Camping-Test Köhler Sunvan T46Sonne im Herzen

Heiko P. Wacker

 · 13.06.2022

Camping-Test Köhler Sunvan T46: Sonne im HerzenFoto: J. Bürgermeister

Mitunter reicht eine Isomatte im Transporter, um auf Reisen zu gehen. Doch spätestens in der zweiten Nacht sehnt man sich nach einem guten Bett. Ein solches hat der Sunvan T46 zu bieten – und das ist längst noch nicht alles.

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Foto: J. Bürgermeister

Schon vor mehr als 35 Jahren begann Peter Köhler seine Karriere als Hersteller veritabler Reisemobile, die ersten Fingerübungen geschahen noch mit dem kantigen T3. Entsprechend viel Erfahrung steckt inzwischen in den Fernwehmobilen, die in Illingen entstehen, das liegt rund 20 Kilometer nordöstlich von Pforzheim. Hierbei werden nicht nur flammneue Bullis umgebaut, sondern auch geprüfte und durchgecheckte Leasingrückläufer, bezogen von VW-Vertragshändlern. Unser Fotomodell ist ein gutes Beispiel – und ein raumgreifendes, baut der Sunvan T46 doch stets auf dem langen Radstand auf. Wer wendigere Autos präferiert, der kann sich den identischen Ausbau auch auf einem kurzen Radstand gönnen, der geht dann als Sunvan T41 an den Start.

Verlagssonderveröffentlichung

Beiden Modellen gemein ist das famose Bett mit Schiebelattenrost, der jüngst noch einmal verbessert und mit Federtellern erweitert wurde. Während der Fahrt wird der Lattenrost zusammengeschoben, pfiffig greifen die bekannten Frolielemente ineinander. Darunter bietet der Kofferraum jede Menge Ladevolumen, hier wohnt auch der Heckbutler mit Schwerlastauszügen, der gleich acht Normkisten fasst. Unter dieser Heckschublade reist dann auch der Campingtisch für draußen und drinnen mit durchs Land.

Famoses Bett mit Schiebelattenrost

Für die Nacht wird die originale VW-Doppelsitzbank, diese ist übrigens nicht verschiebbar, umgeklappt, anschließend wird der Schiebelattenrost in seinen seitlichen Führungen ausgezogen und mit zwei kleinen Bolzen arretiert. Nun noch die Kaltschaummatratze aufklappen, ab in die Heia! Das Bett misst im Normalfall 1,9 auf 1,3 Meter. Die Liegefläche darf zu Recht als super bequem bezeichnet werden, die 80 Millimeter dicke Matratze harmoniert bestens mit dem durchdachten Lattenrost. Übrigens gibt es hier doch einen kleinen Unterschied. Im Falle des kurzen Radstands ist die Matratze, je nach Kundenwunsch, 50 oder 60 Millimeter dick, da hier vier kürzere Elemente gefaltet werden. Bei 80 Millimetern gäbe das einen recht unhandlichen Stapel.

Und warum „im Normalfall“? Nun, vor einigen Jahren hat die Firma Köhler Wohnmobile einen zweiteiligen Schrank entwickelt, das Oberteil ist mit drei Rändelschrauben fixiert – und fluchs ausgebaut.

Das geht notfalls auch alleine, zu zweit aber besser. Und zu zweit hat man dann auch deutlich mehr Platz, dank eines optionalen Matratzenkeils lässt sich die Breite der Liegefläche auf 1,65 Meter erhöhen. Mehr geht im VW Bus nicht, das System ist einzigartig im Markt.

Wer freilich eher eine lange Liegefläche präferiert, der darf sich im von SCA bezogenen Aufstelldach auf stolzen 2,3 Meter ausstrecken, die Breite des oberen Betts liegt bei 1,2 Metern. Also findet sich im Sunvan auch dann eine feine Schlafstatt, baut man das untere Bett aus: Im Falle einer Transportaufgabe lässt sich der Schiebelattenrost komplett nach hinten aus den Führungsschienen herausziehen. Wird nun noch die Rückbank ausgebaut, steht eine enorme Ladefläche zur Verfügung.

