Text: Laura Koruga
Der Barkauf oder die Direktzahlung ermöglicht den direkten Erwerb eines Neu- oder Gebrauchtwagens bei einem Autohaus. Alle Kosten, die auf einen zukommen können, werden sofort getilgt. Dazu hat man oft einen guten Verhandlungsspielraum bei Preis oder Zusatzausstattungen. Neben Gewährleistungspflichten gibt es bei Neuwagen volle Herstellergarantie – oft für mehrere Jahre. Ein Vorteil ist das volle Eigentumsrecht am Fahrzeug nach dem Kauf. Die Nachteile: Man braucht von vornherein viel Geld, ein Neuwagen verliert schnell an Wert und Garantiebedingungen wie regelmäßige Wartungen können langfristig teuer werden.
Leasing, die langfristige Fahrzeugmiete für eine festgelegte Laufzeit, gibt es auch für Privatpersonen. Der Leasingnehmer zahlt monatliche Raten und kann das Auto benutzen, er ist jedoch nicht der Eigentümer. Die gängigste Variante ist das Kilometerleasing, hier gibt es Einschränkungen bei der jährlichen Laufleistung. Wer glaubt, den zukünftigen Markt einschätzen zu können, kann auch Restwertleasing wählen. Ist der Marktwert jedoch niedriger als der festgelegte Restwert, muss man die Differenz nachzahlen. Bei Leasing mit Kaufoption kann man zudem das Auto am Ende der Laufzeit erwerben. Doch die oft vermeintlich günstigen Leasingraten können auch täuschen: Meist wird eine Vollkaskoversicherung benötigt – und das treibt die Gesamtkosten in die Höhe.
Wer den vollen Betrag nicht auf einmal leisten möchte, greift auf den Kredit zurück. Der klassische Ratenkredit ermöglicht es, einen festen Betrag über eine festgelegte Laufzeit monatlich zurückzuzahlen. Die Zinsen bleiben im Bestfall konstant. Es gibt aber auch noch andere Kreditformen: die Ballonfinanzierung mit niedrigen Monatsraten, aber hoher Schlusszahlung, oder die Drei-Wege-Finanzierung mit Wahl zwischen Schlusszahlung, Weiterfinanzierung oder Rückgabe des Fahrzeugs.
Der größte Nachteil von Krediten: Die Gesamtkosten erhöhen sich durch Zinsen gewaltig. Ein Auto kostet beispielsweise 30.000 Euro. Mit einem Vier-Prozent-Kredit über fünf Jahre Laufzeit zahlt man allein an Zinsen mehrere Tausend Euro, dazu kommt der stetige Wertverlust. Auch ein variabler Zinssatz kann verlockend wirken, doch unvorhergesehene Ereignisse können die Zinsrate durch die Decke gehen lassen. Und: Wer seine Rate nicht zahlen kann, verliert im schlimmsten Fall das Auto. Denn meist ist eine Sicherungsübereignung vereinbart. Das Auto darf genutzt werden, die Bank bleibt aber Eigentümer bis zur vollständigen Zahlung.
Unsicher, welche Finanzierung die passende ist? Stiftung Warentest bietet einen Finanzierungsrechner, der Finanzierungsarten und Angebote miteinander vergleicht.
Wer nicht dauernd auf ein Auto angewiesen ist, für den eignen sich Sonderformen wie Auto-Abonnements, beispielsweise von FINN, oder Carsharing-Modelle wie etwa Share Now oder Miles. Hier hat man flexible und oft kurzfristige Nutzungsmöglichkeiten ohne langfristige Bindung. Diese Modelle zeichnet hohe Flexibilität aus – mit kurzen Vertragslaufzeiten und der Möglichkeit, verschiedene Autos zu nutzen. Eine Leihe kostet pro Fahrt vergleichsweise viel, dafür fallen die persönlichen Kosten für Tanken oder Steuer weg. Der größte Vorteil: Nutzer müssen sich nicht um Wartung oder Versicherungen kümmern. Der Nutzungsbereich beim Carsharing ist jedoch in der Regel niedrig: Außerhalb bestimmter Zonen kann man das Auto oft nicht abstellen, ausgenommen bei Tagesmieten.
Foto: Shutterstock/Jokiewalker