Cupra Tavascan überzeugt im ADAC-Test mit Bestnote

Gute Fahrt

 · 04.02.2026

Cupra Tavascan
Foto: Cupra
Der spanische Stromer auf VW-Basis erreicht die Gesamtnote 1,7. Mit 286 PS starker Basisversion und bis zu 465 Kilometern Reichweite zeigt sich das SUV-Coupé alltagstauglich.

Sportlicher Auftritt mit MEB-Plattform

Als zweites vollelektrisches Modell der spanischen Marke nutzt der Tavascan die bewährte MEB-Architektur des Volkswagen-Konzerns. Diese technische Basis teilt sich das SUV-Coupé mit Modellen wie dem VW ID.4, ID.5, Audi Q4 e-tron und Škoda Enyaq. Die Entwickler standen vor der Aufgabe, dem Fahrzeug trotz identischer Grundstruktur einen eigenständigen, sportbetonten Charakter zu verleihen – eine Herausforderung, die nach Einschätzung der ADAC-Tester erfolgreich gemeistert wurde.

Die Formgebung vermittelt bereits auf den ersten Blick Kraft und Bewegung. Muskulös und nach vorn geduckt präsentiert sich die Karosserie, als wäre sie sprungbereit. Matrix-LED-Scheinwerfer werden von dreieckigen Tagfahrleuchten ergänzt, beleuchtete Markenlogos vorn und hinten setzen expressive Akzente – ähnlich wie beim Born, dem ersten batterieelektrischen Modell der Spanier. Die pfeilförmige Silhouette des SUV-Coupés unterstreicht den dynamischen Gesamteindruck.

Im Innenraum setzt sich die ausdrucksstarke Gestaltung fort. dem 15-Zoll-Bildschirm erstreckt sich eine metallisch schimmernde Spange über die gesamte Breite des Armaturenbretts bis in die Türen hinein. Dieses gestalterische Element wirkt, als würde es die Gesamtkonstruktion zusammenhalten. Allerdings besteht die auffällige Struktur nicht aus edlem Metall, sondern aus Hartplastik – eine mutige Entscheidung der Designer.

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Die Verarbeitung des in China gefertigten Fahrzeugs entspricht nach Einschätzung der Prüfingenieure dem Niveau deutscher Produktion. Alle Bauteile sind sauber gefertigt und passgenau zusammengesetzt. Das Touchdisplay ermöglicht trotz umfangreicher Funktionen eine intuitive Bedienung. Im Vergleich zu früheren Softwareversionen läuft das Betriebssystem deutlich flüssiger und stabiler.

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Antrieb und Fahrverhalten überzeugen

Zum Test trat die Basisvariante Endurance mit 210 kW (286 PS) und Heckantrieb an, die ab 53.340 Euro erhältlich ist. Als Alternative bietet der Hersteller die Version VZ mit 250 kW (340 PS) und Allradantrieb ab 57.910 Euro an. Schon die günstigere Ausführung fährt sich außerordentlich agil. Der nach ADAC-Messung fast 2,4 Tonnen schwere Wagen reagiert spontan auf Beschleunigungsbefehle, sodass Überholvorgänge und Einfädelungen stress- und gefahrlos gelingen.

Die Kraftentfaltung fällt so gewaltig aus, dass im Alltag eine bedachte Dosierung des Strompedals ratsam erscheint. Von null auf Tempo 100 vergehen lediglich 6,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h ist auf der Autobahn schnell erreicht. Für präzises Handling sorgen das serienmäßige Sportfahrwerk, die ebenfalls zur Serienausstattung gehörende Progressivlenkung sowie optional erhältliche Hochleistungsreifen auf 21-Zoll-Alurädern. Eine effektive Traktionskontrolle verhindert durchdrehende Räder beim Beschleunigen. Der kompakte Wendekreis von 10,2 Metern verstärkt den Eindruck von Handlichkeit.

Der Testwagen verfügte über das aufpreispflichtige DCC-Fahrwerk mit adaptiver Dämpferregelung. Damit lässt sich ein breites Spektrum einstellen – von minimal nachschwingend bis sportlich straff in der Federung. Diese Abstimmungsvielfalt harmoniert perfekt mit dem hohen Antriebskomfort des Mittelklasse-Stromers. Positiv fallen zudem die Sportschalensitze sowie die Schaltwippen am Lenkrad auf, mit denen sich die Rekuperationsstärke je nach Fahrsituation anpassen lässt.

Reichweite und Ladeperformance im Praxistest

Beide Motorisierungen nutzen einen Akku mit 77 kWh Nettokapazität. Die Endurance-Variante soll damit bis zu 549 Kilometer weit kommen – zumindest nach dem WLTP-Zyklus. Im ADAC-Test erreichte das Fahrzeug 465 Kilometer, was ebenfalls als guter Wert einzustufen ist. Selbst im kalten Winter sind mit einer Akkuladung immerhin 350 Kilometer möglich. Der realistische Alltagsverbrauch inklusive Ladeverluste beträgt sommerlichen Bedingungen 18,5 kWh pro 100 Kilometer.