Der eigentliche Küchenblock wiederum ist fest verbaut. Alle wesentlichen Details finden sich fahrerseitig, angefangen vom 40 Liter messenden Kompressorkühlschrank bis zur fünf Kilo großen Propangasflasche hinten im Heck. Dazwischen gibt es genügend Stauraum. An der Stirnseite sind USB- und Stromsteckdosen verbaut, wobei es für den Anschluss eines Verbrauchers mit 220 Volt natürlich den Landstrom braucht, dieser fließt durch eine unter der Motorhaube sitzende CEE-Schnittstelle ins Auto.

Alles, was mit 12 Volt geregelt werden kann, wird aus der Aufbaubatterie unterm Fahrersitz versorgt. Die AGM-Batterie hat eine Kapazität von 80 Amperestunden. Von ihr wird der Dometic-Fridgideur ebenso beschickt wie die drei LED-Innenleuchten oder die Wasserpumpe für die Spüle, dank ausziehbarem Schlauch kann man sich nach dem Bad im Meer auch mal draußen das Salz abbrausen. In leicht handhabbaren Kanistern lagern 14 Liter Frisch- und maximal zwölf Liter Grauwasser, alternativ lassen sich auch fest hinter dem Möbelblock verbaute Tanks realisieren – ganz nach Kundenwunsch. Das gilt auch für das Thema Heizung, die unserem Fotomodell fehlte.

„Noch“, muss man indes sagen, wie Peter Köhler betont. „Manche bevorzugen eine Heizung mit Diesel, andere wollen eine mit Gas als Treibstoff. Also warten wird in diesem Fall, was der Kunde gerne hätte – und das bauen wir dann ein.“ Preislich geben sich die beiden Systeme mit je rund 2.000 Euro nichts.

Nichts zu mäkeln gibt es am soliden Möbelbau, bei Köhler setzt man auf 15,6 Millimeter dickes Pappelsperrholz. Die HPL-Beschichtung ist in vier unterschiedlichen Designs erhältlich: Eiche rustikal, Ahorn, Titan oder Anthrazit stehen zur Auswahl, wobei Titan als Standardfarbe angeboten wird, die anderen Varianten kosten 300 bis 500 Euro Aufpreis. Blickt man ins Innere des Wohnbereichs, dann fällt die hohe Arbeitsfläche des T46 auf, die mit 78 Zentimetern etwas höher liegt als bei den anderen Sunvan-Modellen. Folglich ist hier kein Platz für das originale VW-Schiebefenster, wie es in Illingen üblicherweise verwendet wird. Statt dessen sitzt hier ein aus Italien bezogenes Schiebefenster der Marke Ship-Car, das sich auch noch kinderleicht bedienen lässt, leichter noch als das originale VW-Pendant. Entwickelt wurde es in Kooperation mit der Firma Köhler, inzwischen bietet der Hersteller das Fenster auch anderweitig an.

Schiebefenster Marke Ship-Car

Peter Köhler sieht das entspannt, nach mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft kennt er sich aus, wobei aktuell Tochter Nicole und Sohn Fabian beginnen, das Zepter zu übernehmen. Die Geschichte dieser Traditionsmarke wird also weitergehen. Und auch künftig wird man in Illingen sowohl Neufahrzeuge wie auch Leasingrückläufer bekommen. Wer möchte, kann hier aber auch seinen eigenen VW T5 oder T6 Transporter Kombi oder Kastenwagen vorbeibringen, Multivan und Caravelle werden ebenfalls zum Camper umgebaut. „Zum geeigneten Basisfahrzeug beraten wir Sie gerne“, heißt es schlicht. Auf dass das formidable Bett auch einen würdigen Rahmen erhalte. So entstehen feine Camper!


Test kompakt:

Mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung stecken im Sunvan. Und das merkt man: Sinnvolle Detaillösungen, wie Schränke mit gut zu öffnenden Rollos oder das werkzeuglos entnehmbare Oberteil des Kleiderschranks bestimmen das Bild. Und dann gibt es da noch dieses formidable Bett mit dem Schiebelattenrost, und den passgenau ineinandergreifenden Froli-Elementen. Keine Frage: Mit dem Sunvan T46 liegt man richtig!