BMW erweitert Sicherheitssysteme serienmäßig

Gute Fahrt

 · 31.08.2026

BMW stattet ab der Neuen Klasse alle Baureihen serienmäßig mit erweiterten Sicherheitssystemen aus
Foto: BMW AG
BMW stattet ab der Neuen Klasse alle Baureihen serienmäßig mit erweiterten Sicherheitssystemen aus. Die Ausstiegswarnung verzögert aktiv das Türöffnen, um Dooring-Unfälle zu verhindern.

Serienmäßige Sicherheit für alle Baureihen

Mit dem Start der Neuen Klasse vollzieht BMW einen bedeutenden Schritt in der Fahrzeugsicherheit. Erstmals erhalten mehrere Baureihen serienmäßig eine erweiterte Palette aktiver Sicherheits-Assistenzsysteme. Den Anfang macht der BMW iX3 als erstes Serienmodell der neuen Generation. Weitere Modelle wie der i3, X5 und 7er folgen sukzessive. Die Münchner setzen damit auf eine breite Verfügbarkeit moderner Assistenzsysteme über alle Fahrzeugklassen hinweg.

Dr. Mihiar Ayoubi, Leiter Entwicklung Fahrerlebnis BMW Group, erklärt die Philosophie hinter dem Konzept: „Die breite serienmäßige Umsetzung unserer neuen Active-Safety-Funktionen basiert auf unserer Philosophie 'Smart, Symbiotic, Safe'. Wir verbinden Fahrer und Assistenzsysteme zu einem kooperativen Gesamtsystem. Bei BMW arbeiten aktive Sicherheitsfunktionen als stille, intelligente Begleiter im Hintergrund – unaufdringlich aber effektiv, wenn es in kritischen Situationen darauf ankommt."

Die Wirksamkeit der Systeme belegen Datenanalysen der vernetzten Fahrzeugflotte. Im vergangenen Monat legten 1,3 Millionen BMW Fahrzeuge der vorherigen Technologiegeneration in Europa insgesamt 1,6 Milliarden Kilometer zurück. Dabei warnten die Systeme rund acht Millionen Mal visuell und akustisch vor potenziellen Kollisionen. In 243.977 Fällen griffen die Assistenzfunktionen aktiv in Lenkung und Bremse ein und trugen zur Vermeidung möglicher Kollisionen bei. Diese Zahlen basieren auf Daten von Fahrzeughaltern, die der Datenerfassung aktiv zugestimmt haben.

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Der neue BMW iX3 erhielt im aktuellen Sicherheitstest der unabhängigen Prüforganisation Euro NCAP die Höchstwertung von fünf Sternen. Dabei übertraf das Fahrzeug die erforderlichen Werte deutlich. Als eines der ersten Fahrzeuge wurde der iX3 nach den 2026 grundlegend überarbeiteten Testprotokollen bewertet. Das Ergebnis bestätigt den ganzheitlichen Sicherheitsansatz der Marke.

Aktive Türverzögerung verhindert Dooring-Unfälle

Eine zentrale Neuerung stellt die erweiterte Ausstiegswarnung dar. Diese Funktion zielt darauf ab, sogenannte Dooring-Unfälle zu verhindern. Solche Unfälle entstehen, wenn sich die Tür eines geparkten Fahrzeugs unerwartet in den Verkehrsraum öffnet. Besonders gefährdet sind dabei Radfahrerinnen und Radfahrer. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft standen 2024 in Berlin acht Prozent aller Radunfälle im Zusammenhang mit Dooring. Von insgesamt rund 4.900 Radunfällen in der Hauptstadt waren 392 auf unachtsam geöffnete Autotüren zurückzuführen.

