Gute Fahrt
· 17.02.2026
Im September 1955 präsentierte BMW auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt zwei neue Modelle, die das Produktportfolio nach oben erweitern sollten. Der 503 trat in zwei Karosserievarianten an: als Coupé und als Cabriolet. Beide Ausführungen positionierte der Hersteller oberhalb der etablierten Limousinen 501 und 502. Die Konzeption als luxuriöse 2+2-Sitzer zielte auf anspruchsvolle Kunden, insbesondere auf dem amerikanischen Markt. Gemeinsam mit dem sportlicheren BMW 507 entwickelten sich die beiden Modelle zu den meistbeachteten Exponaten der Ausstellung. Während Fachleute den Roadster als "Traum von der Isar" bezeichneten, nahmen Besucher Coupé und Cabriolet des 503 als komfortable Reisewagen für lange Distanzen wahr. Die technische Basis stammte weitgehend vom BMW 502 3,2 Liter Super. Fahrgestell, Antriebsstrang und zahlreiche weitere Komponenten übernahm BMW aus diesem Modell. der neu gestalteten Karosserie arbeitete ein V8-Motor aus Leichtmetall mit einem Hubraum von 3.168 Kubikzentimetern. Die Leistung betrug 140 PS bei 4.800 Umdrehungen pro Minute. Für die Gestaltung der Karosserie zeichnete Albrecht Graf von Goertz verantwortlich, der parallel auch den BMW 507 entwarf. Nach Vorarbeiten von Kurt Bredschneider entwickelte Goertz innerhalb kurzer Zeit beide Karosserievarianten des 503. Die Entwürfe markierten einen stilistischen Bruch mit den formal noch an die Vorkriegszeit angelehnten Limousinen der Baureihe 501.
Die Karosserie des BMW 503 entstand in Pontonform mit der charakteristischen BMW-Niere. Goertz schuf eine sachlichere, klarere und modernere Formensprache, die einen stilistischen Einschnitt im damaligen BMW-Programm darstellte. Für den Designer bedeuteten diese Entwürfe den internationalen Durchbruch in der Automobilbranche. Die Serienproduktion startete im Mai 1956. Sowohl Coupé als auch Cabriolet fertigte BMW in Handarbeit. Die Karosseriestruktur basierte auf einem Stahlblech-Perimeterrahmen, der die Insassen bei einem Unfall schützen sollte. Stirnwand, innere Kotflügel und Verstärkungen bestanden ebenfalls aus Stahl. Die äußeren Karosserieteile wie Motorhaube, Türen und Kofferraumdeckel fertigte BMW aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, nachdem reines Aluminium bei den Prototypen als zu weich eingestuft wurde. Auch das Armaturenbrett entstand als massive Aluminiumkonstruktion. Ursprünglich sollte Karosseriebauer Baur die Fertigung übernehmen, letztlich erfolgte sie jedoch im BMW-Werk selbst. Entgegen späterer Behauptungen waren weder Entwurf noch Bau der 503-Karosserie bei Bertone angesiedelt. Technisch griff BMW weitgehend auf bestehende Komponenten zurück. Ingenieur Fritz Fiedler entwickelte zwei Varianten eines neuen Leiterrahmens auf Basis des 502. Für den BMW 503 kam die Version mit unverändertem Radstand zum Einsatz. Vorder- und Hinterachse sowie die Lenkung stammten ebenfalls aus dem 502. Die Kraftübertragung erfolgte zunächst über ein fernbedientes Getriebe mit Lenkradschaltung und dem Vordersitz angeordnetem Getriebegehäuse.
