Gute Fahrt
· 04.05.2026
Der Citroën Saxo VTS trat 1996 das Erbe des AX GTi an und etablierte sich schnell als ernstzunehmender Vertreter im Segment der kompakten Sportwagen. Das Fahrzeug basierte auf dem im Februar 1996 eingeführten Saxo, der zunächst als Einstiegsmodell der Marke diente. Während der Saxo VTR mit einem 1,6-Liter-8-Ventil-Motor und 90 PS den Anfang machte, folgte kurz darauf die VTS-Version mit 16-Ventil-Technik.
Der TU5J4-Motor leistet 120 PS bei 6.600 Umdrehungen pro Minute. Die Drehzahlgrenze liegt bei 7.300 Umdrehungen. Das 5-Gang-Getriebe verfügt über eine kürzere Achsübersetzung als die Basisvarianten. Mit einem Leergewicht von 935 Kilogramm erreicht der VTS eine Höchstgeschwindigkeit von 205 Stundenkilometern. Der Sprint von null auf 100 Stundenkilometer gelingt in rund acht Sekunden.
Das Fahrwerk zeichnet sich durch präzise Lenkung und ausgewogene Abstimmung aus. Belüftete Scheibenbremsen an der Vorderachse sorgen für Verzögerung. Die Kombination aus geringem Gewicht und ausreichender Leistung ermöglicht auf kurvigen Strecken ein dynamisches Fahrverhalten. Der Saxo VTS konkurrierte erfolgreich mit deutlich größeren und stärkeren Fahrzeugen.
Die optische Gestaltung des Saxo stammt vom italienischen Designer Donato Coco. Das sportliche Karosserie-Kit des VTS entwickelte Gilles Vidal im Jahr 1996 als seinen ersten Auftrag für Citroën. Die Kotflügelverbreiterungen integrieren sich sorgfältig in die Schweller. Verbreiterte Stoßfänger prägen Front und Heck.
An den hinteren Kotflügeln verläuft die Verlängerung vom Radhaus bis zum Türausschnitt. Sie gleitet der seitlichen Schutzleiste hindurch. Das Design bleibt insgesamt zurückhaltend. Ein 16V-Emblem an den hinteren Kotflügeln kennzeichnet die Topversion. Eine verchromte Auspuffblende und spezielle Leichtmetallfelgen runden das Erscheinungsbild ab.
Ende 1997 erfuhr die Modellreihe eine erste Überarbeitung. Die 16-Ventil-Version übernahm das "16V"-Emblem, das zuvor dem ZX vorbehalten war. Citroën erweiterte die VTS-Bezeichnung auf weitere Motorisierungen. Neben der 120-PS-Variante gab es nun den VTS mit 90 PS, 100 PS und sogar 75 PS. Diese Strategie sollte eine breitere Kundschaft ansprechen, die sportliches Design suchte, ohne auf maximale Leistung zu setzen.
Im Jahr 1999 veränderte ein umfangreiches Facelift die Frontpartie. Mandelförmige Scheinwerfer, eine gewölbte Motorhaube und ein Kühlergrill mit großem Doppelwinkel modernisierten das Erscheinungsbild. Der VTS behielt dabei seinen charakteristischen Auftritt. Die Produktion im Werk Aulnay-sous-Bois endete im Juni 2003. Der C2 übernahm die Nachfolge.
Der Saxo VTS bewährte sich in verschiedenen Rennsportdisziplinen. Citroën Sport baute ein umfassendes Motorsport-Programm auf. Der Saxo Cup, Saxo Challenge, Saxo Rallycross und Saxo Glace boten unterschiedliche Einstiegsmöglichkeiten in den Rennsport. Jede Serie verfügte über eigene Regeln und Anforderungen.
Bemerkenswert war die Vorgabe, den Serienmotor zu verwenden. Dies unterstrich die Qualität des Fahrwerks, das auch Rennbedingungen überzeugte. Das Fahrzeug diente als Ausbildungsplattform für zahlreiche Fahrer. Patrick Henry, Yoann Bonato, Marc Amourette und Pierre Llorach sammelten ihre ersten Erfahrungen im Saxo VTS, bevor sie ihre Karrieren fortsetzten.
Im Jahr 2001 gewannen Sébastien Loeb und Daniel Elena die Junior-WRC-Weltmeisterschaft in einem Saxo Super 1600. Dieser Erfolg unterstrich die Wettbewerbsfähigkeit des Konzepts. Der Saxo VTS etablierte sich als zuverlässiges und vielseitiges Rennfahrzeug. Ob bei Rallyes, im Rallycross, auf der Rennstrecke oder auf Eis – das kompakte Citroën-Modell bewies seine Qualitäten in unterschiedlichsten Disziplinen.
Die Kombination aus erschwinglichem Anschaffungspreis, robuster Technik und gutem Fahrwerk machte den Saxo VTS zur idealen Wahl für Einsteiger und semiprofessionelle Fahrer. Das Fahrzeug bot echten Rennsport zu überschaubaren Kosten. Diese Zugänglichkeit prägte eine ganze Generation von Motorsportlern.
Dreißig Jahre nach seiner Einführung hat sich der Saxo VTS zu einem gesuchten Sammlerstück entwickelt. Gut erhaltene Exemplare werden zunehmend seltener. Liebhaber scheuen keine Mühen, um ein Fahrzeug in gutem Zustand zu finden. Die Suche führt oft quer durch Europa.
Der Name Saxo VTS erscheint weiterhin auf Teilnehmerlisten regionaler Rallyes. Dies belegt die außergewöhnliche Langlebigkeit des Konzepts im Motorsport. Die robuste Technik und die gute Ersatzteilversorgung ermöglichen auch nach Jahrzehnten den Einsatz Rennbedingungen.
Der Saxo VTS verkörpert eine Ära, in der Sportlichkeit und Erschwinglichkeit Hand in Hand gingen. Das Fahrzeug bot echten Fahrspaß ohne übertriebene Komplexität. Die klare Ausrichtung auf Gewichtsreduzierung und präzises Handling prägte den Charakter. Moderne Assistenzsysteme oder elektronische Fahrhilfen fehlten – der Fahrer stand im Mittelpunkt.
Citroën würdigt zum 30-jährigen Jubiläum ein Modell, das den Geist der Marke verkörpert. Kreativität, Zugänglichkeit und Effizienz prägten die Entwicklung. Der Saxo VTS bleibt ein Beispiel dafür, wie ein Kleinwagen mit klarem Konzept und konsequenter Umsetzung zum Erfolg werden kann. Die Geschichte des kompakten Sportwagens zeigt, dass Größe nicht alles ist – entscheidend sind Konzept und Ausführung.
| Basis | Citroën Saxo |
| Bauzeit | 1996-2003 |
| Bauart | Dreitürer |
| Motor | 1,6-Liter-16-Ventil TU5J4 |
| Leistung | 88 kW (120 PS) bei 6.600 U/min |
| Drehzahlgrenze | 7.300 U/min |
| Getriebe | 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Leergewicht | 935 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 205 km/h |
| Beschleunigung 0-100 km/h | ca. 8 Sekunden |
| Bremsen vorne | Belüftete Scheibenbremsen |
| Produktionsort | Aulnay-sous-Bois |