LederpflegeAus Liebe zum Leder

Sarah Mörz

 · 03.07.2024

Lederpflege: Aus Liebe zum Leder
Sie ist sehr strapazierfähig, aber nicht unkaputtbar – und deshalb braucht die Lederausstattung in Ihrem Auto immer wieder die passende Pflege. Wir zeigen, wie Sie am besten vorgehen

Krümel, Kaffeetropfen, blaue Jeans und Straßensschmutz – Ihre Ledersitze im Auto müssen so einiges aushalten. Damit sie über viele Jahre ansehnlich, widerstandsfähig, weich und geschmeidig bleiben, brauchen sie die richtige Zuwendung. Bei jungem Leder, das vom Gerber frisch präpariert ist, reicht eine Reinigung und Pflege einmal pro Jahr. Älteres Leder wird schneller spröde und trocken und benötigt regelmäßigere Betreuung – etwa alle sechs bis zwölf Monate. Eine Ausnahme bilden helle Lederbezüge, sie sind besonders anfällig für Umwelteinflüsse und Farbabriebe, weshalb sie alle drei Monate gesäubert und versiegelt werden sollten. Zusätzlich gibt es bestimmte Stellen, die besondere Beachtung verdienen. Vor allem die Einstiegswange des Fahrersitzes wird schnell in Mitleidenschaft gezogen, ebenso wie das Lederlenkrad und der Schaltknauf. Hier sollte die Pflegeintensität auf alle drei Monate erhöht werden, um Verfärbungen und Verschleißspuren rechtzeitig vorzubeugen.

SO REINIGEN SIE RICHTIG

Zunächst wird der grobe Schmutz entfernt. Hierfür saugt man das Autointerieur vorsichtig ab. Im zweiten Schritt werden die Sitze mit einer weichen Bürste trocken abgebürstet. Sollte der Schmutz tief in die Ritzen und Nähte gedrungen sein, lässt sich auch eine Druckluft-Spraydose einsetzen. Nun trägt man eine kleine Menge des Lederreinigers mithilfe der Bürste flächendeckend auf – hierbei von Naht zu Naht in eine Richtung arbeiten. Falls Ihre Ledersitze perforiert sind, empfiehlt es sich, Reinigungsschaum mit einem Schwamm aufzutragen. So werden die feinen Löcher nicht verstopft. Nach einer kurzen Einwirkzeit kann das Reinigungsmittel mit einem nur leicht angefeuchteten Tuch wieder abgewischt werden. Bei stärkeren Verschmutzungen können geringe Mengen Waschbenzin oder Spezialreiniger helfen. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Hygienereiniger für Leder, die materialschonend säubern und desinfizieren. Bei handelsüblichen Desinfektionsmitteln riskiert man durch den hohen Alkoholgehalt eine Lösung der Lederfarben. Insgesamt gilt: Bei jeder Lederreinigung sollten Sie sehr sparsam und vorsichtig mit Wasser umgehen; vor allem bei älterem Glattleder, Rauleder sowie belüfteten und perforierten Sitzen ist Vorsicht geboten. Wichtig ist zudem, dass Sie den Innenraum nach der Reinigung bei Durchlüftung und warmen Temperaturen gut trocknen lassen, bevor Sie mit der Pflege fortfahren.

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SO PFLEGEN SIE PERFEKT

Mit der Zeit verliert das Leder Fett. Es wird spröde und trocken, was zu unschönen Rissen führen kann. Eine sogenannte Rückfettung beugt dem Verschleiß vor und schützt vor dem Austrocknen. Spezielle Pflegemilch oder Lotionen gibt es häufig auch mit UV-Filtern und mit imprägnierender Wirkung. Das bewahrt zusätzlich die Farbe des Leders vor dem Ausbleichen und verhindert schon im Ansatz die Schimmelbildung – gerade bei Cabrios empfehlenswert. Beim Auftragen des Produkts ist weniger mehr, sonst riskiert man weiße Ränder und Verfärbungen. Zuallerletzt lässt sich das Ganze noch mit einer Schutzversiegelung versehen, so bleiben die Ergebnisse Ihrer Arbeit länger erhalten. Und Achtung: Hände weg von Pflegemitteln oder Reinigern, die nicht speziell für die Lederausstattung entwickelt wurden! Schuhcreme färbt später auf die Kleidung ab, Felgenreiniger und Ähnliches greifen das Leder an und Mittel mit verderblichen Fetten und Ölen oxidieren und verursachen einen miefigen Geruch. Diese Folgen will ja wohl niemand auf sich sitzen lassen.

LIEBER REGELMÄSSIG UND SPARSAM PFLEGEN ALS SELTEN UND IM ÜBERMASS