Der BYD TANG setzt auf zwei permanent erregte Synchronmotoren, die zusammen 380 kW oder 517 PS mobilisieren. Der vordere Elektromotor leistet 180 kW, während die Hinterachse von einem 200 kW starken Aggregat angetrieben wird. Das maximale Drehmoment von 700 Nm steht ohne Verzögerung zur Verfügung und beschleunigt das 2.630 Kilogramm schwere SUV in 4,9 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 190 km/h abgeregelt.
Die Kraftübertragung erfolgt über je eine einstufige Getriebeeinheit pro Achse. Der intelligente Allradantrieb verteilt die Leistung kontinuierlich zwischen Vorder- und Hinterachse und passt sich den jeweiligen Fahrbedingungen an. Vier Fahrmodi stehen zur Auswahl: Sport, Normal, Eco und Snow. Jeder Modus verändert die Charakteristik der Leistungsentfaltung und die Abstimmung der adaptiven Dämpfer. Die Anhängelast beträgt maximal 1.500 Kilogramm.
Das Bremssystem kombiniert Brembo-Sättel an der Vorderachse mit perforierten Bremsscheiben rundum. Das hydraulische Bremskraftverstärkungssystem von Bosch arbeitet mit elektronischer Bremskraftverteilung, Berganfahrhilfe, Bergabfahrkontrolle und einem Brake Override System zusammen. Die Verzögerung erfolgt primär rekuperativ über die E-Motoren.
Im Unterboden des TANG arbeitet die hauseigene Blade Battery von BYD. Der Lithium-Eisenphosphat-Akku verfügt über eine Bruttokapazität von 108,8 kWh und besteht aus 24 einzelnen, flüssigkeitsgekühlten Zellmodulen. Die länglichen, klingenförmigen Zellen sind in einer crashresistenten Aluminium-Wabenstruktur untergebracht, die gleichzeitig als tragendes Element der Karosseriestruktur dient. Die Nennspannung liegt bei 640 Volt.
Die Reichweite gibt BYD mit 530 Kilometern nach WLTP-Norm im kombinierten Zyklus an. Im reinen Stadtbetrieb sollen bis zu 682 Kilometer möglich sein. Der Verbrauch beträgt 24,0 kWh pro 100 Kilometer im WLTP-Mix, im urbanen Einsatz sinkt er auf 18,7 kWh. An einer DC-Schnellladestation mit 170 kW Leistung lädt der Akku in 30 Minuten von 30 auf 80 Prozent Ladestand. Serienmäßig ist ein dreiphasiger AC-Bordlader mit 11 kW verbaut.
Eine Wärmepumpe gehört zur Standardausstattung und steigert die thermische Effizienz um bis zu 20 Prozent. Beim Heizen des Innenraums spart sie bis zu 40 Prozent Energie gegenüber einem konventionellen PTC-Heizelement, was die Reichweite um rund zehn Prozent erhöht. Die Vehicle-to-Load-Funktion ermöglicht die Entnahme von bis zu 4 kW Leistung für externe Verbraucher.
Mit einer Länge von 4.970 Millimetern, einer Breite von 1.955 Millimetern und einer Höhe von 1.745 Millimetern positioniert sich der TANG oberhalb des SEAL U im BYD-Portfolio. Der Radstand misst 2.820 Millimeter. Die dritte Sitzreihe lässt sich einzeln im Boden versenken, die zweite Sitzreihe ist im Verhältnis 60:40 teilbar und kann in der Länge verschoben werden. Auch die Neigung der Rückenlehnen ist verstellbar.
Das Kofferraumvolumen variiert zwischen 235 Litern bei aufgestellter dritter Sitzreihe und 1.655 Litern bei umgeklappten Sitzen der zweiten und dritten Reihe. In der Fünfsitzer-Konfiguration stehen 940 Liter zur Verfügung. Der Zugang zur dritten Sitzreihe erfolgt über einen Easy-Entry-Mechanismus, der den äußeren Sitz der zweiten Reihe nach vorne klappt.