Die Bremsanlage arbeitete anfangs rundum mit Trommelbremsen und Bremskraftverstärker. Ab 1957 rüstete BMW die Vorderachse serienmäßig mit Scheibenbremsen aus. Diese Umstellung erfolgte anderem nach Hinweisen von John Surtees, der selbst einen BMW 507 fuhr. Der Motor ermöglichte Fahrleistungen, die für einen Luxuswagen der 1950er Jahre beachtlich ausfielen. Der BMW 503 beschleunigte in 13,3 Sekunden von null auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Seitliche Luftauslässe, sogenannte Kiemen, sollten wie beim BMW 507 den Wärmestau im Motorraum reduzieren. Aufgrund thermischer Probleme fertigte BMW auf Kundenwunsch einige Fahrzeuge mit zusätzlichen Luftöffnungen in den vorderen Kotflügeln. Goertz bestätigte diese Modifikation später auch aus gestalterischer Sicht. Während der Bauzeit unterschied BMW zwei Serien. Die Fahrzeuge der Serie 1 verfügten über Lenkradschaltung, hydraulische Fensterheber und ein hydraulisch betriebenes Verdeck. Der Aschenbecher saß dem Armaturenbrett, die seitlichen Zierleisten waren am Heck leicht nach oben gebogen. Die Serie 2 erhielt eine Knüppelschaltung mit direkt am Motor angeflanschtem Getriebe, elektrische Fensterheber und eine geänderte Innenraumgestaltung. Der Aschenbecher wanderte neben den Radiolautsprecher, die Zierleisten verliefen nun gerade. Das Verdeck blieb weiterhin hydraulisch betätigt. Das Cabriolet nahm innerhalb der Baureihe eine Sonderstellung ein. Es war das erste europäische Serienfahrzeug mit elektrohydraulischem Verdeck und elektrischen Fensterhebern.
Von Mai 1956 bis zum Produktionsende im Frühjahr 1960 entstanden insgesamt nur 412 Exemplare des BMW 503. Davon entfielen 273 Fahrzeuge auf das Coupé und 139 auf das Cabriolet. Drei Coupés und drei Cabriolets fertigte BMW mit Rechtslenkung speziell für den britischen Markt. Der Preis des BMW 503 lag mit rund 29.500 bis knapp 30.000 D-Mark auf einem Niveau, das deutlich über dem der meisten zeitgenössischen Fahrzeuge angesiedelt war. Damit kostete er etwa doppelt so viel wie ursprünglich kalkuliert. Weder der BMW 503 noch der BMW 507 konnten ihre Entwicklungskosten einspielen. Dennoch festigte der 503 das Image der Marke als Hersteller hochwertiger und technisch anspruchsvoller Automobile. Das letzte gefertigte Coupé trug die Fahrgestellnummer 69412, das letzte Cabriolet die Nummer 69408. Die geringe Stückzahl macht beide Varianten des BMW 503 heute zu den seltensten und begehrtesten Klassikern der Marke. Lediglich 412 Exemplare wurden jemals gebaut, was den 503 selbst eingefleischten BMW-Fans zu einer Rarität macht. Die Geschichte des Modells beginnt bereits ein wenig vor der IAA-Premiere 1955. Die Entwicklung erfolgte in einer Phase, in der BMW sein Produktportfolio nach oben erweitern wollte. Die Entscheidung für einen luxuriösen Reisewagen mit sportlichen Fahrleistungen sollte neue Kundenschichten erschließen. Vor allem der amerikanische Markt stand im Fokus der Planer. Die Kombination aus elegantem Design, solider Technik und exklusiver Ausstattung sollte zahlungskräftige Käufer ansprechen. Doch der hohe Preis und die aufwendige Handarbeit verhinderten einen wirtschaftlichen Erfolg.
| Modell | BMW 503 Coupé / Cabriolet |
| Bauzeit | Mai 1956 bis Frühjahr 1960 |
| Motor | V8-Zylinder aus Leichtmetall |
| Hubraum | 3.168 cm³ |
| Leistung | 140 PS bei 4.800 U/min |
| Beschleunigung 0-100 km/h | 13,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 190 km/h |
| Sitzplätze | 2+2 (vier Sitze) |
| Gesamtproduktion | 412 Exemplare |
| Davon Coupé | 273 Einheiten |
| Davon Cabriolet | 139 Einheiten |
| Rechtslenkervarianten | 6 Fahrzeuge (je 3 Coupé und Cabriolet) |
| Preis | 29.500 bis 30.000 D-Mark |
| Bremsen ab 1957 | Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten |
| Besonderheit Cabriolet | Erstes europäisches Serienfahrzeug mit elektrohydraulischem Verdeck |