DachboxenKofferraum voll? Dachbox drauf!

Dachboxen: Kofferraum voll? Dachbox drauf!
Das ist ein guter Plan. Und doch müssen Sie beim Montieren, Beladen und Fahren ein paar Dinge berücksichtigen. Welche, das verraten wir Ihnen hier

Themen in diesem Artikel

Der Urlaub steht vor der Tür, alle Siebensachen schnell ins Auto und los! Doch der Platz im Kofferraum reicht nicht aus. Ein Glück, dass hier eine Dachbox Abhilfe schaffen kann. Doch wer glaubt, einfach „Box drauf, Deckel hoch und alles rein“ sei die Lösung, der irrt. Denn beim Kauf, beim Beladen und auch beim Fahren gilt es doch einiges zu beachten.

Dachboxen gibt es in verschiedenen Größen – von 300 Litern Fassungsvermögen bis zu XXL-Modellen mit 600 Litern für längere Reisen. Die Auswahl der Materialien spielt eine entscheidende Rolle bei der Langlebigkeit von Dachboxen. Polyethylen (PE) und ABS sind weitverbreitet, bieten eine gute Stoßfestigkeit und sind gegen Temperaturschwankungen beständig. Besonders hochwertige Modelle setzen auf Polycarbonat, das dank seiner Schlagfestigkeit und UV-Beständigkeit punktet. Für Nutzer, die auf Leichtigkeit und hohe Festigkeit Wert legen, sind Dachboxen aus Faserverbundmaterialien wie Carbon oder Glasfaser eine ausgezeichnete Wahl – auch wenn sie entsprechend teurer sind. Je nach Modell und Größe kosten Dachboxen zwischen 200 und gern auch mal über 1.000 Euro. Alternativ lassen sich Dachboxen auch mieten. Kostenpunkt: zwischen fünf und zehn Euro pro Tag.

Doch egal ob gekauft oder gemietet: Ein K.-o.-Kriterium ist die passende Größe der Box für das Fahrzeug. Die Dachlast – das maximale Gewicht, das das Fahrzeugdach tragen darf – spielt eine zentrale Rolle und sollte unbedingt beachtet werden. Diese Angabe findet sich im Fahrzeughandbuch und liegt meist zwischen 50 und 100 Kilogramm. Wird diese Grenze überschritten, drohen Schäden am Auto und rechtliche Konsequenzen. Auch die aerodynamische Passform ist wichtig: Eine zu große Box erhöht den Luftwiderstand und steigert den Verbrauch, während eine zu breite Box die Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs einschränken kann. Wer ins Ausland fährt, sollte sich informieren, wie die Gesetze zu Überständen aussehen.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

DIE DACHLAST UNBEDINGT BEACHTEN, SONST DROHEN SCHÄDEN AM AUTO

KOMPATIBILITÄT CHECKEN

Die Montage einer Dachbox hängt stark vom Gewicht des Modells ab. In der Regel gilt: Je leichter die Box, desto einfacher gestaltet sich die Befestigung. Es gibt einige gängige Befestigungssysteme wie das ältere U-Bügel-System, das T-Track-System, einfache Click-Systeme oder das Power-Grip-System. Leichte Modelle sind handlicher und meistens mit Schnellverschlüssen ausgestattet, die eine werkzeugfreie, unkomplizierte Anbringung ermöglichen. Einzelne Marken wie Thule nutzen daneben auch eigene patentierte Lösungen wie das Power-Click-System. Wichtig: Nicht jeder Dachträger und jede Dachbox sind kompatibel. Vor dem Kauf oder der Installation sollten Sie also am besten die Kompatibilität checken.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
​Je leichter die Box, desto einfacher gestaltet sich die Befestigung.

Falls sich die Dachbox während der Fahrt löst oder Gepäck herunterfällt und einen Unfall verursacht, übernimmt in der Regel die Kfz-Haftpflichtversicherung die Schäden bei anderen Verkehrsteilnehmern. Es liegt jedoch in der Verantwortung des Fahrzeughalters, dafür zu sorgen, dass die Dachbox sicher montiert und richtig beladen ist. Ist dies nicht der Fall, kann die Versicherung Regressansprüche stellen – und die können schnell bis zu 5.000 Euro betragen.

Ist obendrein die Ladung nicht ordentlich gesichert, gibt es zusätzlich Bußgelder und Punkte in Flensburg. Kurz gesagt: Wer die Dachbox falsch sichert oder mit zu viel Gewicht belädt, trägt im Ernstfall die finanziellen Konsequenzen. Bei einem Diebstahl ist die Dachbox über die Teilkaskoversicherung des Fahrzeugs abgesichert – aber nur, wenn sie richtig montiert und abgeschlossen war. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, springt in der Regel die Versicherung ein und erstattet den Schaden. Der Inhalt der Dachbox hingegen ist normalerweise nicht automatisch versichert; auch eine Hausratversicherung deckt den Diebstahl im Außenbereich meistens nicht ab. Es lohnt sich daher nachzufragen, wie die Deckung im Detail aussieht.

AUTO IST ANFÄLLIGER

Sicher ans Ziel: ADAC und TÜV raten, mit einer Dachbox nicht schneller als 130 km/h zu fahren. Der Grund: Die Box erhöht Luftwiderstand und Schwerpunkt des Fahrzeugs, was die Fahrsicherheit mindert und Unfälle begünstigt. Ist der Schwerpunkt nach oben verlagert, macht dies das Auto anfälliger für Seitenwind. Besonders beim Überholen von Lkws oder auf Autobahnen ist dann Vorsicht geboten. Zudem verlängert sich der Bremsweg durch den höheren Schwerpunkt und vor allem durch die zusätzliche Last auf dem Dach. Auch der Fahrkomfort kann unter einer Dachbox leiden, denn häufig wird das Fahrgeräusch lauter. Unerfreulich, aber unvermeidbar: Je nach Größe und Form der Box kann der Verbrauch um bis zu zwei Liter pro 100 Kilometer steigen. Aerodynamische Designs bei Dachboxen verringern den Luftwiderstand, was zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und weniger Fahrgeräuschen führt. So lässt sich der Mehrverbrauch oft ein wenig eindämmen.

ALLES GUT VERZURREN

Nachdem die Dachbox sicher montiert ist, kommt es auf das richtige Beladen an. Nur so können Haftungsrisiken vermieden und Probleme während der Fahrt verhindert werden. Um die Box sicher zu beladen, gilt: Schwere Gegenstände wie Koffer, Taschen oder Boxen sollten im Kofferraum untergebracht werden. Das sorgt für eine bessere Gewichtsverlagerung und Stabilität des Fahrzeugs. Leichte, sperrige Dinge, wie zum Beispiel Schlafsäcke, Luftmatratzen oder Sportgeräte wie Skier und Snowboards, sind perfekt für die Dachbox geeignet. Diese Dinge nehmen viel Platz ein, wiegen jedoch wenig, was das Fahrverhalten nicht unnötig verändert. Wichtig ist vor allem die Sicherung der Ladung: Alle Gegenstände müssen gut verzurrt werden, damit sie bei einem abrupten Brems- oder Ausweichmanöver nicht verrutschen oder herunterfallen.

Sicher packen: Leichte und sperrige Dinge sind prima für die Dachbox geeignet, schwere Gegenstände kommen besser in den KofferraumFoto: iStock/Onfokus, iStock/MarioGutiSicher packen: Leichte und sperrige Dinge sind prima für die Dachbox geeignet, schwere Gegenstände kommen besser in den Kofferraum