BYD bringt mit dem Seal U DM-i erstmals einen Plug-in-Hybriden nach Europa. Das D-Segment-SUV basiert auf der Super DM Technologie des chinesischen Herstellers und verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz als konventionelle Plug-in-Hybride. Während die meisten PHEV-Systeme den Verbrennungsmotor als Hauptantrieb nutzen und den Elektromotor zur Unterstützung einsetzen, dreht BYD dieses Prinzip um. Die Blade Battery und der Elektromotor bilden die primäre Antriebsquelle, der Benzinmotor springt lediglich bei Bedarf ein.
Diese Architektur spiegelt sich in den technischen Daten wider. Je nach Ausstattungsvariante arbeitet ein 1,5-Liter-Saugmotor mit 72 kW oder ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 96 kW mit dem elektrischen Antriebsstrang zusammen. Der Saugmotor in der Boost-Version erreicht einen thermischen Wirkungsgrad von 43,04 Prozent, was laut Hersteller Spitzenwerte in der Branche darstelle. Der Turbomotor in der Design-Variante kommt auf 40,12 Prozent thermischen Wirkungsgrad. Beide Aggregate nutzen spezifische Brennverfahren: Der Saugmotor arbeitet nach dem Atkinson-Zyklus mit einem Verdichtungsverhältnis von 15,5:1, während der Turbomotor auf den Miller-Zyklus mit 12,5:1 Verdichtung setzt.
Das Electric Hybrid System integriert zwei Hochgeschwindigkeits-Elektromotoren mit bis zu 15.000 Umdrehungen pro Minute. Der P1-Motor erzeugt die elektrische Energie, der P3-Motor treibt die Räder an. Beide Motoren nutzen Hairpin-Technologie für verbesserte Wärmeableitung. Der Spitzenwirkungsgrad erreiche 97 Prozent, im Normalbetrieb bleibe die Effizienz über 90 Prozent. Eine Ölkühlung sorgt für thermisches Management, die Leistungsdichte steigt auf maximal 5,5 Kilowatt pro Kilogramm. Die integrierte Doppelmotor-Steuerung arbeitet mit einem Wirkungsgrad von 98,9 Prozent.
Die Blade Battery im Seal U DM-i wurde speziell für dieses Modell entwickelt. Mit 18,3 Kilowattstunden Kapazität und 339,2 Volt Nennspannung ermöglicht sie eine rein elektrische Reichweite von 80 Kilometern in der Boost-Version und 70 Kilometern in der Design-Ausführung nach WLTP-Norm. Im Stadtverkehr steigen die Werte auf 113 beziehungsweise 98 Kilometer. Die Lithium-Eisenphosphat-Chemie verzichtet komplett auf Kobalt und verspricht laut BYD über 5.000 Lade- und Entladezyklen ohne nennenswerten Kapazitätsverlust.
Ungewöhnlich für einen Plug-in-Hybriden: Der Seal U DM-i lässt sich per Gleichstrom laden. Mit bis zu 18 Kilowatt DC-Leistung füllt sich die Batterie von 30 auf 80 Prozent in 35 Minuten. Der serienmäßige 11-Kilowatt-Onboard-Charger benötigt für eine Vollladung von 15 auf 100 Prozent rund 120 Minuten an einer Drehstrom-Wallbox. Die Pulse-Self-Heating-Technologie soll die Heizeffizienz bei niedrigen Temperaturen um zehn Prozent steigern.
Die Blade Battery besteht aus langgestreckten, klingenförmigen Zellen, die gleichmäßig in einem Array angeordnet sind. Jede Zelle fungiert als Strukturträger und erhöht die Steifigkeit des Batteriepakets. Eine Aluminium-Wabenstruktur mit hochfesten Deckplatten verstärkt die vertikale Festigkeit. Die Raumausnutzung liegt laut Hersteller 50 Prozent über traditionellen Batteriepaketen, was die Energiedichte erhöhe und mehr Innenraum schaffe. Ein fortschrittliches Batteriemanagementsystem optimiere die Effizienz bei allen Temperaturbedingungen.
Die Boost-Version kombiniert den 72-kW-Saugmotor mit einem 145-kW-Elektromotor an der Vorderachse. Die Systemleistung erreicht 160 Kilowatt, das maximale Drehmoment liegt bei 300 Newtonmetern. Der Frontantrieb beschleunigt das SUV in 8,9 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 170 Stundenkilometer. Der kombinierte Verbrauch nach WLTP liegt bei 0,9 Litern auf 100 Kilometer, der elektrische Verbrauch bei 21 Kilowattstunden. Die Gesamtreichweite übersteigt 1.080 Kilometer.