Die maximale Ladeleistung erreicht zwar nur 145 kW, bleibt aber lange auf hohem Niveau. Daraus resultiert beim Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent Akkufüllstand eine durchschnittliche Leistung von ordentlichen 124 kW. Für den Fahrer bedeutet dies: Bei einer 30-minütigen Pause an der Schnellladesäule wird idealen Bedingungen Strom für stattliche 356 Kilometer nachgeladen. Damit eignet sich das Fahrzeug auch für längere Strecken.

Besonders hervorzuheben ist die Funktion zur Batterievorkonditionierung. Dem Fahrer wird bereits vor dem Schnellladevorgang angezeigt, wie gut die Batterie vorkonditioniert ist und wie lange es dauern würde, bis die ideale Ladetemperatur für optimales Laden erreicht ist. Die Batterieheizung aktiviert sich entweder automatisch, wenn im Navigationssystem eine Schnellladesäule als Ziel eingegeben wurde – diese Funktion lässt sich abschalten –, oder manuell über eine direkte Schaltfläche.

Raumangebot und Ausstattungsdetails

Auf den Vordersitzen ist reichlich Platz vorhanden, sodass auch Menschen mit zwei Metern Körpergröße locker unterkommen. Hinsichtlich der Beinfreiheit würden selbst Großgewachsene auf der Rückbank bequem sitzen. Allerdings bereitet die Kopfraumhöhe dann Probleme. Aufgrund der abfallenden Dachlinie des Coupés finden hier nur Personen bis 1,85 Meter Körpergröße ohne Anstoßen Platz.

Der Kofferraum schluckt nach ADAC-Messung sehr ordentliche 460 Liter. Das mitgeführte AC-Ladekabel findet in einem Fach dem Kofferraumboden Platz. Entfernt man die Kofferraumabdeckung und nutzt den Stauraum bis zum Dach, erweitert sich das Volumen auf 575 Liter. Bis zu zehn Getränkekisten passen dann in das Heck. Allerdings liegt die Ladekante mit 74 Zentimetern relativ hoch. Eine verschiebbare Rückbank oder in der Neigung variierbare Rücksitzlehnen sind nicht erhältlich.

Für das Fahrzeug gibt es die üblichen Multimedia-Funktionen wie bei fast allen Modellen im VW-Konzern. Allerdings kostet manches trotz des stolzen Grundpreises von über 53.000 Euro noch Aufpreis. Extrageld verlangt der Hersteller beispielsweise für das Navigationssystem mit Online-Funktionen wie Echtzeit-Verkehr und Online-Radio. Dann steht auch eine Routenplanung mit Ladestopp-Integration zur Verfügung. Auch eine empfehlenswerte Wärmepumpe muss extra geordert werden.

Lob verdienen die Entwickler für die Feinabstimmung der Assistenzsysteme, die für Neuwagen gesetzlich vorgeschrieben sind. Der obligatorische Tempowarner bleibt mit zweimaligem zartem Hinweis-Signal dezent im Hintergrund, und der Spurhalteassistent arbeitet so kooperativ, dass er den gewünschten Lenkwinkel meist unbehelligt einschlagen lässt. Wer die Querverkehrserkennung beim Rückwärtsfahren, den Autobahn-/Stauassistenten, die Spurwechselautomatik oder ein Head-up-Display an Bord haben möchte, muss ebenfalls extra zahlen. Ein Heckwischer ist gar nicht erhältlich.

Mit der Gesamtnote 1,7 schneidet das Fahrzeug im ADAC-Test hervorragend ab. Den gewünschten sportlichen Charakter haben die Entwickler passgenau umgesetzt. Trotzdem ist das Elektro-SUV im Sportdress alltagstauglich und ausreichend komfortabel. Allerdings stellen die Anschaffungskosten für das Fahrzeug und die nötigen Extras eine erhebliche Hemmschwelle dar. Der Testwagen kostete inklusive Sonderausstattung fast 62.000 Euro. Als Kritikpunkte nennen die Tester die geringe Anhängelast und niedrige Zuladung.


Technische Daten im Überblick

ModellCupra Tavascan Endurance
MotorartElektro
Leistung210 kW / 286 PS
Drehmoment545 Nm
AntriebsartHinterradantrieb
Beschleunigung 0-100 km/h6,8 s
Höchstgeschwindigkeit180 km/h
Reichweite WLTP553 km
Reichweite ADAC-Test465 km
Verbrauch ADAC Ecotest18,5 kWh/100 km
Batteriekapazität netto77,0 kWh
Ladeleistung AC/DC11,0 kW / 135,0 kW
Kofferraumvolumen460-1320 l
Leergewicht2.398 kg
Zuladung302 kg
Anhängelast gebremst1.000 kg
Länge x Breite x Höhe4.644 x 1.861 x 1.597 mm
Grundpreis53.340 Euro
ADAC Gesamtnote1,7

Auf einen Blick

  • ADAC-Gesamtnote 1,7 für die Basisversion Endurance mit 286 PS
  • Praxisreichweite von 465 Kilometern, im Winter 350 Kilometer möglich
  • Sportliches Fahrverhalten dank Progressivlenkung und optionalem DCC-Fahrwerk
  • Kofferraumvolumen von 460 bis 1.320 Litern je nach Beladung
  • Grundpreis ab 53.340 Euro, Testwagen mit Extras bei knapp 62.000 Euro

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