Das BMW Museum verzeichnete im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord mit über 847.000 Gästen. Nach den erfolgreichen Ausstellungen „Belle Macchine. Italienisches Automobildesign bei BMW" und der Jubiläumsschau zu 50 Jahren BMW Art Cars und 3er Serie folgt nun eine Würdigung der 6er Reihe. Vom 17. März 2026 bis Ende Januar 2027 präsentiert das Museum in der Rotunde eine umfassende Retrospektive zur legendären Baureihe, die seit ihrer Markteinführung im Frühjahr 1976 Designgeschichte schreibt.
Die Ausstellung beleuchtet fünf Jahrzehnte Automobilgeschichte einer Baureihe, die mit 13 Jahren Produktionszeit die am längsten gebaute Modellreihe des Unternehmens darstellt. Helmut Käs, Leiter BMW Group Classic und BMW Museum, betont die besondere Bedeutung: „Die BMW 6er Reihe steht seit fünf Jahrzehnten für Eleganz, Sportlichkeit und Langstreckenkomfort." Das ikonische Design habe sich als eines der prägendsten in der BMW Geschichte etabliert und werde weltweit von Fans und Sammlern geschätzt.
Bereits auf dem Vorplatz empfängt die Besucher ein schwebendes Karosseriemodell, inspiriert von der Fotoserie „Flying Cars" des französischen Fotografen Sylvain Viau. Die futuristische Inszenierung erinnert an klassische Science-Fiction-Filme und leitet thematisch zur Hauptausstellung über, in der auch die Rolle der 6er Reihe in Film und Fernsehen eine zentrale Rolle spielt. Ergänzend zeigt die Art Car Galerie zwei gestaltete BMW 635CSi aus der BMW Art Car Collection, während im Baureihenturm der Dauerausstellung ein BMW 633CSi die technische Evolution dokumentiert.
Mitte der 1970er Jahre setzte BMW mit der Einführung der 6er Reihe neue Maßstäbe im Automobilbau. Von 1976 bis 1989 wurde die erste Generation ausschließlich als Coupé produziert. Technisch basierte das Modell auf der 5er Reihe und orientierte sich stilistisch an den luxuriösen Oberklasse-Coupés der 1960er Jahre. Die Karosserien fertigte zunächst Karmann, ab 1982 übernahm das BMW Werk Dingolfing die Produktion. Die Baureihe umfasste fünf verschiedene Motorisierungen sowie ein spezielles Modell für den US-Markt. der Leitung von Chefdesigner Paul Bracq entstand ein zeitloses, dynamisches Design. Die spitz zulaufende „Haifischnase" prägte das markante Erscheinungsbild ebenso wie das charakteristische Seitenprofil und die großzügigen Fensterflächen. Diese Gestaltungselemente schufen eine unverwechselbare Ästhetik, die bis heute Bestand hat. Einen direkten Nachfolger gab es zunächst nicht – ab 1989 übernahm der 8er die Rolle des großen Coupés im BMW Portfolio, bevor 2003 mit dem E63 eine neue Generation des 6er auf den Markt kam.
Auch im Motorsport machte sich die Baureihe einen Namen. 1983 brachte BMW den 635CSi als seriennahen Gruppe-A-Tourenwagen an den Start. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: 1984 und 1986 gewann das Modell die Tourenwagen-Europameisterschaft, 1984 zusätzlich die Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft. Diese Rennsporterfolge unterstrichen die technische Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Baureihe und trugen wesentlich zum Image der Marke bei.
Das BMW 6er Coupé eroberte sich einen festen Platz in der Film- und Fernsehgeschichte. In internationalen Produktionen wie „Dallas" und „Zurück in die Zukunft II" war das markante Coupé ebenso zu sehen wie in deutschen Formaten wie „Tatort" und „Der Bulle von Tölz". Die Kuratoren der Sonderausstellung, Anna Schleypen und Klaus-Anton Altenbuchner, erklären die anhaltende Beliebtheit: „Der ‚Sechser' ist bis heute ein beliebtes Filmauto gerade für außergewöhnliche Produktionen – weder ein Auto von der Stange noch ein typisches Action-Car oder reiner Luxuswagen, sondern ein echter ‚Charakterkopf'."
Als Reminiszenz an diese filmische Karriere zeigt die Sonderausstellung ein zeitgenössisches Filmset der 1970er Jahre vor der Skyline von München. In dieser atmosphärischen Kulisse präsentieren sich ein BMW 628CSi von 1982 und ein BMW M635CSi von 1985 in dynamischer Pose. Fiktive Filmplakate im Aufgang der Rotunde ergänzen die Inszenierung und zeigen die Fahrzeuge aus wechselnden Blickwinkeln. Die Verbindung des „Moviestars" BMW 6er zur Leinwand wird damit buchstäblich in Szene gesetzt.
