Gute Fahrt
· 02.04.2026
Timo Bernhard stellte am 29. Juni 2018 mit dem Porsche 919 Hybrid Evo einen neuen Rundenrekord auf: 5:19,55 Minuten für die Nürburgring-Nordschleife. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 233,8 km/h erreichte er Spitzenwerte von 370 km/h. Mit 73 Kurven auf 20,832 Kilometern, Anstiegen bis zu 18 Prozent und Gefällestrecken von maximal elf Prozent zählt die Nordschleife zu den härtesten Prüfungen im Motorsport. Bernhard gewährt nun Einblicke in die neuralgischen Punkte der Strecke.
Im Hatzenbach lässt sich die zweite Rechtskurve mittlerweile im GT3 nahezu Vollgas fahren. „Früher musste man dort noch mindestens 50 Prozent vom Gas gehen", so Bernhard. Am Schwedenkreuz wartet eine spezielle Schwierigkeit: Die außenhängende Kurve lässt das Auto bei hoher Geschwindigkeit leicht werden. Hier kommt es auf den perfekten Bremspunkt an, denn die Anfahrtsgeschwindigkeit ist enorm.
Durch die Fuchsröhre hinab ist vorausschauendes Agieren im Verkehr gefragt. Überholvorgänge müssen bereits vor der Senke abgeschlossen sein, da dort nur eine einzige Ideallinie und somit ein einziger Einlenkpunkt existiert. Vor dem Adenauer Forst verengen sich die Kurven zunehmend. Zwar lässt sich Geschwindigkeit in die Kurve tragen, doch der korrekte Bremspunkt ist entscheidend, da sich der Eingang zum Adenauer Forst rapide verengt.
Der Eingang zum Metzgesfeld ist extrem schnell. Präzises Treffen des Einlenkpunkts ist essentiell, zumal außen kein Randstein vorhanden ist. Schon kleine Fehler führen direkt ins Grüne. Kallenhard fordert höchste Konzentration, die nachfolgende Spitzkehre verlangt exaktes Anbremsen. Bei Nässe wird es dort besonders heikel. „Wer dann die Randsteine touchiert, fliegt sofort ab", mahnt Bernhard.
Wehrseifen markiert die langsamste Stelle der Strecke beim Einbremsen. Die Hinterachse wird dort extrem entlastet. In Gruppen entstehen häufig Missverständnisse, daher ist die richtige Positionierung entscheidend. Die Exmühle-Anfahrt birgt Tücken durch die stark außenhängende Kurve mit extremer Steigung. Frühes Beschleunigen belastet die Antriebswelle massiv, da unterschiedliche Raddrehzahlen auftreten.
An der Mutkurve wartet eine gewaltige Herausforderung. Sanftes Einlenken ohne starkes Bremsen ist nötig, um Geschwindigkeit mitzunehmen. Der präzise Einlenkpunkt ist hier alles. Minimale Verzögerungen führen direkt ins Aus. Die Rechtskurve vor dem Klostertal wird durch eine Kuppe zusätzlich erschwert.
Von der Hohen Acht führt die Strecke mit zahlreichen Richtungswechseln nur noch talwärts. Das Heck tendiert zum Ausbrechen, die Geschwindigkeit darf nicht unterschätzt werden. Vor Wippern können die Randsteine genutzt werden, das Timing muss jedoch stimmen. Hier lässt sich Zeit gewinnen, aber Fehler werden sofort bestraft. Die Eiskurve macht ihrem Namen alle Ehre und zeigt sich teilweise extrem rutschig. Durch die Schattenlage trocknet dieser Abschnitt stets verzögert.
Pflanzgarten und das Bellof S bieten spektakuläre Momente. Nach der Linkskurve im freien Fall folgt der Richtungswechsel in der Senke. Rechts, links, rechts – Randsteine sollten vermieden werden, gleichzeitig braucht das Fahrzeug Bewegungsfreiheit, um von rechts nach links zu pendeln. Zu straffe Lenkung kann schnell zum Heckausbruch führen.
Am Galgenkopf wartet ein extrem enger Einlenkpunkt mit minimalem Spielraum. Der zweite Galgenkopf-Abschnitt fällt dagegen deutlich sanfter aus. Die Kurve öffnet sich sehr früh, was hohe Geschwindigkeiten zur Döttinger Höhe ermöglicht.
| Streckenlänge | 20,832 km |
| Anzahl Kurven | 73 |
| Rekordzeit | 5:19,55 min |
| Durchschnittsgeschwindigkeit | 233,8 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 370 km/h |
| Maximale Steigung | 18 Prozent |
| Maximales Gefälle | 11 Prozent |
| Fahrzeug | Porsche 919 Hybrid Evo |
| Datum | 29. Juni 2018 |