Die Ausstiegswarnung gehört bereits seit Jahren zum Serienumfang vieler BMW Modelle und weist akustisch sowie visuell auf Gefahren hin. Mit dem Start der Neuen Klasse wird sie standardmäßig mit der aktiven Türverzögerung erweitert. Mithilfe der Seitenradare überwacht die Funktion kontinuierlich den Verkehrsraum rund um das stehende Fahrzeug. Sie erkennt sich nähernde Fahrzeuge, Fahrräder oder andere Verkehrsteilnehmer. Wurde eine Kollisionsgefahr detektiert, verzögert das System das Öffnen der Tür mithilfe des elektronischen Türschlosses gezielt, bis die Gefahr vorüber ist.

Das System arbeitet vollautomatisch im Hintergrund. Sobald ein Insasse den Türgriff betätigt, prüft die Elektronik in Sekundenbruchteilen die Umgebung. Nähert sich ein Radfahrer oder ein anderes Fahrzeug, blockiert das elektronische Schloss die Tür für einen kurzen Moment. Erst wenn der Verkehrsteilnehmer vorbeigefahren ist, gibt das System die Tür frei. Der Insasse muss den Griff lediglich weiter betätigen. Die Verzögerung beträgt nur wenige Sekunden, kann aber ausreichen, um schwere Unfälle zu vermeiden.

Symbiotisches Zusammenspiel von Fahrer und Technik

BMW Symbiotic Drive hebt die Fahrerassistenz in der neuen Fahrzeuggeneration auf ein neues Niveau. Das Konzept steht für das intuitive Zusammenspiel zwischen Fahrer und Assistenzsystemen. Das Fahrzeug erkennt die Absicht des Fahrers über Lenkverhalten und Blickrichtung. Der Spurhalteassistent warnt und lenkt beispielsweise nur dann, wenn ein unbeabsichtigtes Verlassen der eigenen Spur oder eine drohende Kollision erkannt wurde. Bei bewusst eingeleiteten Fahrmanövern greift das System nicht ein, sofern keine Kollision oder kein Verlassen der Fahrbahn absehbar ist.

Beispiele für erkannte Fahrerabsichten sind ein gesetzter Blinker, aktive Lenkbewegungen oder ein Schulterblick. Die Systeme unterscheiden also zwischen unbeabsichtigten Spurabweichungen und bewussten Manövern wie Spurwechseln oder Ausweichbewegungen. Diese Differenzierung reduziert unnötige Warnungen und Eingriffe erheblich. Der Fahrer wird nicht bevormundet, sondern erhält Unterstützung genau dann, wenn sie benötigt wird.

Der Notfall-Lenkeingriff kann das Fahrzeug erstmals automatisch innerhalb der eigenen Fahrspur an einem Hindernis vorbeiführen. Ein typisches Szenario wäre eine Person, die bei einer Panne zwischen zwei Fahrzeugen auf die Fahrbahn geht. Auch ein Radfahrer, der bei schlechten Lichtverhältnissen übersehen wird, kann so erkannt werden. BMW bezeichnet diese Funktion als derzeit einmalig im Wettbewerbsumfeld. Auch in Situationen mit seitlicher Kollisionsgefahr hilft der Notfall-Lenkeingriff Unfälle zu vermeiden. Nähert sich ein potenzieller Unfallgegner dem eigenen Fahrzeug sehr eng, führt ein kurzer aktiver Lenkeingriff das Fahrzeug sanft innerhalb der eigenen Fahrspur weg vom Kollisionsobjekt. Voraussetzung ist, dass das System ausreichend Raum zum Ausweichen erkennt.

Erweiterte Notbrems- und Warnfunktionen

Der Notbremsassistent mit Ausweichhilfe unterstützt bei drohenden Frontkollisionen. Er kann automatisiert bis zur Vollverzögerung bremsen. Durch verbesserte Sensorik kann die Funktion nun auch bei Tieren auf der Fahrbahn und bei Wildwechsel unterstützen. Die Erkennung von Wildtieren stellt eine besondere Herausforderung dar, da diese sich oft unvorhersehbar bewegen und in der Dämmerung schwer zu erkennen sind. Die neue Sensorgeneration ermöglicht eine frühere und zuverlässigere Detektion.