Die Vordersitze sind mit rautenförmig gestepptem Nappaleder in Schwarz oder Braun bezogen und verfügen über elektrische Verstellung, Massage-, Heiz- und Belüftungsfunktion. Ein elektrisch öffnbares Panorama-Glasdach mit elektrischem Sonnenschutz gehört zur Serie. Die Luftqualität wird durch einen PM2.5-Innenraumfilter, ein Luftreinigungssystem, einen Negativ-Ionen-Generator und ein Duftsystem gesichert.
Das Instrumentendisplay misst 12,3 Zoll in der Diagonale und ist in einem integrierten Gehäuse vor dem Fahrer montiert. Der zentrale Touchscreen für Infotainment und Klimasteuerung hat eine Bildschirmdiagonale von 15,6 Zoll und lässt sich elektrisch vom Hoch- ins Querformat drehen. Die Darstellung erfolgt über einen Qualcomm SA8155-Chip, der für hohe Auflösung und schnelle Reaktionszeiten sorgt.
Die Sprachsteuerung reagiert auf den Befehl "Hi BYD" und ermöglicht die Bedienung von Klimaanlage, Fahrmodi, Musikwiedergabe und weiteren Funktionen. Passagiere in der zweiten Reihe können die Klimaeinstellungen über ein separates LCD-Bedienfeld steuern. Die Ambientebeleuchtung bietet 31 verschiedene Farbkonfigurationen.
Zur Serienausstattung zählen eine 4G-Internetverbindung, integrierte Apps wie Spotify und HERE-Navigation sowie die Smartphone-Integration via Android Auto und Apple CarPlay. Über die BYD-App lassen sich Türen, Fenster, Klimaanlage und Sitzbelüftung fernsteuern. Der aktuelle Ladestand, die Restreichweite und die verbleibende Ladezeit werden ebenfalls angezeigt. Die NFC-Schlüsseltechnologie erlaubt das Öffnen und Schließen per Smartphone. Das Dynaudio-Soundsystem arbeitet mit zwölf Lautsprechern. Eine kabellose Ladestation für Smartphones bietet bis zu 50 Watt Ladeleistung.
Das Fahrwerk kombiniert MacPherson-Federbeine vorn mit einer Mehrlenker-Hinterachse. Die Konstruktion nutzt Aluminium-Komponenten zur Reduzierung der ungefederten Massen. Das DiSus-C Intelligent Damping Control System passt die Dämpferkennlinien kontinuierlich an Fahrmodus, Lenkwinkel, Gaspedalstellung und Geschwindigkeit an. Die Abstimmung erfolgte speziell für europäische Straßenverhältnisse.
Die Integration der Blade Battery in die Bodenstruktur aus hochfestem, warmumgeformtem Stahl senkt den Schwerpunkt und verbessert die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Serienmäßig montiert sind 21-Zoll-Räder mit Michelin Pilot Sport 4 Bereifung. Der Wendekreis beträgt 11,8 Meter.
Die Karosseriesteifigkeit trägt zur präzisen Lenkung und zur Dämpfung von Fahrbahnunebenheiten bei. Akustikglas für Frontscheibe und vordere Seitenscheiben reduziert Wind- und Rollgeräusche. Die aerodynamisch optimierten Felgen senken den Luftwiderstand.
Das Fahrerassistenzsystem arbeitet mit acht Ultraschallsensoren, fünf Millimeterwellen-Radaren, vier Umgebungskameras und einer hochauflösenden Frontkamera. Die Daten werden von Algorithmen des BYD Smart Connectivity Centre verarbeitet und ermöglichen autonomes Fahren auf Level 2.
Zur Serienausstattung gehören Spurverlassenswarnung, Spurwechselassistent, Kollisionswarnung, Verkehrszeichenerkennung, Integrierter Cruise Assist, automatische Notbremsung, Stop-and-Go-Abstandsregelung, Notbremsassistent, Ausstiegswarnung, Querverkehrswarnung hinten und Querverkehrsalarm hinten. Das Bremssystem verfügt über elektronische Bremskraftverteilung, Berganfahrhilfe, Comfortable Stop, Bremsscheibentrocknung, Wankbewegungsintervention, Bergabfahrkontrolle und Brake Override System.
Ein 360-Grad-Kamerasystem kombiniert die Bilder der vier Umgebungskameras zu einer Vogelperspektive auf dem 15,6-Zoll-Display. Akustische Warnungen unterstützen beim Rangieren. Die LED-Scheinwerfer bieten Fernlichtassistent und adaptive Funktionen. Im Euro NCAP-Crashtest erreichte der TANG die Höchstwertung von fünf Sternen.