Der BMW 628CSi zählt zu den erfolgreichsten Modellvarianten der Baureihe. Ab 1979 sorgte der 2,8-Liter-Einspritzmotor für eine moderne Weiterentwicklung und ersetzte das Vorgängermodell mit Vergasertechnik. Bis 1987 blieb der 628CSi in Produktion und überzeugte durch die gelungene Verbindung von Eleganz, Sportlichkeit und hohem Komfort. Der BMW M635CSi, ab 1984 mit 286 PS starkem M1-Motor ausgestattet, erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von über 250 km/h und galt seinerzeit als schnellster Viersitzer der Welt. Bis 1989 entstanden 5.655 Exemplare, was das seltene M-Modell heute zu einer BMW Legende macht.
Aus der BMW Art Car Collection, die seit dem vergangenen Jahr mit der BMW Art Car World Tour ihr 50-jähriges Bestehen feiert, werden in der Art Car Galerie des BMW Museum im Wechsel zwei BMW 635CSi präsentiert. 1982 gestaltete der österreichische Künstler Ernst Fuchs das fünfte BMW Art Car der Sammlung. Es handelt sich dabei um das erste BMW Art Car auf Basis eines Serienfahrzeugs. Sein Werk „Feuerfuchs auf Hasenjagd" ist eine Hommage an Mythologie, Geschwindigkeit und spirituelle Symbolik. Das Art Car ist vom 17. März bis 13. Juli 2026 zu sehen.
Vier Jahre später folgte der Pop-Art Künstler Robert Rauschenberg mit dem sechsten Fahrzeug der Collection. Er verwandelte das Modell in eine schwarz-weiß gehaltene Collage aus Kunstgeschichte, Fotografie und Alltagskultur. Dieses Art Car wird vom 7. September bis Ende 2026 in der Galerie ausgestellt. Beide Kunstwerke auf Rädern dokumentieren die kulturelle Bedeutung der 6er Reihe über ihre Funktion als Automobil hinaus.
Im Baureihenturm zeigt das BMW Museum einen BMW 633CSi als zentrales Modell der 6er Baureihe. Zeitgleich mit dem 630CS vorgestellt, war der 633CSi zunächst mit der damals hochmodernen Bosch L-Jetronic-Einspritzung ausgestattet. Im September 1979 erhielt das Modell die digitale Motor-Elektronik (DME), was sowohl den Schadstoffausstoß als auch den Verbrauch nochmals reduzierte. Die Motorleistung sank dabei allerdings von 200 PS auf 197 PS. Diese technische Weiterentwicklung dokumentiert den Wandel in der Automobilindustrie hin zu mehr Effizienz und Umweltverträglichkeit.
Neben der Schau zum 50-jährigen Jubiläum der BMW 6er Reihe läuft noch bis Ende 2026 die Ausstellung „Belle Macchine. Italienisches Automobildesign bei BMW". Alle Ausstellungen können zu den regulären Öffnungszeiten des BMW Museum besucht werden: Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr, letzter Einlass um 17:30 Uhr.
| Merkmal | Wert |
| Baureihe | BMW 6er (erste Generation) |
| Produktionszeitraum | 1976-1989 |
| Bauart | Coupé |
| Basis | BMW 5er Reihe |
| Karosseriefertigung | Karmann (1976-1982), BMW Werk Dingolfing (ab 1982) |
| Design | Paul Bracq (Chefdesigner) |
| Motorisierungen | Fünf verschiedene Varianten plus US-Modell |
| Produktionsdauer | 13 Jahre (längste Modellreihe bei BMW) |
| Merkmal | Wert |
| Baujahr | 1982 |
| Produktionszeitraum | 1979-1987 |
| Motor | 2,8-Liter-Einspritzmotor |
| Besonderheit | Ersetzte Vorgängermodell mit Vergasertechnik |
| Merkmal | Wert |
| Baujahr | 1985 |
| Produktionszeitraum | 1984-1989 |
| Motor | M1-Motor |
| Leistung | 286 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | Über 250 km/h |
| Stückzahl | 5.655 Exemplare |
| Besonderheit | Schnellster Viersitzer der Welt (1984) |
| Baujahr | 1976 |
| Einspritzsystem | Bosch L-Jetronic (ab Werk) |
| Motor-Elektronik | DME (ab September 1979) |
| Leistung | 200 PS (bis 1979), 197 PS (ab 1979) |
| Renneinsatz | Ab 1983 |
| Kategorie | Gruppe-A-Tourenwagen |
| Erfolge | Tourenwagen-Europameisterschaft 1984 und 1986 |
| Weitere Erfolge | Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft 1984 |
| Basis | BMW 635CSi |
| Baujahr | 1982 |
| Künstler | Ernst Fuchs |
| Titel | Feuerfuchs auf Hasenjagd |
| Besonderheit | Erstes BMW Art Car auf Basis eines Serienfahrzeugs |
| Ausstellungszeitraum | 17. März - 13. Juli 2026 |
| Basis | BMW 635CSi |
| Baujahr | 1986 |
| Künstler | Robert Rauschenberg |
| Gestaltung | Schwarz-weiß gehaltene Collage |
| Ausstellungszeitraum | 7. September - Ende 2026 |