Cupra plant elektrische Offensive mit Raval

Gute Fahrt

 · 18.02.2026

Cupra Born
Foto: Cupra
Die spanische Marke bringt 2026 den elektrischen Kleinwagen Raval und überarbeitet den Born. Der große SUV-Crossover Tindaya folgt erst um 2030.

Kleinwagen als Schlüssel zur CO2-Strategie

Die Schwestermarke von Seat setzt auf einen kompakten Stromer, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Der neue CEO Markus Haupt erläuterte im Gespräch mit AutoExpress die zentrale Bedeutung des kommenden Raval: Das batterieelektrische Fahrzeug soll 2026 auf den Markt kommen und vor allem in urbanen Regionen punkten. Dort spielen Emissionen eine besonders wichtige Rolle für die Akzeptanz bei Kunden und Behörden. Der Kleinwagen teilt sich seine technische Basis mit weiteren E-Modellen von VW und Skoda. Alle drei Fahrzeuge entstehen in spanischer Produktion, auch die Akkupakete stammen aus dortiger Fertigung. Diese Plattformstrategie soll helfen, die Kosten zu senken – eine zentrale Herausforderung bei kompakten Stromern. Haupt räumte offen ein, dass die Gewinnspannen bei batterieelektrischen Fahrzeugen deutlich denen von Verbrennern liegen. In den kommenden Jahren will sich der Hersteller daher intensiv auf Wettbewerbsfähigkeit und Kostenoptimierung konzentrieren. Gleichzeitig kritisierte der Manager die inkonsistente Förderpolitik in Europa: Wenn Kaufprämien von einem Tag auf den anderen wegfallen und Strompreise stark schwanken, verunsichere das potenzielle Käufer erheblich. Die Autoindustrie wolle gemeinsam mit der Politik das Tempo der Elektrifizierung vorgeben, doch die Verbraucher würden dieses Tempo nicht akzeptieren. Diese Diskrepanz zwischen politischen Zielen und Marktreaktion stelle das größte Problem dar. Der Raval soll als erschwinglicher Einstieg in die Elektromobilität diese Lücke schließen und gleichzeitig den sportlichen Charakter transportieren, für den die Marke steht.

Born erhält umfassende Überarbeitung

Neben dem neuen Kleinwagen bleibt der bereits verfügbare Kompaktwagen Born ein wichtiger Baustein der Produktpalette. Für 2026 kündigte Haupt ein Facelift an, das Front- und Heckpartie auffrischen wird. Dabei integriert der Hersteller das aktuelle dreieckige Scheinwerferdesign, das mittlerweile bei allen anderen Modellen der Marke zum Einsatz kommt. Eine technische Neuerung betrifft die Batterietechnologie: Erstmals wird eine Version mit Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator (LFP) angeboten. Diese Batteriechemie gilt als kostengünstiger in der Herstellung und könnte den Einstiegspreis deutlich senken. Aktuell startet der Born bei 36.450 Euro – mit der LFP-Variante erscheinen Preise 35.000 Euro oder sogar nahe 30.000 Euro realistisch, sofern der Hersteller die Kosteneinsparungen an Kunden weitergibt. Der VW-Konzern hat diesen Schritt bereits beim ID.3 in China vollzogen. Ein aktueller Wintertest der 170-kW-Variante mit 60-kWh-Batterie zeigte die Alltagstauglichkeit des Kompaktwagens. Bei Temperaturen bis minus sechs Grad erreichte das Fahrzeug Verbrauchswerte zwischen 18,5 und 19,8 kWh auf Langstrecken. Die maximale Ladeleistung von 165 kW wurde zwar nicht erreicht, dafür hielt das System stabil Werte um 100 kW. Dank Wärmepumpe bricht die Reichweite auch bei Kälte nicht dramatisch ein, die angezeigten Restkilometer erwiesen sich als verlässlich. Fahrdynamisch überzeugt der Hecktriebler mit straffem Fahrwerk und direktem Einlenkverhalten. Die 170 kW (231 PS) ermöglichen zügigen Vortrieb bis 160 km/h. Kritik verdienen allerdings die Touchtasten am Lenkrad, die häufig unbeabsichtigt ausgelöst werden. Das Bremspedal fühlt sich im Übergang zur Rekuperation schwammig an, echtes One-Pedal-Driving fehlt. Der 385 Liter große Kofferraum bietet solide Kapazität, allerdings nimmt das Ladekabel Platz weg, da ein Frunk fehlt.