Die Vorfahrtswarnung unterstützt Fahrer nun noch effektiver dank der Anzeige erkannter Verkehrszeichen im Panoramic Vision direkt im Sichtfeld des Fahrers. Dazu zählen neben roten Ampeln, Vorfahrt-Achten- und Stoppschildern sowie Einfahrt-Verboten-Situationen neuerdings auch Warnungen bei Fußgängerüberwegen. Die Informationen werden so platziert, dass der Fahrer seinen Blick nicht von der Straße abwenden muss.

Der Aufmerksamkeitsassistent mit Nothalt kann in medizinischen Notfällen unterstützen. Erkennt die Fahrerkamera, dass der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig ist, übernimmt das System kurzzeitig die Fahrzeugführung. Es bringt das Fahrzeug kontrolliert zum Stillstand. Dabei aktiviert es automatisch den Warnblinker und löst einen eCall aus. Der Fahrer kann den Vorgang jederzeit übersteuern. Die Fahrerkamera überwacht kontinuierlich die Kopfhaltung und Blickrichtung. Schließt der Fahrer beispielsweise die Augen für längere Zeit oder reagiert nicht mehr auf Warnungen, leitet das System die Notfallprozedur ein.

Verbesserte Sicherheit beim Parken und Rangieren

Auch beim Parken und Rangieren können verbesserte und weiterentwickelte Sicherheits-Assistenzsysteme Kollisionen verhindern. Die Active Park-Distance-Control kann mithilfe der Ultraschallsensoren und Surround-View Kameras Kollisionen verhindern. Die Funktion bremst hinten und erstmals auch seitlich auf statische und bewegliche Objekte bis zum Stillstand. Gerade beim Einparken in engen Parklücken oder Garagen bietet dies zusätzliche Sicherheit.

Beim oft unübersichtlichen Rückwärts-Ausparken auf befahrene Straßen kann die Notbremsfunktion hinten schwere Unfälle mit querenden Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern verhindern. Dafür scannen die hinteren Seitenradare die Umgebung. Die Rückfahrkamera und die Visualisierung aus der Vogelperspektive auf dem Zentraldisplay schaffen zusätzliche Übersicht. Die Radare erfassen einen Bereich von mehreren Metern seitlich des Fahrzeugs und können sich nähernde Verkehrsteilnehmer frühzeitig erkennen.

Die serienmäßige Anfahrüberwachung erkennt mögliche Fehlbetätigungen des Fahrpedals. Ein typisches Beispiel ist die Verwechslung von Gas und Bremse. Erkennt das System bei bis zu zwei Kilometer pro Stunde ein Hindernis in weniger als einem Meter Entfernung und gleichzeitig eine ungewöhnlich schnelle und starke Betätigung des Gaspedals, greift es ein. Das Fahrzeug bremst dann vorwärts oder rückwärts kontrolliert bis zum Stillstand. Solche Verwechslungen passieren häufig in Stresssituationen oder bei ungewohnten Fahrzeugen.

Hochleistungsrechner als technische Basis

Mit dem neuen BMW iX3 und darauffolgenden Modellen etabliert BMW die technische Grundlage für die nächste Generation intelligenter, symbiotischer und sicherer Fahrerassistenzsysteme. Alle neuen aktiven Sicherheits- sowie automatisierten Fahr- und Parkfunktionen laufen auf dem zentralen „Superbrain of Automated Driving" zusammen. Der erstmals wassergekühlte Hochleistungsrechner verfügt über eine rund 20-mal höhere Rechenleistung als das Vorgängersystem.

Diese enorme Rechenleistung ist notwendig, um die Daten der zahlreichen Sensoren in Echtzeit zu verarbeiten. Kameras, Radare und Ultraschallsensoren liefern kontinuierlich Informationen über die Fahrzeugumgebung. Der Rechner muss diese Daten fusionieren, analysieren und daraus in Millisekunden Entscheidungen ableiten. Die Wasserkühlung ermöglicht einen dauerhaften Betrieb Volllast ohne Leistungseinbußen durch thermische Limitierungen.

