Audi museum mobile zeigt Grand Prix Legenden

Gute Fahrt

 · 30.12.2025

Audi museum mobile
Foto: AUDI AG
Das Audi museum mobile präsentiert bis März spektakuläre Rennwagen aus über 100 Jahren Motorsportgeschichte, darunter Schumachers erstes Formel-1-Auto.

Historische Meilensteine der Grand-Prix-Geschichte

Die neue Sonderausstellung im Audi museum mobile spannt einen beeindruckenden Bogen über mehr als ein Jahrhundert Motorsportgeschichte. Den zeitlichen Auftakt bildet der Renault AK 90 CV, ein detailgetreuer Nachbau des Siegerwagens vom allerersten Grand-Prix-Rennen überhaupt. Am 26. Juni 1906 schrieb der französisch-ungarische Rennfahrer Ferenc Szisz mit diesem 90-PS-Boliden Geschichte, als er den ersten Großen Preis von Frankreich gewann. Das Originalfahrzeug existiert zwar nicht mehr, doch die Vintage Classic Car Collection aus Holland stellte eine exakte Rekonstruktion zur Verfügung.

Aus der Frühzeit der Formel 1 stammt der ausgestellte Talbot Lago T26 C mit seinem Reihen-Sechszylinder-Saugmotor und 240 PS Leistung. Fünf Exemplare dieses Typs gingen beim historischen ersten Formel-1-Rennen am 13. Mai 1950 in Silverstone an den Start und begründeten damit die Ära der Königsklasse. Der NSU 6/60 PS repräsentiert die deutsche Motorsporttradition der 1920er Jahre. Das erste Sechszylindermodell der Neckarsulmer brachte 60 PS auf die Waage, wog lediglich 830 Kilogramm und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 175 km/h. Am 11. Juli 1926 feierte die Marke mit dem weiß lackierten Rennwagen auf der AVUS einen spektakulären Vierfachsieg in der 1,5-Liter-Klasse beim ersten "Großen Preis von Deutschland".

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Der legendäre Bugatti Typ 35 C gilt als einer der erfolgreichsten Rennwagen aller Zeiten. Sein Achtzylindermotor leistete dank Doppelvergaser zunächst 95 PS, mit dem ab 1926 eingesetzten Roots-Kompressor stieg die Leistung auf beeindruckende 130 PS. Diese technischen Innovationen machten den Bugatti zu einem dominierenden Fahrzeug seiner Ära und prägten nachhaltig die Entwicklung des Rennsports.

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Die goldene Ära der Auto Union Silberpfeile

Die 1930er Jahre markieren einen Höhepunkt deutscher Rennsportgeschichte, repräsentiert durch die legendären Auto Union Grand-Prix-Rennwagen Typ A, Typ C und Typ D. Diese Silberpfeile revolutionierten den Motorsport mit ihrer innovativen Mittelmotorkonstruktion und außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit. Der Typ A debütierte 1934 und setzte neue Maßstäbe in puncto Geschwindigkeit und Fahrdynamik. Die Weiterentwicklung zum Typ C brachte weitere technische Verbesserungen, während der Typ D als Krönung der Serie galt.

Diese Fahrzeuge entstanden aus der Fusion der vier Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union AG. Die charakteristische silberne Lackierung entstand nicht aus ästhetischen Gründen, sondern aus praktischen Erwägungen: Um Gewicht zu sparen, wurde die Grundierung nicht überlackiert. Diese "Silberpfeile" dominierten die Grand-Prix-Rennen ihrer Zeit und begründeten den Mythos deutscher Ingenieurskunst im Motorsport.

Ferdinand Porsche zeichnete als Chefkonstrukteur für die revolutionäre Technik verantwortlich. Der Sechzehnzylinder-V-Motor im Heck des Fahrzeugs war für damalige Verhältnisse eine gewagte Konstruktion, die sich jedoch als wegweisend erwies. Fahrer wie Bernd Rosemeyer wurden mit diesen Maschinen zu Legenden und prägten eine ganze Generation von Motorsportbegeisterten. Die in der Ausstellung gezeigten Exemplare stammen aus der historischen Fahrzeugsammlung der AUDI AG und sind authentische Zeugen dieser goldenen Ära.

Moderne Formel-1-Geschichte hautnah erleben

Ein besonderes Highlight der Ausstellung stellt der Jordan 191 von 1991 dar - das erste Formel-1-Auto von Michael Schumacher. In diesem grün-gelben Boliden bestritt der spätere siebenmalige Weltmeister sein Debüt in der Königsklasse und legte damit den Grundstein für eine beispiellose Karriere. Das Fahrzeug markiert den Beginn einer neuen Ära im deutschen Motorsport und zeigt eindrucksvoll, wie sich die Technik seit den frühen Grand-Prix-Tagen entwickelt hat.

