Dacia Duster LPG bewährt sich im Langzeittest

Gute Fahrt

 · 07.04.2026

Dacia Duster
Foto: Dacia
Eine Redaktion testete den Dacia Duster mit Autogas-Antrieb über mehrere Monate. Das günstige SUV punktet mit niedrigen Kraftstoffkosten und beeindruckender Reichweite.

Günstiges Kompakt-SUV mit Bi-Fuel-Antrieb

Ab 18.990 Euro startet die Preisliste für den rumänischen Kompaktwagen – eine Position, die kaum ein anderer Neuwagen dieser Größenklasse erreicht. Der Testwagen in der Ausstattungslinie Expression mit dem Eco-G 100 Aggregat kostet 20.890 Euro. Mit Navigationssystem, Winterpaket, Metalliclackierung und beleuchteten Einstiegsleisten summiert sich der Endpreis auf 22.723 Euro. Seit 2023 rollt die aktuelle Generation vom Band, die sich optisch deutlich von ihren Vorgängern abhebt. Besonders die Farbe Terracotta-Braun verleiht dem Fahrzeug einen robusten, bodenständigen Charakter.

Der Dreizylinder-Turbomotor leistet im Gasbetrieb 101 PS, während im Benzinmodus nur 91 PS zur Verfügung stehen. Diese Leistungsdifferenz erklärt sich durch die primäre Auslegung auf den LPG-Betrieb. Die Beschleunigung von null auf hundert km/h dauert 13,2 Sekunden mit Autogas, im Benzinbetrieb sind es 14,0 Sekunden. Diese Werte bewegen sich im gemächlichen Bereich, reichen für den Alltag jedoch aus. Auffällig zeigt sich die extrem kurze Übersetzung des ersten Gangs, sodass der Motor schnell zu lärmen beginnt und ein zügiger Wechsel in den zweiten Gang ratsam ist.

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Das Interieur setzt konsequent auf Funktionalität. Keyless-Go sucht man vergebens, ebenso eine Klimaautomatik – die Temperatur wird manuell eingestellt. Hartes Plastik dominiert den Innenraum, wobei Verzierungen die Materialqualität optisch aufwerten sollen. Der Start erfolgt klassisch per Zündschlüssel. Im Kaltlauf klingt der Dreizylinder im Autogas-Modus durchaus kernig und wenig kultiviert, während er mit Benzin gefühlt runder läuft. Das Infotainmentsystem beschränkt sich auf Navigation, Radio sowie Apple CarPlay und Android Auto – mehr Funktionen gibt es nicht.

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Beeindruckende Reichweite dank Dual-Tank-System

Beide Tanks fassen jeweils 50 Liter, was dem Fahrzeug eine außergewöhnliche Reichweite verleiht. Im Mischbetrieb aus Stadt, Land und Autobahn zeigt die Anzeige im Display bei vollen Tanks über 1000 Kilometer an, gelegentlich sogar annähernd 1300 Kilometer. Diese Werte dürften so manchen Dieselfahrer neidisch machen. Bei einer Dienstreise von 896 Kilometern schaffte das Fahrzeug alleine mit Autogas knapp 588 Kilometer, bevor es automatisch auf Benzin umschaltete. Nach dieser Strecke attestierte der Bordcomputer noch 330 verbleibende Kilometer mit Benzin – mehr als 1200 Kilometer ohne Tankstopp sind durchaus realistisch.

Der Wechsel zwischen den Kraftstoffarten erfolgt völlig unmerklich. Selbst bei 120 km/h auf der Autobahn bemerken die Insassen nichts vom Umschalten. Die Anzeige im Kombiinstrument springt ohne Versatz oder Aussetzer um. Nach einer Pause startet das Fahrzeug wieder im Autogas-Modus, sofern noch Reste im Tank vorhanden sind. Ist der LPG-Vorrat erschöpft und wird nicht nachgetankt, ertönt nach jedem Start ein Warnton, begleitet von einem gelben Hinweis im Kombiinstrument. Diese penetrante Erinnerung kann nerven, zumal der Benzintank als vollwertige Alternative dient.

Bei niedrigen Temperaturen fährt das Fahrzeug zunächst einige Kilometer mit Benzin, bevor es auf Gas umschaltet. Dies ist normal bei Autogas-Fahrzeugen: Das Flüssiggas muss durch den Kühlwasserkreislauf auf 40 bis 50 Grad erwärmt werden, damit es beim Verdampfen nicht gefriert. Erst dann erfolgt die Umschaltung auf LPG. An einer Münchner Tankstelle stellte sich heraus, dass der Wagen zwei verschiedene Anschlüsse akzeptiert: den ACME-Anschluss zum Verschrauben und einen Bajonettverschluss, der ohne Adapter funktioniert – letzterer ist in Frankreich Standard. Diese Information fehlt jedoch sowohl an der Innenseite des Tankdeckels als auch in der Bedienungsanleitung.

Verbrauch und Wirtschaftlichkeit im Praxistest

Auf der Autobahn genehmigt sich der Dreizylinder im LPG-Modus mehr als neun Liter pro 100 Kilometer. Bei einer Fahrt von München nach Göttingen mit konstant 130 km/h lag der Durchschnitt bei 9,4 Litern. Autogas hat einen um etwa 25 Prozent niedrigeren Heizwert als Benzin, entsprechend höher fällt der Verbrauch aus. Auf Landstraßen mit gemächlichem Tempo sinkt der Verbrauch deutlich: Bei einer Tour zum Achensee waren es nur 7,3 Liter auf 100 Kilometer. Die Verbrauchsbandbreite ist erheblich und hängt stark vom Fahrprofil ab.