Das BMW Panoramic iDrive schafft Klarheit für den Fahrer. Mit der neuen Sensorik-Generation und der verbesserten Assisted View Anzeige im BMW Operating System X wird die aktuelle Fahrsituation präzise und detailreich dargestellt. Die Visualisierungen werden im Zentraldisplay, im Panoramic Vision oder optional im 3D Head-Up Display angezeigt. Sie unterstützen den Fahrer dabei, Verkehrsgeschehen und erkannte Objekte intuitiv zu erfassen und schaffen zusätzliche Transparenz über die aktuell aktiven Assistenzsysteme und deren Eingriffe.

Testgelände in Sokolov als Entwicklungsbasis

Das 2023 eröffnete Testgelände „Future Mobility Development Center" in Sokolov, Tschechien, hat entscheidend zur Entwicklung der neuen Active-Safety-Systeme und Fahrerassistenzfunktionen beigetragen. Dr. Martin Sautter, Bereichsleiter Fahrzeugfreizeichnung der BMW Group, betont die Bedeutung der Anlage: „Das Future Mobility Development Center in Sokolov ist für uns weit mehr als eine Teststrecke. Es ist ein zentraler Baustein unserer Entwicklungsstrategie und schafft die Voraussetzungen, Innovationen für automatisiertes Fahren und Parken schnell, sicher und kundenorientiert zur Serienreife zu bringen. Die einzigartige Erprobungsumgebung ermöglicht es uns, reale Fahrsituationen höchst anspruchsvollen und reproduzierbaren Bedingungen abzubilden. Damit stärken wir die technologische Spitzenposition der BMW Group langsfristig."

Auf dem rund 600 Hektar großen, weltweit größten Erprobungsgelände der BMW Group werden auf etwa 25 Kilometern Teststrecken realitätsnahe Fahr- und Verkehrsszenarien erprobt. Das Spektrum reicht von Stadtverkehr bis hin zu Autobahnen und automatisierten Parkmanövern. Alle Tests finden reproduzierbaren Bedingungen statt. Die Anlage ermöglicht es, kritische Verkehrssituationen gezielt nachzustellen und die Reaktion der Assistenzsysteme zu überprüfen.

Die Tests auf dem hochmodernen Gelände ergänzen die Ergebnisse aus virtuellen Fahrsimulationen und Millionen von Testkilometern im realen Straßenverkehr. BMW erprobt seine Fahrzeuge bei unterschiedlichsten Bedingungen: bei Hitze, Schnee und Eis in Europa, Nordamerika, Südafrika und China. Nur durch diese Kombination aus virtueller Simulation, kontrollierten Testgeländeversuchen und Realerprobung lässt sich die Zuverlässigkeit der Systeme in allen denkbaren Situationen sicherstellen.


Technische Daten im Überblick

Erstes SerienmodellBMW iX3
FolgemodelleBMW i3, BMW X5, BMW 7er
HochleistungsrechnerSuperbrain of Automated Driving (wassergekühlt)
Rechenleistung20-fach höher als Vorgängersystem
TestgeländeFuture Mobility Development Center Sokolov
Testgelände Größe600 Hektar
Teststrecken Länge25 Kilometer
Euro NCAP Bewertung iX35 Sterne
TestprotokollEuro NCAP 2026

Auf einen Blick

  • BMW stattet ab der Neuen Klasse alle Baureihen serienmäßig mit erweiterten Sicherheitssystemen aus
  • Ausstiegswarnung mit aktiver Türverzögerung verhindert Dooring-Unfälle durch elektronisches Türschloss
  • BMW Symbiotic Drive erkennt Fahrerabsicht über Lenkverhalten und Blickrichtung
  • Notfall-Lenkeingriff kann Fahrzeug erstmals automatisch innerhalb der Fahrspur an Hindernissen vorbeiführen
  • Wassergekühlter Hochleistungsrechner bietet 20-fach höhere Rechenleistung als Vorgängersystem

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