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SUV-Crossover mit flexibler Antriebsstrategie

Mit dem Tindaya präsentierte die Marke eine markant gestaltete Studie eines großen SUV-Crossovers. Die Serienversion lässt allerdings noch auf sich warten – Haupt datierte den Marktstart auf etwa 2030. Bis dahin werden die mit dem Showcar gezeigten Gestaltungselemente schrittweise in andere Fahrzeuge der Produktpalette einfließen, allerdings noch nicht beim überarbeiteten Born. Technisch basiert der Tindaya auf der kommenden Konzern-Architektur SSP (Scalable Systems Platform), die sowohl rein batterieelektrische Modelle als auch serielle Plug-in-Hybride ermöglicht. Die bisher gezeigte Studie arbeitet als E-Auto mit Range Extender (REEV): Zwei E-Motoren liefern eine Systemleistung von 365 kW (496 PS) und beschleunigen in 4,1 Sekunden auf 100 km/h – schneller als jedes andere Modell der Marke. Die Fahrbatterie erlaubt 300 Kilometer rein elektrische Reichweite. Ein 1,5-Liter-TSI-Benziner dient als Stromgenerator ohne mechanische Verbindung zu den Rädern und erhöht die Gesamtreichweite auf über 1000 Kilometer. Welche Antriebsvariante letztlich in Serie geht, ließ Haupt bewusst offen. In einem sich schnell wandelnden Umfeld entwickle man das Fahrzeug so, dass es beim Antriebsstrang flexibel bleibe. Es könne ein reiner Stromer werden, aber auch einen Range Extender oder einen Verbrennungsmotor erhalten. Eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht sinnvoll, da sich die Rahmenbedingungen zu dynamisch entwickeln. Diese Strategie spiegelt die Unsicherheit wider, mit der die Automobilindustrie auf regulatorische und marktseitige Entwicklungen reagiert.

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Attraktive Leasingangebote für den Tavascan

Das zweite vollelektrische Modell der Spanier ist bereits verfügbar: Der Tavascan kombiniert als erstes SUV-Coupé der Marke ansprechendes Styling mit hoher Reichweite. Je nach Variante leistet das E-SUV bis zu 250 kW (340 PS), die Reichweite übersteigt 500 Kilometer. Serienmäßig kommt ein 77-kWh-Akku zum Einsatz, der eine ausgewogene Balance zwischen Aktionsradius und Ladekomfort bietet. Der Listenpreis liegt bei knapp 50.000 Euro, was für viele Interessenten eine finanzielle Hürde darstellt. Über Leasingangebote wird das Fahrzeug jedoch deutlich zugänglicher: Carwow bietet Privatkunden Raten ab 229 Euro monatlich bei Laufzeiten von 24 bis 30 Monaten an. Sowohl beim Leasing als auch beim Barkauf können Kunden von der im Januar 2026 neu angelaufenen E-Auto-Förderung profitieren. Damit positioniert sich der Tavascan als Alternative für Familien und Pendler, die ein geräumiges Elektrofahrzeug mit sportlichem Charakter suchen. Die Kombination aus praktischem Nutzen und emotionalem Auftritt soll die Marke im wachsenden Segment der elektrischen SUVs etablieren. Während der Raval als günstiger Einstieg und der Born als Kompaktklasse-Lösung dienen, deckt der Tavascan das Premium-Segment ab. Bis zum Start des großen Tindaya um 2030 herum bilden diese drei Modelle das elektrische Rückgrat der Produktpalette. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Strategie aus erschwinglichem Kleinwagen, überarbeitetem Kompakten und bereits etabliertem SUV ausreicht, um die ambitionierten CO2-Ziele zu erreichen und gleichzeitig profitabel zu wirtschaften.


Technische Daten im Überblick: Cupra Born (170 kW)

MerkmalWert
ModellCupra Born
Leistung170 kW (231 PS)
AntriebHeckantrieb
Höchstgeschwindigkeit160 km/h
Batteriekapazität60 kWh
Maximale Ladeleistung165 kW
Verbrauch Langstrecke (Winter)18,5 - 19,8 kWh
Kofferraumvolumen385 Liter
Einstiegspreis (aktuell)36.450 Euro

Technische Daten im Überblick: Cupra Tavascan

MerkmalWert
ModellCupra Tavascan
Leistungbis zu 250 kW (340 PS)
Batteriekapazität77 kWh
Reichweiteüber 500 km
Listenpreisknapp 50.000 Euro
Leasingrate (ab)229 Euro/Monat
Laufzeit Leasing24 - 30 Monate

Technische Daten im Überblick: Cupra Tindaya (Studie)

MerkmalWert
ModellCupra Tindaya
Leistung365 kW (496 PS)
AntriebZwei E-Motoren
Beschleunigung 0-100 km/h4,1 Sekunden
Elektrische Reichweite300 km
Gesamtreichweite (mit Range Extender)über 1000 km
Range Extender1,5-Liter-TSI-Benziner
PlattformSSP (Scalable Systems Platform)
Marktstartum 2030

Auf einen Blick

  • Raval kommt 2026 als elektrischer Kleinwagen und soll CO2-Ziele sichern
  • Born erhält Facelift mit neuem Design und kostengünstiger LFP-Batterie
  • Tindaya startet erst um 2030 mit flexiblen Antriebsoptionen
  • Tavascan bereits verfügbar ab 229 Euro Leasingrate monatlich
  • Margen bei E-Fahrzeugen deutlich niedriger als bei Verbrennern

GUTE FAHRT Video-Empfehlungen zu Cupra Raval, Born und Tavascan