

Ford macht seine BlueCruise-Technologie einem deutlich größeren Kundenkreis zugänglich. Ab dem Frühjahr 2026 lässt sich das teilautomatisierte Fahrerassistenzsystem für die volumenstärksten Modellreihen des Herstellers bestellen. Damit erweitert der Automobilkonzern das Angebot über den bisherigen Mustang Mach-E hinaus auf vier weitere Baureihen. Die Kunden können das System für den Puma, dessen elektrische Variante Puma Gen-E, den Kuga sowie den Ranger Plug-in Hybrid ordern.

Das System ermöglicht Fahrten ohne Hände am Lenkrad auf speziell freigegebenen Autobahnabschnitten, den sogenannten Blue Zones. Diese Funktion steht bei Geschwindigkeiten bis 130 Stundenkilometer zur Verfügung. Der Fahrer muss dabei seine Aufmerksamkeit kontinuierlich auf das Verkehrsgeschehen richten, während BlueCruise die Kontrolle über Lenkung, Beschleunigung und Verzögerung übernimmt.

Torsten Wey, der bei Ford Europa für ADAS-Funktionen und Software verantwortlich zeichnet, betont die Bedeutung dieser Erweiterung. Das Ingenieursteam habe es geschafft, BlueCruise vom Mustang Mach-E auf weitere Modelle zu übertragen. So könne Ford seinen Kunden ein hochwertiges teilautomatisiertes Fahrerlebnis in noch mehr Fahrzeugen bieten.

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Technologie mit umfassender Sensorik

Die BlueCruise-Technologie basiert auf einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Sensorsysteme. Eine nach vorne gerichtete Frontkamera erfasst Fahrbahnmarkierungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Radarsensoren überwachen die Verkehrsbedingungen im Umfeld des Fahrzeugs. Diese Komponenten bilden die Grundlage für die Funktionen der Intelligenten Adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage.

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Das System regelt nicht nur die Geschwindigkeit und den Abstand zum Vordermann, sondern übernimmt auch die Positionierung des Wagens in der Fahrspur. Bei Staus kann BlueCruise das Fahrzeug bis zum vollständigen Stillstand abbremsen. Eine hinter dem Lenkrad positionierte Infrarotkamera überwacht permanent die Aufmerksamkeit des Fahrers. Sie erkennt Kopfhaltung und Blickrichtung, selbst wenn der Fahrer eine Sonnenbrille trägt.

Bevor das System in den teilautomatisierten Modus wechselt, prüft es mehrere Bedingungen. Die Straßenmarkierungen müssen ausreichend sichtbar sein, und der Fahrer muss seine Augen auf die Straße richten. Erst wenn alle Parameter erfüllt sind, erlaubt BlueCruise das Fahren ohne Hände am Lenkrad. Die Kombination aus Radarsensoren und Kameras erfasst dabei Position und Geschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer im direkten Umfeld.

Weitreichendes Streckennetz in Europa

Ford BlueCruise erhielt 2023 als erstes System seiner Art die Serienzulassung für den europäischen Markt. Mittlerweile haben 16 Länder den Betrieb auf ihren Autobahnen genehmigt. Das zugelassene Streckennetz umfasst mehr als 133.000 Kilometer speziell gekennzeichneter Autobahnabschnitte. Diese Blue Zones erstrecken sich über mehrere Länder und ermöglichen grenzüberschreitende Reisen mit aktiviertem System.

Ein Beispiel verdeutlicht die praktische Reichweite: Eine Fahrt von Schweden nach Italien führt durch sechs Länder, in denen BlueCruise einsetzbar sei. Die theoretische Distanz betrage fast 3.000 Kilometer, was mehr als 25 Stunden Fahrzeit ohne Hände am Lenkrad entspreche. Weltweit seien bereits über eine Million Fahrzeuge mit BlueCruise unterwegs. Diese hätten zusammen mehr als 830 Millionen Kilometer mit dem teilautomatisierten System zurückgelegt.

Die Verfügbarkeit beschränkt sich auf ausgewählte Versionen der neuen Modelle. Voraussetzung sei die Ausstattung mit dem Fahrerassistenzpaket. Ford werde die Abonnementoptionen und Preise rechtzeitig vor dem Verkaufsstart im Frühjahr 2026 bekanntgeben. Das Unternehmen möchte die jeweils modernste Technologie möglichst vielen Autofahrern zugänglich machen. Durch die Erweiterung auf fünf europäische Modelle erreiche BlueCruise eine deutlich größere Kundenbasis.


Im Überblick

SystemFord BlueCruise
Verfügbare ModellePuma, Puma Gen-E, Kuga, Ranger Plug-in Hybrid
MarkteinführungFrühjahr 2026
Maximalgeschwindigkeit130 km/h
Zugelassene Länder16 europäische Länder
Blue Zones StreckenlängeÜber 133.000 Kilometer
Weltweite Fahrzeuge mit BlueCruiseÜber eine Million
Zurückgelegte DistanzÜber 830 Millionen Kilometer
Erste Zulassung Europa2023 im Mustang Mach-E
VoraussetzungFahrerassistenzpaket

Stärken und Schwächen

  • Verfügbarkeit in vier zusätzlichen Modellreihen ab Frühjahr 2026
  • Über 133.000 Kilometer freigegebene Autobahnstrecken in 16 europäischen Ländern
  • Umfassende Sensorik mit Radar, Kameras und Infrarot-Fahrerüberwachung
  • Bewährtes System mit über 830 Millionen gefahrenen Kilometern weltweit
  • Grenzüberschreitende Nutzung auf Langstreckenreisen möglich

  • Nur auf speziell freigegebenen Blue Zones nutzbar
  • Beschränkung auf maximal 130 km/h
  • Permanente Aufmerksamkeit des Fahrers erforderlich
  • Abhängigkeit von gut sichtbaren Fahrbahnmarkierungen
  • Verfügbarkeit nur mit Fahrerassistenzpaket und gegen Aufpreis

​​​​Gute Fahrt Video-Empfehlungen zum BlueCruise-System