Der Audi A6 allroad setzt auf ein Allradsystem, das Traktion und Effizienz verbindet. Die quattro ultra-Technologie arbeitet mit zwei Kupplungen: einer elektronisch geregelten Lamellenkupplung am Getriebeausgang und einer zusätzlichen Trennkupplung im Hinterachsgetriebe. Sobald das System erkennt, dass der Allradantrieb in der aktuellen Fahrsituation keinen messbaren Vorteil bringt, öffnen sich beide Kupplungen. Die Kardanwelle und die schleppverlustrelevanten Komponenten des hinteren Antriebsstrangs werden dadurch temporär vom Antrieb getrennt. Diese Entkopplung reduziert Reibung und Schleppmomente deutlich, was die Effizienz des Antriebsstrangs erhöht.
Trotz dieser Entkopplung bleibt der Allradantrieb permanent verfügbar. Im Standardbetrieb bei niedrigen Lasten und ohne Schlupfrisiko nutzt das System die Vorteile des Frontantriebs. Die intelligente Steuerung arbeitet dabei prädiktiv und wertet kontinuierlich zahlreiche Parameter aus. Dazu gehören Lenkwinkel, Lastanforderung, Getriebestellung, Quer- und Längsbeschleunigung sowie Aufbaubewegungen der Karosserie. Auch der Reibwert der Fahrbahn fließt in die Berechnungen ein. Das System lernt mit der Zeit und passt seine Arbeitsweise an das Fahrerprofil sowie den gewählten Audi drive select-Modus an.
Je effizienter der Fahrstil ausfällt, desto seltener schaltet sich der Allradantrieb zu. Bei dynamischer Fahrweise hingegen aktiviert das System die Hinterachse häufiger. Die Erkenntnisse über das Fahrerverhalten und die Dauer der Allradaktivität in bestimmten Situationen fließen fortwährend in die Berechnungen ein. Das Rechenmodell sagt etwa eine halbe Sekunde im Voraus, wann der Allradantrieb sinnvoll sein wird. Der komplette Zuschaltvorgang – also das Synchronisieren der zuvor entkoppelten Bauteile und das Schließen der Trennkupplung im Hinterachsgetriebe – erfolgt im Bedarfsfall in rund 200 Millisekunden. Damit steht die Allradfunktion bereit, bevor sie tatsächlich benötigt wird.
Beim Anfahren, bei dynamischer Kurvenfahrt, beim starken Beschleunigen oder auf Fahrbahnen mit reduziertem Reibwert aktiviert das System die Hinterachse vorausschauend. Dadurch wird prädiktiv verhindert, dass Schlupf überhaupt auftritt. Rouven Mohr, Vorstand Technische Entwicklung der AUDI AG, erklärt: „Der Wechsel der Allradverteilung erfolgt für den Fahrer unmerklich. Was er spürt, ist quattro-typische Traktion und Fahrdynamik in jeder Situation."
Im effizienten Frontantrieb werden 100 Prozent des Antriebsmoments an die Vorderachse geleitet. Sobald die Fahrsituation es erfordert, koppelt die geregelte Lamellenkupplung den Hinterradantrieb stufenlos hinzu. Die Momentenverteilung orientiert sich dabei an Traktion, Fahrdynamik und Komfort. Ziel sei es laut Hersteller, in jeder Situation die bestmögliche Kraftverteilung bereitzustellen. Bei starkem Beschleunigen könne ein erheblicher Teil der Antriebsleistung an die Hinterachse geleitet werden. Auf trockener Straße würden nach internen Messwerten mehr als 70 Prozent der Momente an die Hinterräder übertragen.
Der A6 allroad biete damit starke und effiziente Performance, heißt es von Audi. Neben dem Dreiliter-V6-TDI mit MHEV plus-Technologie und elektrisch angetriebenem Verdichter gebe es erstmals einen A6 allroad auch als Plug-in-Hybrid. Beide Varianten nutzen die quattro ultra-Technologie. Der Allradantrieb verbinde die Traktion, Fahrdynamik und Sicherheit eines permanenten Allradsystems mit der Effizienz eines Frontantriebs. Durch das Öffnen der beiden Kupplungen könnten Bauteile im hinteren Antriebsstrang entkoppelt und damit Reibung sowie Schleppmomente deutlich reduziert werden.
Audi entwickelt den quattro-Antrieb seit 1980 kontinuierlich weiter. Vom manuell sperrbaren Mittendifferenzial im Ur-quattro über verschiedene Ausbaustufen des Torsen-Differenzials bis hin zu modernen, intelligent geregelten Allradsystemen wie dem quattro ultra hat die Marke die Technologie stetig verfeinert. Bis heute habe Audi über 15,6 Millionen Fahrzeuge mit quattro-Antrieb produziert, teilt der Hersteller mit. Das entspreche einem Drittel aller seit 1980 produzierten Fahrzeuge. Damit sei quattro ein prägendes Element der Marke und im Audi A6 allroad eine zentrale Technologie für souveräne Mobilität auf jedem Untergrund.
Die quattro ultra-Technologie wurde erstmals 2016 vorgestellt und feierte ihr Debüt im Audi A4 allroad quattro. Mittlerweile komme das System in vielen Modellen der Premium Platform Combustion zum Einsatz, darunter der Audi A5, der Audi A6 und der Audi Q5. Der neue Audi A6 allroad stehe seit Anfang Oktober 2026 bei den europäischen Händlern. Der Preis für den A6 allroad V6 TDI beginne bei 77.250 Euro, der Plug-in-Hybrid A6 allroad e-hybrid starte bei 80.250 Euro.
Mit dem quattro ultra seien Fahrdynamik, Traktion und Sicherheit erlebbar, während der Antriebsstrang in Fahrsituationen ohne Allradbedarf effizienter arbeite, so der Hersteller. Damit leiste das System einen Beitrag zum Entwicklungsziel, Verbrauch und Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig den markentypischen quattro-Charakter zu bewahren. In der Praxis fühle sich der quattro ultra-Antrieb wie ein permanenter Allradantrieb an: sicher, mit hohen Reserven und verbunden mit einem erheblichen Potenzial an Fahrspaß, heißt es von Audi.
| Merkmal | Wert |
| Modell | Audi A6 allroad TDI quattro |
| Leistung | 220 kW |
| Allradsystem | quattro ultra |
| Motorisierung | Dreiliter-V6-TDI mit MHEV plus-Technologie |
| Besonderheit Motor | Elektrisch angetriebener Verdichter |
| Kraftstoffverbrauch kombiniert | 6,4-5,8 l/100 km |
| CO2-Emissionen kombiniert | 167-153 g/km |
| CO2-Klasse | E-F |
| Preis ab | 77.250 Euro |
| Marktstart | Oktober 2026 |
| Merkmal | Wert |
| Modell | Audi A6 allroad e-hybrid quattro |
| Systemleistung | 270 kW |
| Allradsystem | quattro ultra |
| Antriebsart | Plug-in-Hybrid |
| Kraftstoffverbrauch gewichtet kombiniert | 2,8-2,3 l/100 km |
| Stromverbrauch gewichtet kombiniert | 17,0-16,2 kWh/100 km |
| CO2-Emissionen gewichtet kombiniert | 64-53 g/km |
| CO2-Klasse gewichtet kombiniert | B |
| Kraftstoffverbrauch bei entladener Batterie | 7,7-7,0 l/100 km |
| CO2-Klasse bei entladener Batterie | F |
| Preis ab | 80.250 Euro |
| Marktstart | Oktober 2026 |