Die Design-Variante nutzt den 96-kW-Turbomotor und zwei Elektromotoren: 150 Kilowatt vorn, 120 Kilowatt hinten. Daraus resultiert Allradantrieb mit 238 Kilowatt Systemleistung und 550 Newtonmetern Drehmoment. Der Sprint auf 100 Stundenkilometer gelingt in 5,9 Sekunden, die Spitze liegt bei 180 Stundenkilometern. Der Normverbrauch steigt auf 1,2 Liter, der Stromverbrauch auf 23,5 Kilowattstunden. Die kombinierte Reichweite beträgt 870 Kilometer. Beide Versionen erfüllen die Euro-6e-Norm und tanken mindestens 95-Oktan-Benzin aus dem 60-Liter-Tank.
Der Fahrer wählt zwischen zwei Betriebsmodi: EV und HEV. Im EV-Modus fährt das SUV rein elektrisch, solange die Batterie ausreichend geladen ist. Im HEV-Modus nutzt das System primär den Elektromotor, der Benziner unterstützt bei starker Beschleunigung und hohen Geschwindigkeiten. Unabhängig vom Modus lädt Rekuperation die Batterie während der Fahrt. Die Reaktionszeit des Elektromotors liegt bei zehn Millisekunden, was laut Hersteller präzise Fahrdynamik ermögliche.
Wolfgang Egger, Global Styling Design Director bei BYD, verantwortet das Design des Seal U DM-i. Die Ocean Aesthetics Designsprache prägt die Formengebung. Die X-förmige Front mit gerundeten Konturen erinnere an Wassertropfen. U-förmige Scheinwerfer mit Doppellinsen integrieren sich nahtlos in die Motorhaube. Dekorative Wassertropfen-Elemente den Scheinwerfern verbreitern das Fahrzeug optisch. Die durchgehende obere Gürtellinie verbindet Front und Heck, während die untere Seitenlinie eine konkave Oberfläche formt. Serienmäßige 19-Zoll-Leichtmetallräder mit polierten schwarzen Speichen und Glanzfinish unterstreichen die dynamische Seitenansicht.
Das Heck zeigt eine breite Gestaltung mit horizontalen Strukturelementen. Schwarze und silberne Details akzentuieren den Stoßfänger. Die durchgehenden LED-Rückleuchten nutzen eine Wassertropfen-Matrix aus kleinen Leuchtdioden, die mit den Frontscheinwerfern korrespondiert. Ein matter schwarzer Zierstreifen verbindet die Leuchten. Die Karosserie misst 4.775 Millimeter in der Länge, 1.890 Millimeter in der Breite und 1.670 Millimeter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2.765 Millimeter. Der Luftwiderstandsbeiwert liegt bei 0,34, selbst die Felgen sind aerodynamisch optimiert.
Die Proportionen zielen auf Funktionalität als Familien-SUV. Das D-Segment-Modell positioniert sich unterhalb des siebensitzigen Tang in BYDs europäischem Portfolio. Der flache Boden und der großzügige Radstand schaffen Platz für fünf Personen und Gepäck. Die Kombination aus Athletik und Eleganz spiegelt sich in den definierten Linien wider.
Der Innenraum kombiniert veganes Leder mit doppelter Kontrastnaht an Sitzen, Armaturenbrett, Türverkleidungen und Mittelkonsole. Die elektrisch verstellbaren Vordersitze verfügen serienmäßig über Heizung und Belüftung, der Fahrersitz speichert Einstellungen. Eine 31-farbige rhythmusreaktive Ambientebeleuchtung umhüllt den Innenraum. Das panoramische Elektro-Schiebedach mit Sonnenschutz gehört zur Serienausstattung. In der Design-Version filtert ein PM2,5-Luftreinigungssystem Partikel aus der Kabinenluft.