Die Außengestaltung folgt der neuesten Generation der Dragon Face Designsprache von BYD. Chefdesigner Wolfgang Egger und sein internationales Team kombinierten östliche Elemente mit westlichen Stilmerkmalen. Der lange Radstand und die kurzen Überhänge vorn und hinten prägen die Proportionen.
Die Front zeigt eckige Voll-LED-Scheinwerfer und eine markante Blende mit BYD-Schriftzug. Straffe Flächen, reduzierte Linien und präzise Spaltmaße charakterisieren die Seitenansicht. Geschwärzte Säulen, Privatsphärenglas für die Heckscheiben und eine gebürstete Aluminium-Umrandung der Fensterflächen strecken die Silhouette optisch. Das leicht abfallende Dach trägt serienmäßige Dachreling.
Eine ausgeprägte Schulterlinie verläuft von den Scheinwerfern bis zum Heck und strukturiert die Flanken. Die dreidimensionale Heckleuchte erstreckt sich über die gesamte Fahrzeugbreite und zieht sich in die Seiten. Die Heckklappe ist verjüngt gestaltet.
Der neue BYD TANG wird ab dem dritten Quartal 2024 in Europa verfügbar sein. Die Präsentation erfolgte im Rahmen der UEFA EURO 2024 in Deutschland, bei der BYD als offizieller Mobilitätspartner auftritt. Der Vorgänger war seit 2021 auf dem europäischen Markt erhältlich.
BYD wurde 1995 als Hersteller wiederaufladbarer Batterien gegründet und produziert seit 2003 Automobile. Das Unternehmen entwickelt und fertigt alle Kernkomponenten für Elektrofahrzeuge selbst, darunter Batterien, Elektromotoren und Leistungselektronik. Im Jahr 2022 stellte BYD als erster Automobilhersteller weltweit die Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor komplett ein.
Die Blade Battery durchlief zahlreiche Crashtests, darunter mehrere Szenarien des Euro NCAP-Programms. Auch den Nageldurchdringungstest bestand der Akku, der thermisches Durchgehen und Temperaturaufbau nach Beschädigung durch spitze Gegenstände simuliert. Das Unternehmen betreibt über 30 Industrieparks in China, den USA, Kanada, Japan, Brasilien, Ungarn und Indien.
| Antrieb | Zwei permanenterregte Synchronmotoren |
| Antriebsart | Allradantrieb |
| Systemleistung | 380 kW (517 PS) |
| Leistung vorn | 180 kW |
| Leistung hinten | 200 kW |
| Maximales Drehmoment | 700 Nm |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 4,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 190 km/h |
| Batterietyp | BYD Blade Battery (LFP) |
| Batteriekapazität brutto | 108,8 kWh |
| Nennspannung | 640 V |
| Reichweite WLTP kombiniert | 530 km |
| Reichweite WLTP Stadt | 682 km |
| Verbrauch WLTP kombiniert | 24,0 kWh/100 km |
| Verbrauch WLTP Stadt | 18,7 kWh/100 km |
| DC-Ladeleistung | 170 kW |
| AC-Ladeleistung | 11 kW |
| Ladezeit DC 30-80% | 30 min |
| Länge | 4.970 mm |
| Breite | 1.955 mm |
| Höhe | 1.745 mm |
| Radstand | 2.820 mm |
| Wendekreis | 11,8 m |
| Leergewicht | 2.630 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht | 3.205 kg |
| Sitzplätze | 7 |
| Kofferraumvolumen | 235-1.655 l |
| Anhängelast | 1.500 kg |
| Radgröße | 21 Zoll |
| Bereifung | Michelin Pilot Sport 4 |
| Vorderachse | MacPherson-Federbeine |
| Hinterachse | Mehrlenker |
| Bremsen vorn | Brembo-Sättel, perforierte Scheiben |
| Bremsen hinten | Perforierte Scheiben |
| Instrumentendisplay | 12,3 Zoll LCD |
| Infotainment-Display | 15,6 Zoll Touchscreen |
| Soundsystem | Dynaudio 12 Lautsprecher |