FINANZIERUNGEin guter Deal?

FINANZIERUNG: Ein guter Deal?
Viele Wege führen zum neuen Fahrvergnügen. Unsere Übersicht zeigt die Vor-und Nachteile der gängigsten Finanzierungsformen

Themen in diesem Artikel

Text: Laura Koruga

BARKAUF ODER DIREKTZAHLUNG

Der Barkauf oder die Direktzahlung ermöglicht den direkten Erwerb eines Neu- oder Gebrauchtwagens bei einem Autohaus. Alle Kosten, die auf einen zukommen können, werden sofort getilgt. Dazu hat man oft einen guten Verhandlungsspielraum bei Preis oder Zusatzausstattungen. Neben Gewährleistungspflichten gibt es bei Neuwagen volle Herstellergarantie – oft für mehrere Jahre. Ein Vorteil ist das volle Eigentumsrecht am Fahrzeug nach dem Kauf. Die Nachteile: Man braucht von vornherein viel Geld, ein Neuwagen verliert schnell an Wert und Garantiebedingungen wie regelmäßige Wartungen können langfristig teuer werden.

GUT ZU WISSEN

  • Auf versteckte Kosten achten: Überführungs- und Bereitstellungskosten erhöhen den Kaufpreis. Vorab alle Zusatzkosten klären!
  • Eingeschränkte Finanzierungswahl: Händler bieten oft nur Kredite von bestimmten Banken an, die nicht immer die besten Konditionen haben – Alternativen prüfen!
  • Garantiebedingungen: Um die Garantie zu erhalten, sind regelmäßige Wartungen nach Herstellervorgaben erforderlich – die Kosten dafür sind selbst zu tragen. Andernfalls droht ein Garantieverlust.

LEASING

Leasing, die langfristige Fahrzeugmiete für eine festgelegte Laufzeit, gibt es auch für Privatpersonen. Der Leasingnehmer zahlt monatliche Raten und kann das Auto benutzen, er ist jedoch nicht der Eigentümer. Die gängigste Variante ist das Kilometerleasing, hier gibt es Einschränkungen bei der jährlichen Laufleistung. Wer glaubt, den zukünftigen Markt einschätzen zu können, kann auch Restwertleasing wählen. Ist der Marktwert jedoch niedriger als der festgelegte Restwert, muss man die Differenz nachzahlen. Bei Leasing mit Kaufoption kann man zudem das Auto am Ende der Laufzeit erwerben. Doch die oft vermeintlich günstigen Leasingraten können auch täuschen: Meist wird eine Vollkaskoversicherung benötigt – und das treibt die Gesamtkosten in die Höhe.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

GUT ZU WISSEN

  • Extra-Versicherungen ratsam: Eine GAP-Versicherung hilft bei Totalschäden oder Diebstahl, den Restwert auszugleichen. Bei vielen Kfz-Versicherern ist diese inzwischen inklusive.
  • Kosten bei Rückgabe: Bei der Fahrzeugrückgabe können Kosten für übermäßige Abnutzung oder Mehrkilometer entstehen.
  • Marktwertrisiko: Beim Restwertleasing könnte es zu Nachzahlungen kommen, beim Leasing mit Kaufoption zahlt man möglicherweise mehr als den Marktwert.

KREDITFINANZIERUNG

Wer den vollen Betrag nicht auf einmal leisten möchte, greift auf den Kredit zurück. Der klassische Ratenkredit ermöglicht es, einen festen Betrag über eine festgelegte Laufzeit monatlich zurückzuzahlen. Die Zinsen bleiben im Bestfall konstant. Es gibt aber auch noch andere Kreditformen: die Ballonfinanzierung mit niedrigen Monatsraten, aber hoher Schlusszahlung, oder die Drei-Wege-Finanzierung mit Wahl zwischen Schlusszahlung, Weiterfinanzierung oder Rückgabe des Fahrzeugs.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Der größte Nachteil von Krediten: Die Gesamtkosten erhöhen sich durch Zinsen gewaltig. Ein Auto kostet beispielsweise 30.000 Euro. Mit einem Vier-Prozent-Kredit über fünf Jahre Laufzeit zahlt man allein an Zinsen mehrere Tausend Euro, dazu kommt der stetige Wertverlust. Auch ein variabler Zinssatz kann verlockend wirken, doch unvorhergesehene Ereignisse können die Zinsrate durch die Decke gehen lassen. Und: Wer seine Rate nicht zahlen kann, verliert im schlimmsten Fall das Auto. Denn meist ist eine Sicherungsübereignung vereinbart. Das Auto darf genutzt werden, die Bank bleibt aber Eigentümer bis zur vollständigen Zahlung.

GUT ZU WISSEN

  • Hohe Gesamtkosten: Zinsen verteuern den Kredit erheblich. Der Vergleich zwischen Banken und ihren Konditionen lohnt sich!
  • Restschuld bei Verlust: Bei Diebstahl oder Totalschaden bleibt oft eine offene Kreditsumme. Hier lohnt sich der Abschluss einer GAP-Versicherung.
  • Schwierige Kreditvergabe und Schufa: Banken verlangen oft hohe Sicherheiten, die zusätzlich den Schufa-Score beeinflussen können.

TIPP

Unsicher, welche Finanzierung die passende ist? Stiftung Warentest bietet einen Finanzierungsrechner, der Finanzierungsarten und Angebote miteinander vergleicht.

SONDERFORMEN: ABO-MODELLE UND CARSHARING

Wer nicht dauernd auf ein Auto angewiesen ist, für den eignen sich Sonderformen wie Auto-Abonnements, beispielsweise von FINN, oder Carsharing-Modelle wie etwa Share Now oder Miles. Hier hat man flexible und oft kurzfristige Nutzungsmöglichkeiten ohne langfristige Bindung. Diese Modelle zeichnet hohe Flexibilität aus – mit kurzen Vertragslaufzeiten und der Möglichkeit, verschiedene Autos zu nutzen. Eine Leihe kostet pro Fahrt vergleichsweise viel, dafür fallen die persönlichen Kosten für Tanken oder Steuer weg. Der größte Vorteil: Nutzer müssen sich nicht um Wartung oder Versicherungen kümmern. Der Nutzungsbereich beim Carsharing ist jedoch in der Regel niedrig: Außerhalb bestimmter Zonen kann man das Auto oft nicht abstellen, ausgenommen bei Tagesmieten.

GUT ZU WISSEN

  • Kosten pro Nutzung: Carsharing kann vor allem bei regelmäßiger Nutzung teurer sein als klassische Finanzierungsformen.
  • Begrenzte Verfügbarkeit: In ländlichen Gebieten oder zu Stoßzeiten sind oft keine Fahrzeuge verfügbar.
  • Zusätzliche Gebühren: Kosten für Verspätungen, Mehrkilometer oder falsche Rückgabe können anfallen – Bedingungen genau lesen!
  • Unzureichende Versicherung: Fahrzeuge sind meist über den Anbieter versichert, aber die Deckung variiert. Daher sollten Sie die Versicherungsbedingungen vorher genau prüfen.

Foto: Shutterstock/Jokiewalker