Das 15,6-Zoll-Touchscreen lässt sich zwischen Quer- und Hochformat rotieren. Ein 12,3-Zoll-TFT-Display dient als Instrumententafel. Das Head-up-Display projiziert Geschwindigkeit, Tempolimit und ADAS-Informationen. Der kristalline Gangwahlhebel bildet das visuelle Zentrum der Mittelkonsole. Mechanische Tasten um den Wählhebel steuern häufig genutzte Funktionen. Das Infinity-Soundsystem nutzt zehn Lautsprecher. Zwei kabellose 15-Watt-Smartphone-Ladepads liegen in der Mittelkonsole. Die USB-Anschlüsse umfassen vorn einen 18-Watt- und einen 60-Watt-USB-C-Port, hinten zwei 18-Watt-USB-C-Buchsen.
Der Kofferraum fasst 425 Liter, bei umgeklappten Rücksitzen 1.440 Liter. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:60 teilen. Das Leergewicht beträgt 1.940 Kilogramm in der Boost-Version und 2.100 Kilogramm in der Design-Ausführung. Die zulässige Dachlast liegt bei 75 Kilogramm, der Wendekreis misst 5,5 Meter. Die Vorderachse trägt maximal 1.230 beziehungsweise 1.275 Kilogramm, die Hinterachse 1.140 beziehungsweise 1.255 Kilogramg.
Sechs Radarsensoren und vier Kameras bilden die Basis für die Fahrerassistenzsysteme. Adaptive Cruise Control und Intelligent Cruise Control überwachen den vorausfahrenden Verkehr und regeln Abstand sowie Geschwindigkeit automatisch. Lane Keep Assistance hält das Fahrzeug in der Spurmitte. Blind Spot Detection warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel. Front Cross Traffic Alert und Front Cross Traffic Brake erkennen querenden Verkehr, ebenso Rear Cross Traffic Alert und Rear Cross Traffic Brake am Heck. Emergency Lane Keeping Assist greift bei drohenden Spurabweichungen ein.
Predictive Collision Warning, Forward Collision Warning und Rear Collision Warning analysieren Kollisionsrisiken. Automatic Emergency Braking leitet Notbremsungen ein. Traffic Sign Recognition erkennt Verkehrszeichen. Door Opening Warning verhindert das Öffnen von Türen bei herannahenden Verkehrsteilnehmern. Eine 360-Grad-Kamera mit animierter Fahrzeugdarstellung unterstützt beim Rangieren. LED-Scheinwerfer mit automatischer Aktivierung, Follow-Me-Home-Funktion und High Beam Assist gehören zur Serienausstattung.
Die Sicherheitsarchitektur nutzt hochfesten Stahl in der Karosseriestruktur. Ein speziell entwickelter Airbag hebt bei seitlichen Pfahlaufprallen den Arm an, um Rippenquetschungen zu vermeiden. Das Child Presence Detection System überwacht mit Dualradar, ob Kinder im Fahrzeug zurückbleiben. Das aktive Kinderfußgänger-Schutzsystem erhöht die Sicherheit in Wohngebieten. Die Blade Battery bestand den Nail Penetration Test ohne Rauchentwicklung oder Brand, ebenso Tests mit Quetschen, Biegen, Erhitzen auf 300 Grad Celsius und 260-prozentiger Überladung.
Das Intelligent Cockpit System integriert 4G-Konnektivität, Spotify, HERE-Navigation, Android Auto und Apple CarPlay. Die Sprachsteuerung reagiert auf den Befehl "Hi BYD". Over-The-Air-Updates halten die Software aktuell. Die BYD-App ermöglicht Fernsteuerung zahlreicher Fahrzeugfunktionen: Verriegeln und Entriegeln, Schließen offener Fenster, Klimaanlage, Sitzheizung und -belüftung, Blinker und Hupe. Die App zeigt Batterieladung, Reichweite, verbleibende Ladezeit und Reifendruck. NFC-Funktionalität erlaubt das Entsperren und Starten per Smartphone.
Die Vehicle-to-Load-Funktion nutzt die Batterie als mobile Stromquelle für elektrische Geräte. Diese Funktion erweitert die Vielseitigkeit des SUV in Bereichen ohne Stromanschluss. Das Fahrzeug bietet zwei Schlüssel, Keyless Entry und Keyless Start. Die Boost-Version verfügt über die Fahrmodi Eco, Normal, Sport und Snow. Die Design-Ausführung ergänzt Sand und Muddy für anspruchsvolles Gelände. Eine elektrische Heckklappe, beheizte Außenspiegel mit elektrischer Verstellung und Einklappfunktion sowie eine beheizte Frontscheibe mit UV-Schutz, Wärmeisolierung und Schalldämmung gehören zur Serienausstattung.