Der Toleman-Hart TG184 von 1984 erzählt eine weitere faszinierende Geschichte. Ayrton Senna pilotierte ein baugleiches Exemplar und zeigte bereits in diesem verhältnismäßig schwachen Auto sein außergewöhnliches Talent. Besonders der legendäre Auftritt beim verregneten Grand Prix von Monaco 1984 ging in die Motorsportgeschichte ein, als Senna trotz technischer Unterlegenheit um den Sieg kämpfte.

Aus jüngerer Zeit stammt der Sauber C31 von 2012, der die moderne Formel-1-Ära repräsentiert. Die hochkomplexe Aerodynamik und ausgeklügelte Elektronik zeigen den enormen technischen Fortschritt gegenüber den historischen Exponaten. Das F1-Showcar mit der speziellen Launch Livery von 2022 bildet schließlich die Brücke zu Audis eigenem Formel-1-Engagement ab 2026.

Audis Weg zurück in die Königsklasse

Der Zeitpunkt der Ausstellung ist bewusst gewählt: 2026 steigt die Marke mit den vier Ringen erstmals mit einem eigenen Werksteam in die Formel 1 ein. Stefan Trauf, Leiter von Audi Tradition, erklärt die Motivation: "Mit unserer Sonderausstellung 'Grand Prix Legenden' wollen wir allen Fans die Winterpause in der Formel 1 verkürzen und präsentieren bis zum ersten Rennen der neuen Saison viele spektakuläre Exponate aus der Geschichte der Königsklasse."

Die Ausstellung verdeutlicht, dass der Einstieg in die Formel 1 für den Ingolstädter Hersteller keineswegs Neuland bedeutet. Die Motorsporttradition reicht über die Auto Union Silberpfeile bis zu den NSU-Erfolgen der 1920er Jahre zurück. In jüngerer Vergangenheit sammelte die Marke 13 Siege bei den 24 Stunden von Le Mans, dominierte die DTM und feierte Erfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft sowie auf amerikanischen Rundstrecken.

Kurator Stefan Felber betont die Bedeutung der historischen Kontinuität: "Wir zeigen nicht nur Formel-1-Geschichte, sondern die gesamte Entwicklung des Grand-Prix-Sports von seinen Anfängen bis heute." Die Ausstellung macht deutlich, wie sich Technologie, Sicherheitsstandards und Fahrzeugkonzepte über mehr als ein Jahrhundert entwickelt haben. Vom einfachen Renault von 1906 bis zum hochkomplexen modernen Formel-1-Auto spannt sich ein Bogen kontinuierlicher Innovation.

Während der Winterpause vom 22. Dezember bis 6. Januar bleibt das Museum geschlossen, doch die kostenlose Audi Tradition App ermöglicht einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung. Diese digitale Alternative unterstreicht den modernen Ansatz des Hauses und macht die Exponate auch überregional zugänglich.


​Im Überblick

  • Ausstellungsdauer: 16. Dezember 2025 bis 8. März 2026
  • Anzahl Exponate: 16 historische Rennwagen
  • Standort: Audi museum mobile, Ingolstadt
  • Öffnungszeiten: Mo-Fr 9-17 Uhr, Sa/So/Feiertage 10-16 Uhr
  • Winterpause: 22. Dezember 2025 bis 6. Januar 2026
  • Highlight-Fahrzeuge: Jordan 191, Auto Union Typ A/C/D, Bugatti Typ 35 C
  • Epochen: 1906 bis 2022
  • Marken vertreten: Auto Union, Bugatti, Cisitalia, Jordan, NSU, Lamborghini
  • Besondere Exponate: Renault AK 90 CV (Nachbau), Sauber C31, F1-Showcar
  • Kurator: Stefan Felber
  • Leiter Audi Tradition: Stefan Trauf
  • App-Verfügbarkeit: Audi Tradition App (iOS/Android)

  • Einzigartige Sammlung von 16 historischen Rennwagen aus verschiedenen Epochen
  • Michael Schumachers erstes Formel-1-Auto als besonderes Highlight
  • Legendäre Auto Union Silberpfeile aus den 1930er Jahren
  • Kostenlose App-Alternative während der Winterpause
  • Zeitlich perfekt abgestimmt auf Audis Formel-1-Einstieg 2026:
  • Winterschließung vom 22. Dezember bis 6. Januar
  • Begrenzte Ausstellungsdauer bis März 2026
  • Renault AK 90 CV nur als Nachbau verfügbar