Laut Herstellerangaben liegt der Verbrauch bei 8,1 Litern Autogas. Bei einem Preis von 1,06 Euro pro Liter ergeben sich Kosten von 8,59 Euro pro 100 Kilometer. Im Benzinbetrieb (Verbrauch: 6,5 Liter) zu einem Preis von 1,70 Euro zahlt man 11,05 Euro pro 100 Kilometer. Hochgerechnet auf 20.000 Kilometer jährlich sind das 1717 Euro für LPG und 2210 Euro für Benzin – eine Ersparnis von 493 Euro. Die Praxiswerte liegen aktuell 0,4 Liter (LPG) beziehungsweise 0,3 Liter (Benzin) über den Prospektangaben.

Als Folge des Iran-Kriegs stiegen die Preise für Benzin und Diesel deutlich, während der LPG-Preis stabil bei 1,04 Euro blieb. Dies liegt daran, dass Autogas überwiegend als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung und Rohölraffination entsteht und weniger direkt vom Ölpreis abhängt. Der LPG-Markt ist kleiner, weniger spekulativ und stärker durch langfristige Lieferverträge geprägt. Aktuell kostet ein Liter LPG etwa die Hälfte von Benzin – ein erheblicher Vorteil für Autogas-Fahrer.

Alltagstauglichkeit und technische Probleme

Bei nur 4,34 Metern Länge bietet das Fahrzeug erstaunlich viel Platz. Vorn wie hinten sitzt es sich gut, Bein- und Kopffreiheit sind auch auf der Rückbank für durchschnittlich große Personen ausreichend. Für eine Familie mit zwei Kindern reicht es allemal. Der Kofferraum fasst laut ADAC-Messung 435 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen bis zu 1360 Liter. Nach dem Umklappen bildet sich eine große Stufe, was bei längeren Gegenständen nicht ideal ist, aber tolerierbar bleibt.

Während des Tests traten einige technische Probleme auf. Die Klimaanlage versagte mehrfach ihren Dienst. Bei 28 Grad Außentemperatur bekam sie den Innenraum nicht heruntergekühlt, der Ventilator blieb auf höchster Stufe minimal. Ein dezentes Knistern aus dem Motorraum begleitete das Fahrzeug seit dem ersten Tag. Die Werkstatt befüllte die Anlage neu, was das Problem zunächst löste. Die Lenkradheizung funktionierte wegen eines Softwarefehlers nicht – die Taste ließ sich drücken, die Kontrollleuchte leuchtete, aber das Lenkrad blieb kalt. Die Werkstatt behob den Fehler mühelos durch ein Software-Update.

Auch das Radio verstummte plötzlich. Egal welchen Sender man wählte oder wie oft man die Lautstärke aufdrehte – es blieb still. Ein Kollege fand die Lösung: Den Einschaltknopf auf dem Bildschirm länger als fünf Sekunden drücken, um das Infotainment zurückzusetzen. Das funktionierte, das Radio lief wieder. Nach einem Platten musste ein neuer Winterreifen her. Der Ersatz des Michelin Alpin 7 inklusive Montage kostete 240,74 Euro – kein Schnäppchen im Gegensatz zum Fahrzeug selbst.

Das Fernlicht wirkt gelblich, da es von einer herkömmlichen Halogenlampe erzeugt wird, während Abblend- und Tagfahrlicht aus LED-Lampen kommen. Dieser Kontrast irritiert zunächst. Die obere Ablage in der Mittelkonsole hat die perfekte Höhe für ein Smartphone, jedoch fehlt eine Anti-Rutsch-Matte. Bei zügigem Anfahren rutscht das Gerät in Richtung Schaltknauf. Das Winterpaket für 390 Euro umfasst beheizbare Vordersitze, eine Lordosenstütze für den Fahrer, eine Höhenverstellung für den Beifahrersitz und die Lenkradheizung. Die Lordosenstütze lässt sich jedoch nicht verstellen.

Ab sofort gibt es den Basismotor mit mehr Leistung: 123 statt 101 PS, die Bezeichnung lautet nun ECO-G 120. Der Sprint von null auf hundert km/h gelingt in 11,6 statt 13,2 Sekunden. Der Preis bleibt bei 20.890 Euro für die Expression-Ausstattung. Nach 18.000 Testkilometern dreht das rumänische SUV zuverlässig seine Runden und erweist sich als solider Begleiter für Sparfüchse.


Technische Daten im Überblick

ModellDacia Duster Expression Eco-G 100
MotorDreizylinder-Turbomotor
Leistung LPG101 PS
Leistung Benzin91 PS
Beschleunigung 0-100 km/h (LPG)13,2 Sekunden
Beschleunigung 0-100 km/h (Benzin)14,0 Sekunden
Tankvolumen LPG50 Liter
Tankvolumen Benzin50 Liter
Verbrauch LPG (Herstellerangabe)8,1 Liter/100 km
Verbrauch Benzin (Herstellerangabe)6,5 Liter/100 km
Kofferraumvolumen435-1360 Liter
Fahrzeuglänge4,34 Meter
Basispreis18.990 Euro
Preis Expression Eco-G 10020.890 Euro
Preis Testwagen (mit Extras)22.723 Euro

Auf einen Blick

  • Reichweite von über 1200 Kilometern dank zwei 50-Liter-Tanks möglich
  • Kraftstoffkosten mit LPG bei 8,59 Euro pro 100 km, Ersparnis von 493 Euro jährlich gegenüber Benzin
  • Basispreis ab 18.990 Euro macht den Wagen konkurrenzlos günstig in seiner Klasse
  • Technische Probleme mit Klimaanlage und Lenkradheizung traten während des Tests auf
  • Neue Version ECO-G 120 mit 123 PS ab sofort verfügbar zum gleichen Preis

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