Die Lackpalette umfasst Delan Black, Time Grey, Snow White, Tian Qing und Boundless Cloud. Im Innenraum stehen schwarzes oder schwarz-braunes veganes Leder zur Wahl. Die Boost-Version startet mit Frontantrieb und 160 Kilowatt Systemleistung, die Design-Variante bietet Allradantrieb und 238 Kilowatt. Beide Versionen nutzen die gleiche 18,3-Kilowattstunden-Blade-Battery mit DC-Schnellladefähigkeit. Der Seal U DM-i positioniert sich als erster europäischer PHEV von BYD und demonstriert die Super DM Technologie mit elektrisch dominiertem Antriebskonzept.
| Basis | BYD Seal U DM-i |
| Fahrzeugklasse | D-Segment SUV |
| Sitzplätze | 5 |
| Länge | 4.775 mm |
| Breite | 1.890 mm |
| Höhe | 1.670 mm |
| Radstand | 2.765 mm |
| Leergewicht Boost | 1.940 kg |
| Leergewicht Design | 2.100 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht Boost | 2.350 kg |
| Zulässiges Gesamtgewicht Design | 2.510 kg |
| Kofferraumvolumen | 425 l |
| Kofferraumvolumen Sitze umgeklappt | 1.440 l |
| Dachlast | 75 kg |
| Wendekreis | 5,5 m |
| Luftwiderstandsbeiwert | 0,34 |
| Radgröße | 19 Zoll |
| Reifengröße | 235/50 R19 |
| Merkmal | Wert |
| Systemleistung | 160 kW |
| Systemdrehmoment | 300 Nm |
| Verbrennungsmotor | 1,5 l Saugmotor |
| Motorleistung | 72 kW (98 PS) |
| Motordrehmoment | 122 Nm |
| Thermischer Wirkungsgrad | 43,04 % |
| Verdichtungsverhältnis | 15,5:1 |
| Brennverfahren | Atkinson-Zyklus |
| Elektromotor vorn | 145 kW |
| E-Motor Drehmoment vorn | 300 Nm |
| Antriebsart | Frontantrieb |
| Getriebe | Automatik |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 8,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 170 km/h |
| Systemleistung | 238 kW |
| Systemdrehmoment | 550 Nm |
| Verbrennungsmotor | 1,5 l Turbobenziner |
| Motorleistung | 96 kW (130 PS) |
| Motordrehmoment | 220 Nm |
| Thermischer Wirkungsgrad | 40,12 % |
| Verdichtungsverhältnis | 12,5:1 |
| Brennverfahren | Miller-Zyklus |
| Elektromotor vorn | 150 kW |
| E-Motor Drehmoment vorn | 300 Nm |
| Elektromotor hinten | 120 kW |
| E-Motor Drehmoment hinten | 250 Nm |
| Antriebsart | Allradantrieb |
| Getriebe | Automatik |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 5,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
| Batterietyp | BYD Blade Battery (LFP) |
| Batteriekapazität | 18,3 kWh |
| Nennspannung | 339,2 V |
| Ladezyklus | über 5.000 |
| Elektrische Reichweite Boost WLTP kombiniert | 80 km |
| Elektrische Reichweite Boost WLTP Stadt | 113 km |
| Elektrische Reichweite Design WLTP kombiniert | 70 km |
| Elektrische Reichweite Design WLTP Stadt | 98 km |
| Gesamtreichweite Boost | 1.080 km |
| Gesamtreichweite Design | 870 km |
| AC-Ladeleistung | 11 kW |
| AC-Ladezeit 15-100 % | 120 min |
| DC-Ladeleistung | 18 kW |
| DC-Ladezeit 30-80 % | 35 min |
| Kraftstoffverbrauch Boost WLTP kombiniert | 0,9 l/100 km |
| Kraftstoffverbrauch Design WLTP kombiniert | 1,2 l/100 km |
| Stromverbrauch Boost WLTP kombiniert | 21 kWh/100 km |
| Stromverbrauch Design WLTP kombiniert | 23,5 kWh/100 km |
| Stromverbrauch Boost Stadt | 14,5 kWh/100 km |
| Stromverbrauch Design Stadt | 16,1 kWh/100 km |
| CO2-Emissionen Boost | 20,5 g/km |
| CO2-Emissionen Design | 26 g/km |
| Emissionsnorm | Euro 6e |
| Tankinhalt | 60 l |
| Kraftstoffart | Benzin |
| Mindestoktanzahl | 95 E10 |